Thomas Sautner Fremdes Land

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Inhaltsangabe zu „Fremdes Land“ von Thomas Sautner

Der Verlust der Freiheit Jack Blind glaubt, die Welt verändern zu können. Als Stabschef einer neuen Regierung wähnt er sich an den Hebeln der Macht. Tatsächlich aber wird er unbemerkt zur Spielfigur in einem System, in dem der Einzelne nur noch als Konsu-ment zählt. Freiheit, Anstand und Selbstbestimmung sind bloß noch Schlagworte. Seine Schwester versucht, Jack die Augen zu öffnen. Doch er hält an der herrschenden Politik fest - bis er gezwungen ist, eine neue Wahrheit zuzulassen. Thomas Sautner, österreichischer Bestseller-Autor, beschreibt in einem hoch-aktuellen Roman die nahezu gegenwärtig anmutende Vision einer Scheindemokratie in Zeiten des Sicherheitswahns. Seine Stilmittel: schwarzer Humor, böser Witz und bissige Satire.

Ein Roman in bester Orwell-Tradition. Reicht aber in der Substanz nicht ganz an andere des Genres heran.

— Gulan

Irrwitzige Zukunftssatire. Man schlittert in den absoluten Wahnsinn und merkt es erst, wenn man tief drin steckt. Sehr lesenswert!

— sursulapitschi

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  • Rezension zu "Fremdes Land" von Thomas Sautner

    Fremdes Land

    HeikeG

    10. October 2010 um 12:05

    Überwachte Käfighaltung oder Big Brother is watching you . Seit zehn Jahren läuft in deutschen Landen die Fernsehshow Big Brother. Bei diesem auch international erfolgreichen, gleichfalls jedoch umstrittenen Format wird das Leben der Teilnehmenden rund um die Uhr von Fernsehkameras aufgezeichnet und regelmäßig als Zusammenschnitt von „Highlights“ ausgestrahlt. In der Realität sind wir von derartigen Szenarien gar nicht mehr so weit entfernt. Großbritannien zum Beispiel gilt in der westlichen Welt als der rabiateste Überwachungsstaat und Weltmeister bei der Datensammlung; allen voran deren Hauptstadt London. Mehr als 4,5 Millionen Kameras filmen das Leben der Briten und sollen Kriminelle abschrecken. Erhebungen ergaben, dass die Leute aus Furcht vor Verfolgung bereits Angst haben, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen. . Der Österreicher Thomas Sautner hat sich diesem Thema in seinem neuen Roman angenommen. Goethes Worte: „Niemand ist mehr Sklave, als der sich für frei hält, ohne es zu sein.“, stehen deutungsvoll dem Werk voran. Sautner setzt den Leser in ein fiktionales Szenario, das bei näherer Betrachtung gar nicht mehr so abwegig scheint. Zwar beginnt die reguläre Rente erst ab 80, doch Lebensmittel haben einen nie erreichten Gesundheits- und Sicherheitsstatus erreicht. Zucker- und fetthaltige Speisen sowie Tabak und Alkohol sind verboten, Idealgewicht, Fitness und moralisches Handeln staatlich okroyiert. Verstöße ziehen Verwarnungen, Abmahnungen und letztlich strengste Sanktionen nach sich. Auch auf der Straße wird Sicherheit groß geschrieben. Das standardmäßig integrierte Safety-Control-System im PKW überwacht jegliche Fahrtätigkeit des Wagenlenkers und greift bei Gefahr sofort ein, direkte elektronische „Vergehens“-Meldung an die zuständige Versicherungsgesellschaft inklusive. Bargeld wurde abgeschafft. Die persönliche P-Card dient als Universaldokument. Sie ist Pass und Ausweis, Cash- und KreditKarte, Krankenkassen-, Telefon-, Park- oder aber FahrKarte. Der Geist der Menschen ist auf dem Tiefpunkt angekommen. Das nutzen die Medien, um in sie einzusickern, jeden Tag ein Stückchen tiefer. Sie indoktrinieren dem unmündigen Bürger ein neues Unterbewusstsein und verhelfen ihm zu einer neuen Art von Leben „mit kunterbunt glitzernder Oberfläche und einem Inneren so leer, dass es nicht lohnte zu verweilen.“ Eventuell aufkommende depressive Befindlichkeiten können mit so genannten Feelgood-Pillen - erhältlich für vierzehn unterschiedliche Stimmungsdissonanzen, „aufgepeppt“ werden. . "Aktion Caring Mom - Schutz, Wärme und Geborgenheit in einer gefährlichen, gefühlskalten Zeit", lautet die Propaganda der neuen Regierung, der Jack Blind, Hauptfigur in Thomas Sautners gruseligem Zukunftsszenario und Stabschef des Präsidenten Mike Forell, angehört. Jack hat den unbedingten Willen zur Macht. Sein Traum, „zu jener Handvoll Menschen zu gehören, die das Land regieren.“, ist in Erfüllung gegangen. Seine eigenen Ideale und sein Selbst verleugnet er erfolgreich. Doch statt die Hebel der Macht uneingeschränkt bedienen zu können, ist er in Wahrheit nur deren Marionette. Die Politik ist längst abhängig von einem allmächtigen Wirtschaftskartell, das den Weltmarkt beherrscht und Presse und Regierung instrumentalisiert. Jack bekommt dies letztendlich am eigenen Leib auf dramatische Art und Weise zu spüren. . Thomas Sautner greift ein Thema auf, das bereits vor 61 Jahren ein literarischer Visionär voraussah. George Orwell zeichnete in „1984“ das Bild eines Staates, der seine Bürger bis in den Privatbereich hinein überwacht. Leider reicht Sautners Roman nicht an den scharfzüngigen Briten heran. "Wenn ich ein Buch lese, wünsche ich mir, dass es sprachlich schön ist, mich inhaltlich etwas lehrt und im besten Fall auch reifer macht beim Lesen," betonte der Autor in einem Interview. Aber genau diese Prämissen lässt er vermissen. Zu einem eher ungelenken und farblosen Schreibstil, gesellen sich bei ihm klischeebeladene Handlungsstrukturen sowie verwaschene Charaktere. Sautner skizziert zu stark in Schwarz und Weiß. Er lässt dem Leser keine Möglichkeit zur eigenständigen Gedankenentwicklung und der rationellen Auseinandersetzung mit einem ernsthaften Thema. In "Fremdes Land" wird Diffiziles als leichte Kost, zu stark überzogen und mitunter gar pathetisch serviert. Ein subtilerer Einsatz von Stilmitteln und fein abgestuften Farbnuancierungen hätte dem Werk auf jeden Fall besser zu Gesicht gestanden.

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  • Rezension zu "Fremdes Land" von Thomas Sautner

    Fremdes Land

    Tony

    Thomas Sautner, der zuletzt mit seinem Roman "Fuchserde" einige Aufmerksamkeit erregt hat, legt hier nun einen Roman über den "Verlust der Freiheit" vor: Jack Blind ist Politiker und obwohl er der Opposition angehört vollkommen angepasst. In einer Welt, in der sich der Konflikt zwischen dem "Abendland" und den Muslimen soweit ausgeweitet hat, dass darüber diskutiert wird, Muslime nur noch im letzten U-Bahn-Waggon fahren zu lassen - wenn dieser wegen einem Anschlag in die Luft fliegt - who cares? In einer Welt, in der der Staat alles über seine Bürger weiß; alle Daten sind auf einer kleinen Kartegespeichert, die in allen Lebenslagen benötigt wird: beim Einkaufen, beim Arztbesuch, im Job, zum Betreten einer "Freizeitwelt". Doch was genau ist eigentlich der Staat? Für den Oppositionspolitiker Blind scheint sich alles von selbst zu fügen, als der bisherige Regierungschef plötzlich seinen Rücktritt ankündigt und Blinds Partei damit das Feld überlässt. Jack wird zum Stabschef, sein bisheriger Chef wird zum Präsidenten. Doch beim Einzug in das Regierungsgebäude stellt sich eine ganz andere Frau als Stabschefin vor: Sie erklärt den beiden, wie die Zukunft zu laufen hat. Was es zu tun und was es zu lassen gibt. Und was hat es mit diesem "Raum der Wahrheit" auf sich, den selbst Jack nicht betreten darf und über den die mysteriöse Stabschefin nur sagt, dort würde über die Wahrheit befunden. Ein fremdes Land, wie der Titel vorschlägt? So fremd scheint es nicht zu sein dieses Land, in dem Konzerne wie Makrosoft das Sagen haben und dem u-Phones zum alltäglichen Gebrauchsgegenstand gehören. Sautner entwirft ein erschreckendes Bild einer Gesellschaft - womöglich unserer zukünftigen Gesellschaft? Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, Anstöße gibt. Auch wenn man die Parallelen zur heutigen Zeit etwas subtiler hätte gestalten können.

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