Der Bad Kreuznacher Strafverteidiger Julius Dexheimer hat sich aufs Land nach Windesheim zurückgezogen; in seiner Heimatstadt fühlte er sich nicht mehr gut aufgehoben. Dort wird er prompt in einen Mordanschlag auf eine Winzergattin verwickelt. Auf der Suche nach dem Täter geht es quer durchs Naheland und diesmal sogar bis in den Hunsrück. Blutwingert ist der sechste und vorletzte Band der Reihe, kann aber ganz hervorragend auch als Einstieg gelesen werden. Wer gerne Geschichten mit viel Bezug zu seiner Heimat liest, wird hier voll auf seine Kosten kommen und Weintrinker können sich sehr gut an Dexheimers "Trinkspur" orientieren. Auch die Ausflüge in den Alltag eines Strafverteidigers und die Gepflogenheiten vor Gericht sind superinteressant. Bei einer meiner Lieblingsstellen ist er unterwegs in der Kreuznacher Neustadt, in seinem alten Quartier und beklagt den Niedergang der Kneipenkultur.
Ich wurde aufmerksam auf das Buch bei einer Lesung kurz vorm Erscheinungstermin , bei der Thomas Scheffler sein Buch sehr kurzweilig und charmant in einem Bad Kreuznacher Antiquariat präsentiert hat.



