Thomas Sedlacek , David Graeber Revolution oder Evolution

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Inhaltsangabe zu „Revolution oder Evolution“ von Thomas Sedlacek

Soziale Ungerechtigkeit, Naturzerstörung sowie die Schulden- und Finanzkrise lassen zweifeln, ob die Marktwirtschaft die richtige Lösung für die Probleme unserer Zeit ist. Der Bestsellerautor Tomás Sedlácek ("Die Ökonomie von Gut und Böse") bricht dennoch eine Lanze für den Kapitalismus: Er ist das beste Wirtschaftssystem, das wir kennen. Aber er muss von Grund auf reformiert werden. David Graeber ("Schulden: Die ersten 5000 Jahre") hält dagegen: Der Kapitalismus ist nicht mehr reformierbar, er gehört abgeschafft. Unsere Wirtschaft braucht ein anderes, gerechteres System. Die Stars der Kapitalismuskritik treffen aufeinander - und beziehen pointiert Stellung.

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  • Es muss sich einiges verändern

    Revolution oder Evolution

    WinfriedStanzick

    09. February 2015 um 14:34

    Mit ihren jeweiligen zu regelrechten Bestsellern überall auf der Welkt mutierten Büchern  „Die Ökonomie von Gut und Böse“  und „Schulden. Die ersten 5000 Jahre“ sind der Ökonom Tomas Sedlacek und der Ethnologe David Graeber zu so etwas wie vielzitierten Stars einer neuen Kapitalismuskritik geworden, die nach dem Sieg der Syriza in Griechenland und den zu erwartenden Umbrüchen in Spanien und Portugal bei den Wahlen in diesem Jahr nun auch das breite Publikum erreicht haben und die europäische Politik noch lange beschäftigen werden, mit unabsehbaren Folgen für die Bürger und deren Alltagsökonomie. Auf was und wen berufen sich diese jungen, sich wie Revolutionäre gebärdenden südeuropäischen Politiker (es sind kaum Frauen darunter, ist das schon mal aufgefallen?)?  Das vorliegende Buch, ein gelenktes Gespräch, das der Journalist Roman Chlupaty mit Sedlacek und Graeber geführt hat, kann einen guten Einblick in ihre Thesen bieten und eine Übersicht über ihre Analyse des gegenwärtigen Kapitalismus und seiner Kräfte. Hauptsächlich geht es darum, sich von der Illusion zu verabschieden, der Markt sei ein neutrales, quasi naturgesetzliches Gebilde.  Die Wirtschaft und die Wissenschaften von ihr brauchen wieder ethische Werte und ein menschliches Maß. Wenn solche Debatten und die politischen Bewegungen, die sie aufgreifen, in Brüssel und anderswo auch nur kleine Veränderungsbewegungen auslösen, die nicht nur die monetären Indizes im Blick haben, sondern auch die Lebensumstände vieler gerade auch junger Menschen in Südeuropa, dann wäre das ein Fortschritt. Dass all diese jungen Protestbewegungen, sind sie selbst an der Regierung, nun auch strukturelle und auch für sie selbst schmerzhafte Veränderungen einleiten müssen, steht außer Frage. Wenn man die Thesen der beiden Diskutanten in diesem Buch von aller radikalen Rhetorik entkleidet, wird dennoch deutlich: es muss sich einiges verändern. 

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