Thomas Stangl

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Autor von Was kommt, Der einzige Ort und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Thomas Stangl

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Was kommt

Was kommt

 (7)
Erschienen am 10.01.2011
Der einzige Ort

Der einzige Ort

 (4)
Erschienen am 06.02.2006
Reisen und Gespenster

Reisen und Gespenster

 (2)
Erschienen am 03.02.2012
Regeln des Tanzes

Regeln des Tanzes

 (3)
Erschienen am 09.03.2015
Ihre Musik

Ihre Musik

 (0)
Erschienen am 07.08.2008
Ihre Musik: Roman

Ihre Musik: Roman

 (0)
Erschienen am 15.06.2012
Der einzige Ort: Roman

Der einzige Ort: Roman

 (0)
Erschienen am 21.06.2012

Neue Rezensionen zu Thomas Stangl

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Rezension zu "Regeln des Tanzes" von Thomas Stangl

Verwirrend
Phliegevor 4 Jahren

Der Tanz muss wie eine Krankheit sein. Eine Krankheit hat keinen Sinn, sie ist da. Und sie hat ihre Regeln, sie fängt an, wo deine Gedanken aufhören und verbiegt dein Bewusstsein, bist du es nicht wiedererkennst.

Genau das macht das Buch mit mir. Ich fühle mich hinterher wie nach einer Aufführung modernen Tanzes. Ich bin fasziniert, es gibt Bewegungsabläufe, die fesselnd sind. Aber hinterher habe ich nur eine leise Ahnung, worum es eigentlich ging. Das kann schon unterhaltend sein. Aber ich habe mir keinen Tanz angesehen, sondern ein ganzes Buch gelesen. Das mit dem Stil, den es aufweist, sicherlich ein spannendes Konzept hinlegt. Aber sich dann netterweise doch die Zeit hätte nehmen können, sich zu erklären.

Es gibt auch eine ziemlich stringente Handlung, die schon vielversprechend ist. Ein pensionierter Doktor der Philosophie findet Filmdosen auf der Straße und lässt sie entwickeln. Und entdeckt darauf zwei Schwestern, die wie er durch die Wiener Straßen ziehen und zu denen er eine seltsame Verbindung spürt. Die chronologischen Sprünge, die Vermischung der Charaktere ineinander macht das Ganze auch interessant. Doch am Ende hofft man vergeblich auf einen großen Aha-Moment.

Und man hofft lange. Weil das Buch durch seine Exkurse durch die Gedankenwelt doch immer wieder interessante Bilder entwirft, die man intuitiv einordnet, fast versteht. Es fehlt nur der abschließende Bogen.

Im Endeffekt ist es schade. Das Buch hätte mehr sein können, als ein kurzes Aufflackern von Gedanken. Aber am Ende ist mit dem Konzept und dem Stil einfach alles zu viel gewollt und überladen. Wie eben ein Tanz, der bis ins Kleinste durchchoreographiert ist und alles Schlag auf Schlag abläuft. Sodass doch vieles der Aufmerksamkeit entgeht.

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Rezension zu "Regeln des Tanzes" von Thomas Stangl

Innere Demonstration?
Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren

„All das klingt nach Blödsinn, aber nach leicht beunruhigendem Blödsinn …“ Das meint Frau Stanek, Vorname nicht bekannt, eine der drei Hauptfiguren des Romans im Abschnitt III (Wald). All das klingt nach Blödsinn, aber nach leicht beunruhigendem Blödsinn, habe auch ich mir beim Studium dieses Buches gedacht; mehrmals und während eines echten Studiums, denn bloße Lektüre war es nicht. Auf manieristisch im literarischen Stil möchte ich mich zurückziehen. Natürlich nicht im Sinne der Epoche zwischen Renaissance und Barock. Auf keinen Fall. Eher im Sinne einer Orientierung zwischen Ilse Aichinger und Thomas Bernhard.

Was bringt mich zu diesem Urteil? Die willkürlich erscheinende und wohl auch wirklich willkürliche Aneinanderreihung von Gedanken, die einfach zu Papier gebracht werden, auch wenn sich dem Leser kein Zusammenhang erschließt; außer wohlwollenden Literaturkritikern denkt hier wohl niemand an Robert Schumanns „Der Dichter spricht“. Eine Unzahl von passenden und unpassenden Aufzählungen; Aufzählungen, von denen man den Eindruck gewinnt, dass der Autor Wörter, die ihm gerade einfallen, schlicht gesagt loswerden will. Mehrmalige, meist unmittelbar aufeinander folgende Wiederholungen kaum veränderter Aussagen; damit der Leser endlich kapiert, worum es dem Autor geht? Immer wieder in Klammerzusätzen angebrachte Fragen der Protagonisten, die sie sich selbst stellen; Fragen, die sich der Autor selbst nicht beantworten kann oder will, und deshalb dem Leser zur Beantwortung überlässt? Kryptische Wendungen wie etwa „als wäre sie selbst das Trinken“; und oft schwer einzuordnendes Handlungsgeschehen. Ein Buchtitel nach dessen Erklärung der Leser auf jeder Buchseite wartet; dessen Sinn er sich selbst zusammenreimt, richtig oder falsch, etwa mit den Regeln für den Wiener Opernball, für einen Demonstrationszug oder vielleicht doch für das Tanzen, „das heißen könn(t)e: die Regeln der Gesellschaft hinter sich lassen“? Eine Bezeichnung der sieben Abschnitte, die für die zwei ersten Abschnitte ein und dieselbe ist und dem Leser auch ansonsten nicht so recht plausibel daherkommt. Die offensichtlich gewollte Wiedergabe eines fehlerhaften englischen Satzes (don´t statt doesn´t) in dem ersten dem Buch vorangestellten Motto; was möglicherweise eine vage Andeutung dafür sein soll, dass das Thema lautet: im Staate Österreich stimmt überhaupt nichts mehr.

Auf Englisch suggeriere ich mir an dieser Stelle meiner allzu sehr ins Negative abgleitenden Rezension: Slow down! Es fehlt nicht etwa eine Handlung, sie darf sogar als verhältnismäßig stringent angesehen werden; wegen durchaus gekonnter zeitversetzter Handlungsstränge und nicht weniger geglückter Verschränkungen der Hauptfiguren. Zwischendurch gelegentlich sogar wohltuend karikierende Passagen, wie etwa die Wiedergabe von Zapp-Impressionen beim Mitternachtsfernsehen. Und überhaupt, das ist offensichtlich das Hauptanliegen des Autors, eine nicht schlecht beobachtete Darstellung der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Österreich, die weitgehend deckungsgleich sind mit denen in unserem bundesrepublikanischen Dasein (der Nebensatz „nicht in einem Land mit diesen Zeitungen“ darf ohne weiteres auf unsere Abnick-Demokratie übertragen werden). Keinesfalls nur ein Sammelsurium verschrobener Innenansichten, aber mehr als mühselig zu lesen.

Fazit: Das Psychogramm eines dreigeteilten dichterischen Alter Ego, mit dem Stangl nach meinem Eindruck sein Unbehagen an Verhältnissen, die er nicht ändern kann, und seine Kritik an einer Vielzahl in unserer Zeit existierender Zwänge zum Ausdruck bringen will. Ob seine Art der literarischen Empörung in dieser Richtung dem Leser zu empfehlen ist, steht freilich auf einem anderen Blatt.    

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Rezension zu "Was kommt" von Thomas Stangl

Rezension zu "Was kommt" von Thomas Stangl
dyabollovor 9 Jahren

Vielleicht ist dieses Buch Kunst, aber Kunst wird erst zur Kunst in Augen des Betrachters. Für mich war dieses Buch eine der größten Enttäuschungen des Jahres. Wie hinter Milchglas bewegen sich die Hauptpersonen Emilia und Andreas und man findet keinen Zugang zu Ihnen. Alles scheint verschwommen und so unübersichtig. Die Musik, die Wiederholungen gibt es tatsächlich und diese lesen sich wie Deja - Vus aber alleine deswegen ein Buch auszuzeichnen ist meiner Meinung nach nicht genug. Der Geschichte an sich fehlt die Würze. Die Worte von Stangl sind schön, poetisch aber das was sie erzählen bleibt hinter verdeckten Scheiben unsichtbar und vielleicht auch gar nicht sehenswert. Für mich eine herbe Enttäuschung!!!

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