Thomas Stangl

 3,7 Sterne bei 27 Bewertungen
Autor*in von Was kommt, Regeln des Tanzes und weiteren BĂŒchern.

Lebenslauf

Thomas Stangl, 1966 in Wien geboren, wo er heute lebt, studierte Spanisch und Philosophie. FĂŒr seinen ersten Roman „Der einzige Ort“ erhielt der den „aspekte-Preis“ fĂŒr das beste deutschsprachige DebĂŒt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle BĂŒcher von Thomas Stangl

Cover des Buches Was kommt (ISBN: 9783854209232)

Was kommt

(7)
Erschienen am 09.05.2012
Cover des Buches Der einzige Ort (ISBN: 9783854209218)

Der einzige Ort

(4)
Erschienen am 21.06.2012
Cover des Buches Reisen und Gespenster (ISBN: 9783854207917)

Reisen und Gespenster

(3)
Erschienen am 03.02.2012
Cover des Buches Quecksilberlicht (ISBN: 9783751800846)

Quecksilberlicht

(3)
Erschienen am 18.08.2022
Cover des Buches Regeln des Tanzes (ISBN: 9783442748174)

Regeln des Tanzes

(4)
Erschienen am 09.03.2015
Cover des Buches Die Geschichte des Körpers (ISBN: 9783990590379)

Die Geschichte des Körpers

(2)
Erschienen am 23.05.2019
Cover des Buches Diverse Wunder (ISBN: 9783990591253)

Diverse Wunder

(1)
Erschienen am 10.02.2023
Cover des Buches Fremde Verwandtschaften (ISBN: 9783990590096)

Fremde Verwandtschaften

(1)
Erschienen am 09.02.2018

Neue Rezensionen zu Thomas Stangl

Cover des Buches Diverse Wunder (ISBN: 9783990591253)
AWKorschs avatar

Rezension zu "Diverse Wunder" von Thomas Stangl

AWKorsch
Knapp

Thomas Stangl verknappt die RealitĂ€t. Und verdichtet sie ins Extreme. Er ist in AnsĂ€tzen Surrealist. Seine Mittel sind die Redundanz und mehrdimensionale Assoziationen. Lose reichen sie ins Außerhalb seiner Gebilde. Dort draußen aber fehlt ihm der schmutzige Grund. Der fĂ€llt ihm nicht ein. Seine Schuhe sind sauber. Wie die von Dali. Die Zeit fließt und geht ihm am Stock in die vorgebildeten Gegenden der Einbildungskraft.

Cover des Buches Quecksilberlicht (ISBN: 9783751800846)
✗

Rezension zu "Quecksilberlicht" von Thomas Stangl

Ein LovelyBooks-Nutzer
Wortgewaltig! Absolut lesenswert!

Klappentext:

„Ein chinesischer Kaiser, der von der totalen Herrschaft ĂŒber die Zeit trĂ€umt, Autorinnen aus dem 19. Jahrhundert, die sich gegen die ZwĂ€nge ihrer Wirklichkeit auflehnen, ein MĂ€dchen im Simmering des frĂŒhen zwanzigsten Jahrhunderts, am Rand der Stadt und am Rand der Weltgeschichte: Thomas Stangl löst einzelne Momente der individuellen Lebensgeschichte, eigener und fremder Familiengeschichten sowie weit entfernte historische Momente aus ihren ZusammenhĂ€ngen und montiert sie zu neuen Konstellationen. Er verwebt Gesten, Handlungen und Szenen zu einem faszinierenden, jeder Zeitordnung enthobenen Roman und errichtet einen kontrastreichen ErzĂ€hlraum, in dem vermeintliche SelbstverstĂ€ndlichkeiten neue Bedeutung gewinnen und konventionelle Vorstellungen von Biografie, IdentitĂ€t und Wirklichkeit verloren gehen.


Quecksilberlicht ist ein Roman soghafter Kraft ĂŒber Geschichte, das Vergehen der Zeit und das Fortleben alles Geschehenen in unser aller Leben. Der chinesische Kaiser hielt sich fĂŒr das Zentrum des Universums und versuchte, durch die Einnahme von Quecksilber unsterblich zu werden; er starb an Quecksilbervergiftung. Nicht er und nicht der Autor ist das Zentrum der Welt, ein jeder, eine jede ist es. Und die Literatur von Thomas Stangl ist der Ort, an dem sie weiterleben.“


Autor Thomas Stangl hat hier ein wortgewaltiges und mehr als beeindruckendes Werk verfasst. Das Buch ist anders als Andere, das erkennt man bereits am Klappentext aber sobald man mit lesen beginnt, eröffnet sich schier eine andere Welt. Man versinkt in Stangl‘s Zeilen und ĂŒberlegt immer wieder selbst was wĂ€re denn wenn es so wĂ€re wie Stangl es hier im Buch geschehen lĂ€sst. Was wĂ€re wenn die Leben immer weiter erzĂ€hlt werden, weiter leben, die Geschichten praktisch fortgefĂŒhrt werden oder gar mit anderen verschmelzen. Stangl lĂ€sst Bilder im Kopf entspringen, die man so noch nicht erlebt hat und wenn man seiner Geschichte folgt, ist es fast wie eine Art MĂ€rchen oder Sage aber auch wieder nicht. Ein jeder von uns erzĂ€hlt seine Lebensgeschichten und das prĂ€gt alle und jeden um ihn herum. Und schnell wird deutlich, der chinesische  Kaiser war mehr als auf dem Holzweg um als Zentrum aller in Erscheinung zu treten. Stangl hat viele wunderschöne philosophische ZĂŒge in diesem Werk, vieles ist in Metaphern versteckt, anderes erlesen wir selbst oder es kommt in den eigenen Gedanken zu Wort. Thomas Stangl öffnet dem Leser mit dieser Geschichte den Blick auf das wesentliche, nĂ€mlich auf uns und wie es im Klappentext bereits wunderbar auf den Punkt gebracht wurde! Ein jeder von uns ist das Zentrum der Welt, dafĂŒr braucht es keine Unsterblichkeit! 5 von 5 Sterne fĂŒr dieses Werk!

Cover des Buches Quecksilberlicht (ISBN: 9783751800846)
✗

Rezension zu "Quecksilberlicht" von Thomas Stangl

Ein LovelyBooks-Nutzer
Unkonventionell, eine fordernde Vielfalt

„Wenn ich selbst erzĂ€hlen mĂŒsste, warum ich mich an die BĂŒcher und ans Lesen und spĂ€ter ans Schreiben angehĂ€ngt habe, wie an etwas, das stĂ€rker, fester und lebendiger ist als ich, dann mĂŒsste ich wahrscheinlich mit meiner Großmutter oder meinen GroßmĂŒttern beginnen.“ (Zitat Pos. 555)

 

Inhalt

Es beginnt in einem Hinterhof eines Hauses in Wien Simmering, der schreibende Ich-ErzĂ€hler stellt sich einen Augenblick im Leben seiner damals dreizehn Jahre alten Großmutter vor, ein Ereignis, das ihr Leben fĂŒr immer verĂ€ndert hat. „Du schaust mich an, diese befremdliche Figur aus einer befremdlichen anderen Zeit. Ich muss mir einbilden, dass du mich anschaust, sonst wĂŒrde es nicht funktionieren.“ (Zitat Pos. 51) Der Autor nimmt Episoden, Situationen aus dem Leben seiner GroßmĂŒtter und seiner Familie, sowie aus dem Leben des ersten Kaisers von China, und verbindet diese Fragmente neu und beinahe beliebig mit Momenten aus dem Leben von berĂŒhmten englischen Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts, ordnet die Fragmente neu und bringt sie so alle wieder zurĂŒck ins Leben.  

 

Themen und Genre

Im Mittelpunkt stehen das Schreiben und die Literatur als Möglichkeiten des Erinnerns und des unsterblichen Weiterlebens nach dem Tod als Romanfiguren dort, wie die eigene Biografie mit Romanfiguren verknĂŒpft wurde.

 

Charaktere

Der schreibende Ich-ErzĂ€hler stellt seine Frage, ob die Sprache die Wirklichkeit neu erfinden kann, in den Mittelpunkt seiner Geschichte. Zwischen die geschichtlichen Figuren, die er durch sein Schreiben wieder ins Leben gerufen hat, schreibt er immer wieder auch sich selbst. Er schreibt, er beobachtet die leeren Straßen wĂ€hrend der Pandemie, holt sich ein Bier aus dem KĂŒhlschrank.

 

Handlung und Schreibstil

Es ist eine Geschichte ĂŒber das Leben und den Tod, realistisch und philosophisch und immer von allen Seiten betrachtet. Chronologische AblĂ€ufe lassen sich in diesem GefĂŒge nur vage erkennen und entschlĂŒsseln sich nur langsam. Einen Teil bildet die eigene Familiengeschichte in Kindheitserinnerungen, persönlichen Erfahrungen, erzĂ€hlten Geschichten und auch den Auslassungen darin. Die Gedankenreise fĂŒhrt den schreibenden Ich-ErzĂ€hler und auch uns Lesende aber viel weiter, zurĂŒck in das Reich von Qin Shihuangdi, erster Kaiser von China, in das lĂ€ndliche England des neunzehnten Jahrhunderts, zu den englischen Dichterinnen, die dort gelebt haben, in das London des neunzehnten Jahrhunderts und wieder zurĂŒck nach Wien, damals und heute. Auch die Sprache ist eine unruhige Reise durch diese wie Schnipsel in die Luft geworfenen, irgendwie wieder aufgefangenen und mit zufĂ€lliger Leichtigkeit aneinandergereihten Fragmente, die dann doch, erstaunlicherweise, ein stimmiges Ganzes ergeben.

 

Fazit

Quecksilberlicht, schon der Titel und das Buchcover bleiben beim Lesen in den Gedanken haften und aus diesem diffusen Licht treten die einzelnen Personen heraus, erzĂ€hlen kurz aus ihrem Leben, teilen ihre Gedanken mit uns, verschwinden wieder, um dann mit immer neuen Details und Geschichten wieder aufzutauchen. Der Tod begleitet alle diese Fragmente, doch in der Literatur und nun auch in diesem Roman leben sie alle weiter. FĂŒr Lesende, die Geschichten mit klar definierten ErzĂ€hlstrĂ€ngen schĂ€tzen, ist dieser ungewöhnliche Roman vermutlich nicht die richtige Wahl. Wenn man jedoch bereit ist, die gewohnte WohlfĂŒhlzone zu verlassen, so erlebt man mit diesem Buch facettenreiche, ungewohnte und fordernde Lesestunden.

GesprÀche aus der Community

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aba

LovelyBooks lÀdt auch im Jahr 2018 zu spannenden Challenges ein.

Und auf euch warten tolle Gewinne.

Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist natĂŒrlich 2018 wieder dabei!

Liest du gerne BĂŒcher mit Niveau?
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15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2018 bis 31.12.2018 lesen.

Es gelten BĂŒcher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehĂ€ngt sind.
Auch Neuauflagen – 2018 erschienen - von Klassikern.

Die Regeln:

  1. Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.
  2. Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.
  3. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du fĂŒr die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag fĂŒr deine Rezensionen sein.
  4. Es gelten nur BĂŒcher (Achtung: keine HörbĂŒcher, keine Bildergeschichten, keine Graphic Novels), die an diesem Beitrag angehĂ€ngt sind!
Bitte beachten: Die Liste der BĂŒcher erhebt keinen Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit.

Nimmst du die Herausforderung an?

Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2018 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.
NatĂŒrlich mit den passenden BĂŒchern zum Thema.


Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

Teilnehmer:

AgnesM
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sarah_elise
Am 7. Oktober 2013 wird der Deutsche Buchpreis im Rahmen einer Gala zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Die 5 BĂŒcher umfassende Shortlist fĂŒr den Preis der Stiftung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der mit 25.000 Euro dotiert ist, wird am 11. September bekannt gegeben. 

Doch nun zu den 20 Kandidaten auf der Longlist, die in dieser Woche bekannt gegeben wurde, und die alljĂ€hrliche Frage: Habt ihr einen Favoriten? Und welche der BĂŒcher habt ihr gelesen? Wen vermisst ihr auf der Liste und welche Neuerscheinungen zwischen Oktober 2012 und September 2013 sind auf eurer ganz persönlichen Longlist fĂŒr den deutschen Buchpreis?

‱ Mirko BonnĂ©: Nie mehr Nacht (Schöffling & Co., August 2013)

‱ Ralph Dutli: Soutines letzte Fahrt (Wallstein, MĂ€rz 2013) 

‱ Thomas Glavinic: Das grĂ¶ĂŸere Wunder (Hanser, August 2013) 

‱ Norbert Gstrein: Eine Ahnung vom Anfang (Hanser, Mai 2013) 

‱ Reinhard Jirgl: Nichts von euch auf Erden (Hanser, Februar 2013) 

‱ Daniel Kehlmann: F (Rowohlt, September 2013) 

‱ Judith Kuckart: WĂŒnsche (DuMont, MĂ€rz 2013) 

‱ Olaf KĂŒhl: Der wahre Sohn (Rowohlt.Berlin, September 2013) 

‱ Dagmar Leupold: Unter der Hand (Jung und Jung, Juli 2013) 

‱ Jonas LĂŒscher: FrĂŒhling der Barbaren (C. H. Beck, Januar 2013) 

‱ Clemens Meyer: Im Stein (S. Fischer, August 2013) 

‱ Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2013) 

‱ TerĂ©zia Mora: Das Ungeheuer (Luchterhand, September 2013) 

‱ Marion Poschmann: Die Sonnenposition (Suhrkamp, August 2013) 

‱ Thomas Stangl: Regeln des Tanzes (Droschl, September 2013) 

‱ Jens Steiner: Carambole (Dörlemann, August 2013) 

‱ Uwe Timm: Vogelweide (Kiepenheuer & Witsch, August 2013) 

‱ Nellja Veremej: Berlin liegt im Osten (Jung und Jung, Februar 2013) 

‱ Urs Widmer: Reise an den Rand des Universums (Diogenes, August 2013) 

‱ Monika Zeiner: Die Ordnung der Sterne ĂŒber Como (Blumenbar, MĂ€rz 2013) 

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