Thomas Stangl Regeln des Tanzes

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Inhaltsangabe zu „Regeln des Tanzes“ von Thomas Stangl

Nominiert für den Deutschen Buchpreis.
Drei Personen durchstreifen Wien zu unterschiedlichen Zeiten, mit unterschiedlichen Motiven, und versuchen auf unterschiedliche Weisen, in der Wirklichkeit anzukommen – durch politisches Engagement, durch Kunst oder durch die Aufkündigung aller existierenden Zwänge. Thomas Stangls neuer Roman ist eine hypnotische Meditation über unsere Gegenwart und die Rolle, die der Kunst darin und in unserem Leben zukommt, ein Roman voller magischer Momente.

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    Regeln des Tanzes

    Phliege

    14. March 2015 um 13:47

    Der Tanz muss wie eine Krankheit sein. Eine Krankheit hat keinen Sinn, sie ist da. Und sie hat ihre Regeln, sie fängt an, wo deine Gedanken aufhören und verbiegt dein Bewusstsein, bist du es nicht wiedererkennst. Genau das macht das Buch mit mir. Ich fühle mich hinterher wie nach einer Aufführung modernen Tanzes. Ich bin fasziniert, es gibt Bewegungsabläufe, die fesselnd sind. Aber hinterher habe ich nur eine leise Ahnung, worum es eigentlich ging. Das kann schon unterhaltend sein. Aber ich habe mir keinen Tanz angesehen, sondern ein ganzes Buch gelesen. Das mit dem Stil, den es aufweist, sicherlich ein spannendes Konzept hinlegt. Aber sich dann netterweise doch die Zeit hätte nehmen können, sich zu erklären. Es gibt auch eine ziemlich stringente Handlung, die schon vielversprechend ist. Ein pensionierter Doktor der Philosophie findet Filmdosen auf der Straße und lässt sie entwickeln. Und entdeckt darauf zwei Schwestern, die wie er durch die Wiener Straßen ziehen und zu denen er eine seltsame Verbindung spürt. Die chronologischen Sprünge, die Vermischung der Charaktere ineinander macht das Ganze auch interessant. Doch am Ende hofft man vergeblich auf einen großen Aha-Moment. Und man hofft lange. Weil das Buch durch seine Exkurse durch die Gedankenwelt doch immer wieder interessante Bilder entwirft, die man intuitiv einordnet, fast versteht. Es fehlt nur der abschließende Bogen. Im Endeffekt ist es schade. Das Buch hätte mehr sein können, als ein kurzes Aufflackern von Gedanken. Aber am Ende ist mit dem Konzept und dem Stil einfach alles zu viel gewollt und überladen. Wie eben ein Tanz, der bis ins Kleinste durchchoreographiert ist und alles Schlag auf Schlag abläuft. Sodass doch vieles der Aufmerksamkeit entgeht.

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  • Innere Demonstration?

    Regeln des Tanzes

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. October 2013 um 17:01

    „All das klingt nach Blödsinn, aber nach leicht beunruhigendem Blödsinn …“ Das meint Frau Stanek, Vorname nicht bekannt, eine der drei Hauptfiguren des Romans im Abschnitt III (Wald). All das klingt nach Blödsinn, aber nach leicht beunruhigendem Blödsinn, habe auch ich mir beim Studium dieses Buches gedacht; mehrmals und während eines echten Studiums, denn bloße Lektüre war es nicht. Auf manieristisch im literarischen Stil möchte ich mich zurückziehen. Natürlich nicht im Sinne der Epoche zwischen Renaissance und Barock. Auf keinen Fall. Eher im Sinne einer Orientierung zwischen Ilse Aichinger und Thomas Bernhard. Was bringt mich zu diesem Urteil? Die willkürlich erscheinende und wohl auch wirklich willkürliche Aneinanderreihung von Gedanken, die einfach zu Papier gebracht werden, auch wenn sich dem Leser kein Zusammenhang erschließt; außer wohlwollenden Literaturkritikern denkt hier wohl niemand an Robert Schumanns „Der Dichter spricht“. Eine Unzahl von passenden und unpassenden Aufzählungen; Aufzählungen, von denen man den Eindruck gewinnt, dass der Autor Wörter, die ihm gerade einfallen, schlicht gesagt loswerden will. Mehrmalige, meist unmittelbar aufeinander folgende Wiederholungen kaum veränderter Aussagen; damit der Leser endlich kapiert, worum es dem Autor geht? Immer wieder in Klammerzusätzen angebrachte Fragen der Protagonisten, die sie sich selbst stellen; Fragen, die sich der Autor selbst nicht beantworten kann oder will, und deshalb dem Leser zur Beantwortung überlässt? Kryptische Wendungen wie etwa „als wäre sie selbst das Trinken“; und oft schwer einzuordnendes Handlungsgeschehen. Ein Buchtitel nach dessen Erklärung der Leser auf jeder Buchseite wartet; dessen Sinn er sich selbst zusammenreimt, richtig oder falsch, etwa mit den Regeln für den Wiener Opernball, für einen Demonstrationszug oder vielleicht doch für das Tanzen, „das heißen könn(t)e: die Regeln der Gesellschaft hinter sich lassen“? Eine Bezeichnung der sieben Abschnitte, die für die zwei ersten Abschnitte ein und dieselbe ist und dem Leser auch ansonsten nicht so recht plausibel daherkommt. Die offensichtlich gewollte Wiedergabe eines fehlerhaften englischen Satzes (don´t statt doesn´t) in dem ersten dem Buch vorangestellten Motto; was möglicherweise eine vage Andeutung dafür sein soll, dass das Thema lautet: im Staate Österreich stimmt überhaupt nichts mehr. Auf Englisch suggeriere ich mir an dieser Stelle meiner allzu sehr ins Negative abgleitenden Rezension: Slow down! Es fehlt nicht etwa eine Handlung, sie darf sogar als verhältnismäßig stringent angesehen werden; wegen durchaus gekonnter zeitversetzter Handlungsstränge und nicht weniger geglückter Verschränkungen der Hauptfiguren. Zwischendurch gelegentlich sogar wohltuend karikierende Passagen, wie etwa die Wiedergabe von Zapp-Impressionen beim Mitternachtsfernsehen. Und überhaupt, das ist offensichtlich das Hauptanliegen des Autors, eine nicht schlecht beobachtete Darstellung der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Österreich, die weitgehend deckungsgleich sind mit denen in unserem bundesrepublikanischen Dasein (der Nebensatz „nicht in einem Land mit diesen Zeitungen“ darf ohne weiteres auf unsere Abnick-Demokratie übertragen werden). Keinesfalls nur ein Sammelsurium verschrobener Innenansichten, aber mehr als mühselig zu lesen. Fazit: Das Psychogramm eines dreigeteilten dichterischen Alter Ego, mit dem Stangl nach meinem Eindruck sein Unbehagen an Verhältnissen, die er nicht ändern kann, und seine Kritik an einer Vielzahl in unserer Zeit existierender Zwänge zum Ausdruck bringen will. Ob seine Art der literarischen Empörung in dieser Richtung dem Leser zu empfehlen ist, steht freilich auf einem anderen Blatt.    

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  • Deutscher Buchpreis 2013 - DIE SHORTLIST steht fest!

    sarah_elise

    17. August 2013 um 11:33

    Am 7. Oktober 2013 wird der Deutsche Buchpreis im Rahmen einer Gala zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen. Die 5 Bücher umfassende Shortlist für den Preis der Stiftung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der mit 25.000 Euro dotiert ist, wird am 11. September bekannt gegeben.  Doch nun zu den 20 Kandidaten auf der Longlist, die in dieser Woche bekannt gegeben wurde, und die alljährliche Frage: Habt ihr einen Favoriten? Und welche der Bücher habt ihr gelesen? Wen vermisst ihr auf der Liste und welche Neuerscheinungen zwischen Oktober 2012 und September 2013 sind auf eurer ganz persönlichen Longlist für den deutschen Buchpreis? • Mirko Bonné: Nie mehr Nacht (Schöffling & Co., August 2013) • Ralph Dutli: Soutines letzte Fahrt (Wallstein, März 2013)  • Thomas Glavinic: Das größere Wunder (Hanser, August 2013)  • Norbert Gstrein: Eine Ahnung vom Anfang (Hanser, Mai 2013)  • Reinhard Jirgl: Nichts von euch auf Erden (Hanser, Februar 2013)  • Daniel Kehlmann: F (Rowohlt, September 2013)  • Judith Kuckart: Wünsche (DuMont, März 2013)  • Olaf Kühl: Der wahre Sohn (Rowohlt.Berlin, September 2013)  • Dagmar Leupold: Unter der Hand (Jung und Jung, Juli 2013)  • Jonas Lüscher: Frühling der Barbaren (C. H. Beck, Januar 2013)  • Clemens Meyer: Im Stein (S. Fischer, August 2013)  • Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2013)  • Terézia Mora: Das Ungeheuer (Luchterhand, September 2013)  • Marion Poschmann: Die Sonnenposition (Suhrkamp, August 2013)  • Thomas Stangl: Regeln des Tanzes (Droschl, September 2013)  • Jens Steiner: Carambole (Dörlemann, August 2013)  • Uwe Timm: Vogelweide (Kiepenheuer & Witsch, August 2013)  • Nellja Veremej: Berlin liegt im Osten (Jung und Jung, Februar 2013)  • Urs Widmer: Reise an den Rand des Universums (Diogenes, August 2013)  • Monika Zeiner: Die Ordnung der Sterne über Como (Blumenbar, März 2013) 

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