Thomas Steinfeld

 4 Sterne bei 24 Bewertungen

Lebenslauf von Thomas Steinfeld

Thomas Steinfeld, geboren 1954, Germanist und Musikwissenschaftler, war Sprachlehrer in Schweden und Dozent für deutsche Sprache und Literatur an kanadischen Universitäten, bevor er 1994 Redakteur im Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ wurde. Ab 1997 leitete er dort das Ressort „Literatur und literarisches Leben“. 2001 wechselte er als leitender Redakteur ins Feuilleton der „Süddeutschen Zeitung“, für die er heute als Korrespondent schreibt. Von 2006 bis 2018 lehrte er als Professor für Kulturwissenschaften an der Universität Luzern. Thomas Steinfeld ist Autor mehrerer Bücher, darunter „Der Arzt von San Michele. Axel Munthe und die Kunst, dem Leben einen Sinn zu geben“ (2007), „Der Sprachverführer. Die deutsche Sprache: was sie ist, was sie kann“ (2010) und „Herr der Gespenster. Die Gedanken des Karl Marx“ (2017).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Thomas Steinfeld

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Cover des Buches Der Sprachverführer (ISBN: 9783423346993)

Der Sprachverführer

 (15)
Erschienen am 01.02.2012
Cover des Buches Selma Lagerlöf (ISBN: 9783422073203)

Selma Lagerlöf

 (2)
Erschienen am 09.10.2015
Cover des Buches Herr der Gespenster (ISBN: 9783446256736)

Herr der Gespenster

 (2)
Erschienen am 25.09.2017
Cover des Buches Italien (ISBN: 9783737100588)

Italien

 (1)
Erschienen am 18.02.2020
Cover des Buches Weimar (ISBN: 9783423340502)

Weimar

 (0)
Erschienen am 01.01.2004
Cover des Buches Was vom Tage bleibt (ISBN: 9783596163298)

Was vom Tage bleibt

 (0)
Erschienen am 01.05.2004
Cover des Buches Die Zukunft des Reisens (ISBN: 9783104020600)

Die Zukunft des Reisens

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Erschienen am 26.09.2012

Neue Rezensionen zu Thomas Steinfeld

Neu

Rezension zu "Italien" von Thomas Steinfeld

Kontrastreiche Rundreise
aus-erlesenvor 7 Monaten

Das Schwierigste am Porträtieren ist wohl das Stillsitzen. Immer wieder muss man zur Sitzung erscheinen und darf sich nicht bewegen. Und wenn der zu Porträtierende auch noch Italien heißt, ist das wohl eine noch größere Herausforderung. Ständig in Bewegung. Denn so gut wie man meint Italien zu kennen, so groß die Überraschung, wenn man dieses Buch Seite für Seite in sich aufsaugt, um festzustellen, dass Italien zwar immer noch ganz nah und doch so fern ist.

Dieses Buch ist ein abwechslungsreicher Sommertag. Er beginnt mit Sonnenschein allenthalben. Das ist die Vorfreude auf das Buch. Es ziehen jedoch schon bald ein paar kleine Wölkchen auf. Man liest und ist stellenweise irritiert. Kündigen die Wolken Sturm oder gar Regen an? Nein. Sie gehören zu einem gelungenen Tag dazu. Denn Italien ist nicht nur das Land, in dem man Urlaub macht, wo die Zitronen blühen und Caffe, Aperitivo, Vino, Pasta und Pizza einzig allein die Kultur ausmachen. Am Abend hat sich die Sturmfront gelegt. Die letzte Seite ist gelesen, das Italienbild hat sich geändert. Ohne den Glanz des Landes erblassen zu lassen. 

Thomas Steinfeld, ehemaliger Literaturchef bei der Frankfurter Allgemeinen und später Literaturressort- und Feuilletonleiter bei der Süddeutschen, reist vom Piemont über Ligurien durch die Toskana und Rom bis Neapel und Sizilien, um über Marken, die Emilia Romagna, die Poebene gen Norden, also Veneto und Mailand seine Reise abzuschließen. 

Vieles, was er sieht, wird hinterfragt. Wie beispielsweise das farbenprächtige und vor allem lautstarke Spektakel des Palio in Siena. Die einzelnen Stadtteile, contrada genannt, schicken je einen Reiter samt Ross in einen rasanten Wettkampf. Der Mutigste, der Schnellste, der Ehrbarste wird wie ein Held gefeiert. Für Besucher die pure Verkörperung des Mittelalters und eine Verneigung vor „der guten alten Zeit“. Falsch! Das, was da Anfang Juli und Mitte August stets für überfüllte Gassen und Hotels sorgt, hat seinen Ursprung  vor langer Zeit. Doch die heutige Form des Reiterwettkampfes kann erst in ein paar Jahren auf ein Jahrhundert zurückblicken. In Italiens Landwirtschaft wird mittlerweile mehr Hindi und in der Industrie mehr Ibo gesprochen als italiano. Die Rettung Venedigs wird immer teurer. Neapel verweigert sich standhaft der weltweiten Gentrifizierung. All das ist Italien. Divers, strikt, und nicht einzufangen.

Man muss nicht enttäuscht sein, wenn Thomas Steinfeld mit Wissen, Wortwitz und Grandezza die Oberfläche des touristischen Italiens zerkratzt. Im Gegenteil: Man muss ihm dankbar sein, dass endlich einmal alles ins rechte Licht gerückt wird. Sicherlich sind Sehnsuchtsorte immer Orte, die verklärt werden. Doch dieser Schein verblasst schnell, wenn man sich einmal darin gesonnt hat. Schaut man jedoch unter die oberste Schicht, kommt Geschichte zu Vorschein. Und das ist es doch letztendlich, was man sucht! Dieses Buch liest sich so leicht wie man ein Gelato schleckt. Und das ist der Verdienst des Autors.


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Rezension zu "Der Sprachverführer" von Thomas Steinfeld

Rezension zu "Der Sprachverführer" von Thomas Steinfeld
WinfriedStanzickvor 9 Jahren

Dieses wunderbare Buch des Literaturkritikers der Süddeutschen Zeitung, Thomas Steinfeld, löst tatsächlich das ein, was es zu sein vorgibt: es verführt seinen Leser.

Es ist ein Buch über die Schönheit der deutschen Sprache und ein Buch über das Schreiben. Seine Schwierigkeiten und die Befriedigung, die es dem verschafft, der sie so benutzt und anwendet, dass ihr wunderbarer Reichtum geborgen und gezeigt werden kann.

Er wählt mit seinen Annäherungen den naheliegenden Zugang zu den Schriftstellern der letzten 200 Jahre. Sie sind es, die ihm das Anschauungsmaterial liefern für eine Stilkunde, die die Ausdruckskraft und die Lebendigkeit unserer Sprache lobpreist, gegen alle Versuche und Tendenzen, sie zu verhunzen und zu verflachen.

Für alle Menschen, die gerne lesen, für alle, die gerne schreiben, auch Rezensionen, ist dieses Buch ein wahre Fundgrube von Sprachschätzen. Der Verlag schreibt auf der Umschlagseite: "Wer dieses Buch gelesen hat, wird in Zukunft vielleicht ein bisschen genauer lesen und ein bisschen besser schreiben."

Und er zitiert den Autor:
"Schön ist die Sprache immer dann, wenn man einen Menschen in ihr wahrnimmt."

Ja, so ist es.

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Rezension zu "Hundert große Romane des 20. Jahrhunderts" von Thomas Steinfeld

Rezension zu "Hundert große Romane des 20. Jahrhunderts" von Thomas Steinfeld
Zebrafinkvor 9 Jahren

Kurzzusammenfassung aller 100 Bänder der SZ-Bibliothek. Stellenweise etwas unverständliche Besprechungen. Abgebrochen!

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Gespräche aus der Community

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LovelyBooks lädt auch im Jahr 2020 zu spannenden Challenges ein.

Und auf euch warten tolle Gewinne.
Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist natürlich 2020 wieder dabei!

Liest du gerne Bücher mit Niveau?
Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.


15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 lesen.

Es gelten nur Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
Auch Neuauflagen – 2020 erschienen - von Klassikern.

Die Regeln:

Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.

Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.

Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.

Es gelten nur Bücher (Achtung: keine Hörbücher, keine Bildergeschichten, keine Graphic Novels), die an diesem Beitrag angehängt sind!

Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Nimmst du die Herausforderung an?

Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2020 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.

Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.

Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

Teilnehmer:

anna_m

anushka

BluevanMeer

bookflower173

Buchraettin

Celebra

Caro_Lesemaus

Corsicana

czytelniczka73

Dajobama

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Hellena92

Insider2199

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