Thomas Walker Jefferson Die in der Hölle sind immer die anderen

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Inhaltsangabe zu „Die in der Hölle sind immer die anderen“ von Thomas Walker Jefferson

Saarbrücken 1992: Der neunjährige Florian Weigandt verschwindet auf dem Weg zur Schule. Monate später wird seine skelettierte Leiche im Wald gefunden. Schnell stellt sich heraus, daß es sich um ein Sexualverbrechen handel und Florian vor seinem Tod grausamst mißbraucht wurde. Kommissar Christian Schirra, ein tougher Ex-Fremdenlegionär, ermittelt gegen den Widerstand von Vorgesetzten und Politikern und spürt den Täter in Leipzig auf. In einem Skandalprozeß wird dieser von einer brillanten Anwältin verteidigt und zu einer lächerlichen Strafe verurteilt. Von Juristen, Politikern und Freunden im Stich gelassen, allein, isoliert und unfähig zu arbeiten, verlieren die Weigandts in einer unaufhaltsamen Abwärtsspirale Vermögen, Jobs und Gesundheit. Insbesondere Florians Vater kann den Tod seines einzigen Kindes nicht verwinden. Noch im Gerichtssaal schwört er Rache. Zehn Jahre später - der Täter ist längst aus dem Gefängnis entlassen - bekommt er in einer Winternacht Besuch von einem Vater, der haarklein wissen will, was mit seinem Sohn in dessen letzten Stunden geschehen ist. Und der nur einen Gedanken kennt: Vergeltung. Eine Nacht lang konfrontiert der Vater des Opfers den Täter erbarmungslos mit seiner Tat. Und der Täter ist keineswegs der einzige, den der Vater im Visier hat. Mir als Autor war es wichtig, einen Mord an einem Kind einmal ganz bewußt aus Sicht der Eltern darzustellen. Die Fragen, die ich in diesem Buch stelle, lauten: Wie leben Eltern, deren Kind vergewaltigt, gequält, geschlagen und getötet wurde, eigentlich weiter? Was fühlen sie? Was geht in ihren Köpfen und Herzen vor? Wie kommen sie für den Rest ihres Lebens mit dem Einbruch des Bösen in ihre Welt zurecht? Als Autor, aber auch als Vater habe ich mich oft gefragt: Wie ist das, wenn ein Kind plötzlich verschwindet, tage-, wochen-, oft jahrelang nicht mehr auftaucht, wenn endlich irgendwo eine schrecklich zugerichtete Leiche gefunden und obduziert wird und schließlich klar ist: das Kind wurde nicht nur ermordet, sondern vor seinem Tod auch noch geschlagen, gefoltert und mißbraucht? Wie denken, fühlen und reagieren Eltern ab dem Zeitpunkt des Verschwindens, wenn sie nach allem Suchen, Hoffen, Beten und Bangen irgendwann erfahren müssen: Mein Kind ist tot, es kommt nie mehr zurück. In so gut wie allen Kriminalroman geht es immer nur um die Täter, aber nie um die Opfer. Vor Richtern und Geschworenen, vor Publikum und Presse dürfen Verteidiger und psychologische Gutachter tagelang ausbreiten, warum die Täter immer eine schwere Kindheit hatten, warum sie gar nicht anders konnten, als zu morden, warum immer erst die Gesellschaft sie zu den modernden Monstern gemacht hat, die sie später wurden, und sie nie selber daran schuld sind. Dieses Buch stellt die These, daß es so etwas wie Schuld und Sühne gar nicht gibt, Strafe ergo durch Therapie und Sühne durch Resozialisierung zu ersetzen ist, radikal in Frage. Dieses Buch geht der Frage nach, ob eine Gesellschaft nicht auch den Opfern, ihren Eltern, Verwandten und Freunden gegenüber eine Verantwortung hat, die mit der Einweisung des Täters in die Psychiatrie keineswegs abgegolten ist. Die Handlung dieses Romans ist frei erfunden, beruht aber auf der jahrelangen Analyse realer Verbrechen und ihrer Hintergründe. Deshalb sind dem Buch ein Literaturverzeichnis und einige Anmerkungen beigegeben. Ein psychologischer Thriller der Extraklasse für Leute, die alles wollen: Realismus, Spannung und große Literatur.

Was müssen Eltern durchleben, wenn ihr Kind plötzlich vermisst wird? Ihre Gefühle, die wahnsinnige Angst, Ein ganz besonderer Roman!

— RitaKlussmann
RitaKlussmann

Harte Kost, aber sehr spannend! Klare Leseempfehlung!

— Kuelwalda
Kuelwalda

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  • Ein spannender und packender Roman auf der Grundlage von gut recherchierten Tatsachen!

    Die in der Hölle sind immer die anderen
    RitaKlussmann

    RitaKlussmann

    25. April 2014 um 16:42

    Was müssen Eltern durchleben, wenn ihr Kind plötzlich vermisst wird? Ihre Gefühle, die wahnsinnige Angst, die Hoffnung, die eigene Schuldzuweisung, die Machtlosigkeit, dann das Erkennen der erschütternden Tatsache, dass ihr Kind missbraucht und getötet wurde, kann man das alles irgendwann verkraften? Wir lesen solche Verbrechen leider zu oft real in den Medien und sind bestürzt. Aber ist das schon alles, was wir wissen und empfinden sollten? Und ist die Justiz hier wirklich noch gerecht? Wir lesen auch viel über Psychiatrische Gutachten. Jugendstrafrecht. Sind die brutalen Täter arme Opfer? Das fragt anklagend nicht nur die Mutter von Florian in diesem Roman, sondern auch ich frage mich das in der Realität. Wie verhält sich unsere Gesellschaft? Die Geschehnisse und Empfindungen über einen Zeitraum von rund 10 Jahren, lässt der Autor die Mutter des 9-jährigen Florian fließend, einfühlsam und ausdrucksvoll erzählen. Über die Trauer, ihren Kampf, die Gerichtsverhandlung, ihre Ausgrenzung aus dem Teil der Gesellschaft, den sich das Elternpaar erarbeitet hatte, der Absturz bis zum Existenzminimum, die Einsamkeit und ihren Versuch, sich wieder zu festigen. Kann man den Vater verstehen, der seinen Sohn über alles liebte? Das Elternpaar geht unterschiedlich mit ihrer Ankunft in der Hölle um. Der Vater mit einer Strategie………. Meine Meinung: Thomas W. Jefferson hat hier ein erschütterndes Thema aus der Sicht der Mutter sehr einfühlsam, ausdrucksstark und außerdem äußerst spannend beschrieben. Man fühlt und fiebert mit, ist schockiert und sucht Gerechtigkeit. Mich hat die Geschichte ziemlich früh an den Fall des Kindesmörders Jürgen Bartsch erinnert, der vier Familien in die Hölle geschickt hat und dem heute eine Seite bei Wikipedia gewidmet ist. Der Autor hat hier ein besonders lesenswertes Thema aufgegriffen, wenn auch teilweise sehr harte Szenarien beschrieben werden! 

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