Alle großen Herausforderungen der letzten Jahre werden immer wieder als „Krise“ bezeichnet. „Corona-, Flüchtlings-, oder Finanzkrise usw. Ob sich dabei jederzeit um einen „Ausnahmezustand“ handelt? #NachderNacht zeigt deutlich, wie eine „echte“ Krise ausschaut. Zunächst gibt das Buch Einblick in den Kampf einiger Menschen, einen Film über Hitler zu realisieren. Der Titel: „Führer und Verführer“. Deutsche Medienschaffende reagierten auf diesen Wunsch keineswegs so, wie man sich das vorstellt. Viel mehr war Widerstreben die Antwort. Leider gibt es seit über 20 Jahren kaum einen Film über Hitler und sein „Wirken“, der glaubwürdig ist. Und Antagonisten kamen schon gar nicht darin vor. Im Film Führer und Verführer wurden aber Menschen einbezogen, die den Holocaust überlebten.
Nach einem ausführlichen Bericht über den Sinn und Zweck des Films folgen Aufzeichnungen von Interviews, die mit Überlebenden des Grauens geführt wurden. Dazu schreibe ich nur zwei Passagen, die mir ganz besonders wichtig sind. Das ist einmal die Tatsache, dass zwei der hier Interviewten einen Brandbrief an Kanzler Merz schrieben. Sie drückten darin ihre Sorge vor einem beginnenden Faschismus in Deutschland aus. Antwort? Keine. Die zweite Passage ist nur eine Frage. Warum wird eine gesichert Rechtsextreme Partei nicht von den demokratischen Kräften verboten?
„Nach der Nacht“ ist so viel mehr als ein Buch über das Entstehen eines Films oder Interviews mit Überlebenden des Holocausts. Nein, ich kann mich nicht in die Überlebenden hineinversetzen. Ich kann aber ihre Erfahrungen lesen und teilen. Vielleicht erreiche ich damit dann doch besonders junge Menschen, die empathisch sind. Niemals dürfen die Taten der Nationalsozialisten vergessen werden.











