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Sabrina24091882

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Was mit dem kleinen Mädchen passierte


Der Bauer, der das Kind gefunden hatte, war einfach gestrickt. Über Impfungen hatte er nicht einmal grosse Ahnungen. Nach all dem Aufruhr, der um ihn geschehen war, hatte er sich aber doch mit dem Thema beschäftigt.
Oh weh, welch Informationen es alles gab, Masern ja, Schnupfen nein, Heuschnupfen nicht nötig, wer sollte da durchblicken?
Durfte er das Baby nun behalten? Er hätte es melden sollen.
Gerade jetzt, wo das andere Kind gesucht wurde. Aber dieses? Niemand hatte gefragt. Keiner hatte gesucht. Oft hatte er in der Kneipe die Ohren aufgehalten. Und seit seine Frau alleine an Krebs starb, war auch er alleine. Er hatte es sich nicht verziehen. Er wollte sich die letzten Tage nicht ansehen. Er hasste das Piepsen, den furchtbaren Geruch und vor allem die verdammten Ärzte. Die wussten auch nichts. Und bei Ihnen gab es nichts zu holen. Also gab es auch wenig Hilfe, für was auch. Die Alte war alt genug, die Medikamente zu teuer und er nervte mit seinem Gefrage. Und anderer Besuch kam eh kaum. Kinder gab es nicht und Freunde gehen, je länger eine Krankheit dauert.
Und als er dann ein Tag vor Ihrem Tod mit dem alten Pick up Heim wollte lag da dieses Kind auf der Treppe. Er überlegte kurz und wollte es hineinbringen. Doch er hatte keine Lust auf die Fragen der Ärzte. Und irgendwie hat er ohnehin Angst. Angst alleine zu sein. und er war sich sicher, er würde dafür in den Knast gehen. und dann hätte er wenigstens Essen und Gesellschaft. Also nahm er den Korb, das brüllende Ding darin und stellte es in den Pick up.
Den ganzen Weg über schrie das Kind. Aber der alte Bauer lächelte. Es war der beruhigendste Ton, den der alte Mann sein ganzen langes Leben vernommen hatte. Er schaltete das Autoradio aus und begann ein kleines Liedchen vor sich hinzusummen. Das Kind verstummte fast im selben Moment und sah den alten Mann mit seinen dunkelgrün leuchtenden Augen an. komisch... dachte der Bauer.... hatten nicht alle Kinder blaue Augen?
Als er zur Hofeinfahrt fuhr, fiel es ihm wie ein Schreck ein. Was sollte er nur zu Essen geben????


Er wendete und fuhr drei Städte weiter, hier würde ihn wohl niemand kennen. Er nahm die Kleine Fremde auf den Arm und betrat den Drugstore. Er steuerte zielgerecht auf die alte Verkäuferin zu. 
Meine Enkelin liegt im Krankenhaus und ich hab die Kleine bis auf weiteres. Was brauch ich?
Die Verkäuferin lächelte. Sie sah wohl die Unbeholfenheit des alten Mannes und ahnte nicht das Verbrechen, was sich eigentlich hier anspielte. Sie nahm ihn mit und holte einen Einkaufswagen. Wie lang denn, der Herr?
Er schätze die Situation auf so etwa vier Wochen, dann würde wohl alles im Wagen sein, was er sich einprägen musste. Die Alte fing an zu packen und er, nicht schlecht zu staunen.
Von Windeln, über Flaschen, von Puder zu Creme, vom Flaschenwärmer zur Kleidung und Pulver. Sogar kleine Minnisocken und ein Schlafsack landeten im Wagen. Wunschutzsalbe, und Schnuller über Schnuller....


Als er wieder im Wagen saß, hatte er kein Geld mehr aber ein verzücktes, süßes Lächeln auf den Lippen, das jeglicher Beschreibung nicht gerecht werden würden...


das Abenteuer konnte beginnen!



Autor: Thomas Wendrich
Buch: Eine Rose für Putin

ChattysBuecherblog

vor 3 Jahren

Ist das jetzt die Einladung zu einer Leserunde?

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