Thomas Wesselow Das Turiner Grabtuch und das Geheimnis der Auferstehung

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Inhaltsangabe zu „Das Turiner Grabtuch und das Geheimnis der Auferstehung“ von Thomas Wesselow

Die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, die das Christentum an Ostern in seinem zentralen Glaubensfest feiert, ist eines der großen Mysterien der Weltreligionen. Der Kunsthistoriker Thomas de Wesselow folgt den Interpretationen der Ereignisse nach der Grablegung und stellt sie in einen bisher nicht berücksichtigten Zusammenhang mit einem weiteren geheimnisumwitterten Zeugnis christlichen Glaubens: dem Turiner Grabtuch. Selbst innerhalb der katholischen Kirche gilt diese im 14. Jahrhundert erstmals bezeugte Reliquie als umstritten. Sieben Jahre hat de Wesselow sich mit dem Grabtuch beschäftigt, hat Erkenntnisse zusammengetragen, die erst mit Hilfe moderner Untersuchungsverfahren gewonnen werden konnten. Das Fazit der Forschung: Das Turiner Grabtuch ist echt – und es liefert den Schlüssel zum Verständnis eines der größten Geheimnisse der Menschheitsgeschichte.

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    Das Turiner Grabtuch und das Geheimnis der Auferstehung
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    22. March 2013 um 10:40

      Seit hunderten von Jahren ist das Turiner Grabtusch Objekt von Untersuchungen, Thesen, Theorien, Wissenschaftsstreit, vermuteter Intrigen und vieles mehr.   Nach der  aufwendigen Untersuchung zur Datierung von 1988 haben nun allerdings alle Befürworter der Echtheit des Tuches als „Grabtuch Jesu“ (30-40 n.C.) das grundlegende Problem, zunächst das Ergebnis der Untersuchung (Datierung auf 1200-1300 n.C) widerlegen zu müssen, um die Echtheit des Tuches behaupten zu können.   Schon der Einstieg in das Buch durch Thomas von Wesselow lässt vermuten, dass der Autor nicht unbedingt unvoreingenommen an das Rätsel des Tuches heranzugehen gedenkt. Wenn er direkt zu Beginn zunächst von der Auferstehung Jesu berichtet („... das die Welt nachhaltiger verändern sollte als jedes andere Ereignis der Geschichte) und sich mit zum Ziel setzt, das „Mysterium der posthumen Wirkung des Mannes Jesus“ zu „entzaubern“, verdeutlicht, dass hier nicht unbedingt mit streng wissenschaftlichen Methoden gearbeitet werden wird. Wie Albert Schweitzer in seinem theologischen Wirken nachwies („Die Leben Jesu Forschung“), ist es schlechterdings nicht möglich, die historische Person Jesus zu fassen. Historische Quellen existieren nicht und die Evangelien und Schriften des Neuen Testamentes sind „Verkündigung“, nicht belegbare „Biographien“.   So verbleibt, dies aber durchaus fundiert argumentiert und überzeugend im Buch dargelegt, auch de Wesselow nur der hermeneutische Zirkelschluss, dass, da es die Kirche und das Christentum in dieser Form gibt, ein grundlegendes „Erlebnis und Ereignis“ diesen Glauben, diese Kirche initiiert haben muss. Das „Ereignis der Auferstehung“ als „Kerndogma“ des christlichen Glaubens. Ein Dogma, dass durch die Betrachtung des Turiner Grabtuches im Buch und die Wertung desselben als „echt“ in den Augen des Autors nun einen „Beweis“ für die Auferstehung Jesus darstellt. Wobei de Wesselow die Untersuchungen der Flecken auf dem Tuch und deren Zuordnung als „Blut“ mit in den Mittelpunkt seiner Beweisführung rückt, ebenso, wie er sich jenen Stimmen anschließt, welche die Radiokarbonatdatierung anzweifelt („dubioses, wissenschaftliches und politisches Gezerre hinter den Kulissen“). Wohingegen de Wesselow den chemischen Test durch Ray Rogers für substantieller hält (ein sehr ungenauer Test, der allerdings den Schluss zulassen würde, das Tuch sei weit vor dem Mittelalter entstanden).   Durchaus überzeugend argumentiert de Wesselow innerhalb seiner Vorgaben dann und führt Punkt für Punkt auf, welche kritischen Anmerkungen zu allen bisherigen Untersuchungen zu machen wären. Dennoch, auch seine breite Darstellung beruht auf einer Indizienkette, die der Leser entweder annehmen oder ablehnen kann, unumstößliche Fakten kann auch de Wesselow nicht liefern. Was im Übrigen durchaus verständlich macht, warum die katholische Kirche selbst die Echtheit des Tuches nicht behauptet, sonder es als „Glaubenszeugnis“ versteht. Wobei im Übrigen (was de Wesselow auch zugesteht), selbst wenn das Tuch eindeutig auf das 1. Jahrhundert n.C. datierbar wäre, immer noch nicht zweifelsfrei bewiesen wäre, dass hier nicht „irgendein“ Leichnam, sondern der von Jesus abgebildet wäre. Ebenso, wie de Wesselow es zwar als „plausibel“ erklärt, dennoch aber auch für eine Begegnung des Paulus (oder anderer) mit dem Grabtusch letztlich keine belastbaren Sicherheiten nachzuweisen sind. Unbewiesene Begegnungen, die allerdings den Kern seiner Argumentation letztlich ausmachen.   Thomas de Wesselow bietet eine sehr breite, umfassende Darstellung der Geschichte, der „Glaubenden“ und der wissenschaftlichen Betrachtung des Turiner Grabtuches mitsamt aller vorliegender Ungereimtheiten. Darüber hinaus legt de Wesselow durchaus argumentativ in sich geschlossen seine Gründe für eine Echtheit des Tuches und die Abbildung des „spirituellen Auferstehungs-Leibes Christi“ auf diesem vor. Somit ist das „Tuch“ die eigentliche „Auferstehung Jesu“, welche nicht in „Fleisch und Blut“ geschah, sondern spirituell und nur fassbar im Turiner Grabtuch vor den Augen der Menschen damals stand.   Im Gesamten eine spannend zu lesende Darstellung der möglichen oder vermeintlichen Geschichte des Turiner Grabtuches mit einer, von Beginn an erkennbaren, vorgefassten Meinung des Autors, welche er durchaus beredet im Buch darstellt. Interessant zu lesen und mit vielen Details versehen, ohne einen faktischen Beweis außerhalb der eigenen, zirkulären Indizienkette anbieten zu können.

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