Thomas Wiedenhorn 200 Jahre Staatliche Lehrerbildung in Wurttemberg

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Inhaltsangabe zu „200 Jahre Staatliche Lehrerbildung in Wurttemberg“ von Thomas Wiedenhorn

Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Seminargründung in Esslingen wird die Geschichte der staatlichen Lehrerbildung in Württemberg historisch aufgearbeitet. Das Forschungsinteresse richtet sich dabei vorrangig auf das Innovationspotenzial, das von der Neuorganisation der Lehrerbildung in ihren Anfängen ausgeht. In- und ausländische FachexpertInnen liefern wichtige Beiträge zu bedeutsamen Persönlichkeiten und historischen Kontexten und ordnen die Detailfragen in die gegenwärtige Diskussion zur Lehrerbildung ein.

Ein Jubiläumsband, der überrascht an Spannung, schulsystemischer Dringlichkeit und inhaltlicher Kontroverse. Sehr gelungen!

— treulesend
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  • Bewegender Bildungsband.

    200 Jahre Staatliche Lehrerbildung in Wurttemberg
    treulesend

    treulesend

    28. April 2017 um 21:55

    Angelegt ist diese Schrift als Jubiläumsband zur 200 Jahre-Feier des Lehrerseminars in Württemberg. Die Erwartung, eine historische Dokumentation zur Entstehung dieses Seminars rekonstruieren zu können, wird voll erfüllt. Die hier geschilderten Aspekte der Seminargründung sind: ein politisch unruhiger Staat, eine massive Kirchenpräsenz, eine stark unterschiedliche gesellschaftliche Resonanz auf diese Institutionalisierung von Bildung, eine trennscharfe Geschlechterdifferenz für den Seminarbesuch, die exponierte Bedeutung charismatischer Schulleiter, der moralisierende Einsatz von Musik im Seminar, das meist jugendliche Alter der Seminaristen, die teilweise notdürftige Unterhaltung des Seminars und der Teilhabenden darin, eine stark variable Zusammensetzung der Seminarinhalte, eine für gegenwärtige Verhältnisse ungewohnte Konfrontation zwischen Bildung und Demokratie und zuletzt die bis heute aktuell gebliebenen pädagogischen Impulse wie die Einheitsschule, Chancengleichheit und Sinneserfahrung nach Pestalozzi. In der Fülle dieser aufgebotenen Aspekte wird deutlich, dass dieser Band weit mehr ist, als eine Jubiläumsschrift: Er zeigt Zusammenhänge von Bildung auf, in denen sie gegenwärtig nicht verhandelt werden muss. Vergangene Missstände  werden deutlich, die die Qualität von Bildung deutlich beeinflussen können. Gegenwärtig nicht vorstellbare Dispute um den Lehrerberuf werden offenbar, die ein völlig ungewohntes Profil des Einzelnen erfordern. * Retroperspektiv ist diese Schrift eine Überraschung, eine Kostbarkeit - und plötzlich entpuppt sie sich zum Krimi: In dem Moment, in dem rezeptiv deutlich wird, dass im Vergleich das gegenwärtige Bildungssystem etablierter, routinierter, wohlhabender erscheint, als dieses frühere. Doch die Kernfrage, wieviel Bildung die Lehrerausbildung generieren kann für die gegenwärtige Gesellschaft, bleibt unverändert als offene Frage bestehen. Provokant. Bewegend. Unruhig.  * Die AutorInnen schaffen ein recht vielseitiges Bild dieser Seminarbeginns vor 200 Jahren. Insofern ist dieses Büchlein nicht nur für den pädagogischen Fachkreis geeignet, sondern ermöglicht allen, die sich für die Konzeption von Bildung interessieren, eine umfassende, gehaltvolle Rekonstruktion. ***

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