Thomas Willmann

 4.2 Sterne bei 164 Bewertungen
Autor von Das finstere Tal, Das finstere Tal und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Thomas Willmann

Cover des Buches Das finstere Tal (ISBN:9783548285535)

Das finstere Tal

 (152)
Erschienen am 09.08.2013
Cover des Buches Das finstere Tal, Blu-ray (ISBN:5051890245212)

Das finstere Tal, Blu-ray

 (0)
Erschienen am 04.09.2014
Cover des Buches Das finstere Tal (ISBN:9783869092188)

Das finstere Tal

 (12)
Erschienen am 12.05.2017

Neue Rezensionen zu Thomas Willmann

Neu

Rezension zu "Das finstere Tal" von Thomas Willmann

Überraschend spannend - mit Westernelementen
Lesezeichenfeevor 2 Monaten

Fee zum Inhalt:
Ein Fremder kommt in ein abgeschlossenes Hochtal und bittet darum über den Winter dort bleiben zu dürfen. Er bezahlt sehr viel dafür. Dafür darf er bei einer Witwe und ihrer Tochter einziehen. Als Beruf gibt er Maler an und er skizziert auch sehr viel. Die Leute, obwohl sie misstrauisch sind, gewöhnen sich an ihn. Dann gibt es Tote. 

Fee zum Buch:
Das Buch fällt ja nicht wirklich in mein Beuteschema. Als ich es im Bücherschrank sah, sprach es mich an, wie einige andere auch. Ich musste es unbedingt lesen. Die Sprache nahm mich von Anfang an gefangen. Das Genre würde ich so mittig zwischen Alpenroman und Western setzen, mit einem Schuss Krimi. 

Es erinnert sehr an den wortkargen Clint Eastwood und ich könnte mir gut vorstellen, dass er die Rolle des Fremden wunderbar spielen könnte. Jedenfalls hat der Unbekannte die Dorfbewohner eingelullt, bis sie ihn einfach wahrnahmen wie einen Vogel oder eine Katze. Klar war mir schon, dass irgendwann irgendwas passiert, aber dass dies so westernmässig grausam war, das hätte ich nicht gedacht. Es ging einfach um Rache, weil die Herren des Dorfes, der Pfarrer und die Ladenbesitzer seine Mutter und seinen Vater verraten haben, letzteren sogar getötet. Der Showdown war spannend, fand ich jedenfalls. In der Mitte des Buches fragte ich mich, wie endet das Buch wohl, aber ich blieb dran, weil die Geschichte samt Schreibstil gefiel. 

Schade fand ich die Reaktion der Dorfbewohner. Der Fremde hat die jungen Bräute gerettet und nun dürfte es dort „besser“ zugehen. Doch er war und bleibt der Fremde und danach mögen ihn die Leute noch weniger. Sie finden ihn unheimlich und sind froh, als er wieder geht. Das fand ich zwar nachvollziehbar, aber schade. Allerdings hat er es aus Vergeltung gemacht und nicht für die Dorfbewohner. 

Das Cover gefällt mir sehr gut und der Rückentext. Beides beschreibt das Buch – inklusive Titel – perfekt. 

(hier wird das falsche Cover angezeigt, meins ist mit einem Wasserfall links und rechts Wald, ein Häuschen links, oben Berge)

Mein – Lesezeichenfees – Fazit:
Ein etwas anderes Buch, Alpenroman mit viel Western und dazu einen Schuss Krimi. Ich fand es spannend, den Showdown etwas zu grausam, allerdings sehr gut in Szene gesetzt, so dass ich dem Buch 5 Sterne geben möchte. 

Kommentare: 1
67
Teilen

Rezension zu "Das finstere Tal" von Thomas Willmann

Book2movievergleich Das finstere Tal
awogflivor 6 Monaten

Book2moviechallenge 2019
Kategorie 3: ein Film/Buch aus dem Genre Krimi/Thriller:

Das Buch habe ich erstmals 2011 auf der Frankfurter Buchmesse gelesen, ich glaube sogar, das war mein erstes Rezensionsexemplar überhaupt. Es hat mich auf jeden Fall restlos begeistert. Als der Film in die Kinos kam, wollte ich ihn unbedingt als Open Air Veranstaltung im Juni sehen. Leider war es aber damals so saukalt, dass ich mich nicht überwinden konnte, draußen vor der Filmbar der der Donau-Uni mehr als eine Stunde mit einer Decke auszuharren, das war mir dann zu blöd. Als die DVD-rauskam, habe ich sie mir sofort gekauft, sie dann in ein Regal gestellt und bis zum Start der Book2moviechallenge 2019 total vergessen. Ich bin froh, dass ich all das nun nachgeholt habe und das Buch im Schnelldurchlauf nochmals überflogen bin.

Zum Buch: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Sterne
An meiner ursprünglichen Bewertung hat sich nichts geändert, also lassen wir die Originalrezi von 2011 wirken und so stehen beziehungsweise fügen nur ein bisschen Inhalt hinzu, um Buch und Film perfekt vergleichen zu können.

Wow! Der letzte Satz des Nachwortes ist wirklich bezeichnend und charakterisiert treffend den grenzgenialen Genre-Mix: Ludwig Ganghofer trifft Sergio Leone.

Verpackt in die Enge und Bedrohlichkeit eines anspruchsvollen Heimatromans mitten in den Bergen wird dieses Buch perfekt nach und nach mit den Handlungssträngen eines guten Italo-Westerns vermischt. Die Motive des dem Showdown vorausgehenden Dramas sind nicht durch das Western-Genre, sondern durch die Gesetzmässigkeiten und Grausamkeiten des Lebens in abgeschiedenen Bergtälern geprägt. Die finale Abrechnung findet jedoch im Stile des Westens "Auge um Auge - Zahn um Zahn" statt.

Die Sprache dieses Werkes ist wunderbar und fabuliert episch breit die dumpfe Gefahr und die sich zum Leser neigenden drohenden Berggipfel mit ihrer Enge und Unausweichlichkeit nahezu herbei. Man sitzt in diesem Dorf, der -gemeinschaft in den Regeln und der Engstirnigkeit gleichermaßen in der Falle und fiebert dem unabwendbaren Ende entgegen.

Der Amerikaner Greider kommt Ende des 19. Jahrhunderts als Gast und Maler in ein abgeschiedenes Bergdorf in den Alpen. Nach und nach entpuppt er sich als Rächer, der mit der Dorfgemeinschaft abrechnet, um das Verbrechen an seinen Eltern zu tilgen. Im Dorf ist vieles seit Jahrzehnten im Argen: Machtmissbrauch, Gewalt, Ius primae noctis, Vertuschung, Mord, Folter und Totschlag unter Billigung der Dorfelite gehören zur Lebensrealität, mit der Greider nach und nach aufräumt.

So jetzt hoffe ich, dass ich nicht zuviel verraten habe.

Fazit: Unbedingt lesen! Sowohl für Fans von dunklen Geschichten als auch für Literaturfreunde.

Der Film: 4,5 Sterne aufgerundet auf ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Der Film steigt nicht so wie das Buch allmählich, sondern von Anfang an ganz punktgenau in die Bildsprache des Westerns ein. Obwohl die Handlung in den Südtiroler Bergen spielt, wurde das Western-Genre sofort in einer konsistenten Mischung aus Western und Heimatfilm umgesetzt: Die Pferde, die Gewehre, die Attitüde der Schauspieler, die Hüte (es gibt keinen einzigen Almseppelhut) und auch die sehr international anmutende Musik verorten den Film in diesem kongenialen Genremix, der keine Sekunde irgendwie unhistorisch oder unecht wirkt. Irgendwie hat man das Gefühl, dass die Alpen schon immer ein bisschen was von Western hatten. Zum Genremix des Buches zwischen Ludwig Ganghofer und Sergio Leone möchte ich bezüglich des Films auch noch einen gehörigen Schuss Quentin Tarrantino hinzufügen, um den modernen visuellen Stil vor allem bei den Gewaltszenen und dem Einsatz von Sound komplett abzudecken.

Die Filmusik und der Sound sind übrigens eine eigene Kategorie für sich. Die Soundtrack Songs klingen sehr amerikanisch, sind aber allesamt aus Österreich. Sehr gefallen hat mir der Titelsong von Clara Luzia Sinnerman und How dare you von den Steaming Satellites, sie könnten genausogut auch Quentin Tarantinos Opus Kill Bill oder Django Unchained begleiten. Aber auch die Soundeffekte, das Orchester aus Mostar, die dumpfen Hörner und die bedrohlichen Trommeln sind punktgenau eingesetzt und determinieren das Grauen und die Enge der Berge.

Eine kleine Änderung im Film-Drehbuch gegenüber der literarischen Vorlage hat mir besonders gut gefallen. Greider ist nicht mehr Maler, das lässt sich im Medium Film nicht so gut umsetzen, sondern eine Technologiestufe weiter. Er ist Daguerrotypist, einer der ersten Fotografen, der mit der neuen Technologie in die Berge kommt. Das Metronom wurde auch optisch kongenial in Szene gesetzt, indem es die Belichtungszeit misst zudem wird die Daguerrotypie von den Dorfbewohnern als Spiegel mit Gedächtnis bezeichnet.

Ansonsten ist optisch alles grandios umgesetzt. Die Berge, die Enge, der Regen, der Dreck, der Schnee, die Düsternis, die Armut, die harte Arbeit, die sich auf den verbrauchten Gesichtern der Dorfbevölkerung spiegelt, die Ausweglosigkeit, die Gewalt der Herrschenden, die bigotte Unterstützung der Verbrechen und der feudalen fundamentalistischen Machtstrukturen durch die katholische Kirche.

Die Schauspieler sind allesamt großartig, Tobias Moretti spielt sich zwar wieder mal selbst, aber da seine Figur ein Arschloch darstellt, kann er das brilliant, aus Erwin Steinhauer in der Rolle des bigotten Pfarrers haben sie fast einen Helmut Qualtinger gemacht, das ist grandios, die Luzi ist wundervoll und zuallerletzt auch noch die authentisch besetzte Rolle des Greiders durch den großartigen englischen Schauspieler Sam Reiley, der den Rächer so genial spielt und mit seiner knappen mit englischem Akzent gefärbten Sprache auch noch punktgenau verkörpert.

Bei der Sprache muss ich auch noch ein bisschen genauer ansetzen. Fast alle Schauspieler haben sich bemüht, das Tirolerische zumindest in Ansätzen rüberzubringen, in diesem Film gibt es keinen Mischmasch aus Wiener, Steirer, Niederösterreicher und Bayerndialekt - Hauptsache irgendwie Süddeutsch oder Österreichisch, bei dem es mich immer irritiert reißt, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass die Leute den Unterschied nicht hören können. Hier möchte ich auch mal der deutschen Schauspielerin Paula Beer in der Rolle der Luzi meine Hochachtung zollen. Die hat sich so perfekt ins Tirolerische hineingetigert, dass nur einheimische Ohren einen Unterschied werden feststellen können.

So aber nun muss ich noch den halben Punkt erklären, den ich bei aller Lobhudelei ausgerechnet in den letzten 10 Minuten des Filmes noch abziehen musste. Der Showdown von Greider und Brenner an dessen Krankenlager ist so ein typischer Hollywood Scheißdreck. Kennt Ihr das? Da ist die Rache schon eiskalt angerichtet, die Situation für das zukünftige Opfer ausweglos, die Puffe geladen, schussbereit der Finger am Abzug und dann labern Täter und potentzielles Opfer ewig lang rührselig herum wechseln auch noch bedeutungsschwangere Blicke und man denkt sich augenrollend: "Du Trottel drück doch ab, bevor noch was dazwischenkommt." James Bond laviert sich auch oft noch aus ausweglosen Situationen heraus, weil die Bösewichte ewig lang labern, sich rechtfertigen und nie zu einem Ende kommen. Das war eben im Film um einen Tick zu hollywoodesk, bedeutungsschwanger und langatmig.

Hab dann auch noch im Buch nachgelesen. Da wurde das Finale trotz des letzten Täter-Opfer Gesprächs und der Rechtfertigung auf vier Buchseiten kurz und knackig abgehandelt. Zumal im Buch auch noch die Motive von Brenner für die Verbrechen der Vergangenheit aufgedeckt werden, was im Film bedauerlicherweise total unter den Teppich gekehrt wurde.
"Weil ich bleiben wollt'! Weil ich alles sein sollt', ich!"
Dieser sehr philosophische Ansatz des Buches über den aussichtslosen männlichen Kampf gegen die Vergänglichkeit des Lebens bleibt dem Cineasten leider komplett verwehrt.

Fazit Film: Ein absoluter Blockbuster, und zudem von extrem hoher Qualität.

Fazit Buch gegen Film.
Im Fotofinish geht das Buch mit einem hauchdünnen Vorsprung eines Wimpernschlages über die Zielgerade. Wäre das etwas verpatzte Finale nicht gewesen, hätte ich sogar dem Film den Vorzug gegeben.

Kommentare: 6
36
Teilen

Rezension zu "Das finstere Tal" von Thomas Willmann

nix für mich
will_nur_lesenvor einem Jahr

Die Sprache war mir zu abgedreht, zu blümerant, zu gestelzt und mit zu vielen Metaphern. Das war echt nicht meins. Hab's daher nach schon wenigen Seiten einfach für den nächsten interessierten Leser im Café liegen lassen. 

Kommentieren0
2
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Welches Buch des aktuellen Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa ist wirklich lesenswert. Ich habe noch nichts von ihm. Diese Lücke möchte ich gern schließen. Aber mit welchem Werk sollte man anfangen?
Zum Thema

Community-Statistik

in 242 Bibliotheken

auf 22 Wunschlisten

von 4 Lesern aktuell gelesen

von 2 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks