Thomas Wolfe Die Party bei den Jacks

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Inhaltsangabe zu „Die Party bei den Jacks“ von Thomas Wolfe

Alles, was Rang und Namen hat, findet sich im Art déco-Ambiente von Esther und Frederick Jack ein: sie eine gefeierte Broadway-Künstlerin, er ein aus Koblenz stammender Jude und Selfmade-Millionär. Die Roaring Twenties sind auf ihrem Höhepunkt angelangt, schon wirft die Große Depression ihre Schatten voraus. Doch vom drohenden Ende der Sause will man bei den Jacks noch lange nichts wissen … Mit seiner Innenansicht einer New Yorker Luxusadresse – von der Dachterrasse bis hinab in den Untergrund, von wo die Subway feine Vibrationen durchs Gebäude schickt – zeichnet Wolfe das Panoptikum einer faszinierenden Stadt und einer faszinierenden Epoche.

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    Die Party bei den Jacks

    Ritja

    26. July 2016 um 16:38

    Es klang so gut...das Cover ist schön, der Covertext machte neugierig und doch...ich gebe auf. Das sage ich wirklich selten, aber nun ist es doch soweit. Ich habe ganze 150 Seiten lang versucht, mich in diese Geschichte einzufinden. Doch ich bin gescheitert. Es war nicht unbedingt die Geschichte oder die Figuren, die mir nicht gefallen haben, sondern die Erzählweise bzw. der Schreibstil. Was andere Schriftsteller in fünf oder sechs kurzen und knackigen Sätzen erzählen, versucht Thomas Wolfe in einen Satz zu packen. Diese gingen teilweise über 9-12 Zeilen und verloren auf dem Weg zum Ende das Ziel. Für mich waren es leider künstlich aufgeblähte Sätze, die nur wenig Aussagekraft hatten. Oft wiederholte sich Thomas Wolfe und dadurch wurde die Geschichte noch anstrengender und zäher. Normalerweise möchte man wissen, was noch kommt und wie es ausgeht, doch diesmal wurde mein Bedürfnis dies zu erfahren mit jeder Seite weniger. Das war für mich das Zeichen, dass Buch beiseite zu legen.  Schade.

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  • Am Vorabend des Börsencrashs

    Die Party bei den Jacks

    buchsurfer

    10. January 2015 um 17:58

    Thomas Wolfe – Die Party bei den Jacks Jack, der deutsche Auswanderer, ist in Amerika zu einem reichen Mann geworden. Er gibt in Manhattan eine Party für die Elite der Stadt. Wir schreiben das Jahr 1928. Obessesiv in seiner Beobachtungsgabe, wird die Welt von Thomas Wolfe in Atome zerlegt. Die Sprache fließt wie ein Strom durch die Zeit, weit ausholend und mitreißend. Der Roman handelt von den großen Abenteuern in den Köpfen der Menschen, das nicht ausgesprochene Wort wird hier lebendig und eloquent, die großen Dramen, Grotesken und Buffonerien entfalten sich im Stillen. Aus der Intimtät ihrer Gedanken entsteht eine Vertrautheit mit den Romanfiguren, wir begleiten sie mit ihren Absichten und Überlegungen, werden den Gästen vorgestellt, lernen die Gesellschaft der Kunst und Hochfinanz kennen, und blicken hinter ihre Fassade. Es ist die Zeit vor der Katastrophe, dem Crash an der Wall Street, dem Schwarzen Freitag 1929. Thomas Wolfe besitzt eine Kunstfertigkeit der Sprache, allein wie er das Essen beschreibt, treibt einem den Hunger in den Magen. „Der erste Autor der mich wirklich fasziniert hat....ein Wirbelwind auf Papier.“ (Thomas Bernhard) „Er mag von uns allen am meisten Talent gehabt haben.“ (William Faulkner) Zum Hereinhören ins Buch: http://buchsurfer.de/thomas_wolfe_-_die_party_bei_den_jacks/

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  • Rezension zu "Die Party bei den Jacks" von Thomas Wolfe

    Die Party bei den Jacks

    Gospelsinger

    28. January 2012 um 01:18

    „Macht. Macht. Macht.“ Das ist es, worauf es Frederick Jack ankommt. Besser zu sein als die anderen, mehr zu besitzen, sich über andere zu erheben, sich überlegen fühlen, Herablassung zu empfinden. Deshalb ist er von Deutschland nach Amerika ausgewandert, um Karriere machen zu können. Und was er sich vorgenommen hat, gelingt ihm auch, aus ihm ist ein erfolgreicher und reicher Wallstreet-Broker geworden. Alles muss seine Ordnung haben für Jack, sowohl was seine persönlichen Dinge angeht, als auch die für ihn so günstige Ordnung der Gesellschaft. Er ist an der Spitze, wo er seiner Meinung nach auch hingehört, und genießt den mit seiner Stellung verbundenen Luxus. Seine Frau Esther sieht sich ganz anders. Weil sie sich als Bühnenbildnerin betätigt, also ihre Hände gebraucht, fühlt sie sich als hart arbeitende Frau. Sie verkennt dabei, dass sie sich in ihrer Arbeit selbstverwirklichen kann, während ihr die wirklich harten und unangenehmen Arbeiten von ihrem umfangreichen Personal abgenommen werden. So auch bei ihren Partys, die äußerst beliebt sind, weil sie Banker und Künstler vereinen, und für die Mrs. Jack das Lob einheimst, obwohl andere die Arbeit machen. Mrs. Jack ist die eigentliche Hauptperson dieses Romans. Die Kluft zwischen ihrem Selbstverständnis als Arbeiterin und ihrer privilegierten gesellschaftlichen Stellung wird besonders deutlich, wenn ihre schlechte Meinung über ihre Angestellten geschildert wird. Hier tritt die gleiche Einstellung zutage, die auch ihr Mann hat. Aus einer Szene zwischen Mrs. Jack und ihrem Dienstmädchen macht Wolfe eine bissige Satire. Thomas Wolfe hat einen scharfen gesellschaftskritischen Blick auf seine Figuren. Das Gegenstück zum Ehepaar Jack bilden die Fahrstuhlführer, zu deren Aufgaben es gehört, dafür zu sorgen, dass die Partygäste nicht zusammen mit Angestellten fahren müssen. Die beiden gesellschaftlichen Sphären sollen sich möglichst nicht berühren. Umso schockierender ist es für die Hausbewohner und deren illustre Gäste, dass diese Grenze aufgehoben wird, als alle wegen eines Brandes das Haus verlassen müssen. Auf der Wiese stehen nunmehr die unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten zusammen, was zu ganz neuen Erfahrungen führt. Das Buch beschreibt den Glanz, mit dem sich die Reichen im New York des Jahres 1928 umgeben, aber auch das Bröckeln der Fassade. Der Börsencrash wirft seinen Schatten voraus und ist in der erhitzten Aufgedrehtheit der Figuren spürbar. Man fühlt offensichtlich, dass man am Abgrund tanzt. Thomas Wolfe schreibt unheimlich dicht und nimmt sich viel Zeit für seine Charaktere. Auch die Szenen sind bis in die kleinsten Einzelheiten sehr gründlich ausgearbeitet. Ich fühlte mich beim Lesen direkt in die Zeit versetzt, fand gleichzeitig aber auch Parallelen zu unserer heutigen Gesellschaft mit ihren abgehobenen und skrupellosen Eliten. Dieser Roman ist ganz große Literatur, dabei aber gut und unterhaltsam lesbar.

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  • Rezension zu "Die Party bei den Jacks" von Thomas Wolfe

    Die Party bei den Jacks

    Ruth_liest

    22. January 2012 um 13:46

    Thomas Wolfe gehört zu den bekanntesten amerikanischen Autoren in Deutschland. Sein Ruhm basiert auf seinem Debütroman "Schau heimwärts, Engel", der lange als absolutes Muss für jedes Bücherregal galt. Weitere Werke und Bestseller folgten. Bereits im Alter von 38 Jahre vestummte diese literarische Stimme. Der Autor starb 1938 an Tuberkulose und hinterließ einige unvollendete Werke. Hierzu gehört das 1995 erstmals veröffentlichte Manuskript "Die Party bei den Jacks". Es besteht aus drei Teilen. In den ersten Kapitel beschreibt Wolfe die Kindheit und Jugend von Frederick Jack Anfang des 19. Jahrhunderts in einer deutschen Stadt. Er leidet unter seinem Mitschülern, für die er "der Jude" und Sohn eines reichen Privatbankiers ist. Einsamkeit und Trauer prägen seinen Charakter. Als junger Mann geht er nach Amerika und steigt dort als begnadetes Finanzgenie in die obersten gesellschaftlichen Kreise ein. Der zweite und größte Teil des Buches dreht sich um eine Party, die Jack und seine Frau Esther, in ihrem Luxus-Apartment geben. Innerhalb dieser Geschichte schildert Wolfe mit der Liebesbeziehung von Esther und ihrem Geliebten einen dritten Erzählstrang. Alle drei Erzählungen für sich sind brilliant geschrieben. Wolfe schildert die antisemitische, engstirnige deutsche Gesellschaft ebenso meisterlich wie die mondäne, feine amerikanische Gesellschaft am Rande des Abgrundes kurz vorm großen Börsenkrach, der die Mehrheit der Partygäste ins finanzielle Unglück stürzen wird. Im jeder Zeile bricht das literarische Genie des Autors durch. Aber die Teile ergeben kein Ganzes. Das Werk ist und bleibt unvollendet und bruchstückhaft. Die Lektüre empfiehlt sich nur für Fans.

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  • Rezension zu "Die Party bei den Jacks" von Thomas Wolfe

    Die Party bei den Jacks

    HeikeG

    31. December 2011 um 16:45

    "Macht. Macht. Macht." oder Drittklassige Spielarten der Dekadenz . Nur noch wenige Monate trennen die Handlung dieses Buches von einem der folgenreichsten Börsencrashs der Geschichte: dem allgemein als "Schwarzen Donnerstag" bezeichneten 24. Oktober 1929, der in Folge als Auslöser der "Great Depression" in den USA und einer weltweiten Wirtschaftskrise gilt. Der zuvor jahrelang stark gestiegene Dow-Jones-Index verzeichnete auf einmal einen deutlichen Rückgang und löste bei den Anlegern Panik aus. Auch wenn nur dieser eine Tag sprichwörtlich wurde, zog sich der eigentliche Crash über Tage, und die folgende Baisse erreichte erst 1932 ihren endgültigen Tiefpunkt. . Thomas Wolfe, der 1938 leider viel zu früh, mit erst 38 Jahren an Tuberkulose verstorbene, "beschreibungswütige", vielversprechende amerikanische Autor hat das Manuskript zu "The Party at Jack's", für ihn übrigens seine "am dichtesten verwobene Arbeit", gleichfalls an einem einzigen Tag im Mai 1928 angesiedelt. Der Plot, der auf wahren Ereignissen basiert, kann durchaus als Gleichnis zum "Black Thursday" gelesen werden. Die unterschiedlich langen, substanziellen und signifikanten, vielfach aufeinander bezogenen Kapitel, laufen in der Mitte des Textes auf einen Wendepunkt zu, um hernach in den Bereich der roten Zahlen zu rutschen. . Als Hauptaktionäre agieren die Jacks, eine im New York der Roaring Twenties zu enormen Vermögen gekommene jüdische Familie: urban, mit distinguierten Umgangsformen, einer herausragenden Stellung in der Welt, mit Macht und stiller Autorität. Er, Mr. Frederick Jack, ein liberaler, lebenskluger und Ordnung liebender Wall-Street-Broker, "fest verankert auf seinem Fels aus Luxus und Stille im dichtesten, zentralsten Geflecht des Menschengewimmels, der Prinz der Atome, umgeben von Chaos, diesem Luxus von Raum und Stille und Licht und eisenumgürteter Sicherheit". Sie, eine Frohnatur, Bühnen- und Kostümbildnerin: praktisch veranlagt, energisch und mit einer "heimlichen" Affäre, hinter der sich der Autor höchstpersönlich verbirgt. . Als Highlight gelten Mrs. Esther Jacks Partys, zu der jede Menge illustres Publikum aus New Yorks Upper Class strömt. Man feiert "in einem zelebrierten Muster aus Weiß und Schwarz und Gold und Macht und Reichtum und Liebreiz und Essen und Trinken." Da flaniert die übersättigte, verwöhnte Gesellschaft im Luxus ihrer Tugendhaftigkeit, in schimmernder Seide "in dieser geisterhaften, traumatischen Schattenschau der Zeit. (...) Sie waren von der Liebe angeödet, und vom Hass. Sie waren von den Menschen angeödet, die schöpferisch tätig waren, und von solchen, die nicht schöpferisch tätig waren. Sie waren von der Ehe angeödet und von dem segensreichen Leben allein; sie waren von der Keuschheit angeödet, und sie waren vom Ehebruch angeödet. Sie waren von Reisen ins Ausland angeödet, und vom Zuhausesein waren sie ebenfalls angeödet..." Bis ihre Selbstzufriedenheit und Dekadenz einen Dämpfer bekommt. . Der detailverliebte Sprachkünstler Wolfe, dessen Text elanvoll von Susanne Höbel ins Deutsche übertragen wurde, folgt seiner Erzählung nicht stringent chronologisch, sondern mäandert kaleidoskopartig durch seinen Plot. Dabei erstellt er mit feinen Andeutungen ein faszinierendes "soziologisches Röntgenbild". Gleichzeitig zeichnet ihn die messerscharfe Porträtierkunst seiner in Szene gesetzten Handelnden aus. Den Aufzügen, die ständig neue Leute zur Party bringen, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Sie entsprechen ganz der "gesellschaftlichen Dynamik, die durch die Uneinigkeit des Dienstpersonals zusätzlich an Fahrt gewinnt.", schreibt Kurt Dasow in seinem Nachwort. Doch letztendlich bleiben auch diese stecken und Mr. Jack "war zu allem, was er gekannt hatte und was Teil von ihm gewesen war, zurückgekehrt, doch schien es nicht mehr Teil von ihm zu sein. Es schien ihm unfassbar, dass es jemals Teil von ihm gewesen war, und die Vertrautheit allein erfüllte seine Seele mit Schrecken und Ungläubigkeit. (...) Ihm war, als sei er sprachlos und heimatlos, eine Phantomgestalt, als gehöre er nirgendwo dazu, könne sich keiner Sache mehr sicher sein, und sein ganzes Leben sei womöglich nichts weiter als ein flüchtiges Bild im Traum der Zeit." . "Er hätte der größte amerikanische Schriftsteller sein können – wenn er bloß länger gelebt hätte", meinte der Nobelpreisträger William Faulkner über Thomas Wolfe. Mit "Die Party bei den Jacks" ist dem amerikanischen Autor auf jeden Fall ein emphatisches, episches Zeitzeugnis gelungen, das gerade in der heutigen Zeit wieder mehr als aktuell zu sein scheint.

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  • Rezension zu "Die Party bei den Jacks" von Thomas Wolfe

    Die Party bei den Jacks

    lokoschade

    17. August 2011 um 12:47

    Gebundene Ausgabe: 352 Seiten Verlag: Manesse Verlag (13. Juni 2011) ISBN 978-3717522348 Originaltitel: The Party at Jack's Preis: € 24,95 Kurzbeschreibung Dieses erstmals ins Deutsche übersetzte Prosajuwel führt uns empor in die höchsten Sphären von Manhattan – mitten hinein in die Glamourwelt der Schönen und Reichen. Starlets und Damen von Welt, Broker und Magnaten, Privatiers und Parvenüs geben sich auf einer Penthouse-Party die Ehre. In stakkatohaften Sequenzen fängt Thomas Wolfe den Rhythmus einer rastlosen Metropole ein, in der der Tanz ums goldene Kalb immer ausgelassenere Formen annimmt. Alles, was Rang und Namen hat, findet sich im Art-déco-Ambiente von Esther und Frederick Jack ein: sie eine gefeierte Broadway-Künstlerin, er ein aus Koblenz stammender Jude und Selfmade-Millionär. Die Roaring Twenties sind auf ihrem Höhepunkt angelangt, schon wirft die Große Depression ihre Schatten voraus. Doch vom drohenden Ende der Sause will man bei den Jacks noch lange nichts wissen … Mit seiner Innenansicht einer New Yorker Luxusadresse – von der Dachterrasse bis hinab in den Untergrund, von wo die Subway feine Vibrationen durchs Gebäude schickt – zeichnet Wolfe das Panoptikum einer faszinierenden Stadt und einer faszinierenden Epoche. Erstmals auf Deutsch – eine literarische Entdeckung Mein Eindruck: Als Frederick Jack mit 17 Jahren, nach ersten antisemitischen Anfeindungen, Deutschland verläßt und nach Amerika auswandert ahnt er nicht in welchen plutokratischen Kreisen seine Zukunft liegen wird. Er heiratet Esther, eine Bühnenbildnerin, deren Karriere ebenso unaufhaltsam ansteigt wie seine eigene. Eine spannende Verbindung; sie verehrt und geachtet in Künstlerkreisen, in der Welt des Theaters und der Kunst zuhause - er, ein erfolgreicher Wallstreet-Broker geachtet in der Welt der Hochfinanz und befreundet mit den angesehensten Juristen. Und so verwundert es nicht, daß in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis all die schönen, wichtigen, reichen, berühmten und schillernden Persönlichkeiten aus beiden Lagern versammelt sind. Aber anders als viele erfolgreiche, geldschwere Menschen hatte Esther Jack den Bezug zum Leben nicht verloren: "Denn obwohl sie selbst eine gefeierte Persönlichkeit war, hatte sie die banale und klischeehafte Lebensweise vermieden, in die so viele berühmte Menschen hineingeraten - ein Leben nämlich, das gar kein Leben mehr ist oder nicht mehr mit Leben erfüllt, sondern nur aus einer platten Ansammlung berühmter Namen besteht, aus einem Kompendium berühmter Geschichten, einer Sammlung von Witzen oder Anekdoten über berühmte Menschen, die eifrig aus zweiter Hand aufgesogen und innerhalb ihrer Clique weitergereicht werden - die aber in Wirklichkeit nur ein Abklatsch des Lebens sind, leer, tot und höllisch schal." Während uns Thomas Wolfe unausweichlich zu der Party bei den Jacks führt, erfahren wir in einzelnen Kapiteln von den exqusiten Vorlieben und dem Werdegang der beiden "Hauptdarsteller", wobei er Mrs. Jack wesentlich mehr Platz einräumt als Mr. Jack. Fazit: Wie unter einer Lupe betrachtet zeigt uns Thomas Wolfe eine Gesellschaft der es an nichts mangelt und entstanden ist ein punktgenaues Gesellschaftsporträt eines zeitlosen Menschenschlags. Mir hat das Buch kurzweilige Lesestunden über eine Zeit die man die Roaring Twenties nennt, beschert. Aber all das hätte auch durchaus heute stattfinden können.

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  • Rezension zu "Die Party bei den Jacks" von Thomas Wolfe

    Die Party bei den Jacks

    WinfriedStanzick

    03. August 2011 um 09:54

    Der hier zum ersten mal ins Deutsche übersetzte Text ( man weiß nicht recht, ob man ihn als Roman oder als Erzählung bezeichnen soll) des früh verstorbenen amerikanischen Schriftstellers Thomas Wolfe (1900-1938) führt seine Leser in die New Yorker Oberschicht und deren Leben und Luxus kurz vor dem großen Crash 1929. Auf der „Party bei den Jacks“ treffen sich nicht nur Bankiers und Geschäftsleute, Theatermenschen und Kritiker, sondern ein ganzes Sammelsurium von illustren und zwielichtigen Personen und Charakteren, die das Geld anzieht wie die Mücken das Licht. Man schreibt das Frühjahr 1928. Die Weltwirtschaft, auch die amerikanische befindet sich auf einem schier unaufhaltsamen Weg nach unten, der große Crash wirft schon seine Schatten voraus. In einem imposanten Apartmenthaus an der New Yorker Park Avenue hat der Hausherr, Sohn eines jüdischen Privatbankiers, viele Leute eingeladen zu einer Party. Was sie alle miteinander verbindet außer den gesellschaftlichen Beziehungen, ob sie etwa miteinander Geschäfte machen – all das erfährt der Leser zunächst nicht. Denn Thomas Wolfe richtet die Aufmerksamkeit seiner Leser über eine lange Zeit auf die Äußerlichkeiten der Inneneinrichtungen und Wohnungsdekorationen, er ergeht sich über Seiten über die Physiognomie der Partyteilnehmer und beschreibt ihre Kommunikation untereinander. Doch all das, so will Wolfe mit seinen durchgängig satirischen Beschreibungen zeigen, ist alles Fassade. Man spürt fast auf jeder Seite, dass diese Fassade, die ein ganzes System zusammenhält, schon bald in sich zusammenstürzen wird. Doch es sind nicht die Reichen und Wichtigen, denen er diese Erkenntnis in den Mund und den Kopf legt, sondern es sind die kleinen Leute, der Aufzugsführer des Hauses, die Feuerwehrleute und die Zimmermädchen, die die Anzeichen des kommenden Ruins erkennen und das auch aussprechen. Am Ende brennt das ganze Haus, nachdem es im Fahrstuhl seinen Anfang nahm und die Partygäste der Jacks stehen auf der Straße und sehen den Feuerwehrleuten beim Löschen zu. Als sie danach zu einem letzten Drink noch einmal in die Wohnung zurückkehren, weiß der Leser: nie wieder wird es so sein wie an diesem Tag. Obwohl der 1995 erst in Wolfes Nachlass gefundene Texte seltsam unfertig wirkt, zeigt er doch sein großes schriftstellerisches Können. Nicht auszudenken, was er, hätte er länger gelebt, seiner Nachwelt noch für wunderbare Bücher und große Werke geschenkt hätte.

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