Thomas Ziebula

 4,5 Sterne bei 482 Bewertungen
Autor*in von Der rote Judas, Abels Auferstehung und weiteren Büchern.
Autorenbild von Thomas Ziebula (©Vera Doneck)

Lebenslauf

Die prägenden Jahre meiner Kindheit habe ich in einem wendischen Dorf an der Oder verbracht. Meine Eltern waren Wenden und sprachen Wendisch, wenn wir Kinder sie nicht verstehen sollten. Ich war sechs Jahre alt, als mein Vater mit uns vor der Stasi fliehen musste. Entwurzelung und Neuanfang – eine der Erfahrungen, die mich zum Schreiber gemacht haben. Als Kind erzählte ich mir Geschichten gegen Angst, Einsamkeit und Ohnmacht. Meine ersten Texte stammen aus frühster Jugend – Gedanken, Erlebtes, Gedichte. Vor allem letztere schrieb ich mit Leidenschaft und würde gern auch heute noch ausschließlich Verse basteln; doch von irgendetwas muss man ja leben. Als Prediger in Kärnten schrieb ich Predigten, als Diakon in einem Schwarzwaldort Verse und Theaterstücke für den Gottesdienst und für meine Arbeit mit Kindern und jungen Leuten. Als Sozialpädagoge gründete ich eine Schreibwerkstatt für Menschen in Lebenskrisen. Als Trauerredner in Dortmund ließ ich mir die letzten Lebenstage und -stunden von Verstorbenen schildern und verfasste unzählige Trauerreden. Nach und nach fand ich so zum Schreiben als Beruf. Das erste Honorar zahlte mir eine Bank, in deren Räumen ich anlässlich einer Vernissage zwei meiner Gedichte vortrug. Noch einmal zum Mitschreiben: Eine Bank zahlte für Gedichte! Ich jedenfalls bin bis heute ihr dankbarer Kunde. Damals liebte ich es, aus dem Stegreif und drei zugerufenen Stichworten Geschichten zu spinnen. So entstand 1994 auf dem Kindergeburtstag meines Zweitgeborenen die Geschichte vom tyrannischen Nashornbullen Nero, der keine gefleckten und gestreiften Tiere in der Savanne dulden wollte und von einer Maus besiegt wurde. Rowohlt machte 1996 ein Buch daraus. Mein erstes. Zum Dauerschreiber aber machte mich die pure Not. Ich zog ins Ruhrgebiet – und fand mich unter 1500 anderen arbeitslosen Sozialpädagogen wieder. Damals war ich bereits Vater von drei Kindern – inzwischen sind es vier – und Geld musste her. Also verfasste ich Arztromane und ab 1997 die Einsatzberichte des berühmten G-man Jerry Cotton aus Manhattan. Bald schrieb ich für Illustrierte und Genreverlage, meist unter dem Pseudonym Jo Zybell. 2001 verliehen meine Leser mir den Deutschen Phantastik-Preis als bestem Autor und nominierten zwei meiner Romane für eben diesen Preis. Zuletzt sind zwei größere Fantasy-Epen von mir bei Hoffmann und Campe erschienen – „Die Tochter der Goldzeit“ und „Die Traummeister“; beide unter meinem Pseudonym Jo Zybell. Bastei-Lübbe hat nun meinen historischen Roman „Der Gaukler“ verlegt. Seit „Nero Nashorn“ ist dies mein erstes Buch, das unter meinem Klarnamen erscheint. Am zweiten arbeite ich gerade.

Alle Bücher von Thomas Ziebula

Cover des Buches Der rote Judas (ISBN: 9783499000393)

Der rote Judas

(74)
Erschienen am 26.01.2021
Cover des Buches Abels Auferstehung (ISBN: 9783499003646)

Abels Auferstehung

(70)
Erschienen am 08.03.2022
Cover des Buches Engel des Todes (ISBN: 9783805200615)

Engel des Todes

(63)
Erschienen am 08.03.2022
Cover des Buches Evas Rache (ISBN: 9783805200929)

Evas Rache

(58)
Erschienen am 16.04.2024
Cover des Buches Die rote Löwin (ISBN: 9783404174768)

Die rote Löwin

(59)
Erschienen am 13.01.2017
Cover des Buches Die Liebe des Gauklers (ISBN: 9783732562770)

Die Liebe des Gauklers

(49)
Erschienen am 10.04.2018
Cover des Buches Waldmann (ISBN: 9783548069081)

Waldmann

(47)
Erschienen am 02.01.2026
Cover des Buches Die Hure und der Spielmann (ISBN: 9783732562763)

Die Hure und der Spielmann

(29)
Erschienen am 10.04.2018

Neue Rezensionen zu Thomas Ziebula

Cover des Buches Waldmann (ISBN: 9783548069081)
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Rezension zu "Waldmann" von Thomas Ziebula

Mine_B
Waldmann - Flucht in den Tod

Der Autor Thomas Ziebula hat mit „Waldmann“ einen bisher eigenständigen Kriminalroman geschrieben, welcher aktuelle und brisante Themen gekonnt in den Mittelpunkt rückt und dabei gekonnt einen Pageturner mit packender Handlung schreibt.

 

Klappentext:

Als Johannes Waldmann am Vorabend seiner Rückkehr in den Dienst der Bonner Mordkommission an einen Tatort gerufen wird, ahnt er nicht, in welche Abgründe dieser Fall ihn führen wird. Während er die Leiche des getöteten Lokalpolitikers besieht, jagt eine Frau in einem gestohlenen Polizeiwagen einem Audi nach. In ihm vermutet sie die junge Ukrainerin Zlata, die gerade noch mit dem Politiker auf einem Zimmer war. Auch die Journalistin Pia Luninger ist an dem Fall dran. Spurlos wird die große Reportage heißen, die sie über Menschenhandel und Zwangsprostitution schreiben will und die ihr endlich den ersehnten Karrieresprung ermöglichen soll. Mit jedem Schritt, den Waldmann tiefer in den Sumpf des Verbrechens hineinwatet, löst sich ein Faden, der die große Wunde seines Lebens nur oberflächlich zusammenhielt: der Verlust seiner Frau. Damals, auf einem Bazar, als sie von einem auf den anderen Moment einfach so – verschwand …

 

Ich habe schon mehrere Bücher aus der Feder von Thomas Ziebula gelesen, dabei sind auch einige Werke dabei, welche unter einen Pseudonym veröffentlicht worden. Bisher konnte mich der Autor schon auf vielseitige Weise unterhalten und dabei auch mit sehr unterschiedlichen Genren und Themen. Daher habe ich mich voller Vorfreude an seinen aktuellen Kriminalroman gewagt und wurde dabei wieder nicht enttäuscht.

Der Schreib- und Erzählstil von Thomas Ziebula ist auch bei diesem Krimi, wie ich es bereits aus seinen vorherigen Werken gewohnt bin, sehr angenehm, lässt sich leicht lesen und ist zugleich bildgewaltig. Gekonnt schafft es der Autor schon auf den ersten Seiten, eine dichte und packende Atmosphäre zu erschaffen. Ich hatte während des Lesens das Gefühl, dass ich selbst mitten im Geschehen bin – ich konnte mir die Lokalitäten gut vorstellen, vor meinem geistigen Auge sind Bilder entstanden, sodass ich den Eindruck hatte, selbst mit in Nigeria auf dem Markt zu stehen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und wortgewandt, sodass die Seiten nur so dahinfliegen und die packende Story tut hier noch sein Übriges – man möchte diesen Roman nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte selbst ist sehr spannend und temporeich, hier überschlagen sich regelrecht die Ereignisse und man möchte als Leser stets wissen, wie die Geschichte und somit das Leben der Charaktere weitergeht. Der packende Kriminalroman behandelt aktuelle und auch sehr brisante Themen und übt damit auch Gesellschaftskritik aus. Ein wesentlicher Kern der Handlung sind die ukrainischen Frauen, welche vor dem Krieg geflohen sind und nun ihr Leben bestreiten müssen, ihren Platz in dieser fremden Welt finden müssen und dabei nicht immer an die richtigen Menschen geraten. Zusätzlich wird diese Spannung durch die kurzen und knackigen Kapitel gesteigert. Außerdem bedient sich der Autor dem Stilmittel des Perspektivenwechsels. Dadurch bekommt der Leser auf der einen Seite einen vielseitigen Einblick in das Geschehen und zum andere lernt man die unterschiedlichen Charaktere auch besser kennen, kann ihre Gedankengänge besser verstehen und somit ihre Handlungen besser nahvollziehen. Außerdem wird durch diesen permanenten Wechsel die Spannung noch zusätzlich in die Höhe getrieben, sodass der Spannungsbogen kontinuierlich oben gehalten wird und sich der Kriminalroma zu einem wahren Pageturner entwickelt.

Der Prolog ist in der Vergangenheit angelegt. Als Leser lernen wir hier den Protagonisten Johannes Waldmann kennen. Er ist mit seiner Familie im Urlaub in Nigeria und genießt dort die typischen und einheimischen Sehenswürdigkeiten und Lokalitäten. Doch Schatten sind bereits über das Familienleben gezogen, nicht alles ist idyllisch. Und dann kommt der große Paukenschlag – die Frau von Waldmann verschwindet und die Geschehnisse sind nicht eindeutig. Der Hauptteil des Buches spielt vollständig in der Gegenwart und man lernt einen gebrochenen Waldmann kennen. Bis heute hat er mit den Ereignissen von damals zu kämpfen und ist deswegen in Behandlung. Dieser Schicksalsschlag lässt ihn nicht los, er will seine Frau finden. Waldmann hat dabei seine Ecken und Kanten, muss mit seinen inneren Dämonen kämpfen und ist dabei bestimmt kein einfacher Zeitgenosse. Dennoch schafft es der Autor, dass Waldmann menschlich und sympathisch wirkt. Er ist mir Laufe des Buches ans Herz gewachsen und ich habe es ihn gewünscht, dass er mit diesem Teil seines Lebens abschließen kann. In dem anderen Handlungsstrang steht die Suche nach den vermissten ukrainischen Frauen im Mittelpunkt. Diese Perspektive ist durch Brutalität und psychischen und physischen Gräueltaten geprägt. Es ist keine Geschichte für Zartbesaitete, auch wenn nicht allzu sehr ins Detail gegangen wird. Interessant fand ich hier die weiblichen Charaktere, im Mittelpunkt die Journalistin Pia Luninger und die mysteriöse Suse, welche eher im Hintergrund agiert und welche keine einfache Vergangenheit hatte. Dies sind beides starke Frauenfiguren, welche für sich selbst aber auch für Schwächere einstehen. Gekonnt werden im späteren Verlauf die beiden Stränge zusammengeführt und man erkennt, wie diese beiden Handlungen zusammenpassen. 

 

Insgesamt konnte mich der Autor Thomas Ziebula mit seinem Kriminalroman „Waldmann“ gut unterhalten und mir hat das aktuelle Thema gut gefallen. Gekonnt wurde Spannung aufgebaut und der Spannungsbogen ist hier nicht abgeflaut. Auch die Charaktere konnten mich überzeugen. Jedoch hat mir persönlich das letzte berühmte i- Tüpfelchen gefehlt. Ich kann es leider auch nicht genau benennen, was genau ich vermisst habe, da mir dieser Pageturner gut gefallen hat. Daher möchte ich 4 Sterne vergeben und eine Empfehlung für Kriminalromanliebhaber mit aktuellen und gesellschaftskritischen Themenbezug aussprechen.

Spannender 1. Fall für Hannes Waldmann

Oktober 2016: Hannes Waldmann macht mit seiner Familie Urlaub in Lagos, als seine Frau plötzlich auf dem Basar spurlos verschwindet. Er verliert an diesem Tag mehr als seine Frau: Er verliert jeden Halt.

August 2023, sieben Jahre später: Johannes Waldmann wird am Vorabend seiner Rückkehr in den Dienst der Bonner Mordkommission an einen Tatort gerufen. Da ahnt er allerdings noch nicht, in welche Abgründe ihn dieser Fall führen wird. Ein Lokalpolitiker liegt mit aufgeschlitzter Kehle in seinem Appartement. Während er sich vor Ort ein Bild macht, jagt eine Frau in einem gestohlenen Polizeiwagen einem Audi nach. In ihm vermutet sie die junge Ukrainerin Zlata, die gerade noch mit dem Politiker auf einem Zimmer war.

Auch die Journalistin Pia Luninger, die eine Reportage mit dem Titel „Spurlos“ über Menschenhandel und Zwangsprostitution schreiben will, ist an dem Fall dran und ermittelt auf eigene Faust. Dadurch erhofft sie sich endlich den ersehnten Karrieresprung.

Bei seinen Ermittlungen stößt Waldmann auch noch auf die mysteriöse Suse und zusammen mit ihr und Pia dringen sie immer tiefer in die Machenschaften des Rings vor. Doch je näher sie der Wahrheit kommen, desto tödlicher wird die Jagd: Für Pia, die zu viel weiß, für Suse, die zu weit gegangen ist, und für Waldmann, der nicht noch einmal versagen darf.

Fazit / Meinung:

Das Buch hat 460 Seiten und ist in 4 (Bücher) Hauptteile mit insgesamt 63 Kapitel plus Prolog und Epilog eingeteilt. Fast jedes Kapitel hat eine Überschrift, aus der hervorgeht, um was es sich handelt, mit Orts- und Datumsangabe. Auch die Länge der Kapitel ist gut gewählt. Es lässt sich sehr gut lesen. Der Schreibstil ist flüssig und spannend. 

Ein mega spannender Fall und sehr authentisch. Es zeigt, dass auch ein Polizist wie Waldmann "nur" ein Mensch ist, der sein eigenes Päckchen zu tragen hat. Aber auch das Thema „Menschenhandel“, „Zwangsprostitution“ und „Flüchtlingsfrauen aus der Ukraine“ ist sehr aktuell, gut umgesetzt und beschrieben. Teilweise sind dies Themen, über die man so in der Öffentlichkeit nicht groß diskutiert.

Erzählt wird es aus verschiedenen Perspektiven, mal aus der Sicht von Waldmann, mal aus der Sicht der Verbrecher und dann wiederum aus der Sicht der Journalistin Pia Luninger, so bleiben die Kapitel sehr spannend. Der Spannungsbogen wird dadurch ebenfalls gut aufgebaut. Mit der Zeit setzt sich das Puzzle, Stück für Stück, zusammen. 

Von mir gibt’s eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne !!

Falsche Versprechen

Ich habe die historische Krimireihe um Kriminalinspektor Paul Stainer mit großer Begeisterung gelesen und war gespannt auf einen aktuellen Krimi aus der Feder des Autors.

Waldmann. Vor sieben Jahren ist seine Frau während eines Urlaubs spurlos verschwunden. Jetzt kehrt der Kommissar zurück in die Bonner Mordkommission. Immernoch verfolgen ihnen die Schatten von damals und die Skepsis unter den Kollegen ist da, ob er der Aufgabe gewachsen ist.

Er lässt sich nicht unterkriegen und setzt alles daran den aktuellen Fall aufzuklären, der ihn in gewissser Weise auch privat beschäftigt. Ihm zur Seite steht Pia Luninger, eine Journalistin, die auf eigene Faust ermittelt. Beide kommen den Verbrechern näher, was nicht ungefährlich ist und für aufregende Momente sorgt.

Ein spannender Krimi, der mich gleich abgeholt und mitgenommen hat. Dafällt es schwer, dass Buch mal zur Seite zu legen. Das Thema Zwangsprostitution, ukrainische Flüchtlingsfrauen und Menschenhandel wurde hier aufgegriffen und gut eingearbeitet. 

Die verschiedenen Perspektivwechsel sind perfekt, um sich ein umfassendes Bild von allen Seiten machen zu können. Dank der gut skizzierten Charaktere wirkt die Geschichte sehr real und umso glaubhafter. Waldmann ist kein Typ von der Stange. Er ist nicht immer einfach, auch schon mal neben der Spur. Aber er ist authentisch und seine Rolle wirkt glaubwürdig.

Ich würde mich freuen, wenn es noch eine oder mehrere Fortsetzungen geben würde. Denn noch ist Waldmanns Geschichte nicht aus erzählt.


Gespräche aus der Community

Cover des Buches Waldmann: Flucht in den Tod | Wer Tatort schaut, wird Waldmann lieben
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ThomasZ

Seelisch angeschlagen kehrt Waldmann in seinen Job als Kommissar ins Polizeipräsidium Bonn zurück. Ein Mordfall führt ihn auf die Spur von Frauenhändlern.

Die rätselhafte Susanna kümmert sich aus persönlichen Gründen um ukrainische Flüchtlingsfrauen - und um Männer, die sie sexuell ausbeuten.

Weiter treten auf: die Journalistin Pia, der Womanizer Toni, der Therapeut Pater Franz und Kater Kasimir.

189 Beiträge
Cover des Buches Evas Rache
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ThomasZ

Leipzig, Sommer 1922: Inspektor Paul Stainer jagt einen grausamen Frauenmörder – und kommt unerwartet einem ganz anderen Verbrechen auf die Spur. Mitte April erscheint mit „Evas Rache“ die Geschichte von Stainers letztem Fall. 25 Leseratten und Leserättinnen haben nun die Chance, den Roman zu lesen, darüber zu diskutieren und ihn zu besprechen. Alles weitere findet Ihr unten in meiner Begrüßung.

375 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Engel des Todes
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ThomasZ

Leipzig, März 1920: In Berlin putschen rechte Kräfte gegen die Weimarer Republik, in ganz Deutschland kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen - vor allem im "roten" Leipzig. Inmitten des Chaos dort muss Kriminalinspektor Paul Stainer, gerade aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, eine Mordserie aufklären. 

Der Autor lädt ein zur Leserunde, der Rowohlt-Verlag stellt 25 Bücher zur Verfügung.

349 BeiträgeVerlosung beendet

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