Thomas de Padova Das Weltgeheimnis

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Inhaltsangabe zu „Das Weltgeheimnis“ von Thomas de Padova

Im Jahre 1609 baut Galileo Galilei in Padua ein Teleskop, und Johannes Kepler veröffentlicht in Prag seine Planetengesetze. Thomas de Padova zeigt ihr Leben und die große Epochenwende in ganz neuem Licht. Glänzend geschrieben und gestützt auf den kaum beachteten spannungsvollen Briefwechsel der beiden so unterschiedlichen Forscher, erzählt er, wie sie gleichzeitig, doch jeder auf seine Art, nach den Sternen greifen.

Sehr interessante Doppelbiografie zweier brillanter, aber ziemlich gegensätzlicher Wissenschaftler.

— Gulan

Eine der besten Biografien, die ich bis jetzt gelesen habe.

— Insider2199

Ein sehr schön lesbares Sachbuch über zwei große Naturwissenschaftler.

— melvil

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    Das Weltgeheimnis

    Gulan

    „Nun aber, erfindungsreicher Galilei, preise ich deinen unermüdlichen Fleiß, wie er es verdient. Du hast alle deine Hemmungen beiseite geschoben, bist geradewegs darauf ausgegangen, deine Augen die Probe machen zu lassen, und hast, da nun durch deine Entdeckungen die Sonne der Wahrheit aufgegangen ist, alle jene Gespenster der Ungewissheit mit ihrer Mutter, der Nacht, vertrieben und durch die Tat gezeigt, was gemacht werden konnte. Unter der Kraft deines Beweises anerkenne ich die unglaubliche Feinheit der himmlischen Substanz.“ (S.81) Das Jahr 1609 ist ein herausragendes Jahr für die Wissenschaft und insbesondere für die Astronomie. In Venedig verbessert Galileo Galilei das kurz zuvor in den Niederlanden entwickelte Fernrohr, beobachtet den Mond, zeichnet die Mondgebirge und entdeckt kurze Zeit später die vier großen Jupitermonde. Zur gleichen Zeit veröffentlicht Johannes Kepler seine ersten beiden Planetengesetze in der „Neuen Astronomie“. Zwei Ausnahmewissenschaftler, die sich auf den Weg machen, das Weltbild zu verändern, aber auf so manche Widerstände stoßen. Zwei Wissenschaftler, die auch in einem Austausch miteinander stehen, die aber aufgrund ihrer unterschiedlichen Charaktere nie so richtig zusammenfinden. Autor Thomas de Padova hat dieses Buch in drei Teile unterteilt. Er beginnt den ersten Teil mit dem Jahr 1609 und den bahnbrechenden Entdeckungen der beiden Wissenschaftler. Im zweiten Teil holt er die Lebensläufe der beiden nach und erzählt von ihrer Kindheit und Jugend und ihrem Werdegang als Wissenschaftler. Schließlich werden im letzten Teil die teilweise dramatischen Ereignisse rund um Galilei nach 1609 erzählt. Wenn es um eine Neubestimmung der Grundbegriffe geht, sind die Erwartungen an wissenschaftliche Gipfeltreffen hoch. […] So wenig Kepler zunächst einer solchen Aufforderung bedarf, so sehr geht Galilei einem wirklichen Dialog aus dem Weg. Lebt Kepler für die Wissenschaft, macht Galilei in seinen Briefen deutlich, dass er auch von der Forschung lebt und diese weniger als kooperative, denn als kompetitive Angelegenheit betrachtet. Ihre Kommunikation scheitert an ihrem unterschiedlichen Temperamenten, ihren individuellen Ambitionen und wissenschaftlichen Fragestellungen. (S.266) Schon 1597, nachdem Kepler sein Erstlingswerk, „Das Weltgeheimnis“, veröffentlicht hat, kommt es zu einem ersten Briefwechsel zwischen den beiden Forschern. Dort versichern sich beide ihrer Anhängerschaft zum kopernikanischen Weltbild. Doch die Korrespondenz kommt ins Stocken. 12 Jahre später kommt es zur Wiederaufnahme der Briefwechsel, aber Keplers euphorische Begeisterung über Galileis Entdeckungen werden von diesem bestenfalls höflich beantwortet. Galilei will Karriere machen, wird Hofphilosoph der Medici und ist auch in Rom beim Papst hochangesehen. Kepler will den wissenschaftlichen Austausch, Galilei sieht sich eher in einem ständigen Wettbewerb. So überreizt er schließlich sein Blatt: Zunächst ergeht ein Dekret der Kirche gegen die Lehre des Kopernikus und 1633 wird er selbst von der Inquisition angeklagt. Eine auch für Laien der Astronomie und Physik gut lesbare Doppelbiografie von Galilei und Kepler. Sehr interessant auch immer wieder die Einbettung in die damalige politischen Verhältnisse kurz vor und während des Dreißigjährigen Krieges.

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    • 12

    franzzi

    03. January 2016 um 08:43
  • „Galileis physikalischer Unterbau und Keplers Himmelsdach“

    Das Weltgeheimnis

    Insider2199

    "Galileis physikalischer Unterbau und Keplers Himmelsdach" Dies ist mein erstes Buch des Autors, aber ganz sicher nicht mein Letztes: die Nachfolger „Leibniz, Newton und die Erfindung der Zeit“ (2013) und „Allein gegen die Schwerkraft: Einstein“ (2015) stehen schon fest auf meiner To-Do-Liste. Der in Berlin lebende Autor hat Physik und Astronomie studiert. Zum Inhalt: Dieses Buch (Info an LovelyBooks: dies ist mehr als ein Sachbuch, es ist eine Doppel-Biografie!) beleuchtet das Leben der beiden Wissenschaftler Galileo Galilei (1564-1642) und Johannes Kepler (1571-1630): der Italiener in Pisa geboren und in Florenz lebend, Philosoph, Astronom, Mathematiker und Physiker; der Deutsche in Weil der Stadt geboren und in Prag lebend, Philosoph, Astronom, Mathematiker, Astrologe, und Theologe. Bei den detaillierten Biografien liegt der Fokus ganz klar auf den Briefkontakten zwischen 1609 und 1612 (obwohl der erste Briefwechsel bereits 1597 bzgl. Keplers Erstlingswerk „Weltgeheimnis“ erfolgte). „Die bisher wenig beachtete Korrespondenz wirft auf beide Forscher ein neues Licht: Im Spiegel des jeweils anderen zeigen sich ihre Weitsicht und Engstirnigkeit, ihre gedankliche Stärke und Ignoranz.“ Meine Meinung: Diese Biografie habe ich regelrecht verschlungen. Ich habe mich zwar schon immer für Astronomie, Planeten und das Universum interessiert, aber ich bin überzeugt, dass mich dieses Buch auch ohne diese Interessen völlig in den Bann gezogen hätte. Es ist leicht verständlich geschrieben, selbst für Menschen wie mich, die mit Mathematik und Physik leider nicht viel anfangen können. Besonders gut gefiel mir dabei der Bezug zur heutigen Zeit, d.h. die Gedankenmodelle der Wissenschaftler werden dem Leser genau aufgezeigt, aber es wird auch immer nachgereicht, wie sich die Sachlage in Wirklichkeit verhält, also nach heutigem Erkenntnisstand. Ein weiterer Grund für meine Begeisterung liegt an dem psychologischen Aspekt: dem Gegenüberstellen der sehr konträren Charaktere der beiden Protagonisten und der sich daraus ergebenden unterschiedlichen Denkmodelle und Vorgehensweisen. Dabei musste ich v.a. bei Galilei staunen (über Kepler hatte ich bisher leider kein Vorwissen) und sehe ihn nun mit anderen Augen. Ich will hier nicht zu viel verraten, nur erwähnen, dass ich einfach bis jetzt zu sehr von legendären Sätzen wie „Und sie dreht sich doch“ geblendet war. Ich sah Galilei als jemanden, der sich gegen die Kirche auflehnte und ihr trotzte, dabei war er tiefgläubig und ihr ergeben. Obwohl beide Anhänger des kopernikanischen Weltbilds (bei der sich die Planeten um die Sonne drehen = Heliozentrik) waren, unterschieden sich ihre Vorstellungen dennoch in Vielem: Kepler berechnete die Mars-Bahn als Ellipse – „Tatsächlich sind die Ellipsen Keplers viel revolutionärer für die Geschichte der Astronomie gewesen als die Heliozentrik des Kopernikus.“ –, während Galilei weiter von den Kreisbahnen überzeugt war. Kepler glaubte an die Sonne als treibende Kraft und an Anziehungskräfte zwischen Erde und Mond als Begründung für die Gezeiten, während Galilei Ebbe und Flut auf die Rotation der Erde zurückführte und versuchte, das Naturschauspiel als Beweis für die kopernikanische Weltsicht zu verwenden. Die Pointe dabei: gerade die Kirche bewahrte ihn vor einer Peinlichkeit, indem sie ihm verbot, seinen „Dialog über die beiden hauptsächlichen Weltsysteme“ mit „Dialog über Ebbe und Flut“ zu betiteln. Und dennoch war Galilei ein größerer Ruhm beschieden, obwohl Kepler mit seinen Ideen (Ellipsen, Anziehungskräfte) unserer Wirklichkeit eigentlich näher kam. „Beide stehen für eine neue Weltsicht. Während Kepler sich Galilei genau deshalb so verbunden fühlt, betont dieser ausschließlich ihre Differenzen. Seinem Resümee zufolge liegen ihre Auffassungen so weit auseinander, dass sein eigener physikalischer Unterbau und Keplers Himmelsdach an keiner Stelle richtig zusammenpassen.“ Kepler war offen für neue Ideen und suchte den Austausch, während Galilei sich weigerte, andere Ideen anzunehmen oder darüber zu diskutieren, er wollte alle Erkenntnisse selbst gewinnen und dabei der Erste sein. Während Kepler kein Problem hatte, Fehler zuzugeben, verfiel Galilei in Schweigen. „Ein Wissenschaftler ist eine Mimose, wenn er selbst einen Fehler gemacht hat, und ein brüllender Löwe, wenn er bei anderen einen entdeckt.“ (Albert Einstein) „Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern dadurch, dass die Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vorneherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist.“ (Max Planck) Die Biografie enthält einige interessante Abbildungen und im Anhang drei Zeittafeln (zu den beiden Männern und eine zum Weltgeschehen), Bilder und einen – wunderbar kommentierten! – Literaturnachweis nach Kapiteln sortiert. Fazit: Eine der besten Biografien, die ich bis jetzt gelesen habe! Ich kann sie jedem bedenkenlos empfehlen, unabhängig von Interessen und Vorwissen.

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