Thomas von Steinaecker

 3.7 Sterne bei 92 Bewertungen

Alle Bücher von Thomas von Steinaecker

Wallner beginnt zu fliegen

Wallner beginnt zu fliegen

 (26)
Erschienen am 05.03.2009
Die Verteidigung des Paradieses

Die Verteidigung des Paradieses

 (23)
Erschienen am 23.11.2017
Der Sommer ihres Lebens

Der Sommer ihres Lebens

 (9)
Erschienen am 01.09.2017
Geister

Geister

 (13)
Erschienen am 22.03.2016
Schutzgebiet

Schutzgebiet

 (10)
Erschienen am 22.03.2016
Klang. Welt.

Klang. Welt.

 (0)
Erschienen am 11.09.2008

Neue Rezensionen zu Thomas von Steinaecker

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pantaubookss avatar

Rezension zu "Der Sommer ihres Lebens" von Thomas von Steinaecker

Eine warmherzige und authentische Geschichte!
pantaubooksvor 4 Monaten

Dieser Graphic Novel ist etwas ganz Besonderes, wenn auch nicht für zarte Gemüter. Denn Alter und Tod sind für viele Menschen ein sensibles und auch beängstigendes Thema, über das nur sehr ungerne nachgedacht, geschweige denn gesprochen wird. Aus diesem Grund ist Der Sommer ihres Lebens so lesenswert. Zwar wird der Alltag im Seniorenheim sehr realistisch, aber nicht zu detailliert dargestellt. Trotzdem bleibt eine ungeschminkte Wahrheit, wie alte Menschen mit so einer einschneidenden Veränderung im Alter zurechtkommen, welche Dinge für sie an Wert verlieren und welche an Wert gewinnen. Und genau das hat mich so sehr an dieser Geschichte fasziniert.

In Der Sommer ihres Lebens lernt man Gerda zunächst in der Gegenwart kennen. Im Seniorenheim findet sie sich auf den Fluren schlecht zurecht, sie ist von fremden Menschen umgeben und muss akzeptieren, dass ihr Körper nicht mehr das kann, was sie möchte. Die Arme beim täglichen Waschen zu heben fällt ihr zum Beispiel zunehmend schwer. Wer selbst den körperlichen Verfall eines Menschen hautnah miterlebt, vielleicht Altenheime schon von innen kennengelernt hat, weiß, wir hart das Leben dort und im Alter generell ist. Barbara Yelin hat diese Tatsachen sehr authentisch in ihren Zeichnungen eingefangen und erlaubt damit einen ungeschönten Einblick in einen Lebensabschnitt, den die meisten von uns noch vor sich haben.

Oft denke ich ich bin schon tot. Und das hier ist die Ewigkeit. Früher raste die Zeit. Erinnere ich mich daran, sticht es. Trotzdem will ich jetzt wieder öfter an früher denken. Ich spüre dann, ich lebe noch. (S. 8-9)

Gerdas gedankliche Rückblicke in ihre Vergangenheit werden in den Panels farblich von der Gegenwart abgehoben, sind in warmen und freundlichen Tönen gehalten. Sie beginnen mit ihrer Schulzeit, in der sie sich als einzige Frau für Astrophysik begeistern kann und damit eine ziemliche Exotin darstellt. Gerdas Charakter ist sehr interessant, denn nicht nur ihre Begeisterungsfähigkeit für eine Männerdomäne, auch ihre Sanftheit und ihre Kultiviertheit machen sie zu einer Figur, der man gerne folgt. Ihren Sinn für die Schönheit der Natur und ihre oftmals weisen Gedanken, die sie sowohl in ihrer Jugend schon hatte und auch im Alter nicht verloren hat, haben mich sehr gefesselt und begeistert.

Alles, was möglich ist, geschieht auch. In dieser oder in einer anderen Welt. (S. 50)

Man kann den Graphic Novel Der Sommer ihres Lebens auch als experimentell bezeichnen – aber nur im positiven Sinne. Nicht nur, dass man sich mit der Geschichte an sich schon an ein seltenes Thema herangewagt hat, auch was den Zeichenstil betrifft, wurde von Barbara Yelin einiges ausprobiert. Sowohl was die Anordnung der Panels und die Größe der Zeichnungen anbelangt, als auch was die raumzeitliche Logik betrifft, ist dieser Graphic Novel etwas ganz Besonderes. So kann es sein, dass man das gesamte Buch drehen muss, um eine Zeichnung vollständig erfassen zu können, was ich absolut genial fand!

Wenn es so weit ist werden meine fünfundachzig Jahre (aufgerundet!) ungefähr null Komma null null null null null null zwei Prozent der gesamten Existenz der Erde und null Komma null null null null null null null sieben Prozent jener des Universums ausgemacht haben. (S. 57-58)

Wie schon oben angedeutet, ist die Geschichte genauso belebend, wie gefühlvoll. Vor allem zum Ende hin, musste ich einige Male eine Pause einlegen, um das Gelesene auf mich wirken zu lassen. Dass man berührt ist, zeugt nur von der einfühlsamen Herangehensweise dieses Graphic Novels an ein schwieriges Thema, das ich so zuvor noch nicht gelesen habe. Sowohl Barbara Yelin als auch Thomas Steinaecker haben hervorragend zusammen harmoniert und eine Geschichte erschaffen, die hoffentlich viele lesen und für ihr eigenes Leben nutzen können.

Fazit & Bewertung

Der Sommer ihres Lebens von Barbara Yelin und Thomas Steinaecker ist ein Graphic Novel, den ich jedem empfehlen kann, der warmherzige und authentische Geschichten abseits der kommerziellen Themen sucht. Ein Graphic Novel, der mich sehr berührt hat und mir einen ganz anderen Blick auf die Frage gegeben hat: Bist du glücklich? Lest ihn!

https://pantaubooks.wordpress.com/

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Pongokaters avatar

Rezension zu "Der Sommer ihres Lebens" von Thomas von Steinaecker

Berührend einfach - einfach berührend
Pongokatervor einem Jahr

Zurecht hochgelobt wird dieses Buch von Barbara Yelin (Bild) und Thomas von Steinaecker (Text). Auf eine stille, unaufdringliche Art bekommen wir die letzten Monate im Leben einer alten Frau mit, die einen Blick auf ihre Vergangenheit wirft. Berührend einfach - einfach berührend.

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Schmiesens avatar

Rezension zu "Die Verteidigung des Paradieses" von Thomas von Steinaecker

Insgesamt eine enttäuschende Angelegenheit
Schmiesenvor einem Jahr

"Stolz und froh werde ich ihnen die beschriebenen Seiten zeigen, unsere Geschichte, die Geschichte unseres Überlebens. Solange ich schreibe, überleben wir."

Heinz ist 15 Jahre alt und lebt mit Cornelius, Anne, Özlem, Chang, Jorden und seinem Robo-Fennek auf einer Farm in den Alpen - nach dem scheinbar globalen Weltuntergang. Sie können dort nur überleben, weil das Areal nach wie vor von einer Kuppel geschützt ist. Seit 12 Jahren sind sie von der Außenwelt abgeschnitten und leben von Viehzucht und Ackerbau. Bis eines Tages der Schild verrücktspielt und sie sich der enormen Hitze und Strahlung der Außenwelt ausgesetzt sehen. Und dann finden auch noch zwei Eindringlinge den Weg zu ihnen. Klar ist: Die Gruppe fühlt sich auf der Alm nicht mehr sicher. Also beschließen sie loszuziehen - in die Große Ebene, in Richtung Frankreich zum Großen Lager, das mehr Legende und Hoffnung denn Realität ist.

Das Setting dieses Romans hat mich außerordentlich angesprochen. Endlich sind es einmal nicht die USA, die den Weltuntergang erleben, sondern Mitteleuropa, gar Deutschland. Was kann da wohl geschehen sein? Wir befinden uns außerdem in einer gar nicht so fernen Zukunft, in der Roboter menschlicher sind als die Menschen, künstliche Biotope und Zonen das Leben ermöglichen (alles dazwischen ist verstrahlt) und überall hochmoderne Technik herrscht. Bis es das dann eben nicht mehr oder nur noch in sehr eingeschränkter Form gibt. 

Unsere Gruppe auf der Alm weiß nur eines: Deutschland gibt es so nicht mehr, und höchstwahrscheinlich war die Katastrophe global, denn sonst würden die Großmächte doch helfen. Oder? Jedenfalls sind die sechs (später sieben mit Baby Xiwang) genug damit beschäftigt, ihr eigenes Überleben zu sichern. Als es eines Tages zu einigen Unannehmlichkeiten kommt, die das Leben auf der Alm erschweren, entscheiden sie sich Hals über Kopf, loszuziehen. Durch verstrahltes Gebiet, in dem sie mordende Banden vermuten. Mit einem Baby. Wie bitte?! Der gesamte Rest des Buches basiert auf dieser völlig irrationalen, dämlichen Entscheidung, und das hat mich ungemein gestört.

Unser Chronist und Protagonist Heinz ist ein pubertierender, teilweise wahnsinnig nervtötender Teenie, der die Geschichte seiner Gruppe in seinen Heften aufschreibt. Demnach heißen die jeweiligen Teile des Buches auch "Blaues Heft", "Gelbes Heft", etc. Dieses Arrangement hat mir sehr gut gefallen, da es so immer wieder zu Stilbrüchen kam. Bei der Wanderunge durch die Ebene reißen Sätze manchmal unvollendet ab, manchmal besteht ein Kapitel nur aus einem Wort. Das vermittelt sehr authentisch Heinz Entkräftung und seine Unfähigkeit, mehr zu schreiben. Jedes Heft hat also seinen eigenen Stil und seine eigene Geschichte.

Die Geschichten blieben mir allerdings merkwürdig fern. DIe anderen Gruppenmitglieder habe ich nie ganz durchschaut. Ihre Beziehungen untereinander und insbesondere zu Heinz waren unlogisch, sprunghaft und mehr feindlich denn freundlich. Das mag allerdings auch an Heinz Fantasie liegen. Darunter fallen auch seine unfassbar kitschigen Briefe an den und von dem Vater, der seiner Vorstellung nach in einer Raumsonde um die Erde fliegt. Da habe ich einige Male die Augen verdreht.

Nun gut, Heinz macht allerdings auch eine einigermaßen glaubwürdige Entwicklung durch, was ich bei so einem Setting immer sehr wichtig finde. Die Stationen der Reise sind auf einer objektiven Basis schockierend und widerwärtig (Morde, Mutanten, Notwehr, Vergewaltigung, Factories, ...), auf einer subjektiven allerdings nur die Aneinandereihung postapokalyptischer Szenariern. Ich habe kaum Spannung und Neugierde empfunden, musste mich immer wieder zum Weiterlesen aufraffen und wurde mit keinem der Charaktere in diesem Buch warm, am allerwenigsten mit Teenie-Heinz. Dennoch, das Ende war überraschend, anders und gelungen. 

Insgesamt lässt das Buch an der Menschheit zweifeln, da das Szenario sicher nicht abwegig ist, und es betrachtet sogar das aktuelle Migrationsthema auf eine neue, ungekannte Weise. Dafür, für den interessanten Stil und das tolle Setting möchte ich 3 Sterne vergeben. Charaktere, Geschichte und Geschehnisse konnten mich allerdings weder überzeugen noch berühren. 

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