Thor Kunkel Subs

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Inhaltsangabe zu „Subs“ von Thor Kunkel

Die neuen Sklaven sind da Eine »provokante Petitesse zum selbstgefälligen Amusement« – so nennt Claus seiner Frau gegenüber seine Annonce für die neue Putzfrau. Zu ihrer Überraschung melden sich auf die Anzeige dann tatsächlich Menschen, die sich ernsthaft als »Sklave « bewerben. Als sich Claus für Bartos, einen promovierten Altphilologen, und dessen Frau Svetlana entscheidet, ahnt er nicht, wie schnell er von seinen »Subs« abhängig werden soll. Bald bieten immer mehr Sklaven ihre Dienste an. Die Rechtsanwältin Evelyn und ihr Mann Claus, ein Schönheitschirurg, führen ein sorgenfreies Leben in einer schmucken Villa in Grunewald. Der Alltag der beiden gerät durcheinander, als die polnische Haushaltshilfe spurlos verschwindet und sich auf Claus’ augenzwinkernd gemeinte Stellenanzeige plötzlich Langzeitarbeitslose, Asylanten und überqualifizierte Akademiker ernsthaft als »Sklaven« bewerben. Zunächst sind sie überrascht und schockiert, doch warum sollten sie auf die Annehmlichkeiten verzichten? Sie haben das nötige Geld, und in der liberalen Spaß-Gesellschaft der Hauptstadt ist das »erlaubt, was man sich leisten kann«. Also entscheiden sie sich für Bartos, einen promovierten Altphilologen, und dessen Frau Svetlana. Eines Tages regt Bartos den Bau eines Schwimmbads auf dem ungenutzten Rasen vor der Villa an, ein teures Vorhaben, das durch den Einsatz von illegalen Arbeitskräften bewältigt werden soll. Und so rücken eines Nachts weitere Familien an, die seit Jahren ein Leben in selbstgewählter Sklaverei führen. Doch bald kommt es zu ersten Unstimmigkeiten in der »Solidargemeinschaft nach römischem Vorbild« . . .

Im aktuellen "Stern" bekommt das Buch die Höchstwertung in der Buchkritik.

— Holden
Holden

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  • Sklavenhaltung

    Subs
    Phil Decker

    Phil Decker

    18. March 2014 um 11:22

    Hatte ich in der Schummelkiste gefunden. Ich lese den Autor auch gerne, weil er es versteht zu überzeichnen. Das ist ihm hier auch gut gelungen, nur am Ende wurde es mir etwas zu skuril.

  • Interessant und kritisch

    Subs
    Mario-at-GameKritik

    Mario-at-GameKritik

    08. April 2013 um 15:00

    Die Story über Sklaven in unserer heutigen Gesellschaft ist schockierend – vor allem weil die dargestellte Fiktion an viel zu vielen Punkten bereits vorhanden ist. Dass ein reiches Ehepaar sich ein Sklavenheer nach römischem Vorbild erbaut, halte ich natürlich für äußerst unwahrscheinlich. Doch allzu abwegig ist der Gedanke leider nicht. Das Buch schockiert mit seiner allzu großen Nähe zu unserer Realität. Ein interessanter und spannender Zugang zu einem hochpräsenten Thema: Wo hat der Mensch seine Grenzen und welche Tabus gibt es in unserer Gesellschaft überhaupt noch? Auf alle Fälle lesenwert! Die komplette Rezension von mir hier: http://www.game-kritik.net/6853/subs/#more-6853

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  • Rezension zu "Subs" von Thor Kunkel

    Subs
    thursdaynext

    thursdaynext

    Eine Gemeinschaftsrezi aus dem Hause Rallus/Thursdaynext Voll auf die Fresse - ("Was ist die globale Marktwirtschaft anderes als der brutalste und elendste Sklavenmarkt, den es gibt") Und nochmal nachgetreten hat der Autor Thor Kunkel mit seinem Roman Subs. An diesem Buch haben wir gelitten. Einzig die Sprache darin erfreute das Herz . Kurz..... bis ein stilles Grauen auch den gelungenen allegorischen, kraftvollen Stil negierte. "Der neue Imperativ unserer Zeit bleibt der heimliche Abkehr vom Gleichheitsgedanken..." F*, was für ein realistisches Drecksbuch! Was ist besser als Moral? Manch einer wendet sich müde von diesem bekannten Witz ab, Kunkel denkt konsequent, infam weiter und persifliert unsere Doppelmoral Gesellschaft. Nicht subtil oder hintergründig. Nein uns wird unsere doppelbödige, unmenschliche, kapitalistische und egoistische Art zu leben in den Mund gestopft und wir müssen immer mehr schlucken, weiterlesen bis es schmerzt. Realsatire in ihrer zynischsten Form! "Das Stimmvieh weiß inzwischen Bescheid, die Verdrießlichkeit darüber ist groß. Es wurde in den letzten Jahren einfach zu viel gelogen, die mediale Tarnkappe der Strippenzieher ist löchrig geworden. Ich glaube, dass die breite Masse nicht mehr lange stillhalten wird." Alles ist enthalten - der Geldwahnsinn, das auf Pump leben, die abgedrehten kapitalistischen von Langeweile geplagten Sexspielchen, der menschenunwürdigen Menschenhandel, die bekloppten Medien. Da erscheint uns Sklavenhaltung plötzlich als menschenfreundlich, wenn man den entwurzelten und ausgespuckten der Gesellschaft einen Ort zum hausen im Tausch gegen ihre Arbeitskraft und völlige Unterordnung gibt. Genau dies praktizieren Claus, Schöheitschirurg mit Spezielgebiet Fettabsaugung und Evelyn , Juristin in ihrer großzügigen Villa in Grunewald. Nutzlose Hedonisten, Dinks , nicht gewöhnt, nicht sofort alles zu bekommen was sie sich wünschen . Doch auf ihre "kreative" Chiffrenanzeige nach einer Haushälterin meldet sich Bartos und dieser sprengt ihre kühnsten Erwartungen....... Was als zynischer Scherz begann wird nach und nach zu bitterem Ernst. Nach und nach ziehen immer mehr Sklaven (Subs genannt) in ihre hektargroße Wohlfühlvilla und Claus und Evelyn werfen ihre ohnehin rudimentären, Moralvorstellungen völlig ab. Denn diese Menschen sind und fühlen sich als ihre Sklaven. Claus genießt, Evelyn moralisiert, halbherzig. So ganz kann sie sich nicht entziehen. "Die kapitalistische Demokratie, dieses plumpeste aller politischen Täuschungsmanöver, ist im Windkanal des 21.Jahrhunderts gescheitert. Wir sind in einer Kultur eingeschlafen und auf einem Marktplatz erwacht. Ein großes Kaufhaus ist vieles, aber eben keine Gesellschaft mit ethisch-sittlichen Normen. Wer zahlt, bestimmt"! Wir haben doch die Freiheit, mag so mancher Verfechter der Demokratie einwerfen. Doch wie haben wir diese pervertiert. Schon Bernard Shaw schrieb: "Ich bin bekannt für meine Ironie. Aber auf den Gedanken, im Hafen von New York eine Freiheitsstatue zu errichten wäre selbst ich nicht gekommen" und Ernst Jünger: "Die Sklaverei läßt sich bedeutend steigern, indem man ihr den Anschein von Freiheit gewährt" Sind Claus und Evelyn frei? Oder ist dies nur die scheinbare Freiheit die uns unsere Gesellschaft vorgaukelt. Sind dann nicht die Sklaven die eigentlich Freien?! Und ist dies nicht nur ein Spiel wie auch in Rom am 17.Dezember das Fest der Saturnalien gefeiert wurde. Wichtigster Aspekt der Saturnalien war die Aufhebung der Standesunterschiede, auch Sklaven wurden an diesem Tag von ihren Herren wie Gleichgestellte behandelt, teilweise wurden die Rollen sogar (scherzhaft) umgekehrt, so dass die Herren ihre Sklaven bedienten. So wurde schon in der Antike der Begriff Freiheit und Sklaverei als scheinbar empfunden. Und so lasen wir mit Abscheu und widerwilligem Chapeau diese schonungslose Offenlegung der derzeitigen gesellschaftlichen Mechanismen. Die Schmerzgrenze war schnell erreicht, noch schneller überschritten. Das Prinzip Hoffnung zerpflückte Kunkel sofort. Die mediale Spaß - und Konsumgesellschaft ist so eingelullt, dass mit Gegenmaßnahmen nicht zu rechnen ist, wie er schlüssig belegt. Bis zum Schluss dreht Kunkel diese Schmerzschraube. "Ich fürchte uns fehlt der Abgrund, in den wir uns stürzen können. Wir liegen ja längst zerschmettert am Boden" Die ( rein psychische ) zynische Brutalität dieses Romans wird nur noch von seiner Ehrlichkeit übertroffen. Wahrheit schmerzt Lesen sollte man ihn dennoch , oder besser, genau deswegen! Dessillusionierte 5 Sterne mit beiden Händen zu Fäusten geballt.

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  • Rezension zu "Subs" von Thor Kunkel

    Subs
    rallus

    rallus

    18. October 2012 um 10:46

    Eine Gemeinschaftsrezi aus dem Hause Thursdaynext und Rallus Voll auf die Fresse ("Was ist die globale Marktwirtschaft anderes als der brutalste und elendste Sklavenmarkt, den es gibt") Und nochmal nachgetreten hat der Autor Thor Kunkel mit seinem Roman Subs. An diesem Buch haben wir gelitten. Einzig die Sprache darin erfreute das Herz . Kurz..... bis ein stilles Grauen auch den gelungenen allegorischen, kraftvollen Stil negierte. "Der neue Imperativ unserer Zeit bleibt der heimliche Abkehr vom Gleichheitsgedanken..." F*, was für ein realistisches Drecksbuch! Was ist besser als Moral? Manch einer wendet sich müde von diesem bekannten Witz ab, Kunkel denkt konsequent, infam weiter und persifliert unsere Doppelmoral Gesellschaft. Nicht subtil oder hintergründig. Nein uns wird unsere doppelbödige, unmenschliche, kapitalistische und egoistische Art zu leben in den Mund gestopft und wir müssen immer mehr schlucken, weiterlesen bis es schmerzt. Realsatire in ihrer zynischsten Form! "Das Stimmvieh weiß inzwischen Bescheid, die Verdrießlichkeit darüber ist groß. Es wurde in den letzten Jahren einfach zu viel gelogen, die mediale Tarnkappe der Strippenzieher ist löchrig geworden. Ich glaube, dass die breite Masse nicht mehr lange stillhalten wird." Alles ist enthalten - der Geldwahnsinn, das auf Pump leben, die abgedrehten kapitalistischen von Langeweile geplagten Sexspielchen, der menschenunwürdigen Menschenhandel, die bekloppten Medien. Da erscheint uns Sklavenhaltung plötzlich als menschenfreundlich, wenn man den entwurzelten und ausgespuckten der Gesellschaft einen Ort zum hausen im Tausch gegen ihre Arbeitskraft und völlige Unterordnung gibt. Genau dies praktizieren Claus, Schöheitschirurg mit Spezielgebiet Fettabsaugung und Evelyn , Juristin in ihrer großzügigen Villa in Grunewald. Nutzlose Hedonisten, Dinks , nicht gewöhnt, nicht sofort alles zu bekommen was sie sich wünschen . Doch auf ihre "kreative" Chiffrenanzeige nach einer Haushälterin meldet sich Bartos und dieser sprengt ihre kühnsten Erwartungen....... Was als zynischer Scherz begann wird nach und nach zu bitterem Ernst. Nach und nach ziehen immer mehr Sklaven (Subs genannt) in ihre hektargroße Wohlfühlvilla und Claus und Evelyn werfen ihre ohnehin rudimentären, Moralvorstellungen völlig ab. Denn diese Menschen sind und fühlen sich als ihre Sklaven. Claus genießt, Evelyn moralisiert, halbherzig. So ganz kann sie sich nicht entziehen. "Die kapitalistische Demokratie, dieses plumpeste aller politischen Täuschungsmanöver, ist im Windkanal des 21.Jahrhunderts gescheitert. Wir sind in einer Kultur eingeschlafen und auf einem Marktplatz erwacht. Ein großes Kaufhaus ist vieles, aber eben keine Gesellschaft mit ethisch-sittlichen Normen. Wer zahlt, bestimmt"! Wir haben doch die Freiheit, mag so mancher Verfechter der Demokratie einwerfen. Doch wie haben wir diese pervertiert. Schon Bernard Shaw schrieb: "Ich bin bekannt für meine Ironie. Aber auf den Gedanken, im Hafen von New York eine Freiheitsstatue zu errichten wäre selbst ich nicht gekommen" und Ernst Jünger: "Die Sklaverei läßt sich bedeutend steigern, indem man ihr den Anschein von Freiheit gewährt" Sind Claus und Evelyn frei? Oder ist dies nur die scheinbare Freiheit die uns unsere Gesellschaft vorgaukelt. Sind dann nicht die Sklaven die eigentlich Freien?! Und ist dies nicht nur ein Spiel wie auch in Rom am 17.Dezember das Fest der Saturnalien gefeiert wurde. Wichtigster Aspekt der Saturnalien war die Aufhebung der Standesunterschiede, auch Sklaven wurden an diesem Tag von ihren Herren wie Gleichgestellte behandelt, teilweise wurden die Rollen sogar (scherzhaft) umgekehrt, so dass die Herren ihre Sklaven bedienten. So wurde schon in der Antike der Begriff Freiheit und Sklaverei als scheinbar empfunden. Und so lasen wir mit Abscheu und widerwilligem Chapeau diese schonungslose Offenlegung der derzeitigen gesellschaftlichen Mechanismen. Die Schmerzgrenze war schnell erreicht, noch schneller überschritten. Das Prinzip Hoffnung zerpflückte Kunkel sofort. Die mediale Spaß - und Konsumgesellschaft ist so eingelullt, dass mit Gegenmaßnahmen nicht zu rechnen ist, wie er schlüssig belegt. Bis zum Schluss dreht Kunkel diese Schmerzschraube. "Ich fürchte uns fehlt der Abgrund, in den wir uns stürzen können. Wir liegen ja längst zerschmettert am Boden" Die (rein psychische) zynische Brutalität dieses Romans wird nur noch von seiner Ehrlichkeit übertroffen. Wahrheit schmerzt Lesen sollte man ihn dennoch, oder besser, genau deswegen! Dessillusionierte 5 Sterne mit beiden Händen zu Fäusten geballt.

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  • Rezension zu "Subs" von Thor Kunkel

    Subs
    bücherelfe

    bücherelfe

    Eine schicke Villa in Grunewald; ein Schönheitschirurg, eine Rechtsanwältin und eine verschwundene polnische Perle. Das ist der Stoff mit dem Thor Kunkel's Roman beginnt. Chirurgen operieren, Rechtsanwältinnen schlagen sich mit Paragraphen herum und Haushaltsperlen sorgen für Glanz und Gaumenschmaus. Aber was, wenn die Perle sang- und klanglos verschwindet, das schmucke Haus langsam einstaubt und der sich selbst befüllende Kühlschrank noch nicht erfunden ist? Der Mann des Hauses nimmt die Sache in die Hand und schaltet ein witzig gemeintes Stelleninserat. Wer hätte denn damit gerechnet, dass sich tatsächlich Menschen ganz ernsthaft als „Sklaven“ bewerben? Die eloquent vorgetragene Erklärung von Bewerber Bartos – seines Zeichens Altphilologe - ist durchaus stimmig. „Den Jahren der sozialen Apartheid wird eine neue feudalistische Zeit folgen, die neuen Privatbesitztümer wird man ohne Sklaven gar nicht mehr bewirtschaften können. Man könnte etwas überspitzt sagen, die Berufung zum Sklaven hat Zukunft!" Unvermittelt findet sich das erfolgsverwöhnte Ehepaar als Sklavenhalter wieder. Mit Bartos und seiner Gefährtin Lana steht den beiden ab sofort ein „rund um die Uhr-Verwöhnprogramm“ der Luxusklasse zur Verfügung. Aber was ein guter Sklave ist, sorgt dafür, dass seine Herren alles bekommen, was ihnen zusteht; und weil das mit nur zwei Sklaven nicht zu schaffen ist, besorgt Obersklave Bartos kurzerhand weitere Sklaven. Hinter dem Haus entsteht ein ganzes Sklavendorf. Während die Herrin durchaus mit Skrupeln kämpft, geniesst der Herr des Hauses seine Rolle als Sklavenhalter sehr. Spätrömische Dekadenz macht sich breit. Aber wer hat in dieser Gemeinschaft eigentlich die Fäden in der Hand? Sklaverei gibt es doch heute nicht mehr; schon gar nicht in Europa? Falsch! Im Buch verstreute Zeitungsmeldungen belehren uns eines Besseren. Von diesen ganz krassen Beispielen mal abgesehen, kommen Menschen, die in sogenannt prekären Arbeitsverhältnissen leben, in der Realität wesentlich schlechter weg als die beiden Sklaven in „Subs“. Immerhin haben Bartos und Lana Kost und – äusserst mondänes – Logis ... Fazit: Gesellschaftskritischer und äusserst unterhaltsamer Roman bei dem einem das Lachen zeitweilig im Hals stecken bleibt.

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    thursdaynext

    thursdaynext

    12. July 2011 um 18:13
  • Rezension zu "Subs" von Thor Kunkel

    Subs
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    26. April 2011 um 23:34

    Es sollte nur provokant formuliert sein, aber auf die Anzeige des Schönheitschirurgen Claus und seiner Frau Evelyn, einer Juristin, in der eine Sklavin gesucht wird, haben sich tatsächlich Interessenten gemeldet. Schließlich entscheidet sich das Ehepaar, oder vielmehr Claus, denn Evelyn hat doch leise moralische Skrupel, für die schöne Lara und ihren Gefährten Bartos. Bartos, ein Altphilologe, liefert eine ideologische Rechtfertigung für eine Neuauflage der römischen Tradition der Sklaverei. Von da an läuft erst einmal alles reibungslos. Lara und Bartos verwöhnen Claus und Evelyn nach Strich und Faden. Und Bartos sorgt dafür, dass ein Swimming Pool im Garten gebaut wird. Durch die Arbeit weiterer Sklaven, versteht sich. Aber kann das auf Dauer gutgehen? Weltweit nimmt die Sklaverei wieder zu, aber in Deutschland? In einer Demokratie? Die Frage ist, ob in unserer Gesellschaft zwischen Niedriglohnsektor, Hartz IV und Sklaverei überhaupt noch eine Grenze besteht. Ist ein Ein-Euro-Job, bei dem man von den Behörden schikaniert wird, besser als für eine ähnlich miese Arbeit freie Kost und Logis auf einem Luxusanwesen zu erhalten? Was aber passiert, wenn man sich erst einmal darauf eingelassen hat, die Regeln der Demokratie außer Kraft zu setzen? Was macht das mit dem Charakter und dem Moralempfinden? „Der Sub ist eine von vielen neuen Lebensformen, die auf der Schwelle siedeln, an der die Würde des Menschen endet. Und die endet sofort, wenn dir die Penunzen ausgehen. Dann stehst du da! Deine Bürgerrechte zählen nichts mehr: du begreifst plötzlich, das Einzige, was dich beschützt, ist das Geld.“ Dem wird jeder Hartz IV-Empfänger zustimmen können. Diese intelligente Satire nimmt den Ausspruch von der neuen spätrömischen Dekadenz wörtlich. Herausgekommen ist ein lesenswertes Buch, bei dem mir das Lachen in der Kehle stecken blieb. Ist das wirklich Fiktion oder findet Ähnliches nicht schon längst hinter den Mauern der Luxusanwesen statt? Auch wenn der Schreibstil manchmal etwas zu bemüht intellektuell ist, hängt dieser realistische und empfehlenswerte Roman lange nach und regt zum Nachdenken über die Struktur unserer Gesellschaft an.

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