Ich will dir in die Augen sehen

von Thordis Elva und Tom Stranger
5,0 Sterne bei3 Bewertungen
Ich will dir in die Augen sehen
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

KateDakotas avatar

Wenn Vergebung Befreiung ist ...

Lizzy_bookss avatar

Wow, ein sehr emotionales Buch!

Alle 3 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Ich will dir in die Augen sehen"

Selten ist ein Buch so viel in den Medien besprochen worden wie dieses: Darf jemand das, dem Vergewaltiger vergeben - und warum tut Thordis Elva das öffentlich? Warum räumt sie Tom Stranger seitenlang Raum ein in ihrem authentischen Schicksalsbericht - und welche Erkenntnisse hat ein Täter beizutragen? Entstanden ist ein tief berührendes Buch, in dem sich die beiden, Thordis Elva und Tom Stranger, mit wichtigen Fragen auseinandersetzen: mit der Tatsache des Missbrauchs, der Schuld, dem Vertrauen und der Möglichkeit der Vergebung -, aber auch mit ihrem eigenen Erleben, der Opferrolle und den lebenslangen Folgen einer entsetzlichen Tat.
Die Isländerin Thordis Elva ist 16, als sie von ihrem Freund vergewaltigt wird. Nach einer Party nutzt Tom, der australische Austauschschüler, ihre Wehrlosigkeit aus und missbraucht sie stundenlang. Danach ist für Thordis wie auch für Tom nichts mehr wie zuvor. Beide versuchen auf ihre Weise, den Missbrauch zu verarbeiten – vergeblich. Bis Thordis Jahre später mit Tom Kontakt aufnimmt. Sie schlägt ihm ein Treffen vor, in Kapstadt, auf halber Strecke zwischen Reykjavik und Sydney. Ihr Ziel: Sie will Tom die Tat vergeben und so endlich die Opferrolle ablegen. Auch Tom hat seine Sicht der Dinge zu erzählen.
Dieser ehrliche und authentische Bericht einer emotional riskanten Begegnung spricht Frauen und Männer an - denn Vergewaltigung und Missbrauch in der Partnerschaft sind heiß diskutierte Debattenthemen.
Auf einzigartige Weise schildern die vielfach ausgezeichneten Autorin und Journalistin Thordis Elva, die sich für Gewaltprävention einsetzt, und Tom Stranger, der auch als Sozialarbeiter tätig war, was damals zwischen ihnen wirklich passiert ist. Wie man es schafft, eine Vergewaltigung tatsächlich Vergewaltigung zu nennen, wie man als Opfer die Opferrolle ablegt und als Täter lernt, das Unsagbare auszusprechen. Und wie es sich anfühlt, wenn es nach langen Jahren im Austausch gelingt, das Unfassbare zu verarbeiten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426788837
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:368 Seiten
Verlag:Knaur Taschenbuch
Erscheinungsdatum:02.07.2018

Rezensionen und Bewertungen

Neu
5 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne3
  • 4 Sterne0
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    KateDakotas avatar
    KateDakotavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wenn Vergebung Befreiung ist ...
    Eine Geschichte, die an die Substanz geht ...


    Ich habe ein Faible für wahre Geschichten, weil ich es unglaublich finde, welche Stories das Leben manchmal schreibt. Stories, die sich kein Autor ausdenken kann.
    "ich will dir in die Augen sehen" von Thordis Elva und Tom Stranger ist so eine.
    Zum ersten Mal habe ich von diesem Buch in einer Fernsehsendung gehört. Ich dachte: Wie bitte? Eine Frau trifft ihren Vergewaltiger, um mit ihm gemeinsam die Tat aufzuarbeiten? Wie seltsam ist das denn? Ich konnte nicht anders, ich musste dieses Buch haben. Weil ich wissen musste, wie diese beiden Menschen ticken, was sie überhaupt zu diesem Schritt bewegt hat. Wobei ich, und das liegt in der Natur der Sache, hauptsächlich an dem "Opfer" Thordis Elva interessiert war. Weil ich, genau, wie es wohl jede andere Frau getan hätte, nicht nachvollziehen konnte, wie sie ihrem Peiniger überhaupt noch begegnen, geschweige ihm denn verzeihen konnte.
    Das Buch hat mich umgehauen. So sehr, dass ich es gleich zwei Mal gelesen habe. Es handelt von zwei Menschen, deren Leben durch eine einzige grausame Fehlentscheidung nachhaltig gestört war. Bei Thordis verwundert das nicht, hier ist vielmehr erstaunlich, wie sie sich von der Last der Vergangenheit nach und nach befreit, ihren eigenen Weg findet, um ihre Seele zu heilen und kein Opfer mehr zu sein. Die Stärke und Selbstsicherheit zurückzugewinnen, die sie vor der Vergewaltigung hatte.
    Und Tom? Ich wollte ihn hassen. Natürlich wollte ich das. Aber ich habe mich auf seine Worte eingelassen, auf seine ruhigen und ehrlichen Worte, die die Sicht Thordis' begleiten und sie ergänzen. Das Ergebnis war, dass ich nach wie vor aufs Schärfste verurteile, was er in dieser Nacht vor 21 Jahren getan hat, aber so wie er habe ich mich auch eingehend damit beschäftigt, wie es so weit kommen konnte. Ein ganz normaler junger Mann aus einer ebenso normalen australischen Familie verliert für zwei Stunden seine Menschlichkeit, fällt wie ein Tier über ein Mädchen her, in das er doch eigentlich verliebt war. Wie kann das sein? Das hat er sich seitdem gefragt und ich habe es beim Lesen des Buches auch getan.
    Eine Antwort auf die Frage hat keiner von uns beiden gefunden. Mich hat tief beeindruckt, dass er ohne Wenn und Aber zu dieser Tat steht, dass er keine Ausflüchte oder Ausreden benutzt, und schmerzhaft bereut, was er getan hat. Gut so, werden manche sagen, ich hingegen kann ihn nach der Lektüre des Buches nicht einfach so verdammen. Genauso wenig kann ich ihm aber auch nicht wirklich verzeihen, was passiert ist. Aber das muss ich auch nicht, denn das ist einzig und alleine eine Sache zwischen ihm und Thordis. Ein Urteil sollte und darf sich kein Außenstehender erlauben.
    Warum nun dieses Buch? Muss das sein, dass man in eine solch private Sache mit hineingezogen wird? Meine Antwort darauf ist "Ja", es muss sein. Denn allzu oft ist sexuelle Gewalt in unserer Gesellschaft noch ein Tabu-Thema. Sowieso, wenn es sich um eine Tat handelt, die innerhalb einer Beziehung passiert, wie es auch bei Thordis und Tom der Fall war. Ich bewundere den Mut der beiden, sich in die Köpfe sehen zu lassen. In den Kopf des missbrauchten Mädchens und in den Kopf ihres Vergewaltigers. Vielleicht ist es ja möglich, und das hoffen beide, dass man durch ihre bewegende Geschichte eine Diskussion entfacht, die am Ende hilft, solche Taten zu verhindern oder sie besser aufzuarbeiten.


    "Ich will dir in die Augen sehen" - Eine Geschichte, die an die Substanz geht und die ich dennoch jedem, ob nun Frau oder Mann, ans Herz legen möchte.


    Fünf Sterne

    Kommentare: 2
    23
    Teilen
    Lizzy_bookss avatar
    Lizzy_booksvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wow, ein sehr emotionales Buch!
    Kommentieren0
    Queenelyzas avatar
    Queenelyzavor 10 Monaten

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks