Thornton Wilder

 3.8 Sterne bei 92 Bewertungen
Autor von Unsere kleine Stadt, Die Brücke von San Luis Rey und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Thornton Wilder

Der US-amerikanische Schriftsteller Thornton Niven Wilder kommt am 17.04.1897 in Madison im Bundesstaat Wisconsin als Sohn eines Diplomaten zur Welt. Die Tätigkeit seines Vaters sorgt dafür, dass er einen Großteil seiner Kindheit in China verbringt. Bereits während seiner Schulzeit beginnt Wilder erste Theaterstücke zu schreiben. Während des Ersten Weltkrieges für die amerikanische Küstenwache tätig, absolviert er im Anschluss 1920 an der Yale University seinen B.A.. Während seiner Studienzeit ist er Mitglied der literarischen Studentenverbindung Alpha Delta Phi, wo er seine Schreibtätigkeiten ausbaut. Nach einem Jahr an der American Academy in Rome kehrt er als Französischlehrer nach New Jersey zurück. 1927 gelingt Wilder mit seinem Roman „The Bridge of San Luis Rey“ der internationale Durchbruch, der ihm auch ein Jahr später den Pulitzer-Preis einbringt. Im Laufe seines Lebens erhält Wilder zwei weitere Pulitzer-Preise für die Stücke „Our Town“ (1938) und „The Skin of Our Teeth“ (1943). Von 1930 bis 1937 ist er über sein schriftstellerisches Schaffen hinaus als Dozent an der University of Chicago tätig. Wilder, der nie eine Ehe eingeht, nimmt von 1950 bis 1951 eine Stelle als Professor of Poetry an der Harvard University an. 1957 wird Wilder mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. 1973 erscheint sein letztes Werk, die Erzählung „Theophilus North“, die 1988 als Verfilmung „Mr. North“ in die Kinos kam. Das Lebenswerk, des am 07.12.1975 in Hamden, Connecticut, verstorbenen Schriftstellers umfasst sieben Erzählungen, drei große Theaterstücke, sowie diverse Einakter und Schriften wie Essays oder Wissenschaftsartikel.

Alle Bücher von Thornton Wilder

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Unsere kleine Stadt

Unsere kleine Stadt

 (28)
Erschienen am 01.04.1983
Die Brücke von San Luis Rey

Die Brücke von San Luis Rey

 (26)
Erschienen am 24.09.2015
Der achte Schöpfungstag

Der achte Schöpfungstag

 (8)
Erschienen am 01.06.1991
Wir sind noch einmal davongekommen

Wir sind noch einmal davongekommen

 (5)
Erschienen am 01.01.1986
Die Iden des März

Die Iden des März

 (4)
Erschienen am 02.04.2015
Die Alkestiade

Die Alkestiade

 (1)
Erschienen am 01.01.1983
Dem Himmel bin ich auserkoren

Dem Himmel bin ich auserkoren

 (0)
Erschienen am 02.04.2015

Neue Rezensionen zu Thornton Wilder

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Betsys avatar

Rezension zu "Die Brücke von San Luis Rey" von Thornton Wilder

Die Frage nach dem WARUM?
Betsyvor 3 Jahren

Peru, im Jahr 1714: eine Hängebrücke in der Nähe von Lima stürzt ein und reißt fünf Menschen in den Abgrund. Der Franziskanermönch Juniper wird Zeuge dieser Katastrophe und beginnt, dem Leben der Opfer nachzuforschen um herauszufinden, warum gerade diese zu dieser Zeit und an diesem Ort sterben mussten. Ein allwissender Erzähler führt hierbei den Leser durch die verschiedenen Lebensgeschichten dieser Menschen und erzählt auch was Juniper anhand seiner Recherchen letztendlich darüber zu sagen hat.

Dieses Buch bekam ich von einem Freund geschenkt, und es wäre ohne ihn wohl nie in meine Hände gefallen, da ich weder den Autor noch den Titel vorher kannte. Nichtsdestotrotz hat mich das Buch sehr positiv überrascht, das es weder zu sentimental noch zu religiös wurde wie von mir erwartet bzw. befürchtet. Der Erzähler gibt sehr gute Einblicke in diese fünf scheinbar so verschiedenen Leben und zeigt, dass diese ohne es zu wissen, sich fast in den selben Personenkreisen aufhielten.

"Entweder leben wir duch Zufall und sterben durch Zufall, oder wir leben nach einem Plan und sterben nach einem Plan."

Während der Erzähler uns mit dem Vorhaben Junipers in die Geschichte einführt und aufzeigt, dass dieser wohl nie alles über das Leben dieser einzelnen Personen wissen wird, leitet er gekonnt zur ersten Person über und erzählt uns ihren Werdegang und warum sie auf dem Weg über die Brücke war, wobei hier einige Geschichten miteinander verwoben werden und man so manche Charaktere kennenlernt, die auch mit den anderen Unglücksopfern zu tun hatten und so ihre ganz eigene Geschichte erzählen wodurch diese in weiterer Folge gekonnt an die nächste Person überleitet.

Gemeinsam haben alle, dass sie mehr oder weniger so ihre Probleme mit der Liebe haben, sei es sie zu empfangen oder zu geben. Wirklich traurig stimmte es mich als Leser, dass diese 5 Menschen gerade dabei waren einen neuen Abschnitt in ihrem Leben zu beginnen oder zu erfahren und just in diesem Augenblick ereilt sie der Tod. Diese scheinbare Ungerechtigkkeit hat der Autor wirklich gut vermittelt und obwohl alle so ihre eigenen Fehler hatten, gibt es auch nicht wirklich einen Grund, dass gerade sie den Tod verdient hätten. Man beginnt sich gegen Ende selbst zu fragen, ob Juniper zu einer Antwort gekommen ist, angesichts dieser so bedeutsamen Frage nach dem Warum.

Fazit: Ein dünnes, aber doch sehr feines Büchlein für Zwischendurch, dass sich mit einer der wohl häufigsten Fragen der Menschen beschäftigt, dem Warum? Dieses Buch zeigt, dass es nicht wirklich eine Antwort darauf gibt, aber sehr wohl wie dieser Tod nachwirken kann und das wir, obwohl wir alle verschieden sind, alle mehr oder weniger mit dem Thema Liebe zu kämpfen haben. Einzig die Sprache war teilweise eine kleine Hürde, da altertümliche bzw. auch sehr spezielle Ausdrücke verwendet werden und ich einiges davon auch nachgeschlagen habe, was mir nicht geläufig war, ansonsten aber sehr gut geschrieben und mit einem Ende, das ich so vielleicht nich erwartet habe.

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ChristineJaeggis avatar

Rezension zu "Die Brücke von San Luis Rey" von Thornton Wilder

Schicksal oder Zufall? - eine wunderbare Parabel
ChristineJaeggivor 4 Jahren

An einem Sommertag stürzt eine Hängebrücke in Peru in die Tiefe und reisst fünf Menschen in den Tod. Der Franziskanermönch Juniper, Augenzeuge der Katastrophe, nimmt den Vorfall zum Anlass, Nachforschungen über das Leben der Unglücklichen anzustellen und dadurch die Theologie als exakte Wissenschaft zu begründen. Mehrere Jahre lang studiert er die Lebensläufe der fünf Opfer. War ihr Ende Fügung oder einfach nur Zufall?

Im Verlauf der Geschichte begegnet man fünf unterschiedlichen Menschen, deren Schicksale alle irgendwie miteinander verbunden sind durch die Liebe in ihren verschiedenen Facetten.

"Die Brücke von San Luis Rey" ist wahrhaftig ein Meisterwerk mit tiefgründigem Inhalt und wunderschönen Sätzen über die Liebe.

 

 

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Karinschmitts avatar

Rezension zu "Unsere kleine Stadt" von Thornton Wilder

Ein Theaterstück, das zum Grundrepertoire einer jeden Bühne gehören sollte
Karinschmittvor 4 Jahren

Thornton Wilder's Dreiakter "Unsere kleine Stadt" gehört leider zu den verkannten oder noch nicht entdeckten Werken in unserem Land.

Im ersten Akt lernt der Zuschauer die Bewohner einer Kleinstadt kennen: zwei Familien, den Zeitungsjungen, den Milchmann, den Polizisten ...
Ein ganz gewöhnlicher Morgen mit dem charmanten Alltagsleben einer erwachenden Kleinstadt wird gezeigt: Gespräche, die am Frühstückstisch und auf der Straße ihren Lauf nehmen.
Die Liebesgeschichte des Baseball vernarrten George Gibbs zu der Klassenstreberin Emily Webb nimmt ihren Anfang.

Im zweiten Akt probt der Chor, es wird getratscht und in den stillen Abendstunden bittet George seine Nachbarin Emily von Fenster zu Fenster um Hilfe bei den Hausaufgaben. Es wird gezeigt wie ein gewöhnlicher Abend in der kleinen Stadt sein Ende nimmt. Den Höhepunkt am Ende des zweiten Aktes bildet die Hochzeit von George und Emily.

Im dritten Akt stirbt Emily im Kindbett. Sie darf für einen Tag zurück auf die Erde kommen, um noch einmal das Leben zu erfahren. Sie wählt hierfür ihren zwölften Geburtstag aus.
Es geschieht etwas Unerwartetes. Sie erfährt, wie wenig die Menschen sich wahrnehmen, wie sie belanglose Dinge austauschen, ohne sich dabei eines Blickes zu würdigen. Sie erträgt dieses unbewusste Miteinander nicht und kehrt freiwillig zurück in das Totenreich, wo auch andere Dorfbewohner aus früheren Tagen bereits anzutreffen sind.

Warum halte ich dieses Stück für eines der wertvollsten Theaterstücke der Weltliteratur? Weil es uns alle angeht.

Der Spiegel auf den Alltag, auf das unbewusste und damit oft so lieblose Miteinander kann wachrütteln.
Wir alle leben Alltag. Wir alle können uns wiedererkennen in Mustern, die uns dort vorgeführt werden.
Es ist ein Stück, das generationsübergreifend erzählt wird. Ganz gleich, in welcher Lebensphase man sich gerade selbst befindet. Für jeden gibt es Identifikationsfiguren auf der Bühne. 
Es ist eine wunderbare Mischung aus heiterer Leichtigkeit, Situationskomik und unter die Haut gehenden tiefgreifenden Momenten.

Ja, dieses Stück gehört auf jeden Theaterspielplan - und wie herrlich, wenn ein Jungschauspieler als George Gibbs beginnt, irgendwann in der Rolle des Vaters zu sehen ist ...

Der Lauf des Lebens brillant in einem Bühnenstück dargestellt. Wunderbar! 

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Zusätzliche Informationen

Thornton Wilder wurde am 16. April 1897 in Madison, Wisconsin (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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