Thorsten Klapsch Berlin Berlin

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(0)
(2)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Berlin Berlin“ von Thorsten Klapsch

Berlin, die Metropole an der Spree, hat eine bewegte Geschichte zu erzählen: von preußischen Königen und monumentalen Plänen, vom Kalten Krieg und sozialistischen Utopien, von Zerstörung und Wiederaufbau. Für die Stadt und ihre besonderen Orte interessiert sich der Fotograf Thorsten Klapsch schon lange, denn bereits mit dem Mauerfall 1989 begann er seine fotografische Spurensuche. Sein Porträt Berlins ist ein anderes, als es die meisten Städte- und Architekturführer zeigen, denn sein neues Buch ist eine spannende Erkundung von mittlerweile verschwundenen, umgestalteten oder sanierten Bauten, Plätzen und Orten, die damals wie heute das Stadtbild prägen und von der Vergangenheit erzählen. Klapsch ist ein fotografischer Chronist, ein Beobachter von Details und Veränderungen mit einer unverwechselbaren Bildsprache. Vom nicht mehr existenten Grenzübergang Drewitz/Dreilinden über den Palast der Republik, den Zoo Palast vor seinem Umbau, das Sport- und Erholungszentrum SEZ bis hin zu Plattenbauten oder dem Staatsratsgebäude zeigt uns sein neues Buch einen individuellen und einzigartigen Blick auf eine Stadt zwischen Erinnerung und Wandel.
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Zeitreise

    Berlin Berlin
    sabatayn76

    sabatayn76

    05. November 2015 um 16:09

    Inhalt: Thorsten Klapsch hält seit 25 Jahren 'besonders markante Gebäude und Plätze' fotografisch fest, 'die mit ihrer Ästhetik von einer vergangenen Epoche künden und wie aus der Zeit gefallen scheinen'. Sein Bildband 'Berlin Berlin' zeigt Gebäude/Orte wie den Palast der Republik, das Internationale Congress Center (ICC), die Abhöranlage Teufelsberg, den Flughafen Berlin-Tegel, das Büro Erich Mielkes sowie das Kino Kosmos. Mein Eindruck: Ich fotografiere selbst und kenne einige der abgebildeten Orte bzw. habe aufgrund meiner DDR-Vergangenheit einen Bezug zu vielen behandelten Themen. Mir hat das Buch gut gefallen, da es interessante Einblicke in die Geschichte der DDR bzw. Berlins und Deutschlands bietet und bei mir viele Erinnerungen aufleben ließ. Die Texte durchgehend zweisprachig (Deutsch/Englisch) und informativ. Hier kann man noch einiges zu den erwähnten Orten erfahren und die Fotos dadurch besser einordnen. Die Bilder scheinen aus einer anderen Zeit zu kommen, obwohl das Aufnahmedatum oft nicht weit zurückliegt. Die Motive wirken aufgrund der technische Ausstattung (z.B. in den Büros), des Mobiliars oder der Architektur häufig veraltet, unmodern, unzeitgemäß und weisen dadurch einen gewissen Charme auf. Ich hätte mir lediglich ausführliche Legenden zu den Fotos gewünscht, denn oft fand ich die Bilder nicht selbsterklärend oder hätte gern noch mehr Informationen bekommen. Mein Resümee: Eine Zeitreise in die Berliner Geschichte.

    Mehr
  • Der kühle Charme des Vergänglichen

    Berlin Berlin
    R_Manthey

    R_Manthey

    21. August 2015 um 20:44

    Bestimmt gibt es Menschen, die den Pink Panzer auf dem Titelbild als Kunst begreifen. Leider erschließt sich mir das nicht. Und auch beim Lesen des einleitenden Textes bekam ich an einigen Stellen Verständnisschwierigkeiten. Nicht weil er schlecht geschrieben oder gar kompliziert ist, sondern weil die DDR-Architektur bei mir offensichtlich andere emotionale Erinnerungen hervorruft als beim aus Hessen kommenden Thorsten Klapsch oder bei Leuten, die den Abriss maroder DDR-Bauten als einen Verlust ihrer Jugend empfinden. Leider stehen in vielen kleinen Städten und Gemeinden noch zahlreiche solcher ästhetischen Beleidigungen. In diesem Buch dokumentiert Thorsten Klapsch architektonische Hinterlassenschaften einer ehemals geteilten Stadt, in der sich die Unfähigkeit politischer Bauherren auch heute noch in gigantischen Schuldenbergen und völlig verkorksten Großbauten dokumentiert. Dazu findet man erklärende Texte von Andreas Schenk. Im einzelnen sind folgende Bauwerke so beschrieben: die ehemalige Grenzübergangsstelle Drewitz, den Palast der Republik und sein Gegenstück, das ICC, den Zoo-Palast, die Karl-Marx-Allee, den Kammermusiksaal der Philharmonie, die Gedenkstätte Berliner Mauer, das Haus des Erich-Weinert-Ensembles, den Flughafen Tegel, das Doppelhochhaus Marchwitzastraße 1-3, die Abhöranlage Teufelsberg, das Haus 1 des Ministeriums für Staatssicherheit, Büro Mielke, das SEZ, den Tränenpalast, das Kino International, das FEZ, die Museumsinsel/ Neues Museum, denTierpark Friedrichsfeld, das Staatsratsgebäude, das Kino Kosmos und natürlich den BER. Wenn man an diesen Zeugnissen der Geschichte interessiert ist, dann kann man gewiss eine Menge aus den Texten und den Bildern mitnehmen. Den Fotografien merkt man einen professionellen oder künstlerischen Anspruch nicht an. Allerdings vermitteln die Motive den Charme der Vergänglichkeit, des Untergangs und des Verfalls. Ausnahmen bestätigen die Regel. Sollte das der Sinn dieses Bandes gewesen sein, so kann man ihn als sehr gelungen ansehen. Allerdings kündigt der Titel dieses Buches einen eher fröhlichen Inhalt an, wenngleich das Titelbild dazu bereits in auffallendem Widerspruch steht. Sicher liegt es an mir, wenn ich dieses Buch mit einem gewissen Gefühl der Depression verlassen habe. Mit Berlin als pulsierender Großstadt hatte es jedenfalls nichts zu tun, eher mit düsteren Erinnerungen, einer zerbröselnden Vergangenheit, die sich an Bauwerken mit einem überwiegend funktionalen Charakter festmacht, die bestenfalls als Zeugnisse verblichener Ambitionen Aufmerksamkeit verdienen. Eine Ausnahme scheint dabei nur der BER darzustellen, der so etwas wie eine aus der Zeit gefallene architektonische und funktionale Totgeburt zu sein scheint.

    Mehr