Thorsten Nagelschmidt

 3.6 Sterne bei 18 Bewertungen

Lebenslauf von Thorsten Nagelschmidt

Der schreibende Punk-Musiker: Der in Berlin lebende Schriftsteller, Künstler und Musiker Thorsten Nagelschmidt ist bei den Liebhabern alternativer Musik eher unter dem Namen Nagel bekannt. Als Gitarrist, Texter und Sänger veröffentlicht Nagel mit seiner Band Muff Potter zwischen 1993 und 2009 sieben Alben und mehrere Singles. Gleichzeitig widmet sich das 1976 in Rheine geborene künstlerische Allroundtalent seit Langem seiner publizistischen Tätigkeit. Von 1993 bis 1998 arbeitet er als Herausgeber des Fanzines „Wasted Paper“. Im Jahr 2007 veröffentlicht er sein Romandebüt „Wo die wilden Maden graben“, mit dem er im gleichen Jahr auf eine Lesereise durch Deutschland, Österreich und die Schweiz geht. Der autobiografische Roman beschreibt das Leben des Sängers einer Punkband. Das gleichnamige Hörbuch lesen Farin Urlaub, Axel Prahl und Nagel. Anschließend folgen die musikalische Umsetzung des Romans „Was kostet die Welt“ (2010) und eine Sammlung von Erzählungen, Fotos und Skizzen unter dem Titel „Drive-By Shots“ (2015). Im Frühjahr 2018 erscheint sein zweiter Roman „Der Abfall der Herzen“, eine Geschichte über Liebe, Freundschaft und Verrat. Thorsten Nagelschmidt lebt in Berlin.

Alle Bücher von Thorsten Nagelschmidt

Thorsten NagelschmidtDer Abfall der Herzen
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Der Abfall der Herzen
Der Abfall der Herzen
 (14)
Erschienen am 22.02.2018
Thorsten NagelschmidtDer Abfall der Herzen
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Der Abfall der Herzen
Der Abfall der Herzen
 (4)
Erschienen am 22.02.2018

Neue Rezensionen zu Thorsten Nagelschmidt

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Mali133s avatar

Rezension zu "Der Abfall der Herzen" von Thorsten Nagelschmidt

Erlebnisse eines Jugendlichen Ende der 90er Jahre
Mali133vor 3 Monaten

"Der Abfall der Herzen" ist ein Roman von Thorsten Nagelschmidt und ist 2018 im S. Fischer Verlag erschienen.

Klappentext:
"Wann hast du eigentlich aufgehört, mich zu hassen?"
"Als du mir den Brief geschrieben hast."
"Was für einen Brief?"

Mit dieser Frage beginnt für Nagel eine Reise in die eigene Vergangenheit. Er holt seine alten Tagebücher aus dem Schrank, die er in den folgenden Wochen liest wie den Coming-of-Age-Roman eines Fremden.

Mit Anfang Zwanzig lebte Nagel in seiner ersten WG in Rheine, hielt sich mit Nebenjobs über Wasser und verschwendete kaum einen Gedanken an die Zukunft. Damals, als ein Jahrhundert zu Ende ging, man im Regional-Express noch rauchen durfte und nur Angeber mit zu viel Geld ein Handy besaßen. Plötzlich und unvorhergesehen änderte sich alles, innerhalb weniger Monate verwandelte sich seine Welt in einen Scherbenhaufen.

Nun, 16 Jahre später, fährt er los und trifft seine ehemaligen Freunde und Bekannten, Tommi und Richter, Laura und Nina, Schacke, die Larrys und all die anderen schrägen Vögel, um sie zu ihrer Version der Geschichte zu befragen. Je mehr er erfährt, desto chaotischer wird das Puzzle aus Legenden, Gerüchten und Halbwahrheiten.

Fazit:
Nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf dieses Buch und wollte es unbedingt lesen. Leider konnte das Buch für mich nicht halten was es versprochen hat und ich habe mich bis zum Ende hin eher durchquälen müssen.

Der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen. Er schreibt umgangssprachlich und flüssig und das Buch liest sich sehr angenehm. Die Charaktere werden gut beschrieben, wobei ich mir manchmal ein paar mehr Details gewünscht hätte. Ausreichend detailliert werden dafür die Handlungsorte beschrieben. Man kann sich recht gut wieder zurück in das Ende der 90'er Jahre zurückdenken, sofern man diese selbst erlebt hat. Aber auch für Jüngere wird das Leben in den 90'ern sehr anschaulich beschrieben und man bekommt einen guten Eindruck wie das Leben als Jugendlicher zu dieser Zeit war.

Das Buch ist in drei große Abschnitte gegliedert. Einzelne Kapitel sucht man leider vergeblich, was mich persönlich ein bisschen gestört hat. Man konnte das Lesen allerdings gut an den Absätzen unterbrechen, wenn eine andere Erinnerung des Hauptcharakters begann.
Die gesamte Geschichte ist aus der Ich-Perspektive von Thorsten "Nagel" Nagelschmidt geschrieben, welcher sich an seine Jugendzeit zurückerinnert. Dabei wird nicht nur auf die Vergangenheit eingegangen, sondern auch auf die Gegenwart in der sich Thorsten nochmal mit seinen Freunden aus Jugendzeiten trifft und mit ihnen über ihre gemeinsame Vergangenheit spricht. Insgesamt geht es um Freunde, die erste große Liebe und Parties. Leider ist dies auf Dauer nicht besonders spannend gewesen.

Mich konnte das Buch überhaupt nicht fesseln und plätscherte eher so dahin. Es handelt sich wirklich nur um Erzählungen eines Jugendlichen aus den 90'ern und nach Spannung oder wirklich interessanten Vorkommnissen sucht man vergebens. Daher kann ich keine Empfehlung aussprechen und jeder muss am Ende für sich selbst entscheiden, ob ihn diese Thematik interessiert.

Von mir gibt es 2 von 5 Sternen!

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-Leselust-s avatar

Rezension zu "Der Abfall der Herzen" von Thorsten Nagelschmidt

Langeweile statt emotionaler Spurensuche
-Leselust-vor 4 Monaten

Kurzmeinung:
Hält nicht, was der Klappentext verspricht. Episodenhaft erzählte autobiografische Anekdoten eines normalen Studenleben der späten 90er bietet leider eher Langeweile als emotionale Spurensuche.

Meine Meinung:
Im Februar war ich vom Fischer Verlag zur Book Release Party von "Der Abfall der Herzen" eingeladen. In einer coolen Location hat der Autor zusammen mit zwei Gästen Szenen aus dem Buch vorgelesen. Die Stimmung war richtig gut, die Chemie zwischen Nagelschmidt und seinen Gästen war super, es gab viel Situationskomik und wir haben viel gelacht. Neben den Lesungen hat der Autor einiges zum Buch und zur Entstehung erzählt und natürlich gab es auch Livemusik (da Nagelschmidt nicht nur Autor, sondern auch Musiker ist). Nach diesem tollen Abend habe ich mich sehr auf die Lektüre des Buches gefreut. Da ich die gehörten Passagen als sehr witzig in Erinnerung hatte, habe ich mich auf viel Lachen beim Lesen eingestellt.
Doch dann kam sehr schnell die Ernüchterung. Ich weiß nicht, ob die ausgelassene Stimmung gefehlt hat, oder das Witzeln zwischen den Vorlesern, aber beim selber Lesen waren die ganzen Szenen dann irgendwie gar nicht mehr lustig.
Der Autor vertieft sich im Jahr 2015 in seine Tagebücher und schwelgt in Erinnerungen aus dem Jahr 1999. Er erzählt von seinem WG- Leben als Student, seinen Freunden, seiner ersten großen Liebe und der Trennung, vom Kiffen, Feiern, Musik. Alles schön und gut, aber eben auch sehr... normal.
Für mich hatte dieser Roman keinen Mehrwert.
Der Autor wechselt immer wieder zwischen Passagen in der Gegenwart und Anekdoten aus der Vergangenheit. Allerdings hatten beide Zeiten keinen richtigen Reiz für mich. Die Begebenheiten waren nicht besonderes lustig, nicht besonders spannend, nicht besonders tiefgreifend. Dadurch stellte sich bei mir beim Lesen schnell Langeweile ein und ich musste mich aufraffen, überhaupt weiterzulesen.
Wirklich schade, denn der Klappentext verspricht etwas anderes und auch nach der Lesung hatte ich wie gesagt eigentlich einen anderen Eindruck von dem Buch.
Als positiv kann ich vermerken, dass sich beim Lesen sofort das Gefühl der 90er eingestellt hat und der Autor die Stimmung sehr gut eingefangen hat.
Auch das Thema der selektiven Erinnerung fand ich ganz spannend. Wie erinnern wir uns an Dinge? Was behalten und was vergessen wir? Wie verändern wir vielleicht auch unsere Erinnerungen? Nagelschmidt macht bei seinen Nachforschungen die Erfahrung, dass jeder der Interviewten bestimmte Situationen etwas anders in Erinnerung hat und so jeder seine eigene, subjektive Wahrheit bildet. Die Abschnitte, die um diesen Gedanken kreisen, fand ich gelungen. Da hätte man vielleicht einen größeren Schwerpunkt setzen können. Insgesamt gehen diese interessanten Aspekte nämlich in der trägen Erzählung unter.

"Ich weiß, da lauert eine Geschichte, und ich weiß, dass ich sie erzählen will. Die Frage ist nur, ob ich sie zu packen kriege." (S.319)


Meine Antwort darauf: leider nein.


Fazit:
Leider meist eher etwas langweilig. Thorsten Nagelschmidt blickt zurück auf den Sommer 1999, auf seine Studentenzeit, wilde Parties, Freundschaft und die große Liebe.
Es ist ganz nett, um sich mal wieder den 90er Vibes hinzugeben. Auch die Passagen über die selektive Erinnerung fand ich ganz interessant. Aber alles in allem hat mich der Roman nicht vom Hocker gehauen. Es fehlte der Spannungsbogen. Diese Reminiszenz an Nagelschmidts Jugend mag für ihn gewinnbringend gewesen sein – für mich als Leserin war es aber höchstens ganz nett, meistens aber eher etwas öde. 

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OliverBaiers avatar

Rezension zu "Der Abfall der Herzen" von Thorsten Nagelschmidt

Back to the 90 ies
OliverBaiervor 4 Monaten

Thorsten Nagelschmidt erzählt in einer ungekürzten Fassung seinen Roman:" Der Abfall der Herzen". Aus der Perspektive des Jahres 2015 reist er gedanklich immer wieder in den für ihn wichtige Sommer 1999 zurück, den für ihn wohl entscheidenden Wendepunkt, Abschnitt, etc. seines bisherigen Lebens. Es geht um das Ende und den Neubeginn einer Beziehung, Veränderung des Eintritts in das sogenannte " Erwachsenenalter" und die Probleme, die unsere Generation X damit hat(te). Seine vielen Bezüge zur Musik  und zum Lebensgefühl der 90 er Jahre, die verschiedenen Strömungen, die auf die Mittzwanziger von damals eingewirkt haben und die sich nicht so ganz entscheiden konnten, was da eigentlich im neuen Jahrtausend auf sie zukommt. Der Inhalt ist z. T austauschbar. die Stimme des Autors z.T etwas dröge, aber ich konnte dennoch nicht aufhören, dieses Hörbuch zu Ende zu hören und zu erfahren wie es endet. Es ist sicher ein Buch, oder auch ein Hörbuch, das polarisiert und vllt. nur von den Leuten wirklich verstanden wird, die sich auch zu dieser Zeit in so einer Phase befunden haben. Allen anderen gibt es Einblick, dass die, denen so alles angeblich in den A... geblasen worden ist und die frei von Ängsten sein sollten, genau so nicht gewesen sind...und viele einfach hängengeblieben sind. An Erinnerungen, unerfüllten Wünschen und dem Gefühl der Ambivalenz zwischen Überholspur und Rastplatz. 

Habe es über deezer gehört und habe es absolut nicht bereut.

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Zusätzliche Informationen

Thorsten Nagelschmidt wurde am 05. Juni 1976 in Rheine (Deutschland) geboren.

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