Thorsten Nesch Die Lokomotive

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Inhaltsangabe zu „Die Lokomotive“ von Thorsten Nesch

Eine beklemmendes, tiefsinniges Werk. Nichts für Leute mit Platzangst.

— MaariSkog
MaariSkog
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  • Rezension zu "Die Lokomotive" von Thorsten Nesch

    Die Lokomotive
    rowi

    rowi

    01. March 2012 um 12:00

    Die Haupt- (und fast einzige) Person wacht nach einem Zugunglück auf dem Hindenburgdamm nach Sylt in den Trümmern auf. Eingeklemmt und die Lokomotive bedrohlich über sich hängend. Eine Reise durch die Gedankenwelt des Opfers, allein und unbeweglich in den Trümmern. Und die Flut lässt das Wasser steigen... Einerseits verständlich dass kein Verlag das Buch verlegen wollte, aber auch Schade, denn es sorgt dafür dass es größtenteils Mainstream-Unterhaltung gibt und Perlen wie diese untergehen. Aber auch eine Chance, denn das Buch ist über epubli und Amazon im Selbstverlag erschienen und als eBook mit 1,49€ so günstig dass man bedenkenlos zuschlagen kann oder muss wenn man "Spannung im Kopf" mag.

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  • Rezension zu "Die Lokomotive" von Thorsten Nesch

    Die Lokomotive
    World_of_tears91

    World_of_tears91

    13. February 2012 um 18:55

    Zunächst möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass ich regelmäßig mit dem Zug unterwegs bin und wie viele andere Reisende / Pendler natürlich immer im Hinterkopf habe, dass ja mal was passieren könnte. Man fürchtet sich davor, denkt aber nicht weiter drüber nach, nach dem Motto "Mich trifft es ja eh nicht". Genau das passiert aber in diesem Roman, hier hat es einen durchschnittlichen Typen erwischt und das nicht zu gering! Der Broker Herr Ochs erwacht aus seinem Delirium und muss feststellen, dass er unter einem gigantischen Haufen Schrott begraben ist - die Überreste des Zuges, mit dem er unterwegs war. Seine Situation erscheint zunächst aussichtslos, doch nach und nach kehrt sein Mut zurück. Doch wir bekommen es nicht ausschließlich mit dieser scheinbar ausweglosen Situation zu tun, sondern erhalten auch einen interessanten Einblick in Herrn Ochs´ zuweilen etwas fragwürdiges Privatleben. Moralische Abgründe tun sich auf und, ich bin ehrlich, der Gedanke "gut, dass es so einen auch mal erwischt" ist mir mehrmals durch den Kopf geschossen. Wenn ich einmal dabei bin, möchte ich gleich mit dem Ich-Erzähler weitermachen. Wie gesagt, er ist kein Heiliger, aber selbstverständlich wünscht man niemanden, wirklich niemanden, in so einer Situation zu sein. Dementsprechend reagiert und verhält er sich auch, zum Teil pansich, zum Teil gespenstisch ruhig - wohl sehr nah an der Realität. Trotz seiner fragwürdigen Vorgeschichte entwickelt man eine gewisse Sympathie für ihn und fiebert mit, ob ihm der ersehnte Ausbruch aus dem stählernen Gefängnis gelingt. Das Ganze ist aber nicht nur ein spannender Thriller, sondern geht zum Teil richtig unter die Haut. Zum einen, wegen den moralischen Fragen, die sich auf tun und zum anderen, wegen der erschreckend real beschriebenen Szenerie. Man könnte fast behaupten, das Stahlgefüge knirschen zu hören, während man liest, man befindet sich wirklich mittendrin im Geschehen. Ich empfand das Ende als recht offen, da tut sich die ein oder andere Interpretationsmöglichkeit auf. So richtig zufrieden war ich damit aber trotzdem leider nicht, denn ich hätte da schon noch die ein oder andere Frage auf den Lippen, die ich gerne beantwortet hätte. Da das Buch aber an dieser Stelle kompromisslos ist, habe ich mich auch für die pessimistische Interpretationsmöglichkeit entschieden und drücke jetzt jedes Mal erneut die Daumen beim Zug fahren, dass ich von so einem Unglück verschont bleibe! Bewertung Gruselig real, man fühlt sich mit dem Protagonisten unter dem Schrottberg eingeschlossen. Thriller und Drama in einem, mit einigen moralischen Abgründen.

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