Thorsten Schulte

 4,2 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor*in von Fremdbestimmt, Kontrollverlust und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Thorsten Schulte (geb. 1979), ist der Neffe des Dichters Hermann-Otto Meyer. Er wuchs in Bonn und Bad Wildungen auf, studierte in Marburg Germanistik, Politik- und Medienwissenschaft, schrieb nebenher für eine Tageszeitung und veröffentlichte bisher über 150 Buchrezensionen. Seit seinem Studium arbeitet er in der Hessischen Staatskanzlei und ist dort heute Ministerialrat. Dieses Buch stellte er zusammen, um Hermann-Otto Meyer ein Andenken zu wahren und sein Schaffen zu würdigen. Zugleich wagt Thorsten Schulte erste eigene lyrische Schritte, von denen er acht den Gedichten Meyers hintanstellte.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Thorsten Schulte

Cover des Buches Fremdbestimmt (ISBN: 9783982126500)

Fremdbestimmt

(3)
Erschienen am 28.10.2019
Cover des Buches Kontrollverlust (ISBN: 9783864454929)

Kontrollverlust

(2)
Erschienen am 26.07.2017
Cover des Buches Vermögen retten (ISBN: 9783864450211)

Vermögen retten

(1)
Erschienen am 29.12.2011
Cover des Buches Die große Täuschung (ISBN: 9783952598108)

Die große Täuschung

(0)
Erschienen am 24.02.2024
Cover des Buches Die große Täuschung (ISBN: 9783907347201)

Die große Täuschung

(0)
Erschienen am 24.02.2024
Cover des Buches Die große Täuschung (ISBN: 9783952598122)

Die große Täuschung

(0)
Erschienen am 24.02.2024
Cover des Buches Die große Täuschung (ISBN: 9783907347195)

Die große Täuschung

(0)
Erschienen am 24.02.2024

Neue Rezensionen zu Thorsten Schulte

Cover des Buches Fremdbestimmt (ISBN: 9783906212487)
GrueneRonjas avatar

Rezension zu "Fremdbestimmt" von Thorsten Schulte

GrueneRonja
Lesenswert. Augenöffnend.

„In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“ (S. 13; https://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-Heidelberg-Egon-Bahr-schockt-die-Schueler-Es-kann-Krieg-geben-_arid,18921.html)


Niemand möchte hören, dass er belogen wurde. Besonders nicht die Deutschen über ihre eigene Geschichte. In der Schule lernen wir, wie wir über die Vergangenheit Deutschlands zu denken haben. Auf der anderen Seite bietet das Internet unendlich viele Möglichkeiten, das Gelernte zu überprüfen, sich zu informieren und seine eigene Meinung zu bilden. Dass es auch viele Fake News gibt, gefälschte Quellen und gefährliches Halbwissen, ist kein Geheimnis. Die Kunst ist es, glaubwürdige Quellen ausfindig zu machen.

Der Autor dieses Buches zeigt die Lügen der Geschichte durch zahlreiche Zitate. Er beschreibt nicht nur, wann und von wem dieses Zitat stammt, sondern gibt auch ausführliche Quellen an, die der Leser selbst überprüfen kann. Dabei bezieht er sich hauptsächlich auf Zeitungsartikel und erschienene Bücher von Zeitzeugen. Es ist ein leichtes, diese Quellen nachzuschlagen und sich von deren Wahrheitsgehalt selbst zu überzeugen.


Das Buch ist in mehrere Themen unterteilt. Zuerst geht es um die Anfänge des ersten Weltkrieges (1914-1918), gefolgt von der Russische Revolution (1917). Das größte Themengebiet ist der zweite Weltkrieg (1933-1945), seine Anfänge und dessen Folgen. Zum Schluss werden aktuelle Themen angesprochen, u.a. die Kollektivschuld Deutschlands, die Europäische Union und der Euro, die Flüchtlingskrise und, das wichtigste, wie die Demokratie mit Füßen getreten wird.

Diese vielen Themen werden durch zahlreiche Zitate aus unterschiedlichen Quellen untermalt. Der Autor hebt zusätzlich wichtige Stellen hervor und weist regelmäßig auf kostenlose Möglichkeiten hin, die Zitate und Quellen selbst nachzulesen. Er fordert den Leser regelrecht dazu auf, seine Worte nicht für gegeben hinzunehmen.


Fremdbestimmt ist sehr interessant. Die Kapitel sind chronologisch aufgebaut und die Zitate als solche zu erkennen. Was mir manchmal gefehlt hat, ist eine übersichtlichere Gliederung innerhalb der Kapitel. Zum Beispiel gibt es in Kapitel 12 „Was Deutschland bedroht – geradewegs in die Krise oder Rettung in letzter Sekunde?“ fette, unterstrichene Teilüberschriften bzw. Thesen. Darauf folgt eine Belegung oder Widerlegung der These mit Zitaten. Das war sehr übersichtlich und gut strukturiert und hat mir in einigen vorhergehenden Kapiteln gefehlt. Gerade in den ersten Kapiteln des Buches, die teilweise  lang und faktenreich sind, wären solche Thesen für ein besseres Verständnis schön. Eine grobe Übersicht zu zeitlichen Abläufen wären ebenfalls hilfreich, vor allem im Vergleich zum allgemeinen Schulwissen zu den beiden Weltkriegen.

Des Weiteren werden die zitierten Menschen und ihre Stellung benannt, wann sie wo politisch aktiv waren, wessen Karrieren sie begleitet oder welches Buch sie veröffentlicht haben. Zum Beispiel:

„Joseph Kenworthy, Commander in der politischen Abteilung des Marine-Nachrichtendienstes , der Winston Churchill auf seine Anforderung hin ein Memorandum über die Versenkung eines Ozeandampfers vorlegen sollte, schrieb im Jahre 1927 in seinem Buch The Freedom of Seas: [...]“ (S. 95)

Bei der Menge an Zusatzinformationen verliert man schnell den Überblick. Nach der Aufzählung aller poltischen Ämter inklusive Zeitangaben, habe ich schon wieder vergessen, um wen es eigentlich geht. Diese Angaben wären vielleicht in den Fußnoten besser aufgehoben.


Abschließend ist zu sagen, dass mir das Buch in vieler Hinsicht die Augen geöffnet hat. Es ist kein Buch, das den Holocaust leugnet oder Hitler, Stalin, Mao, sowie andere Diktatoren als „gar nicht so schlimm“ darstellt, wie einige fälschlicherweise annehmen könnten. Im Gegenteil, nichts wird verschönt oder verharmlost. Es geht einzig um die poltischen Machenschaften vieler Regierungen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erhalten, damals wie heute. Weltweit. Wer das als Verschwörungstheorien bezeichnet, sollte zuerst dieses Buch lesen.


„Aus der Geschichte können wir nur lernen, wenn wir mit den Tabus der Political Correctness brechen und ergebnisoffen das Geschehene untersuchen. Denk- und Sprechverbot verhindern die Verteidigung des Friedens und der Freiheit der Menschen, die den Mut und die Liebe zur Wahrheit voraussetzt.“ (S. 304)


„Jeder Staat, jede Nation und jedes Volk hat ein Recht, die eigene Kultur, die eigene Sprache und die eigene Identität zu schützen. Überlassen wir daher den Völkern die Entscheidung. Dieses Recht auf Selbstbestimmung gibt es jedoch nur über direkte Demokratie!“ (S.429)


„Wir Deutschen müssen den Schuldkomplex ablegen, der uns gefangen hält, unser Gewissen quält und der uns an der Wahrnehmung unserer Interessen hindert.“ (S. 461)


„Für die deutschen Europa-Fanatiker ist kein Preis zu hoch. Auch wenn Deutschland seine Souveränität verliert, die Demokratie mit Füßen getreten wird oder man mehr bezahlt als alle anderen Mitglieder der Union – alles wird bedingungslos akzeptiert. Von der Geburt bis zur Universität hört kein Deutscher ein positives Wort über sein Heimatland. Er hört nur von den Sünden, von den schrecklichen zwölf Jahren des Hitlerismus. Die übrige Geschichte fällt unter den Tisch. Ich sehe keine Wiedergeburt des Faschismus, keine Wiedergeburt des Militarismus in Deutschland. Die Deutschen sind die vielleicht am wenigsten militaristischen Menschen in Europa. Ich fürchte die deutsche politische Korrektheit mehr als einen neuen Hitler.“

(S. 455; https://www.focus.de/auto/neuheiten/kultur-ich-bin-ein-soeldner_aid_204256.html)

Cover des Buches Kontrollverlust (ISBN: 9783864454929)
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Rezension zu "Kontrollverlust" von Thorsten Schulte

Dr_M
"Keine schönen Aussichten für den deutschen Michel"

Thorsten Schulte diskutiert in seinem Buch aktuelle Bedrohungen der freiheitlichen Rechtsstaatlichkeit in Deutschland und der finanziellen Selbstbestimmung seiner Bürger. Vielen sind die schleichenden Bedrohungen nicht wirklich bewusst. Das sieht man insbesondere bei der allmählichen Begrenzung des Bargeldverkehrs in Europa, bei der besonders Schweden , aber auch Italien recht zügig vorangehen, während der deutsche Finanzminister nicht müde wird, Abschaffungsbestrebungen für das Bargeld zu dementieren. Dieses Thema nur unter praktischen Gesichtspunkten zu sehen oder der Untertanenmeinung zu sein, wer nichts zu verbergen hat, muss auch nichts befürchten, ist mehr als nur naiv. Ohne Bargeld sind alle finanziellen Transaktionen des Bürgers komplett nachvollziehbar. Darüber hinaus lassen sich auf diese Weise finanzielle Repressionen sehr einfach durchführen. Man kann sich so beispielsweise nicht mehr gegen Negativzinsen oder andere Enteignungsmethoden wehren.

Diesem Thema widmet sich Schulte in den ersten beiden Kapiteln. Nach einem kurzen Abschnitt über die Waffengesetzgebung folgen dann Ausführungen zur Einwanderungspolitik der Bundesregierung, die auch alle Gesetzesbrüche auflisten, zu denen es in den letzten beiden Jahren in diesem Zusammenhang gekommen ist. Man kann sich so gut eine eigene Meinung bilden, da dieses Thema stets in den Medien umschifft wird.

Anschließend macht Schulte klar, wie es tatsächlich um die Schuldenkrise in Europa bestellt ist und wer am Ende mit hoher Wahrscheinlichkeit die Zeche dieser irrsinnigen Politik des Aussitzens und Zeitkaufens bezahlen wird. In diesem Zusammenhang findet man im letzten Drittel des Buches eine sehr gut untermauerte Schutzstrategie gegen das zu erwartende Unglück. Schultes Sprache ist klar und unzweideutig, seine Handlungsanweisungen sind in meinen Augen das Beste, was man dazu finden kann.

Cover des Buches Vermögen retten (ISBN: 9783864450211)
Dr_Ms avatar

Rezension zu "Vermögen retten" von Thorsten Schulte

Dr_M
Mit Silber auf der sicheren Seite, wenn man nicht spekuliert

Die von den Notenbanken und westlichen Industriestaaten in den letzten dreißig Jahren machtvoll aufgepumpte Anleihenblase wird in nicht weit entfernter Zukunft platzen. Um das zu sehen, muss man kein großer Experte oder gar Hellseher sein. Die Schuldenberge und die daraus entstandene Geldmenge stehen schon seit langem in keinem Verhältnis mehr zur Güter- und Warenproduktion.

Und die panischen Rettungsversuche überforderter Staatslenker haben dieses Problem noch zusätzlich verschärft, weil kein Schuldenproblem dieser Welt durch noch mehr Schulden zu lösen ist. Am Ende muss irgendwer die Schuld einlösen. Und in diese tragische Rolle wird wieder einmal der Steuerzahler gezwungen werden.

Zu den wenigen Rettungsankern für privates Vermögen zählen in solchen Situationen unter anderem Edelmetalle. Aus historischen und praktischen Gründen stehen dabei Gold und Silber im Vordergrund. Thorsten Schulte empfiehlt uns in diesem Buch dabei Silber den Vorrang zu geben. Seine dafür genannten elf Gründe erweisen sich als sehr plausibel. Im Wesentlichen laufen sie darauf hinaus, dass Silber im Gegensatz zu Gold nicht gehortet, sondern als Industriemetall zunehmend gebraucht wird und selten ist. Silber erscheint darüber hinaus im Verhältnis zum Gold unterbewertet und im Gegensatz zu ihm resistenter gegenüber Besitzverboten.

Schulte hat sein schmales Buch einfach aufgebaut. Zunächst fasst er das von den Eliten erzeugte Finanzchaos und seine wahrscheinliche Auflösung auf gut zwanzig Seiten zusammen. Danach offenbart er seinen Lesern auf wenigen Seiten so etwas wie ein Basiswissen über Silber. Darunter fallen solche Dinge wie Einflussfaktoren auf den Silberpreis, die tägliche Preisfindung oder Handelsplätze, die für eine langfristige Anlage von nur geringer Bedeutung sind.

Anschließend folgen die elf Gründe, die nach Schultes Meinung für ein Silberinvestment als Rettungsmaßnahme für das persönliche Sparguthaben sprechen. Er empfiehlt das physische Investment und dabei aus steuerlichen Gründen den Kauf von Silbermünzen, die er anschließend vorstellt. Die etwas blasse bildliche Darstellung dieser Objekte findet der Leser erst am Ende des Buches.

Damit könnte er sein Buch abschließen. Doch das erschien ihm wohl zu einfach, und deshalb folgen im Anschluss noch weitere Vorschläge für die "passende Anlagestrategie". Mich hat das etwas verwirrt, weil es nicht so recht in das bisherige Konzept des Buches passen will. Schulte strebt nun nach einer Streuung des Silberinvestments.

Er beleuchtet ETFs und ETCs, weist dabei auf eventuelle Risiken hin und gibt konkrete Tipps für seiner Ansicht nach passende Vehikel für eine solche Form der Silberanlage. Dann folgt eine Aufzählung von Silberminenaktien. Schließlich, man traut seinen Augen nicht, kommen auch noch Futures und Optionen ins Spiel. Nun sind zwar alle Möglichkeiten aufgezählt, aber diese risikoreichen Formen, sein Geld zu versilbern, haben nichts mehr mit einer Rettung von Grundvermögen zu tun, sondern sind eine Form der Spekulation auf einen steigenden Silberpreis.

Damit gehören sie eigentlich nicht zum Thema des Buches. Gründe für eine solche Spekulation existieren in der Tat. Und darauf weist der Autor auch am Ende des Textes hin. Doch zur Rettung von Vermögenswerten risikoreich mit Derivaten zu spekulieren, könnte heftig nach hinten losgehen. Vor allen Dingen dann, wenn man nervlich den damit verbundenen Wertschwankung einer eigentlich zu rettenden Vermögensmasse nicht gewachsen ist.

Bei Optionen droht der Totalverlust, wenn man falsch vorgeht oder der Emittent der Option oder des Optionsscheins in die Pleite rutscht, was bei einer Bank aus den Gründen, wegen denen wir doch gerade unser Vermögen retten wollen, schnell passieren kann. Und im Future-Handel hat schon so manch unerfahrener Spekulant, nicht nur den Einsatz, sondern auch noch Haus und Hof verloren.

Der Silberpreis ist sehr volatil, auch wenn er langfristig aus den im Text genannten Gründen wahrscheinlich steigen wird. Wer sich also in den Derivate-Handel begibt, der muss dann diese Schwankungen gehebelt ertragen können. Eigentlich wollten wir doch aber unsere Nerven schonen und unser Vermögen sichern. Oder?

Fazit.
Ein informatives Buch, das allerdings gegen Ende den Rahmen seines selbst gewählten Themas verliert.

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