Irenas Liste oder Das Geheimnis des Apfelbaums

von Tilar J. Mazzeo 
5,0 Sterne bei2 Bewertungen
Irenas Liste oder Das Geheimnis des Apfelbaums
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Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453200821
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:432 Seiten
Verlag:Heyne Verlag
Erscheinungsdatum:20.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Susi180s avatar
    Susi180vor einem Jahr
    Eine Geschichte die man nicht so schnell vergisst

    Ein Zeugnis von unglaublichem Mut

    Was vermag ein einzelner Mensch gegen die Grauen einer ganzen Epoche auszurichten? Eine Menge, wie die wahre Geschichte Irena Sendlers zeigt: Warschau, 1942. Als Sozialarbeiterin hat die junge Polin Zugang zum hermetisch abgeriegelten Ghetto. Was niemand weiß: Sie geht von Tür zu Tür, um verzweifelten Eltern ihre Hilfe anzubieten und ihre Kinder vor der Deportation und dem sicheren Tod zu retten.

    Unter abenteuerlichsten Umständen schmuggelt Irena nach und nach über 2500 Kinder aus dem Ghetto – in Säcken, Kisten und Särgen, mit Schlafmitteln betäubt, durch Keller und Abwasserkanäle. Mit gefälschten Papieren gibt sie den Kindern eine neue Identität und verschafft ihnen in polnischen Familien, bei Freunden, in Waisenhäusern und Klöstern ein neues Zuhause. Die Namen der geretteten Kinder notiert sie und vergräbt die Liste unter einem Apfelbaum. Selbst als die Gestapo sie fasst und foltert, gibt sie ihr Geheimnis nicht preis und überlebt wie durch ein Wunder. Die Geschichte einer fast vergessenen Heldin – neu erzählt auf der Gundlange jahrelanger Recherchen und Interviews mit Überlebenden. Zutiefst berührend, spannend wie ein Roman und zugleich unglaublich inspirierend.

    Über den Autor und weitere Mitwirkende

    Tilar J. Mazzeo ist Kulturhistorikerin und Biografin, sie hat bereits zahlreiche New York Times -Bestseller veröffentlicht. Für Irena's Liste hat sie in Polen und Deutschland recherchiert und hat dabei auch Interviews mit Überlebenden geführt. Außerdem konnte sie bisher unveröffentlichtes Quellenmaterial sichten. Sie lebt an der kanadischen Westküste, in New York und in Maine, wo sie als Anglistik-Dozentin am Colby College arbeitet.

    Meine Meinung:

    Für mich war dieses Buch sehr informativ. Ich kannte diese Geschichte noch nicht und wusste überhaupt nicht worauf ich mich einlasse. Es ist sehr beeindruckend und mitreizend dieses Buch zu lesen. Ich musste an der ein oder anderen Stelle schlucken. Das eine Frau so viel Mut aufbringt, sich gegen diese Grausamkeiten zu stellen hat mich sehr beeindruckt. Eine Frau die Mut macht auch schwere Wege zu gehen, denn nichts zu tun ist viel schlimmer. Ihr haben so viele Menschen ihr Leben zu verdanken. Was sie alles auf sich genommen hat, ist einfach nur wahnsinnig mutig und zeugt von enormer Willenskraft und Mut.

    Diese Geschichte hat mich sehr bewegt. Hat mich aber auch nachdenklich gemacht. Was hätte man selbst in dieser Situation getan? Wäre man auch mutig genug gewesen, sein eigenes Leben hinter all die anderen zu stellen? Ein Buch was nicht so schnell loslässt. Diese Geschichte werde ich nicht so schnell vergessen und ich bin froh das ich das Buch gelesen habe und Irenas Geschichte erfahren durfte. Ein Buch was gelesen haben sollte und von mir volle Empfehlung.

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    M
    michael_lehmann-papevor einem Jahr
    Eine weiblich „Schindler“

    Eine weiblich „Schindler“

    Es sind, immer wieder, Geschichten von Zivilcourage, vom Mut, das Richtige in schwierigen Zeiten zu tun und dabei auf das eigene Leben deutlich weniger Rücksicht zu nehmen, als auf das Eintreten für die eigenen Überzeugungen und die unmittelbare, praktische Hilfe für bedrängte Menschen, die das Bewusstsein wach halten, dass es um geht in diesem Leben als um die hedonistische Befriedigung alltäglicher Bedürfnisse oder das „Wegducken“, wenn es ernst, eng und gefährlich werden kann.

    Irena Sendler war ein solcher Mensch: Eine „Retterin“, und as nicht zu knapp.

    Wie der Untertitel bereits sagt, über 2500 Kinder hat sie im dritten Reich aus dem Warschauer Ghetto vor dem sicheren Tod bewahrt.

    Wobei sie, im Unterschied zu Oskar Schindler, zwar federführend, aber in keiner Weise alleine gehandelt hat. Ein Geflecht von Beziehungen, ein Netzwerk mutiger Menschen, zumeist Frauen, hat Irena zu Zeiten gewebt, in dem ein Teil ins andere griff und alle der ständigen Bedrohung der Entdeckung ausgesetzt waren.

    Koffer, Kisten, alles, was als Versteck dienen konnte, dazu jede heimliche Route (wie die durch die Kanalisation) wurde von Irena und den Ihren benutzt, um Kinder an der SS und der „verräterischen Judenpolizei“ vorbei zu schmuggeln. Momente der Spannung, die dem Leser in den entspr4echenden Szenen im Buch hautnah nahe kommen.

    Wobei auch das private Leben Irenas das Seine dazu getan hat. Die Liebe zu einem jüdischen Mann, die Irena sich ebenso bewahrte, wie den Mann selbst (mühsam versteckt in den Jahren des Krieges).

    Eine Geschichte, die in den Folterzimmern der Gestapo einen hohen Preis von ihr forderte, eine Geschichte aber auch, in der Mazzeo eng und dicht am Menschen verbleibt und Irena in keiner Form zu einer „Heiligen“ stilisiert. Auch jene Seiten, durch die die eigene Mutter, die von nichts wusste, in Gefahr gebracht wurde, auch das unruhige Liebesleben Irenas, ihre manches Mal eher kurzsichtigen Handlungen nimmt Mazzeo auf.

    Was gerade deswegen eine solch beeindruckende Wirkung entfaltet, denn mit allen Stärken und Schwächen ist diese Irena eine ganz normale Person und zeigt dem Leser, dass jeder zu jeder Zeit, wenn er gefordert wird, aufrichtig und mutig handeln kann, ohne „heilige Gene“ mit in die Wiege gelegt zu haben bräuchte.

    Was ja auch eine Seite dieses Lebenslaufes und der Darstellung im Buch ist, Dass sich viele „ganz normale Leute“ ohne großes Getöse dieser Form der Rettung und des Widerstandes damals angeschlossen haben und Irena erst ihr Handeln ermöglichten.

    Wie Mazzeo im Vorwort betont:

    „Wenn Ihnen zu Beginn des Buches zu viele Namen vorkommen, bedenken sie bitte, dass ich hier nur die Geschichten eines kleinen Teils der Menschen erzähle, von denen bekannt ist, dass sie Irena halfen“.

    Und dass eben die Zahl der Namen sich deutlich verringern wird im Lauf der Geschichte. Denn viele überlebten ihre uneigennützige Hilfe nicht.

    Eine flüssig zu lesende, emotional nahekommende Biographie, die vor allem am Ende aufzeigt, „wozu wir normalen Menschen angesichts des Bösen und des Schreckens fähig sind,“

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