Von der Schauspielerin Tilla Durieux hatte ich bis dato noch nie etwas gehört. Aber bevor ich mit dem Lesen des Buches begonnen habe, habe ich mich über die Durieux schlau gemacht und so konnte ich die Handlung des Buches uneingeschränkt verfolgen. Das Buch überschreitet zwei Zeitzonen, einmal beginnend 1910 bis 1962 und dann die neuere Zeit 2016. Die junge Schauspielerin Julia Lange bekommt aufgrund ihrer besonderen Leistungen den Tilla-Durieux-Preis in Form einer kostbaren Kette überreicht, die Tilla einmal gehört hatte. Und dann haben plötzlich Julia, ihr Bruder und dessen Freund die Idee, eine Zeitreise zu starten und infolge dessen schickt Julia an Tilla ein Telegramm, das just zur Feier an Tillas 30. Geburtstag ankommt. Zuerst dachte Tilla an einen Scherz, aber nach und nach hat sich das bewahrheitet, was Juli aus der Zukunft schrieb. Dann tauchen wir in das Leben der Tilla ein, deren zweiten Ehemann, Paul Cassirer. Wir erleben die Malerin Alice Trübner, den ersten Weltkrieg. Künstler wie Barlach, die Liebermanns, Kokoschka, Poiret, Wedekind, Reinhardt und noch viele andere gingen bei Durieux und Cassierer ein und aus. Tilla war eine starke Frau, hatte sie doch in ihrem Leben trotz allem Erfolg sehr viel Pech und großes Unglück. Als der zweite Weltkrieg begann, floh sie nach Zagreb, wo sie teilweise als Näherin ihren Unterhalt verdiente. Der Autor verknüpft hier gekonnt das wahre Leben und die wahre Begebenheit mit Fiktion, so dass hier eine mehr als interessante und spannende Lektüre entstand. Stil und Ausdrucksweise des Buches sind von hoher Qualität und man spürt das quirlige Leben der 20iger Jahre des letzten Jahrhunderts. Gekonnt beschreibt Till Breitung die Charaktere der Protagonisten mit all ihre Stärken und Schwächen. Der Leser wrde in eine längst vergangene Zeit entführt. Ich jedenfalls habe hierdurch Wissen über mir bisher unbekannte Personen erlangt. Das Cover ist grellrot und und in der Mitte prangt ein Foto der Durieux in ovaler Form, sepiafarben.
Till Breitung

Lebenslauf
Till Breitung wurde 1966 in Berlin geboren. Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der Freien Universität. 1994 ging er in die Vereinigten Staaten, wo er in Los Angeles als Journalist im Auslandsbüro des Axel-Springer-Verlages arbeitete. Nach drei Jahren USA-Aufenthalt gestaltete er in Deutschland die Unternehmenskommunikation mehrerer IT-Unternehmen. Das Schreiben von Unternehmenstexten und Fachartikeln machten ihn zum Autor, das Geschichtenerfinden für seinen Sohn zum Schriftsteller. 'Telegramm aus der Zukunft', sein erster Roman, geht zurück auf seine Faszination für die Künstlerbiographien der Klassischen Moderne, seine Neugier auf bewegende Schicksale und seine Freude an unerwarteten Plots. Breitung lebt und arbeitet in Berlin.
Alle Bücher von Till Breitung
Telegramm aus der Zukunft
Neue Rezensionen zu Till Breitung
Zeitreise zwischen Realität und Fiktion
Zurück zu führen auf seine Faszination für die Künstlerbiographien der Klassischen Moderne, erzählt der Autor Till Breitung in seinem Debütroman „Telegramm aus der Zukunft“, eine interessante Geschichte aus dem Leben der Schauspiel-Ikone Tilla Durieux.
Inhalt:
Telegramm aus der Zukunft Tila Durieux - zwischen damals und heute Ein einzigartiges Leben 'Nimm mein Herz in deine Hände...', so beginnt Julia Lange, junge und vielversprechende Schauspielerin am Deutschen Theater, ihren Brief an Tilla Durieux. die einstige Bühnen - Ikone ist da schon fünfzig jähre tot, aber Julia Lange wurde gerade für ihre darstellerische Leistung mit dem Tilla-Durieux-Schmuck geehrt, einer Halskette mit 34 in Platin gefassten Zirkonen, den die Schauspielerin vor Jahrzehnten gestiftet hat. Der Brief ist Auftakt zu einer spektakulären reise in die Vergangenheit, die den Leser teilhaben lässt am intellektuell-künstlerischen Leben der jungen Reichshaptstadt Berin, deren Protagonisten - unter ihnen Max Reinhardt und Franz Wedekind, Else Lasker-Schüler, Ernst Barlach und Max Liebermann - im Haus des Ehepaars Paul Cassirer und Tilla Durieux aus und ein gehen, bis die großen Kriege des 20.Jahrhunderts dieser Welt ein ende setzen. Und es ist eine Reise, die auf verschlungenen Wegen zurück führt in das Berlin von heute.
Meine Meinung:
Dem Autor gelingt es durchaus eine interessante Zeitreise zwischen Realität und Fiktion über die Schauspiel-Ikone Tilla Durieux, gewagt und Ideenreich auf zwei Zeitebenen und in zwei Handlungssträngen von damals und heute, zu erzählen.
Begeistern konnte ich mich auf jeden Fall für die Vergangenheit, die Zeit des intellektuell-künstlerischen Lebens der jungen Reichshauptstadt Berin. Tilla Durieux, begegnet dem deutschen Verleger, Kunsthändler und Galeristen Paul Cassirer, und verlässt für ihn, ihren ersten Ehemann. Selbst Paul Cassirer war eine schillernde Persönlichkeit, der in den Künstlerkreisen, hoch angesehen war. Für den Ersten Weltkrieg meldet er sich freiwillig und kommt als verstörter Mensch zurück, was Außenstehenden verborgen bleibt aber nicht für Tilla und die Ehe beginnt zu brökeln. Ein schreckliches Ende folgt …
Im Jahr 1933 nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlässt Tilla Durieux Deutschland und gastiert erstmals 1952 wieder an Theatern in Berlin. Sie pendelte zwischen Zagreb und Berlin und kehrte 1955 endgültig nach Berlin zurück.
Im Jahr 2016 wird die Schauspielerin Julia Lange, mit dem Tilla-Durieux-Preis für ihre Schauspielkunst ausgezeichnet und da reift in ihr der Plan, ein Telegramm an Tilla Durieux in die Vergangenheit zu schicken und ahnt nicht dessen Folgen.
Zum Ende der Geschichte, stellt der Autor geschickt und ausgeklügelt, die fiktive Verbindung zwischen Tilla Durieux und Julia Lange, her.
Fazit:
Mit seinem Debütroman hat der Autor einen gut recherchierten Roman geschrieben, der von Anfang bis zum Ende neugierig macht, da Realität und Fiktion Interessant miteinander verwoben sind. Sprachlich und informativ ist die Darstellung der Protagonisten gut in Szene gesetzt. Eine lesenswerte Geschichte, die ich gerne gelesen habe.
Von mir 4 von 5 Sternen!
Der Roman "Telegramm aus der Zukunft" von Till Breitung erzählt anhand verschiedener Episoden die Lebensgeschichte der Schauspielerin Tilla Durieux von ihrem 30. Geburtstag im Jahr 1910 bis zum Jahr 1962. Eine knappe Rahmenhandlung handelt von der jungen Schauspielerin Julia Lange, welche im Jahr 2016 einen nach Tilla Durieux benannten Preis erhält. Mit Hilfe ihres Bruders und eines Freundes gelingt es ihr, aus dem Jahr 2016 ein Telegramm ins Jahr 1910 zu schicken.
Das Buch ist sehr gut geschrieben und lässt sich daher angenehm lesen. Besonders die Figuren, egal ob real oder fiktiv, sind lebensnah beschrieben.
Gespräche aus der Community
Nach der LOVELYBOOKS-Leserunde mit Buchbesprechung kommen nun die Lesungen mit Autorengesprächen in Berlin: Am 5. Juni geht's um 20:00 Uhr los: https://www.lettretage.de/programm/?event_id1=24063
Ich freue mich riesig auf Euch!
... weitere Termine folgen.
"Telegramm aus der Zukunft" ist eine Zeitreise in die Welt der künstlerischen Avantgarde am Vorabend des Ersten Weltkrieges. Lass Dich entführen in das Leben der Schauspielerin Tilla Durieux und in das Drama ihrer Ehe mit dem Kunsthändler Paul Cassirer. Eine geheimnisvolle Prophezeiung aus der Zukunft lässt Durieux' Leben aus den Fugen geraten.
Verlost werden 10 Hardcover-Bücher.
Haste recht, beneidenswert, finde ich, so voller Kraft wäre ich auch gerne. Sei gegrüßt. 🦋
Zusätzliche Informationen
Till Breitung wurde am 25. Dezember 1966 in Berlin geboren.
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