Die Gedichte

von Till Lindemann 
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Die Gedichte
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Kunst, die dem Leser ebenso gewalttätig wie tiefgründig ihr Herz offenbart – jedoch muss man sein eigenes Herz dafür öffnen.

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Meinen Erwartungen hat diese effektheischende Sammlung beider großen Werke von Rammstein-Sänger Till Lindemann absolut entsprochen.

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Inhaltsangabe zu "Die Gedichte"

Bekannt ist Till Lindemann vor allem als Sänger (und Texter) der Band »Rammstein«. Weniger bekannt ist, dass er unabhängig davon seit über 20 Jahren Lyrik schreibt – Gedichte, von denen zwar einige zu Songs geworden sind, die aber als Gedichte ihr ganz eigenes Leben haben. So sind in den letzten 10 Jahren zwei Gedichtbände erschienen (»Messer«, 2005, und »In stillen Nächten«, 2013), die nun in einer Taschenbuchausgabe zum ersten Mal gemeinsam vorliegen. Höchst erstaunlich klingen diese oft fast beiläufig daherkommenden, dabei aber rhythmisch und musikalisch genauestens gebauten Texte, in denen ein abgründiges, reizbares, verletzliches lyrisches Ich in eine intime Zwiesprache mit dem Leser tritt. Darunter sind Gedichte, die – wie der Herausgeber von »In stillen Nächten«, Alexander Gorkow, schreibt – »klingen wie in kalten Nächten aus dem Eis gekratzt«, aber auch solche voller Wehmut, Sehnsucht und Gefühlsinnigkeit. Die Motive umkreisen die Abgründe der Existenz, den Hunger des Begehrens, den Körper, den Schmerz, die Lust, die Komik und Tragik der Kommunikation, die Einsamkeit und Gewalt. Der Band enthält neben den Gedichten als Illustrationen eine Reihe von Schwarz-Weiß-Zeichnungen des Künstlers Matthias Matthies.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462047776
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:05.03.2015

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    Tialdas avatar
    Tialdavor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Kunst, die dem Leser ebenso gewalttätig wie tiefgründig ihr Herz offenbart – jedoch muss man sein eigenes Herz dafür öffnen.
    Ebenso gewalttätig wie tiefgründig

    Rezension:

    Bei Till Lindesmanns „Die Gedichte: Messer | In stillen Nächten“ handelt es sich um ein zusammengefasstes Werk seiner beiden Gedichtbände „Messer“, welches 2005 erstmals erschien, und „In stillen Nächten“, erstmals 2013 veröffentlicht. Obwohl ich vor allem die Texte seiner Band „Rammstein“ sehr mag, war mir bisher nicht geläufig, dass er bereits 2 Gedichtbände herausgebrachte – ein perfekter Anlass, sich die zusammengefasste Ausgabe zuzulegen.

    Unterteilt ist das Werk natürlich in die beiden ursprünglichen Bücher, die es beinhaltet – „Messer“ mit 55 Gedichten, „In stillen Nächten“ mit etwas mehr als 100, wobei die meisten davon, keine Seite füllen und sogar oft nur aus wenigen Zeilen bestehen. Abgerundet wird das Werk mit einfachen Zeichnungen in schwarz, welche Figuren in thematisch passenden Situationen darstellen und meist sehr roh dargestellt wurden – ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem so viele selbstschädigende wie bizarre Handlungen sowie männliche Geschlechtsteile abgebildet sind.

    Aber trotz der Rohheit, die sich auch in vielen der Gedichte wiederfindet, steckt mehr dahinter. Man sollte sich auf jeden Fall Zeit zum Lesen nehmen, da sich einem der Umfang der Bedeutung hinter den Sätzen teils erst nach mehrmaligem Lesen und ‚sacken lassen‘ erschließt.

    Leider kann ich mit dieser Art von Literatur weniger anfangen als erwartet. Ich mag zwar Anspielungen und tiefgründige Sätze, von denen man in den Texten der „Rammstein“-Songs unzählige findet, jedoch bekommt man hier eher ungeschliffene Diamanten vorgesetzt, die man sich selbst erst in Gedanken zurechtschleifen muss. Teilweise ist mir dies zwar gelungen, aber insgesamt ist es nicht so ganz mein Fall.

    Wer also eingängige Texte erwartet und mit Lyrik ansonsten wenig anfangen kann, bleibt enttäuscht zurück. Dieses Buch wird aber definitiv auch Liebhaber finden.

    Fazit:

    Kunst, die dem Leser ebenso gewalttätig wie tiefgründig ihr Herz offenbart – jedoch muss man für das Tiefgründige hinter der Gewalt selbst sein Herz öffnen.

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    Flohvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Meinen Erwartungen hat diese effektheischende Sammlung beider großen Werke von Rammstein-Sänger Till Lindemann absolut entsprochen.
    Man wird es lieben, oder absolut abstoßend empfinden. Ich bin als Rammstein-Fan mehr als begeistert!

    Als ich erfahren habe, dass es vom Lead-Sänger Till Lindemann ein neues Werk der Lyrik geben soll, welches gleich beide seiner bisherigen Veröffentlichungen vereint, war ich ganz erpicht darauf, diese beiden Werke so bald wie möglich kennenzulernen. Sein bereits im Jahr 2005 erschienenens Werk "Messer" und das kürzlich veröffentlichte Werk "In stillen Nächten" findet nun in seinem Band "die Gedichte" einen Ehrenplatz.
    Erschienen im KiWi Verlag (http://www.kiwi-verlag.de/)

    Inhalt:
    "Bekannt ist Till Lindemann vor allem als Sänger (und Texter) der Band »Rammstein«. Weniger bekannt ist, dass er unabhängig davon seit über 20 Jahren Lyrik schreibt – Gedichte, von denen zwar einige zu Songs geworden sind, die aber als Gedichte ihr ganz eigenes Leben haben. So sind in den letzten 10 Jahren zwei Gedichtbände erschienen (»Messer«, 2005, und »In stillen Nächten«, 2013), die nun in einer Taschenbuchausgabe zum ersten Mal gemeinsam vorliegen. Höchst erstaunlich klingen diese oft fast beiläufig daherkommenden, dabei aber rhythmisch und musikalisch genauestens gebauten Texte, in denen ein abgründiges, reizbares, verletzliches lyrisches Ich in eine intime Zwiesprache mit dem Leser tritt. Darunter sind Gedichte, die – wie der Herausgeber von »In stillen Nächten«, Alexander Gorkow, schreibt – »klingen wie in kalten Nächten aus dem Eis gekratzt«, aber auch solche voller Wehmut, Sehnsucht und Gefühlsinnigkeit. Die Motive umkreisen die Abgründe der Existenz, den Hunger des Begehrens, den Körper, den Schmerz, die Lust, die Komik und Tragik der Kommunikation, die Einsamkeit und Gewalt. Der Band enthält neben den Gedichten als Illustrationen eine Reihe von Schwarz-Weiß-Zeichnungen des Künstlers Matthias Matthies."

    Meinung / Eindrücke / Wirken:
    Lindemanns Schreibkunst wird als Lyrik bezeichnet, jedoch im selben Atemzug stets kontrovers und reißerisch diskutiert. Doch das Fundament dieser Diskussionen ist doch stets die Frage, was Lyrik denn eigentlich ist? Was macht sie zu dem, was sie sein soll? Was sind die Merkmale? Und was zeichnet gekonnte Lyrik aus? Mir ist diese Frage im Grunde egal, denn für mich zählt das, was ich lese und das was ich dabei empfinde und interpretiere.
    Mir ist bewusst, dass sich so mancher an gewissen Grenzen, die diese einzelnen Gedichte anrühren oder auch überschreiten, anstößt und den Kern der Botschaften und Inhalte daher nicht erkennen mag oder kann. Klar, diese Verse provozieren, appellieren und erregen. Aber macht nicht genau das eine Einzigartigkeit aus? Ein Wiedererkennungswert? Eine Stilmarke? Für mich hat Till Lindemann genau all diese Erwartungen erfüllt, ich mag die Band, ich mag die Diskussionen, ich mag das Anecken und ich mag das Resultat seiner Gedanken und seiner poetischen Feder.
    Diese Gedichtesammlung enthält beide seiner bisherigen Werke, und mit "Messer" startet das Buch in die Welt des düsteren Schreibens.
    Wie auch in "In stillen Nächten" sind in "Messer" die Themen und Aussagen auffallend und überwiegend düsterer Natur, teils melancholisch, dramatisch, abscheulich und tragisch. Neben Härte, Fakten und Erschütterung in seinem Wirken auf die Leser und Fans , gibt aber auch stillere Leitmotive, wie zum Beispiel Liebe, Einsamkeit, innerer Pein und seelisches Leid. Zudem schreibt und denkt Lindemann sehr sinnbildlich, er schildert Beobachtungen, Alltägliches, Verborgenes und spielt und jongliert mit dem Wortschatz der Sprache. Lässt man das Gelesene auf sich wirken, so dringt man ZUM Kern vor und könnte meinen, einen tiefen Sinn und Ehrlichkeit darin zu erspüren und zu erschließen. Genau das ist es, was ich auch an den Liedern und Songtexten dieser Band so liebe und bewundere.
    Manche seiner Stücke jedoch lassen auch mich verwundert zurück, hier kann ich nur ungläubig schmunzeln und mir nichts weiter bei denken. Eine Sammlung aus richtigen Highlights und Glanzstücke, sowie als Gegenpol und Anstoßer richtig heftige Schocker, vor allem in "Messer" findet der interessierte Leser so einige Passagen, die wirklich Schaudern lassen. 

    Der Autor:
    "Der Autor, Till Lindemann, wurde 1963 in Leipzig als Sohn des DDR-Kinderbuchautors und Schriftstellers Werner Lindemann und der Kulturjournalistin Brigitte Lindemann geboren. In der Jugend Leistungssportler (Schwimmen), nach einer Internatszeit Lehre als Tischler und tätig als Zimmermann, Korbflechter und Techniker. Seit 1994 Sänger und Texter von »Rammstein«. Lebt in Berlin. Bisherige Veröffentlichung: »Messer«. Gedichte und Photos, Frankfurt, 2005."

    Der Illustrator/Die Illustrationen:
    Untermalt werden diese speziellen und effektheischerischen und gar kontroversen Gedichte und Zeilen mit scherenschnittartigen Figuren in Schwarz-Weiß, die stets den Anschein erwecken, mit ihren Genitalien beschäftigt zu sein, oder sexistische Posen einzunehmen. Sehr einzigartig und sehr ungewöhnlich, aber absolut treffend zum Tiefen Kern der sonderbar großartigen Gedichte und der einzigartigen Lyrik dahinter. Zwar nicht ganz mein Geschmack, aber sensationell gut abgestimmt und platziert. Ebenso wie die einzelnen Verse, Zeilen und Gedichte sind auch die Illustrationen ein Aufruhr, ein Appell, eine Provokation und eine kontroverse Idee, eine bleibende Wirkung beim Leser zu erzielen. Entweder man mag es, oder man fühlt sich abgestoßen.
    Ein Besuch auf der Homepage des Illustrators Matthias Matthies lohnt sich enorm, denn nebst Illustrationen zeigt er hier edle Fotografien, wunderbare Portraits und sagenhaft künstlerisches Talent mit Szenerien.  (http://matthiasmatthies.de/)

    Das Cover:
    Absolut treffend. SCHWARZ, mit weißer und grauer Schrift. So ist die Band, so ist Till Lindemanns Erkennungswert, so sind die Gedanken der Gedichte, so sind die Grafiken im Buch, so gestaltet sich die lyrische Aussage der Gedichte. Gute Verarbeitung, angenehme Gliederung und Aufteilung, ein interessantes Vorwort und ein stimmiges Gesamtkonzept!

    Fazit:
    "die Gedichte" sind ein lesenswertes Werk, ein MUSS für Fans und sogar ein Graus für so manchen Leser. Aber wer gerne kontroverse und anstoßende, jedoch tiefsinnige Botschaften erkunden mag, der sollte unbedingt zu diesem Band greifen. Rammstein- und/oder Lindemann-Fans können bedenkenlos zugreifen, andere Interessierte und Lyriker erhalten hier mal ein ganz anderes Pendant an die Schriftstellerei.
    All meine Erwartungen wurden erfüllt und ich liebe dieses Buch!

    Kommentare: 4
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    N9erzs avatar
    N9erzvor 4 Jahren
    Rammstein in Wort und Bild - Die Gedichte von Till Lindemann

    "Die Gedichte: Messer | In stillen Nächten" ist ein Sammelband von Gedichten aus der Feder von Till Lindemann, bekannt als Sänger von Rammstein. Darin zusammengefasst sind die beiden bereits erscheinenen Werke "Messer" und "In stillen Nächsten". Von relativ kurzen Vierzeilern über seitenlange Gedichte findet man hier alles. Untermalt mit schwarz-weiß Zeichnungen des Künstlers Matthias Matthies.
    -----
    "Die Gedichte" ist ein wirklich toller, sehr einfach gehaltener aber umso tiefgründiger Gedichtband. Bei den Gedichten ist wirklich in jede Richtung etwas dabei - kurz oder lang, tiefsinnig oder sehr offensichtlich, düster oder auch manchmal liebevoll. Ein eindrucksvolles Werk von Till Lindemann.

    Man merkt natürlich an einigen Stellen die Handschrift des Rammstein Frontsängers durchaus zwischen den Zeilen, sind es doch auch oftmals seine Gedichte gewesen, die zu den entgültigen Songs verarbeitet wurden. So kann man auf jeden Fall einen gewissen Wiedererkennungswert zwischen dem Menschen und der Band sehen. Denn die Formulierungen, der Tiefsinn und die Derbheit können durchwegs an Rammstein erinnern.

    Dem entspricht auch, dass eine vielzahl der Gedichte sehr schwarz geschrieben werden, eher einen düsteren Beigeschmack haben und sehr philosophisch und tiefgründig sind. Man darf hier nicht mit vor Schmalz triefenden Liebesgedichten rechnen, ein eher dunkler Ton dominiert die Gedichte. Es sind durchaus auch sehr wohlwollende und positive Gedichte dabei, doch Worte von Schmerz domieren.

    Viele der Gedichte kann man sich wirklich länger durch den Kopf gehen lassen, darüber sinieren und seine eigenen Gedanken dazu anstellen. Wirklich tolles Material, dass hier mit den Lesern geteilt wird.

    Untermalt wird das ganze noch mit Zeichnungen, die vordergründig durchaus anstößig sind. Rein in schwarz/weiß gehalten gibt es hier Bilder von zu meist nackten Menschen, oftmals mit deren Genitalien sehr in den Mittelpunkt gerückt. Sie sind durchaus passend zu den Gedichten und vermitteln auch die selbe düstere Stimmung, hätten für meinen Geschmack allerdings nicht sein müssen.
    Auch wenn ich im Grunde genommen gar kein so großer Gedichte Fan bin, so muss ich sagen, dass mich "Die Gedichte" doch sehr beeindruckt hat. Schöne, wenn auch dunkle Worte die manchmal wirklich sehr tief gehen können. Wer dazu noch die Musik und die textliche Richtung von Rammstein mag, der liegt mit "Die Gedichte" auf jeden Fall richtig, denn diese Stimmung zieht sich nicht nur durch die Musik sondern auch durch die Gedichte.

    Mein persönliches Liebslingsgedicht aus dem Werk: "Nur".

    Kommentare: 2
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    C
    Codwardvor 6 Monaten
    Cest_pitoresques avatar
    Cest_pitoresquevor 6 Monaten
    Wunderweltensbuechers avatar
    Wunderweltensbuechervor 2 Jahren
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Coll777s avatar
    Coll777vor 4 Jahren
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren

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