Till Raether Treibland

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Inhaltsangabe zu „Treibland“ von Till Raether

Nominiert für den Friedrich-Glauser-Preis 2015. Im Hamburger Hafen läuft das Kreuzfahrtschiff «Große Freiheit» ein. An Bord: ein toter Passagier – verstorben an einem geheimnisvollen Virus. Bald herrscht Panik in der Stadt. Kriminalkommissar Adam Danowski, der eigentlich am liebsten am Schreibtisch ermittelt, wird an den Schauplatz beordert. Er kommt einem Verbrechen auf die Spur, das noch unzählige Tote zu fordern droht. Doch das unter Quarantäne gestellte «Pestschiff» darf keiner verlassen, selbst Kommissare nicht, und Danowskis Gegner sorgen mit aller Macht dafür, dass dies so bleibt ...

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Was wir getan haben

Leider langweilig und langatmig. Habe, nachdem ich den Klappentext gelesen habe, mehr erwartet.

Buchwurm05

Todesreigen

waaaahnsinn, diese reihe!.... band 4 haut mich komplett um.... spannend von seite 1 bis 570.. ohne längen.... hammer!

LeseSprotte

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Definitiv Lesenswert.

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Magicsunset

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  • Virale Infektion

    Treibland
    Trucks

    Trucks

    10. January 2016 um 14:07

    Treibland“ beginnt mit einem unangenehmen Zeitgenossen, den andere Menschen wohl schon generell zu stören scheinen und der das auch offen zum Ausdruck bringt. Kommissar Adam Danowski lebt und arbeitet in der „schönsten Stadt Deutschlands“: in Hamburg. Er lebt dort mit Ehefrau Leslie und zwei Töchtern. Der Leser erfährt Einiges über sein Privatleben, auch nicht weniger chaotisch als woanders, sehr unterhaltsam. Es ist auch nicht zuviel, so dass man dem schnell überdrüssig werden könnte, hier wurde genau das richtige Mass gefunden, sehr gut. Danowski´s Partner ist trockener Alkoholiker und die beiden ergänzen sich wirklich gut. Als sie zu einem Kreuzfahrtschiff gerufen werden, auf dem sich ein Toter befindet, der an einer mysteriösen Infektion verstarb, sehen sich einem Fall gegenüber, der ihnen über den Kopf wachsen könnte... Wirklich spannend und fesselnd geschrieben, so dass man das Buch fast nicht zu Seite legen kann. Sehr gut ausgetüftelte Geschichte mit einem sympathischen Ermittler.

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  • Treibland

    Treibland
    anyways

    anyways

    06. January 2016 um 21:04

    Ein, unter panamaischer Flagge fahrendes Kreutzfahrtschiff wird im Hamburger Hafen festgesetzt, da ein Paasagier am hämorrhagischen Fieber auf dem Schiff verstarb. Ein, unter panamaischer Flagge fahrendes Kreuzfahrtschiff wird im Hamburger Hafen festgesetzt, da ein Passagier am hämorrhagischen Fieber auf dem Schiff verstarb. Das Schiff wird direkt am Kai unter Quarantäne gestellt, kein Passagier darf es verlassen. Die Gesundheitsbehörde und das Tropeninstitut versuchen einen Grund für das plötzliche Ableben zu finden, und auch die Polizei wird eingeschalten. Da es zu verhindern ist, das Panik unter der Hamburger Bevölkerung ausbricht, werden nicht die erfahrensten Kriminalisten mit der Aufgabe betreut. Adam Danowski, bisher eher der Mann für die Bürofraktion zuständig, findet sich plötzlich im Außendienst wieder. Seine Ermittlungstätigkeit ruft nicht nur unter Kollegen sondern auch auf dem Schiff Gegner auf den Plan, und durch widrige Umstände ist Danowski auf einmal selbst "Passagier" auf dem Schiff, und seinen Feinden schutzlos ausgeliefert. Kein ganz normaler, reißerischer Krimi um Pharmariesen, Lobbyisten und korrupte Politiker. Obwohl diesem Krimi eine sehr plakative Idee zu Grunde liegt, finde ich ihn interessant umgesetzt. Allein der etwas gestresste Familienvater Danowski, leicht hypochondrisch, chronisch übermüdet und einfach nicht das stereotype Abbild eines Kriminalisten, machen dieses Buch zu etwas Besonderem. (Ein kleiner Wermutstropfen ist hierbei lediglich seine "Krankheit" Hyposensibilität, sie ist keine solche sondern, beschreibt einfach einen sehr empfindsamen, empathischen Menschen).Die bösen Buben werden zwar in gewohnter Manier dargestellt, hervorstechend ist aber die ein klein bisschen verrückte Auftragskillerin und ganz besonders das Eigenleben auf einem Kreuzfahrtschiff. Eingesperrt auf engstem Raum, ohne großen Komfort, die Abwechslung bietende Stadt so nah. Ein etwas überspitztes Porträt einer "misslungenen" Kreuzfahrtreise und eine kleiner kalter Blick hinter die Kulissen. Till Raethers Buch kann ich nur empfehlen, da er keine übliche, schon in vielen Büchern vorgekommene Szenerie einer bevorstehenden Epidemie mit einem tödlichen Erreger skizziert.

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  • Ein solider Krimi. Der Altona-Virus auf der "großen Freiheit"

    Treibland
    Ekcnew

    Ekcnew

    01. January 2016 um 16:18

    Ein Toter auf einem Kreuzfahrtschiff, das im Hafen von Altona angelegt hat. Der Tote ist  Hamburger, der vermutlich an einem Virus gestorben ist. Es wird entschieden, dass Danowski und Finzi in diesem Fall ermitteln, um so wenig wie möglich Aufsehen zu erregen. Der Fall sollte schnell erledigt werden. Danowski ermittelt am liebsten am Schreibtisch mit geregelten Arbeitszeiten. Finzi ist Alkoholiker, aber seit seinem letzen Absturz vor fast zwei Jahren ist er trocken. Nur Danowski, Tülin Schelzig vom Tropeninstitut und Kristina Ehlers von der Rechtsmedizin dürfen das Kreuzfahrtschiff betreten. Es wird von einer rothaarigen Passagierin erzählt, die Schmerzen und Fieber hat, aber ist das nicht bei jeder Grippe so? Aber bei Carsten fing es auch so an. Bis zu seinem letzten Schmerz waren es nur 4 Tage. Carsten Lorsch ist der bis dahin noch unbekannte Tote. Auf dem Schiff kommen inzwischen Durchsagen, dass die Passagiere bitte auf ihren Kabinen bleiben mögen. Auch die Besatzung hat sich in ihre Bereiche zurückgezogen. Keiner darf das Schiff verlassen. Als die hinterbliebene Ehefrau zu Hause informiert wird, dass ihr Mann Carsten Lorsch auf der Reise verstorben ist, war die Reaktion von ihr doch sehr verhalten: schade war ihr Kommentar. Es wird von einer Senyora erzählt, sie lebt ganz unscheinbar in ihrer Finca auf Mallorca. Nach den ersten Erlebnissen auf dem Schiff fahren Danowski und Finzi zurück ins Polizeipräsidium. Bei der Mitarbeiterbesprechung ist die Chefin nicht zufrieden, sie hatte doch erwartet, dass dieser Fall schnell und unkompliziert gelöst würde. Die Situation spitzt sich mehr und mehr zu. Das Interesse der Medien ist enorm. Danowski ist die Ermittlung in dem Fall bis dahin relativ egal, ihm ist ein pünktlicher Feierabend und seine Familie wichtig. Die ersten Ergebnisse aus dem Tropeninstitut zeigen, dass Carsten Lorsch an einem sehr aggressiven Virus gestorben ist. Es ist zu vermuten, dass in den nächsten Tagen bei weiteren Passagieren der Virus auftreten wird. Das Schiff wird für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Bei einem Besuch auf dem Schiff hat der Schutzanzug von Danowski plötzlich einen Riss. Wie auch immer das passieren konnte. Er darf nun das Schiff nicht mehr verlassen, denn auch er könnte sich mit dem Virus infiziert haben. Die Mitarbeiterin der Rechtsmedizin, Kristina Ehlers ist an dem Virus erkrankt, sie wird ihn nicht überleben. Auch der Kapitän des Schiffes ist infiziert.  Auf dem Schiff muss Danowski erleben, wie seine Aktivitäten behindert werden. Er wird körperlich angegriffen, er sollte sogar getötet werden. Durch einen Irrtum ist er am Leben geblieben und ein Crewmitglied aus dem Showensemble musste sterben. Die spanische Senyora entpuppt sich als Auftragskillerin. Wer ist ihr Auftraggeber und auf wen hat sie es noch abgesehen? Fazit: Ich habe mich sehr auf diesen Hamburg-Krimi mit einem Virus auf einem Kreuzfahrtschiff gefreut und wurde nicht enttäuscht! Es war ein großartiger Kriminalroman! Anfangs hatte ich mit den Kollegen Danowski und Finzi so meine Schwierigkeiten. Es hätte mir mehr Freude bereitet, wenn Kommissare mit einem feinen Gespür und Neugierde an den Fall herangegangen wären. Und nicht so einer wie Danowski, wo immer wieder deutlich gemacht wurde, dass er zur eigentlichen Ermittlungsarbeit keine Lust hat, weil ihm Familie und pünktlicher Feierabend wichtiger sind. Aber Danwoski wächst bei seinen Ermittlungen über sich hinaus.

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  • Ein guter Neuer

    Treibland
    MIMI2014

    MIMI2014

    12. September 2015 um 16:42

    Weniger Spannung, aber dafür mit viel Liebe und Humor verfasster, wortgewandter Krimi. Folge Danowski direkt in seinem neuen Fall - Blutapfel.

  • Endlich ein guter Krimi

    Treibland
    silencia86

    silencia86

    24. August 2015 um 11:53

    Ein Kreuzfahrtschiff läuft im Hamburger Hafen ein. An Bord befindet sich ein toter Passagier, der an einem aggressiven und unbekannten Virus gestorben ist. Die Reederei wollte es am liebsten vertuschen, doch eine anonyme Anruferin gibt einen Hinweis. Eher durch Zufall ermittelt Kriminalkommissar Danowski, der eigentlich nur noch am Schreibtisch sitzt. Er soll ausschließen, dass es sich bei der Todesursache um Fremdeinwirkung handelt. Aber natürlich kommt er einem Verbrechen auf die Spur und muss auf dem unter Quarantäne stehendem Schiff ausharren. Schon lange lese ich kaum noch Kriminalromane. Einfach, weil es mich nervt, dass der Protagonist immer eine gescheiterte Persönlichkeit ist, möglichst geschieden, mit Alkoholproblem und einem enormen psychischem Knacks. Sehr erfrischend, dass Danowski all dies nicht ist. Intakte Familie, keine Drogen, keine schräge Vergangenheit. Ok, auch er hat ein kleines neurologisches Leiden, welches ihn aber irgendwie sympathischer macht und ihm einen interessanten Touch verschafft. Auch ansonsten handeln die Figuren nachvollziehbar und logisch, ich habe mich an keiner Stelle über sinnentleertes Handeln aufgeregt oder mich fremdschämen müssen. Jede Figur für sich genommen war interessant und ohne Klischees. Raether haucht allen Beteiligten durch gezielte Umschreibungen ordentlich Leben ein, ohne sie überspitzt darzustellen. Wer hier auf bluttriefende, überzogene One-Man-Shows hofft oder auf einen actiongeladenen Einzelgang-Showdown wird wohl enttäuscht sein. Denn all das braucht Raether nicht, um ein spannendes Buch zu schreiben. Und dafür bin ich wirklich dankbar. Endlich wieder ein Krimi, der auf diesen ganzen Mist verzichtet, sondern allein durch den Plot und die souveräne Ermittlungstätigkeit Danowskis zu überzeugen weiß. Auch sprachlich gesehen war ich begeistert. Keine Gossensprache, keine Umgangssprache und Sätze, die über drei Wörter hinausgehen. Beinahe könnte ich sagen, dass das Buch sogar ein bisschen Anspruch hat. Man merkt auf alle Fälle deutlich aus welchem Berufsfeld der Autor kommt. Sicher gab es für mich ab und an einige Längen, dennoch war der Spannungsbogen deutlich zu spüren und der Leser fiebert auf die Auflösung des Ganzen hin. Am ehesten fand ich das Buch vergleichbar mit denen von Tana French, die auch durch Charakterisierungen und Plot zu überzeugen weiß und ebenso auf übertriebene Action verzichtet. Ich bin restlos begeistert und hoffe, dass es noch mehr über Danowski zu lesen gibt. Lieben Dank, Herr Raether, ich mag nun wieder gerne Krimis lesen. :

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  • Treibland

    Treibland
    Isabell47

    Isabell47

    22. July 2015 um 08:57

    Ein Kreuzfahrtschiff liegt im Hamburger Hafen und von diesem Schiff wird anonym ein 'Todesfall gemeldet. Kommissar Danovski wird für diesen Fall abkommandiert, da man von "oben" möglichst wenig Aufsehen erregen will und der Kommissar sehr mit seiner persönlichen Lage beschäftigt ist, so dass man hofft, das der sich nicht in den Fall verbeißen wird. Leider geht jedoch bei einer zweiten Besichtigung des Schiffes sein Schutzanzug kaputt, so dass er gezwungen wird an Bord zu bleiben. Hier fängt er an zu ermitteln - dem Tod und dem tödldichen Virus auf der Spur. Der Krimi kam erst langsam in Fahrt, aber war dafür nachher um so faszinierender. Der Kommissar und sein Kollege kamen nicht als durchgestylte Alleskönner daher, sondern eher sehr menschlich mit sehr vielen Problemen. Die Geschichte, die eigentlich laut dem Klappentext eher reißerisch klang, hatte Tiefgang und zwar nicht nur in den Figuren, sondern auch in der Geschichte. Ich war doch sehr erschrocken, wie es zu Epidemien kommen könnte. Ein sehr gelungener Krimi!

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  • Treibland

    Treibland
    Lutra

    Lutra

    20. July 2015 um 14:33

    Ein Kreuzfahrtschiff liegt im Hamburger Hafen, und es hat einen rätselhaften Todesfall an Bord. Ein Gast ist an einem unbekannten aggressiven Virus gestorben, von dem man nicht weiss, wie es an Bord gekommen sein könnte. Schnell macht sich Panik breit und Kommissar Danowski ermittelt - unter Quarantäne. Das Setting ist es, was diesen Krimi besonders macht. Jeder, der schon mal auf einem Kreuzfahrtschiff war, kennt den Lagerkoller. Multipliziert man den mit Todesangst, Vertuschungsaktionen und der Unmöglichkeit, das Schiff zu verlassen, hat man ein astreines Horrorszenario wie in diesem Buch. Nichts für Klaustrophobiker! Mir hat zwar ein wenig Realismus gefehlt (der Krankheitsverlauf ist dramatisiert, es kommt keine Task Force von offizieller Seite, die die Quarantäne koordiniert, der Kapitän ist sowieso nie erreichbar, und nicht zuletzt müssten sich bei den beschriebenen Bedingungen eigentlich mehr Gäste infiziert haben), aber andere Seiten machen das ganz gut wieder wett. Allen voran der Kommissar (von der Öffentlichkeit liebevoll „der Pestbulle“ getauft): etwas stoffelig, zynisch und vom Pech verfolgt. Ich mochte ihn sehr, denn er erschien mir ausserordentlich realistisch. Selten hat mich der Galgenhumor eines Kommissars so zum schmunzeln gebracht… Man darf nicht zu genau auf die wissenschaftlichen Details achten (als Referenz ist „The Hot Zone“ angegeben, das bereits mehrfach von Wissenschaftlern für grobe Übertreibung kritisiert wurde), dann bekommt man einen spannenden Krimi mit vielen Verwicklungen und kantigen Charakteren. Nicht immer sind diese sympathisch, aber meistens glaubwürdig. Und seine offene Haustür lernt man nach diesem Buch mal wieder so richtig zu schätzen! Von diesem Kommissar erhoffe ich mir auf jeden Fall mehr.

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  • Große Freiheit

    Treibland
    Wassollichlesen

    Wassollichlesen

    21. February 2015 um 13:16

    In Deutschland haben wir bisher zum Glück nur aus den Medien erfahren, was Krankheiten wie Ebola mit uns anstellen und welche Folgen ein Ausbruch für unsere Gesellschaft haben könnte. Diese und ähnliche Krankheiten sind weit weg.  Aber was, wenn auf einmal ein Schiff vor einer Metropole anlegt, mit einer Leiche und Erkrankten an Bord, die die passenden Symptome aufweisen?? Die Bedrohung sozusagen direkt vor der Haustür wäre??  In Zeiten, in denen der Terror floriert und die Angst vor Anschlägen mit "Killerviren" stetig steigt.. Willkommen an Bord der "Großen Freiheit".  Leider hat das Buch nicht gehalten, was es versprochen hat bzw. was ich mir von ihm versprochen habe. Nach ewigen Zeiten auf meiner Wunschliste und dann in meinem Bücherregal, war es nun endlich an der Reihe. Die Story trieft vor Potenzial, der mögliche Ausbruch einer Krankheit, die Hunderttausende zu töten droht, direkt im Hamburger Hafen, in einer Blechbüchse gefangen. Wow!!  Aber wie das Cover verrät, steckt in dem Buch "nur" ein Kriminalroman. Nicht mehr und nicht weniger. Das Buch bringt alles mit, was ein klassischer Krimi eben so aufweist: Viele Charaktere = viele Verdächtige, einen verzwickten, aber bemerkenswert ausgeklügelten Plot und ein unterschiedliches, bereits abgeschriebenes Ermittlerduo (hypersensibler Nerd und trockener Alkoholiker-Witzbold), das den Fall nur auf den Schreibtisch bekommen hat, weil es mit den eigenen Alltag und den Kollegen schon genug um die Ohren hat.  "Direkt hinter dem Besucherparkplatz war die Deutschlandzentrale eines Rumimporteurs, dessen Markenzeichen eine schwarze Fledermaus war. Sie prangte als überlebensgroße Leuchtfigur auf dem Dach des Bürogebäudes neben dem Präsidium, und wenn er hier aus dem Auto stieg, hatte Danowski manchmal das Gefühl, er müsste sich jetzt entscheiden, ob er für die Polizei oder doch lieber nebenan für Batman arbeiten wollte. Bacardi feeling, never been so easy..."  Ich hatte beim Lesen leider oft das Gefühl, dass es nicht voran geht. Besonders die ersten Hälfte des Buches ist sehr langatmig und ich habe mich des Öfteren dabei ertappt, dass ich das Buch unbewusst gemieden habe. Wie früher in der Schule, wenn man lernen musste und auf einmal fällt einem ein: ach, die Fenster könnten ja auch mal wieder geputzt werden. In der ganzen Wohnung. Die erste Hälfte liefert im Prinzip nur Hintergrundinformationen zur allgemeinen Situation und den Charakteren. Klar, dass muss auch sein, aber mir dauert das zu lange. Besonders wenn ich bedenke, was für ein unterhaltsamer Schreiber Till Raether ist. Wie oft musste ich auf dieser öden ersten Hälfte des Buches lachen?? Überraschend oft. "Danowski merkte, dass er auf eine von Finzis alten Geschichten aus der wilden Zeit bei der Sitte überhaupt keine Lust hatte. Meistens endeten sie damit, dass jemand in seinem Erbrochenem unter dem Schreibtisch aufwachte, eine Geschlechtskrankheit bekam oder aufgefordert wurde, die Dienststelle zu wechseln. Oder alles drei innerhalb einer Schicht."Das Buch beginnt für mich erst mit der zweiten Hälfte und dem ekelerregenden zugrunde gehen einer Figur. Hier flackerte bei mir auch die Hoffnung auf, dass dass das Buch jetzt Gas gibt und mich völlig mitreißt und in seinen Bann zieht. Leider ist dies nicht durchweg eingetroffen, aber das Buch nimmt gegen Ende, als sich alles gegen unseren hypersensiblen Pestbullen Danowski stellt, ordentlich an Fahrt auf und das Ende ist gelungen, was es mir unterm Strich nicht leichter macht ein Urteil zu fällen. Was mir neben dem teilweise unterhaltsamen Schreibstil noch gefällt sind vor allem zwei Dinge: Raether erschafft einen Auftragsmörder, wie ich ihn mir immer gewünscht habe. Ich werde hier keine Beschreibung abgeben, aber die Figur ist höchst effizient und vor allem extrem unauffällig. Zwar nur als Nebenfigur, aber trotzdem gelungen. Außerdem herrscht sobald Danowski an Bord des Schiffs ist eine ständige, subtile Bedrohung. Das Gefühl ist sehr beklemmend und erschreckend, wenn ich mir grundsätzlich vorstelle, dass ich mit 2000 wildfremden, gesunden Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff bin. Aber dann auch noch mit einem Virus, unter Quarantäne, gezwungen, länger an Bord zu bleiben und die Leute langsam verrückt werden. Nein, danke, ich werde in nächster Zeit sicher keine Kreuzfahrt antreten. Fazit Das Buch hat es mir nicht leicht gemacht. Die erste Hälfte war mir zu langatmig, die zweite schon besser. Aber alles in allem ist das Buch für mich nur solide, nicht mehr. Nicht innovativ. Nicht sonderlich spannend.  Ich denke, dass ich die Fortsetzung "Blutapfel", die am 30. Mai 2015 erscheint, trotzdem lesen werde, weil ich auf Raethers unterhaltsamen Schreibstil vertraue und darauf, dass es besser wird.

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  • eBook Kommentar zu Treibland von Till Raether

    Treibland
    F.Georg Wiese

    F.Georg Wiese

    17. November 2014 um 22:34 via eBook 'Treibland'

    der aktuelle Bezug zum derzeitigen Ebolathema in Afrika war irgendwie grotesk. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Auch die etwas anderen Charaktere waren super getroffen.Gibt es noch weitere Bücher von T.Raether?

  • Sarkasmus in der Quarantäne

    Treibland
    SignorinaVespucci

    SignorinaVespucci

    Der Kriminalfall um einen tödlichen Fall von Ebola an Bord eines Kreuzfahrtschiffes gerät beinahe zur Nebensache angesichts Till Raethers Formulierungslust und seiner spürbaren Freude an Wortspielen. Die zynischen Kommentare, die er seinem Kommissar Adam Danowski immer wieder in den Mund legt (gehört ausgesprochener Sarkasmus eigentlich auch zu den Symptomen von Hypersensibilität?) haben mich mehr als einmal laut zum Lachen gebracht. Da stört es dann auch kaum, dass die Lösung des Falls angesichts der zahlreichen Spuren, die zuvor gelegt wurden, eigentlich vergleichsweise herkömmlich ausfällt. Wer es nicht allzu actionreich braucht und sich nicht von langen, manchmal recht verschachtelten Sätzen abschrecken lässt, sollte definitiv mal einen Blick in "Treibland" werfen.

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    • 3
    SignorinaVespucci

    SignorinaVespucci

    11. August 2014 um 09:24
  • Virus an Bord

    Treibland
    BuecherDanny

    BuecherDanny

    Im Hafen Hamburg Altona liegt das Kreuzfahrtschiff "Große Freiheit". An Bord befindet sich ein Toter, der hamburger Geschäftsmann Carsten Lorsch. Als Todesursache wird ein agressiver, sehr gefährlicher Virus vermutet. Die Reederei würde den Vorfall gerne vertuschen, doch durch einen anonymen Anruf wird die Kriminalpolizei informiert. Die Chefin will keinen großen Wirbel, weil Panama für das Schiff verantwortlich ist. Sie sucht Kommissar Danowski und seinen Kollegen  "Finzi" aus, um sich um die Angelegenheit zu kümmern. Danowski ist bekannt dafür, dass er lieber gemütlich am Schreibtisch ermittelt und "Finzi", ehemaliger Alkoholiker gilt auch nicht als besonders erfolgreich....   Danowski ist anders als andere Ermittler. Er ist "hypersensibel" und nimmt in seiner Umwelt jede Kleinigkeit wahr. Durch seine Überempfindlichkeit ermüdet er schnell und mach oft einen uniteressierten und schläfrigen Eindruck. Der Kommissar war mir schnell sympathisch. Sein Charakter ist toll beschrieben und mir gefällt sein Sarkasmus. Auch die Charaktere der anderen handelnden Personen sind sehr gut dargestellt. Das Buch kam etwas langsam in Fahrt, aber dann entwickelte sich der Tod von Carsten Lorsch zu einem spannenden Fall. Die Situation auf dem unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiff war sehr bildlich beschrieben. Die Ängste der Menschen vor der Seuche, das Anstehen für Wasser und Lebensmittel und die Enge auf dem Schiff!  Die Bemühungen Danowskis, der auch auf dem Schiff festsitzt, Klarheit in den Fall zu bringen. Doch er hat Gegner und wird bedroht! Eine schreckliche Vorstellung, sich in so einer Situation zu befinden.   Für mich war es ein unterhaltsam und spannend zu lesender Krimi mit interessanter Story und Protagonisten.

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    • 2
    Floh

    Floh

    02. August 2014 um 06:53
  • Der etwas andere Krimi

    Treibland
    Bambi70

    Bambi70

    28. July 2014 um 13:33

    Die „Große Freiheit“ läuft im Hamburger Hafen ein und hat einen toten Passagier an Bord. Der Tote ist an einem Virus verstorben, das niemand kennt. Es bedroht nicht nur die anderen Passagiere an Bord, sondern auch die Bewohner von Hamburg. Deshalb wird das Schiff unter Quarantäne gestellt. Kriminalkommissar Adam Danowski will eigentlich nicht ermitteln, aber es bleibt ihm nichts anderes übrig und er begibt sich aufs „Pestschiff“. Aber das passt einigen Leuten nicht und so bringt er sich mehr in Gefahr, als er zu Anfang ahnt. Die Geschichte ist sehr spannend, obwohl es kein normaler Krimi ist. Dies kommt durch den etwas anderen Ermittler Adam Danowski. Er ist hypersensibel und so nimmt er mehr Reize auf, als andere Menschen. Und so ist auch der Part geschrieben, der aus der Sicht von Adam Danowski erzählt. Es ist sehr detailreich und gibt viele interessante Beschreibungen. Die Spannung wird auch durch die Perspektivwechsel aufgebaut, da es sehr viele Andeutungen gibt. Langsam baut sich so ein Puzzle auf, dass den Leser zum Miträtseln animiert. Der Schluss ist dann nochmal richtig spannend und hat mir sehr gut gefallen.  Insgesamt ein toller Krimi, der ein interessantes Thema aufgreift und einen etwas anderen Ermittler präsentiert. Es ist spannend bis zum Schluss und ich kann es jedem der mal einen etwas anderen Krimi lesen möchte empfehlen.

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  • Wenn die grosse Freiheit zum tödlichen Gefängnis wird.

    Treibland
    buchstabenliebe

    buchstabenliebe

    26. July 2014 um 14:06

    Der Kriminalkommissar Adam Danowski ist in jeder Hinsicht unauffällig. Er hat eine kleine Familie und führt mit dieser ein ruhiges Leben, hat psychische Probleme und bevorzugt deshalb den polizeilichen Innendienst. Doch sein nächster Fall ist genau das Gegenteil von unauffällig. Im Hamburger Hafen liegt ein Kreuzfahrtschiff mit einem Toten an Bord. Doch dieser ist nicht auf natürliche Weise gestorben, sondern an einem unbekannten Virus. Nun sitzen alle Passagiere des Kreuzschiffes, welches ironischerweise "MS Grosse Freiheit" heisst, auf dem Schiff fest. Danowski muss für seine Ermittlungen, wider Willen, auf das Schiff. Als plötzlich verschiedene Menschen, die mit dem Toten in Berührung gekommen sind, auch Anzeichen des Virus zeigen, wird das gesamte Schiff unter Quarantäne gesetzt. Nun darf auch Danowski nicht mehr von Bord. Er setzt seine Ermittlungen auf dem Schiff fort. Ihm wird jedoch schnell klargemacht, dass er nicht erwünscht, höchstens geduldet ist. Seine Suche nach der Begleiterin des Toten wird zu einem Versteckspiel um Leben und Tod, welches noch einige Opfer fordern wird. Meine Meinung Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Besonders gelungen finde ich den Perspektivenwechsel. Es wird aus der Sicht von verschiedenen Figuren erzählt, was die Spannung hoch hält. Gut ist auch die Mischung zwischen Ermittlungsarbeit und Privatleben des Protagonisten. Sehr toll finde ich die Charakterisierung der Figuren. Besonders Danowski und Finzi (mein Liebling ) sind gelungen und es macht Spass in ihr Leben einzutauchen. Till Raether schafft es die unterschiedlichsten Stimmungen perfekt zu inszenieren. Der Leser hat das Gefühl die beklemmende Stimmung an Bord des Kreuzfahrtschiffes direkt zu spüren. Einziger kleiner Kritikpunkt ist für mich die Länge des Buches. Mit 492 Seiten ist der Kriminalroman doch relativ lang geworden, was dazu führt, dass er in der Mitte zum Teil etwas langatmig, respektive in die Länge gezogen wirkt. Für mich jedoch klar ein gelungener Kriminalroman, welcher jedoch auch als Krimi gelesen werden sollte. Für Krimifans ein tolles Buch mit einer interessanten Story und tollen Charakteren. Herzlichen Dank, dass ich es lesen durfte.

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  • The captain is busy

    Treibland
    guybrush

    guybrush

    Ein Toter, gestorben an einem geheimnisvollen Virus an Bord eines Kreuzfahrtschiffes, versetzt Hamburg in einen Ausnahmezustand. Ungeklärte Zuständigkeiten und der Versuch eine Massenhysterie zu vermeiden bringen die Kommissare Danowski und Finzi auf den Plan. Beide Schreibtischtäter, die eigentlich nichts ermitteln sondern nur den Ball flach halten sollen. Aber der hypersensible Adam Danowski hat eine Spur gewittert und ist bald lebensbedrohlich in den Fall verstrickt. Danowski und Finzi sind für mich die deutsche Ausgabe von Carl Mørck und Assad (Jussi Adler-Olsen). Eigentlich unspektakuläre aber sehr glaubwürdige Ermittler, die sich trotz oder gerade wegen ihrer Gegensätzlichkeit, blendend verstehen und ergänzen. Auch der Humor der beiden könnte gegensätzlicher nicht sein. Der Plot ist erfrischend anders. Setzt er doch auf die Ausweglosigkeit der isolierten Situation auf einen Schiff, das unter Quarantäne steht. Auch der Erzählstil ist nicht krimitypisch. Hat man sich aber erst mal eingelesen, bekommt man Unterhaltung auf hohem Niveau und eine Geschichte, die in sich schlüssig ist. Ich kann mir vorstellen, dass bei einigen Lesern im Mittelteil Langeweile aufkommt. Bei mir was das nicht der Fall. Ich war zu jeder Zeit gespannt, wie sich Danowskis persönlicher und beruflicher Alptraum weiter entwickelt. Fazit: Gelungenes Debüt. Außergewöhnliche Story, interessante Ermittler und richtig schöner Schreibstil. Macht Lust auf mehr.

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    • 2
    Arun

    Arun

    20. July 2014 um 19:15
  • Neues Ermittler-Duo für Hamburg

    Treibland
    MattT

    MattT

    "Im Hamburger Hafen läuft das Kreuzfahrtschiff «Große Freiheit» ein. An Bord: ein toter Passagier – verstorben an einem geheimnisvollen Virus. Bald herrscht Ausnahmezustand in der Stadt. Kriminalkommissar Adam Danowski, der eigentlich am liebsten am Schreibtisch ermittelt, wird an Bord beordert. Er kommt einem Komplott auf die Spur, das noch viele Tote mehr zu fordern droht. Doch das unter Quarantäne gestellte «Pestschiff» darf keiner verlassen und Danowskis Gegner sorgen mit aller Macht dafür, dass dies so bleibt ..." Mit «Treibland» hat Till Raether ein Klasse Krimi-Debut vorgelegt. Mit Danowski und seinem Kollegen «Finzi» hat er ein Ermittlerduo geschaffen dass es auf Anhieb in die Top-Ten meiner Lieblingsbullen geschafft hat. Das Buch liest sich sehr angenehm. Der Schreibstiel ist flüssig und ausgefeilt. Die Charaktere haben alle ihre Ecken, Kanten und Psychosen, vor allem Danowski. Sein Kollege «Finzi» ist zwar auch nicht frei von Macken, nimm das Leben aber mehr von der lockeren Seite. Till Raether schafft es wunderbar den typischen trockenen Hamburger Humor in die Geschichte einfleißen zu lassen, ohne dabei jemals ins alberne abzudriften. Die Geschichte ist Spannend. Die Atmospäre auf dem "Pestschiff" wird sehr gut eingefangen. Die Wendungen und die Auflößung sind nicht all zu vorhersehbar. (Natürlich wird es auch hier wieder Sherlocks geben die behaupten nach zehn Seiten schon die Lösung gewusst zu haben. Aber die gibts ja immer! ;) Doch auch wenn am Ende des Buches der Fall Gelöst ist, zieht Till Raether schon ein Paar Fäden für den nächsten Band der Reihe. Und ich muss sagen, Ich kanns kaum erwarten !!!

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    • 3
    MattT

    MattT

    17. July 2014 um 20:05
    Floh schreibt Dieses Buch begegnet mir immer wieder. Auch deine Bewertung konnte mich begeistern.

    Danke! Das freut mich sehr zu hören! :)

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