Tillie Waldens Graphic Novel ist ein wunderschönes und einzigartiges Leseerlebnis. Der Grafikstil ist speziell, mitunter farbarm in seiner Vielfalt (es werden oft nur wenige Farben verwendet, die Farbpalette ist begrenzt), die Welt trotz des Sci-Fi-Settings sehr geerdet und fast altertümlich, mit keinerlei futuristischer Kleidung, Schiffen, die aussehen wie Fische, irdischen Waffen und Häusern/Orten, die einfach im Weltraum schweben, ohne auf Planeten errichtet zu sein oder sichtbare Abschottungen gegen den Weltraum zu haben.
Die Geschichte ist dabei ein wenig merkwürdig dreigeteilt: Der eine Teil berichtet von Mia, die sich einer Crew von Leuten anschließt, die alte Orte restaurieren. Eingewoben darin sind Einschübe aus der Vergangenheit von Mia, als sie auf einem Internat war und sich dort in ein anderes Mädchen verliebt hat. Der dritte Teil, der auch etwa das letzte Drittel des Graphic Novel einnimmt, beschäftigt sich mit der Suche nach diesem Mädchen. Dieser Teil grenzt sich stark von den anderen beiden ab, die eher cozy, melancholisch, träumerisch und stark von Themen wie Coming of Age und Found Family geprägt sind. Denn der dritte Teil ist actiongeladen, brutal und auch düsterer.
Beim Lesen empfand ich dies als einen leichten Bruch, weswegen ich auch einen Stern abziehe. Grafisch, von den Themen und Figuren ist es ein Fünf-Sterne-Read, der Cut zur Action hätte in meinen Augen aber nicht (so krass) sein müssen. Trotzdem bin ich sehr froh, den Graphic Novel gelesen zu haben, und kann ihn sehr empfehlen, sofern man sich an diesem Cut nach 2/3 des Buchs nicht stört.
Tillie Walden
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Neue Bücher
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Alle Bücher von Tillie Walden
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Auf einem Sonnenstrahl
Clementine
West, West Texas
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Neue Rezensionen zu Tillie Walden
Mia hat gerade die Weltallakademie abgeschlossen und geht direkt ins Arbeitsleben: Wir befinden uns im Weltall, wo genau wurde mir nie klar. Sie arbeitet in einer Gemeinschaft aus Renoviererinnen die alte Gebäude und Gemäuer wieder aufputzen oder auseinandernehmen. Ihre neue Crew ist lebhaft und eingeschworen und dennoch schafft sie es sich mit ihnen anzufreunden. Wir begleiten Mia auf ihrem Weg und erfahren außerdem über ihre Ausbildung und ihre Beziehungen zu Schulzeiten. Tillie Walden erzählt mit einfachem Zeichenstil und viel Feingefühl Mias Geschichte und Entwicklung, ihre Beziehung zu Grace und ihre Freundschaften zu Ell, Alma und all den anderen. Die Crew des Raumschiffes bekommt dabei auch einen ganz eigenen Platz und wird humorvoll und originell charakterisiert.
Die Stärken dieses Graphic Novels liegen für mich im ruhigen Erzählstil, der Tiefe der Welt die man als Leserin nach und nach stückweise erkundet und in den Gesprächen der komplexen Charaktere die dennoch alle herrlich leicht und menschlich wirken. Es gibt keine Männer in diesem Comic (ursprünglich ist "Auf einem Sonnenstrahl" mal als Webcomic herausgekommen), doch das erscheint in der Geschichte so natürlich wie das Atmen. Hin und wieder gibt es auch atemberaubende und doch herrlich einfach gezeichnete Landschaften die zum Träumen anregen.
Im letzten Drittel schwächelt der Novel für mich etwas: Auf einmal geht alles sehr schnell, es passiert unglaublich viel in kurzer Zeit und die Ereignisse überschlagen sich. Die eingeschworene Truppe des Raumschiffs teilt sich außerdem auf, was zwar spannend aber auch unübersichtlich ist, da es nun viele verschiedene Erzählstränge gibt und ich die Protagonistinnen teilweise miteinander verwechsele. Außerdem lässt sich die Erzählung dabei keine Zeit mehr, denn kurz darauf bin ich auch schon am Ende des Bandes und mit einem Ende konfrontiert, dass mir nicht ganz authentisch erscheint. Ohne dabei ins Detail zu geben empfand ich es als nicht ganz passend und hätte mir ein offeneres Ende gewünscht das eher dem leisen und doch eindrucksvollem Stil entspricht den der Comic auch im Rest angeschlagen hat: Menschliche Gesten die viel sagen und doch irgendwie niedlich sind.
Insgesamt ein schönes Werk das ich empfehle, wenn du mal eine andere Perspektive aus Science Fiction werfen möchtest. Die starken Protagonistinnen, die natürliche Einbindung von Queerness und Diversität sprechen für sich und die Freundschaft die alles verbindet hat mich um ein fürs andere mal sehr gerührt und macht das Werk wirklich zu einem tollen Erlebnis.
Als Fan des „The Walking Dead“-Universums habe ich nicht nur die gleichnamige TV-Serie geschaut und zum großen Teil die Comics gelesen, sondern vor allem auch die Videospiele gespielt. Während in den Comics und der Serie die Geschichte von Rick, Carol, Daryl und Co. erzählt wird, lernt man in den Videospielen Clementine kennen, die ich direkt in mein Herz geschlossen.
Obwohl die Videospiel-Reihe bereits ihr Ende gefunden hat, hat sich Tillie Walden dazu entschieden, Clementines Geschichte auch weiterhin erzählen zu wollen. Der Comic startet in etwa zur selben Zeit, in der die Videospielreihe endet. Vorkenntnisse wären von daher ein Vorteil, sind aber nicht unbedingt ein Muss, da man im Laufe der Geschichte immer mal wieder auf Clementines Vergangenheit eingeht.
Clementine ist wieder alleine unterwegs, nachdem sie sonst immer mindestens eine Person bei sich hatte, um die sie sich kümmern konnte. Da sie jedoch immer noch traumatisiert ist, möchte sie ihren Weg zukünftig alleine gehen und versucht sich immer mehr nach Norden in Richtung Kanada zu bewegen. Auf dem Weg dorthin trifft sie auf Amos, der in einer Siedlung lebt, die sehr an das 19. Jahrhundert erinnert. Beide begeben sich nach Norden, wo sie auf weitere Teenager treffen. Während Amos von allem sehr begeistert ist und recht naiv an die Zombie-Apokalypse herangeht, hat Clementine schon zu viel erlebt und zu viel verloren, um Menschen zu vertrauen.
In „Clementine“ ist es besonders interessant, wie wenige Worte manchmal vieles bewirken können, um für ein Umdenken zu sorgen. Die Geschichte besitzt Tiefe, stellt die richtigen Fragen und sorgen dafür, dass man sich selbst auch hinterfragt, wie man in der ein oder anderen Situation handeln würde.
Für Fans der „The Walking Dead“-Videospiel-Reihe ist „Clementine“ somit ein absolutes Muss. Wer jedoch gerne Geschichten rund um Zombies liest und bereits mit dem „The Walking Dead“-Universum vertraut ist, sollte dem Auftakt einer neuen Reihe definitiv eine Chance geben.
Gespräche aus der Community

Clementine is back!
Sie kämpft gegen Zombies und für das Überleben in einer Welt, die überall Gefahren birgt. Die mutigste Heldin und Kämpferin aus der Telltale-Games-Reihe THE WALKING DEAD hat überlebt und in unserem Comic von Tillie Walden geht ihre Geschichte weiter ...

Hinter Türchen 13 versetzt euch die mehrfach preisgekrönte Künstlerin und Grafikerin Tillie Walden mit ihrem unverwechselbaren Stil und ihrer gefühlvollen Wärme in die Welt des Tarot. Seid ihr neugierig auf das "Cosmic Slumber Tarot"?
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