Tilman Jens Freiwild

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Inhaltsangabe zu „Freiwild“ von Tilman Jens

Die Odenwaldschule – erstmals geben Opfer UND Täter Auskunft - Das neue Buch von Bestsellerautor Tilman Jens – selbst Schüler der Odenwaldschule - Ein Insiderblick auf das vom Missbrauchsskandal erschütterte Elite-Internat - Klärung, Erklärung, Aufklärung Internate, diese Sehnsuchts- und Schreckensorte, haben Tilman Jens früh fasziniert. Sein neues Buch ist durchzogen von persönlichen Erinnerungen aus seiner Zeit an der Odenwaldschule. Dabei geht es ihm weniger darum, skandal-versessen immer neue Missbrauchsfälle zu enthüllen, sondern um die Rekonstruktion der damaligen Stimmung und um eine Erklärung, wie es zu den grausamen Vorfällen kommen konnte. Dazu werden nicht nur die Aussagen von Opfern und Ermittlern dokumentiert, sondern auch einige der Täter porträtiert. Nicht Apologie steht hier im Vordergrund des Interesses, sondern eine möglichst genaue Klärung, herausgearbeitet aus der Konfrontation der Fakten und Aussagen so gegensätzlicher Quellen. So wird dieses Buch nicht nur die konkreten Geschehnisse aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten, sondern zugleich jenes Zeitpanorama erhellen, in dem sich die Übergriffe abspielten. »Da tut sich ein komplexes, schmerzhaftes Sittenpanorama auf, das sich, so viel ist gewiss, jeder einfachen Antwort verweigert. Nicht weniger als dies gilt es exemplarisch zu beschreiben.« Tilman Jens

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  • Rezension zu "Freiwild" von Tilman Jens

    Freiwild

    salman

    Eine Verletzung der humanen Werte Jedes vierte Kind in Deutschland wird sexuell missbraucht. Der sexuelle Missbrauch von wehrlosen Kindern zerstört Biografien, und nicht selten nehmen sich die Opfer das Leben. Es handelt sich hierbei um ein kapitales Verbrechen, dass weder verharmlost noch in irgendeiner Weise relativiert werden kann. Folgerichtig ist es völlig unbedeutend, aus welchem Milieu die Täter kommen, ob sie „begnadete“ Pädagogen, Künstler, Literaten, Theologen oder gescheiterte Existenzen sind. Der Leser eines Sachbuchs über diese Thematik geht davon aus, dass der Autor auf der Grundlage von sorgfältigen Recherchen erhellt, welche Bedingungen ein alltägliches Vergehen ermöglichen. Diese Aufklärungsarbeit hat der Journalist Christian Füller mit seinem Buch“ Sündenfall“ geleistet. Sein Buch öffnet einem die Augen und dient somit der Prävention. Es ist ein aufklärerisches Buch, weil es akribisch mit Fakten umgeht. Mithin kann ein Buch über den sexuellen Missbrauch nur dann von Bedeutung sein, wenn es der Prävention dient. Das Buch von Tilman Jens hingegen übernimmt an keiner Stelle diese Aufgabe. Sein Buch ist insofern gar kein Sachbuch, sondern erweckt den Eindruck, dass es dem Autor Jens darum geht, von der Wahrheit der Zusammenhänge abzulenken. Überhaupt ist Apodiktik und Häme das herausragende Merkmal des vorliegenden Textes. Denn es wird nichts belegt, sondern nur kommentiert, geurteilt und verurteilt. Die Ungenauigkeit fällt einem auch an der geschwollenen, betulichen Sprache des Textes auf. Was angesichts der Thematik oft abstoßend wirkt. Herr Jens war zwei Jahre auf der Odenwaldschule, ich war dreißig Jahre länger dort. Ich denke, ich weiß wovon ich spreche. Die Lektüre des Buches belegt, wie man Widersprüche beliebig vereinbaren kann. Man liest, dass Gerold Beckers Taten schlimm seien. Gleichzeitig wird der Schulleiter als ein großartiger Pädagoge gefeiert. Demnach können Menschen sowohl Knabenführer (Pädagoge) als auch Knabenschänder sein ich kenne unzählige Schüler, die den Unterricht von Herrn Becker unprofessionell und langweilig fanden. Herr Becker war ja über Nacht Leiter der Odenwaldschule geworden, ohne jegliche Erfahrung als Lehrer. Er hatte das Handwerk eines Predigers gelernt. Die Form der Predigt hat er auf der Schule weitergeführt. Auch seine Schriften haben den Charakter von Bekenntnissen und zeigen an keiner Stelle, wie die Prozesse des Lehrens und Lernens zu gestalten seien. Herr Becker war ein Meister der Rhetorik und seine Schriften kann man leicht an vielen Stellen als geschickte Plagiate erkennen. Rhetorik ist eben nicht Pädagogik. Indoktrination fördert das selbstständige Denken nicht. Da hilft das Lesen von Adorno und Beckett auch nicht. wenn einem die Lektüre unverständlich bleibt und nicht hilft, sich kognitiv und emotional weiterzuentwickeln. Zur Odenwaldschule kamen viele Schüler, die an anderen Schulen gescheitert waren, und erlebten nun, dass ihre Leistungen in kürzester Zeit als hervorragend bewertet wurden. Diese verantwortungslose Bewertung verleitete viele Schüler dazu, sich als verkannte Genies zu begreifen. Viele Altschüler beklagen, dass sie auf der Odenwaldschule wenige Kulturtechniken wirklich erworben hätten. Herr Jens verlangt Gerechtigkeit für die Täter. Sie sind ja alle glimpflich davon gekommen. Welche Gerechtigkeit steht einem Menschen zu, der die Seele eines Kindes zertrümmert, ihm eine Kränkung zufügt, die unüberwindbar bleibt? Herr Jens relativiert die Werte der Humanität und maßt sich dabei eine humane Gesinnung an. Die Wahrheit der Zusammenhänge ist auch Herrn Jens zumutbar. Sein Buch ist niemandem zumutbar, weil es die humanen und daher die elementarsten Grundwerte unserer Kultur verletzt. Denn der Text behauptet, dass Herr Becker Schüler geholfen hätte, und vergisst dabei, dass viele Opfer sich das Leben genommen haben.

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  • Rezension zu "Freiwild" von Tilman Jens

    Freiwild

    WinfriedStanzick

    24. May 2011 um 11:33

    Dieses Buch wird Debatten auslösen in einer schon seit langem nicht mehr rationalen Debatte. Tilman Jens, der schon mit seiner liebevollen Annäherung an seinen demenzkranken berühmten Vater sich böse Kritiken anhören musste, wird auch für seine hier vorliegende, sehr persönliche, eigene Erfahrungen kritisch reflektierende Darstellung der Odenwaldschule als „ein Lehrstück von Opfern und Tätern“ von allen Seiten Prügel beziehen. Doch die hat er nicht verdient, denn sein auch literarisch sehr ansprechendes Buch versucht zu verstehen, was geschehen ist, er geht Dingen und Vorfällen auf den Grund: Er hat für dieses Buch unzählige Gespräche geführt, unter anderem auch mit Hartmut von Hentig, aus dem er aber leider nicht zitieren durfte, und auch seine eigenen Erfahrungen an der Odenwaldschule reflektiert. Wichtig, weil in der öffentlichen Debatte um den systematischen Missbrauch von Schülern durch Lehrkräfte nicht immer ausreihend dargestellt, sind seine Rückblenden in die Geschichte der Odenwaldschule. Tilman Jens ehrliches und differenzierendes Buch hat mich erinnert an ein anderes Buch, das handelt vom sexuellen Missbrauch, das in diesem Frühjahr in der Frankfurter Verlagsanstalt erschienene Buch „Tiger, Tiger“ in dem in der Perspektive eines Mädchens Margaux Fragoso ihre eigene Geschichte erzählt. Sie ist deshalb so beeindruckend und bewegend, weil der Täter hier als ein Mensch geschildert wird. Alice Sebold schreibt zu diesem Buch: "Indem sie dies tut, macht sie ein Verbrechen um ein Unvorstellbares mehr bedrohlich." "Tiger, Tiger" ist die berührende und literarisch ausgesprochen gelungene Geschichte eines Opfers, das den einzigen Weg geht, der einem Opfer eines Missbrauchs wirklich hilft: sie erinnert sich , stellt sich dem Schmerz und der Scham, spricht die Wahrheit aus, die sie erlebt hat und leitet so einen Heilungsprozess ein, der ihr wieder ein normales Leben ermöglichen kann. So ähnlich geht auch Jens vor und auch er wird, wie teilweise auch Margaux Fragoso für die Darstellung und das Verstehen des Täters als Mensch Unverständnis ernten. Doch das wird ihn, der seit Mai 2010 Mitglied des Trägervereins seiner alten Schule ist, und seitdem sowieso zwischen allen Stühlen sitzt, nicht beirren. Ursprünglich gedacht als eine Streitschrift gegen den Missbrauch des Missbrauchs, hat er nach eigenen Angaben während der Spurensuche in der eigenen Vergangenheit und den mehr als hundert Gesprächen mit alten Freunden, Experten, Beschuldigten, Opfern und Tätern feststellen müssen, das der Fall viel komplizierter ist und eine eindeutige Parteinahme für ihm kaum möglich ist. Das zeichnet das Buch aus in einer Debatte, die schon lange keine Zwischentöne mehr zulassen will. Tilman Jens ist für den Mut, dieses Buch nach vielen inneren Widerständen und Blockaden zu Ende zu bringen, zu danken. Es ist zu hoffen, dass es innerhalb und außerhalb der Odenwaldschule zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen kann.

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