Tilman Röhrig Die Könige von Köln

(7)

Lovelybooks Bewertung

  • 10 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 1 Leser
  • 3 Rezensionen
(5)
(1)
(0)
(0)
(1)

Inhaltsangabe zu „Die Könige von Köln“ von Tilman Röhrig

Das Herz Kölns, der goldene Schrein der Heiligen Drei Könige, ist in Gefahr. Einer aber stellt sich der Raffgier der französischen Besatzer entgegen: der Gelehrte Ferdinand Franz Wallraf. Gemeinsam mit dem eigenwilligen Tagelöhner Arnold Klütsch, der über enorme Körperkräfte verfügt, begibt er sich in einen spannenden Kampf von David gegen Goliath ...

Stöbern in Historische Romane

Die Tochter des Seidenhändlers

Das Buch ist ein richtiger Schmäler und das exotische Setting tut sein übriges. Schmacht ;-)

Caillean79

Die Brücke über den Main

Wenn man Würzburg kennt, ein tolles Buch.

SnoopyinJuly

Das Haus der schönen Dinge

Ein ganz tolles Buch!

Eliza08

Marlenes Geheimnis

Hier erlebt man Geschichte, die zu Unrecht nahezu vergessen ist. Ein Buch, das berührt und bewegt. Ich kann nur sagen: Liest selbst!

tinstamp

Edelfa und der Teufel

Ungewöhnlicher historischer Roman, der im Piemont des 16. Jahrhunderts spielt - auch Fantastisches wie der Teufel fehlt nicht.

Rufinella

Agathas Alibi

Im Stil eines Agatha Christie-Romans geschrieben, leider ohne den Charme des Originals

Yolande

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

    Bücherwürmer und Leseratten
    ChattysBuecherblog

    ChattysBuecherblog

    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

    Mehr
    • 1095
  • Die Könige von Köln

    Die Könige von Köln
    Klusi

    Klusi

    07. January 2015 um 21:56

    Herbst 1794: Köln droht die französische Besatzung; die feindlichen Truppen rücken immer näher. Einige besorgte Bürger, allen voran der Geistliche und Gelehrte Ferdinand Franz Wallraf, fürchten um die Kunstschätze der Stadt. Besonders den kostbaren Dreikönigsschrein, mit seinen wertvollen Reliquien, sehen sie in Gefahr. Schnell ist der Beschluss gefasst, die Schätze in ein Versteck, auf der anderen Rheinseite, zu bringen. Als Wallraf den Tagelöhner Arnold Klütsch kennenlernt, ist auch die leidige Transportfrage geklärt, denn Arnold ist ein wahrer Herkules, von großer Statur, mit Kräften wie ein Bär. Arnold ist der Stadt Köln mit Leib und Seele verbunden, und er hilft Wallraf nach Kräften, die wichtigsten Kunstschätze der Stadt in Sicherheit zu bringen. Aber nicht nur der Einmarsch der Franzosen macht ihm Sorgen, sondern er hat auch Liebeskummer, denn Walburga, seine „schönste Heimlichkeit“, ist seinem besten Freund bereits so gut wie versprochen. Einige Passagen des Romans, immer wenn es um aktuelle historische Ereignisse geht, sind im Präsens verfasst. Dies rückt den Leser noch stärker ans Geschehen; man kann sich ein sehr lebendiges Bild der damaligen Situation machen, wie es den Kölnern unter französischer Besatzung erging. Das Schicksal der 3-Königs-Reliquien zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman, und rund um die geschichtlichen Tatsachen hat Tilman Röhrig einen detailreichen, bildhaften und fesselnden Roman verfasst. Ich mag die Art, wie der Autor schreibt. Mit wenigen, wohl gesetzten Worten fängt er intensive Stimmungsbilder ein. Die Charaktere, auch die der Nebenfiguren, sind allesamt sorgsam und lebhaft ausgearbeitet. Das Personenverzeichnis im Anhang gibt genau Auskunft, bei wem es sich um eine reale, historische Persönlichkeit oder um eine literarische Figur handelt. Es sind besonders die kleinen, so überaus treffenden Bemerkungen, die mir gefallen, weil sie das historische Geschehen abrunden und dem Roman seine Lebendigkeit verleihen. Bildhafte Bemerkungen setzen markante Akzente. Hier möchte ich nur ein kleines Beispiel von vielen zitieren: „In der Küche schmeckte die Luft nach allem, was im Topf war.“ Das Buch hat alles, was ich von einem guten historischen Roman erwarte: eine schöne Sprache, plastische Charaktere, authentische Atmosphäre, historisches Wissen und eine mitreißende Handlung. Geistreiche Dialoge (hier möchte ich besonders die Gespräche zwischen Wallraf und seinem Freund Franz Pick nennen) sowie der feine Humor, der immer wieder durchblitzt, tun ein übriges, das Lesen zu einem wahren Genuss zu machen.

    Mehr
  • Ein dunkles Kapitel der Kölner Stadtgeschichte

    Die Könige von Köln
    Girdie

    Girdie

    26. October 2014 um 20:55

    In seinem Buch „Die Könige von Köln“ thematisiert Tilman Röhrig ein Kapitel der Stadtgeschichte Kölns, das Ende des 18. Jahrhunderts beginnt. Passend dazu findet sich auf dem eher sehr schlicht gehaltenen Cover des Buchs im unteren Bereich eine Skizze der historischen Stadt am Rhein.  Unmittelbar darüber sieht man das Stadtwappen mit den drei Kronen, die symbolisch für die Heiligen Drei Könige stehen, die im Roman eine große Rolle spielen, und den elf Tropfen, die an die Heilige Jungfrau Ursula und ihre zehn jungfräulichen Gefährtinnen erinnern. Der auf dem vorderen Buchumschlag abgebildete Schlüssel verweist auf ein Geschehen im Oktober des Jahrs 1794 mit dem die Erzählung des Autors beginnt, als dem französischen General Championet vor dem Hahnentor die Stadtschlüssel der bis dahin freien Reichsstadt Köln übergeben wurden, um einer militärischen Übernahme durch die Revolutionsarmee zu entgehen. Als Gegenleistung zur kampflosen Übergabe erhielt die Stadt die Zusage, dass die Bürger an ihren Sitten und Gewohnheiten festhalten dürften. Dieses Versprechen war jedoch nur von vorübergehender Dauer, wie der Roman von Tilman Röhrig eindrücklich zeigt. Einige Gelehrte Kölns sorgten sich um die Kunstschätze als sich die Truppen Napoleons der Stadt näherten. Der Priester und damalige Rektor der Universität Franz Wallraf kennt den Tagelöhner Arnold Klütsch, der über Herkuleskräfte verfügt. Er lässt nach diesem schicken, damit er hilft die in großen Kisten sehr gut verpackten Kunstgegenstände, darunter der Schrein und die Gebeine der Heiligen Drei Könige aus dem Dom, zum Rhein hin zu bringen. Diese sollen auf die andere Flussseite und bis nach Arnsberg vor dem Zugriff der Franzosen in Sicherheit gebracht werden. Der noch junge Arnold kommt dieser Aufgabe gerne nach, weil er mit seinem Verdienst seine Eltern und sechs Geschwister unterstützt. Seit langem schon ist er in Walburga, der Schneiderstochter verliebt. Doch er ist realistisch und macht sich nicht zu viel Hoffnung auf Erwiderung seiner Zuneigung, ganz im Gegensatz  zu seinem besten Freund, dem angehenden und burschikosen Advokat Norbert Fletscher, der Walburga seine Liebe offen zeigt. Wird es gelingen, die Kunstschätze zu retten und wer wird die Gunst von Walburga erobern? Tilman Röhrig erzählt eine wechselhafte Geschichte, wechselhaft im Hinblick auf die politische Situation in Köln und dem Rheinland ebenso wie in Bezug auf das Glück seiner Protagonisten. Mit Arnold, Norbert und Walburga sowie deren Familienangehörigen schafft er starke eigenwillige Charaktere. Zunächst scheinen alle drei liebenswert, doch eine der Figuren entwickelt sich so, dass er sich schließlich meiner Sympathie entzog. Eine Übersicht am Ende des Buchs informiert darüber, ob die jeweilige Figur historisch verbürgt, erfunden oder gar beides ist. So zählt Arnold beispielsweise als Kölner Original. Zu Beginn jeden Kapitels umreißt der Autor die jeweilige politische Lage. Dank sehr guter Recherche hat er die tatsächlichen historischen Daten in seine Erzählung eingearbeitet. Sein Schreibstil ist flüssig und leicht lesbar und dennoch von einer ganz eigenen Formf. Er lässt ein Bild der damaligen Stadt und ihrer Bewohner vor dem Auge des Lesers entstehen, das diesem die Geschichte lebendig macht. Seine Charaktere fügen sich hier nahtlos ein. Es macht Spaß dieses Buch zu lesen und ich gebe gerne eine Leseempfehlung an die Freunde historischer Romane. Ein Muss für geschichtlich interessierte Kölner!

    Mehr
  • Aus Liebe zur Stadt

    Die Könige von Köln
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    01. October 2014 um 14:51

    Aus Liebe zur Stadt „Worum geht es? So sprecht doch!“. „Unsere drei Heiligen. Die Könige……..“ Um diesen „Schatz der Schätze“ der Stadt Kölns und ihres Kölner Doms sorgen sich die Beteiligten im Herbst 1994 zu Recht. Nach der französischen Revolution und unerwarteten, ersten militärischen Erfolgen bewegt sich das französische Militär auf den Rhein und damit auf die Stadt Köln zu. Unbedingt viel entgegen zu setzen gibt es militärisch nicht. Klare Gründe für den gelehrten Sohn der Stadt, Franz Wallraf, die Heiligtümer Kölns in Sicherheit zu bringen, allen voran den goldenen Schrein der hl. drei Könige. Das seine Wahl für den Verantwortlichen des Schutzes der Gebeine auf Arnold Klüsch fällt, einen Tagelöhner, das mag nur auf den ersten Blick den ein oder anderen Außenstehenden verwundern. Einen stärkeren und, vor allem, seiner Stadt in Liebe ergebenen Mann wird man anderswo wohl vergeblich suchen. Wallraf und sein Gehilfe trennen Schrien und Gebeine, es gelingt, diese zunächst je für sich in Sicherheit zu bringen. Gut, dass Klüsch sich dabei ganz auf die Sache zu konzentrieren vermag, denn andererseits ist er privat durchaus nicht wirklich gefestigt, zur Zeit. Verliebt in Walburga, das ist er. Und lieber heimlich, denn trotz seiner Bärenkräfte und seiner imposanten Erscheinung, was Walburga angeht wird der Reise Klüsch zum inneren, leicht stammelnden Zwerg. Probleme, die seinem Freund Norbert völlig fremd sind, der sich seinerseits mit Inbrunst in das Werben um die schöne Walburga stürzt. Während er ebenso trickreich die Wirren der Zeit nutzt, um immer und immer wieder seinen eigenen Vorteil zu sichern. Bunt und schillernd, bildkräftig, von Röhrig gewohnt, lässt der Autor die Zeit der französischen Besetzung Köln Ende des 18. Jahrhunderts vor den Augen der Leser auferstehen. Geschickt verknüpft er die Motive von Spannung und Verschwörung (die Rettung der Gebeine) mit realer Geschichte (die Besatzung Kölns mit ihren drückenden Folgen für die Bewohner der Stadt) und mit, natürlich, einer lebendigen und unterhaltsamen Liebesgeschichte, die durchaus ihre Höhen und Tiefen besitzt. Röhrigs profundes Wissen um die Zeit und ihre Atmosphäre und sein Gespür für Tempo und nahekommend gezeichneten Figuren sorgen, wieder einmal, für einen überaus lebendig wirkenden historischen Roman, der nicht nur für die Bewohner Kölns und seines Umlandes für Interesse sorgen wird. Wozu nicht zuletzt das Einweben vieler historischer Figuren durch Röhrig seinen Teil beiträgt. Wie im Namen von „Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit“ vor allem erst einmal „gehaust“ wird, wie alles an Kunst und Kultur von Wert, dass nicht niet- und nagelfest ist „requiriert“ wird und wie jeder einzelne zunächst genug damit zu tun hat, selber unbeschadet durch dieses Chaos sich durch zu lavieren, das liest sich sehr rege im Buch und nimmt den Leser schnell mit auf die emotionale Reise in die Welt des Romans hinein. Mitsamt den Folgen von Korruption, Misstrauen, Hehlerei, Erpressung und Verrat, die wohl immer dazu gehören und dazu gehören werden, wenn der äußere Rahmen einer Gesellschaft in Frage gestellt wird. Ein sehr gelungener und sehr lesenswerter, lebendiger historischer Roman, in dem Röhrig fundiert Faktenwissen mit einer lebendigen Romanhandlung verbindet.

    Mehr