Tilman Röhrig Funke der Freiheit

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Inhaltsangabe zu „Funke der Freiheit“ von Tilman Röhrig

Aufregung in den Straßen Mannheims! Der Dichter August von Kotzebue ist ermordet worden. Der Täter steht schnell fest – es ist der Student Carl Sand. Unklar bleibt jedoch sein Motiv: Hat er aus eigenem Antrieb gehandelt? Oder steckt dahinter eine Verschwörung? Nur Sand weiß die Wahrheit. Behutsam verhört man den Burschenschaftler, der nach einem Selbstmordversuch mit dem Tode ringt. Auch Friederike, die Tochter des obersten Gefängnisaufsehers, bangt um das Leben Sands, seit sie ihn kurz nach dem Attentat das erste Mal erblickte.

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  • Rezension zu "Funke der Freiheit" von Tilman Röhrig

    Funke der Freiheit

    Siiri

    12. August 2011 um 13:17

    Am 23. März 1819 wird in Mannheim der Lustspieldichter und russische Staatsrat August von Kotzebue von einem Theologiestudenten aus dem Ort Wunsiedel im Fichtelgebirge auf brutale Weise ermordet. Dieser politische Mord erschüttert nicht nur die Bevölkerung Mannheims, sondern die Tat schlägt Wellen weit über die badische Stadt hinaus. Die Stadtoberen fürchten um den Ruf der Stadt und sind ängstlich darauf bedacht, die Tat und die möglicherweise dahinter steckende Verschwörung unter Einsatz einer Spezialkommission rückhaltlos aufzuklären. Nahezu der gesamte Roman spielt am Krankenbett Sands im Mannheimer Zuchthaus. Dort wird die schwere Brustverletzung, die der Mörder sich nach der Tat selbst zugefügt hat, behandelt und Sand von Regierungsbeamten im Rahmen des Verhöres ausführlich zu seiner Tat befragt. Somit erfährt der Leser die Hintergründe der Tat zum größten Teil aus dem Munde des Mörders selbst, verfolgt seine Entwicklung und seine Beweggründe. Carl Ludwig Sand sieht zu keinem Zeitpunkt ein, dass er mit dem Mord Unrecht begangen hat und ist der festen Überzeugung, seinem deutschen Vaterland damit einen Dienst erwiesen zu haben. Er strebte damit einen Beitrag zur Einheit Deutschlands an und hielt Kotzebue für einen Feind gerade dieser. Ich hatte beim Lesen so manches Mal das starke Bedürfnis, den jungen Mann zu schütteln und anzuschreien, um ihn zur Vernunft zu bringen. Während des Verhörs sind die Untersuchungsbeamten der festen Überzeugung, dass Sand nicht die ganze Wahrheit sagt, dass er versucht, einen mit an der Tat Beteiligten zu decken. Zunächst vermuten sie eine Verschwörung, dann aber gelangen sie mehr und mehr zur Überzeugung, dass der Mörder durch einen Dritten zu der Tat angestiftet, ja verführt, wurde. Dies würde seine Verblendung und seine feste Überzeugung, ein großes Opfer gebracht zu haben, erklären. Großen Wert legt der Autor darauf, dem Leser klarzumachen, dass Sand im Grunde auch nur ein Opfer ist, ein Opfer von radikalen Dozenten und glänzenden Rhetorikern, denen er blind nachfolgte. Stark unter Verdacht stand der Jura-Dozent Karl Follen, aber auch der radikale Turnvater Friedrich Ludwig Jahn hatte wohl seinen Anteil an der Verführung des Studenten zu diesem radikalen Nationalismus. Die Literaturhinweise am Ende des Buches verraten, dass der Autor sehr genau und detailreich recherchiert hat und sich große Mühe gab, das damalige Geschehen authentisch und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Deshalb erfährt der Leser viel über die damalige Zeit, vom frühen deutschen Nationalismus bis hin zu den umstrittenen Karlsbader Beschlüssen, von den Schilderungen der damaligen Medizinkunst bis hin zum wahrheitsgetreuen Bild der Stadt Mannheim im frühen 19. Jahrhundert. Auszüge aus Sands Tagebuch, aus seinen Briefen an seine Mutter und aus Werken des radikalen Dichters Theodor Körner lassen die Geschichte noch authentischer wirken. Das Buch war für mich deshalb äußerst lehrreich, gerade da ich mich vorher noch nie wirklich mit dieser Zeit beschäftigt hatte und daher der historische Hintergrund des Romans Neuland für mich war. Allein deshalb schon war es für mich eine wichtige und interessante Leseerfahrung. Die Szenen am Krankenbett wechseln sich ab mit Rückblenden, die in der Gegenwart geschrieben sind und Erinnerungen des Protagonisten darstellen sollten. Diese Rückblenden liefern oftmals eine willkommene Abwechslung zu dem fortdauernden Frage- und-Antwort-Spiel des Untersuchungsrichters und des Mörders. Bisweilen fand ich es auch etwas langatmig, dem andauernden Prozess zu folgen. Der Schreibstil und die Wortwahl des Romans sind ebenfalls an die damalige Zeit angepasst und lassen das Buch noch realitätsnäher erscheinen. Allerdings fiel es mir gerade deshalb auch ein wenig schwer, einen Einstieg in den Roman zu finden, da der Schreibstil aus heutiger Sicht doch ein wenig hölzern und anstrengend wirkt. Die Geschichte mutet stellenweise eher an wie ein Bericht, der Leser ist nur Beobachter und findet nicht wirklich ins Geschehen. Die Dialoge wirken sehr authentisch, da der Autor für einfachere Charaktere passenderweise manchmal Umgangssprache verwendet, während die höheren Beamten sich sehr gewählt, manchmal hochgestochen ausdrücken. Allerdings benutzt der Autor öfter Wiederholungen, die mir mit der Zeit eher negativ auffielen. So bezeichnet er den Untersuchungsrichter unentwegt als „beleibt“, der Stadtphysikus verhakt nicht nur einmal „die Daumen im Rücken“. Aus irgendeinem Grund empfand ich diese Äußerlichkeiten ab und an als störend. Ein weiterer Kritikpunkt ist der Handlungsstrang um Friederike, die Tochter des Oberzuchtmeisters, die für Sand schwärmt und ihm durch ihren Vater Blumen als Dekoration für sein Krankenzimmer zukommen lässt und den Schustergesellen Sebastian, der wiederum in Friederike verliebt ist. Dieser Handlungszweig wirkte auf mich etwas fehl am Platze und hat mich immer wieder aus der Geschichte geworfen. Das Buch ist eigentlich als Jugendbuch konzipiert, doch finde ich persönlich, dass es gerade wegen seines etwas angestaubt wirkenden Schreibstils und der hohen Dichte an historischen Fakten und auch des Themas wegen eher für historisch interessierte Erwachsene geeignet ist. Aber das ist nur mein persönlicher Eindruck und natürlich möchte ich nicht ausschließen, dass sich auch historisch interessierte Jugendliche für das Buch erwärmen können.

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  • Rezension zu "Funke der Freiheit" von Tilman Röhrig

    Funke der Freiheit

    Ennilain

    14. July 2011 um 11:41

    1819: Aufregung herrscht in Mannheims Straßen - der russische Staatsrat und Lustspieldichter August von Kotzebue wurde in seinem Haus ermordet. Der Täter ist schnell gefunden - der junger Student und Burschenschaftler Car Ludwig Sand - doch sein Motiv ist unklar. Weil er sich bei der Tat selbst schwer verletzt hat, schwebt er lange Zeit zwischen Leben und Tod. Trotzdem muss er sich einem langwierigen Verhör unterziehen, denn in höheren Kreisen vermutet man hinter der Tat eine Verschwörung. Akribisch werden alle Details zu seinem Leben und Umfeld festgehalten, aber auf eine Verschwörung deutet nichts. Sand behauptet die Tat aus freien Stücken und aus Liebe zum Vaterland begangen zu haben. In der Bevölkerung stößt er dabei größtenteils auf Wohlwollen - niemand sieht in ihm einen Verbrecher. Doch wie wird der Prozess für Carl ausgehen? "Funke der Freiheit" von Tilman Röhrig ist ein wunderbar recherchierter Historischer Roman, der sich mit den Hintergründen der Ermordung von August von Kotzebue befasst. Detailliert beschreibt Röhrig den Ablauf des Verhörs und den anschließenden Prozess. Die Figur des Carl Ludwig Sand ist hervorragend herausgearbeitet und wirkt deshalb sehr realistisch. Außerdem gibt das Buch einen Einblick in wichtige historische Ereignisse dieser Zeit - das Entstehen der Burschenschaften, das Wartburgfest oder die Karlsbader Beschlüsse. Selten habe ich einen Historischen Roman gelesen, der so viele Fakten enthält und dennoch ein Roman bleibt. Wer sich für die oben genannten Themen interessiert, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

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