Tilman Rammstedt Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters

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Inhaltsangabe zu „Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters“ von Tilman Rammstedt

Tilman Rammstedt soll einen Roman schreiben, doch er kommt nicht voran. Wer könnte da helfen? Bruce Willis! Die Idee: der kantige Hollywood-Star soll im Roman die Hauprolle übernehmen: Einen melancholischen Bankberater, der seine eigene Bank überfällt. Doch ganz gleich in was für abenteuerliche Situationen er im Roman auch gebracht wird - Bruce Willis antwortet nicht.

Sprachlich sehr gut, aber wenig Inhalt

— Pergamentfalter
Pergamentfalter

So als Kurzfazit: Das Buch war absolut nichts für mich.

— EmilyTodd
EmilyTodd

Ein komischer Roman, meistens leider komisch auf die schlechte Art.

— littleowl
littleowl

Humorvoll und skurril - lauter ironische Geschehnisse und Beobachtungen!

— Jujulu
Jujulu

Skurril, auf die beste Art und Weise. Unterhaltsam, dezent philosophisch und ein spannendes Spiel mit Fiktion.

— Wortwelten
Wortwelten

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  • Sprachlich sehr gut, aber wenig Inhalt

    Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
    Pergamentfalter

    Pergamentfalter

    10. February 2017 um 20:15

    Wie beginnt man am besten eine Rezension zu einem Buch, bei dem man auch nach längerem Nachdenken nicht so recht weiß, was man davon halten soll? "Verwirrung" ist wohl ein Wort, das äußerst treffend beschreibt, in welchem Zustand mich das Buch zurückgelassen hat. Inhalt Tja, was sagt man zu einem Buch, dass in meinen Augen keinen Inhalt im üblichen Sinne hat und bei dem das Buch ansonsten zweigeteilt ist? Ich denke, ich beginne erst einmal mit den Mails an Bruce Willis. Warum ausgerechnet Bruce Willis? Warum kein anderer Actionfilm-Star? Auf diese Frage habe ich keine Antwort gefunden. Hartnäckig schreibt Tilman Rammstedt immer wieder Mails an ihn, ohne jemals eine Antwort zu bekommen. Die E-Mails wirken dabei stellenweise wirklich langatmig und teilweise werden sie langweilig. Die dargebotene Hartnäckigkeit begann mich manches Mal zu nerven, wenn Tilmann Rammstedt Bruce Willis versuchte, von der Rolle in seinem Buch zu überzeugen. Ansonsten entwickelt sich in den Mails eine skurrile Geschichte, wie ich sie bisher noch nicht gelesen habe und ich muss gestehen, ich weiß noch nicht genau, was ich davon halten soll. Einerseits mochte ich dieses Verrückte. Es ist etwas anderes und die Geschichte ist wirklich amüsant, aber der sprichwörtliche Funke ist nicht übergesprungen. Vermutlich war die Handlung dafür dann doch etwas zu verrückt. Die Passagen von dem Bankberater haben mir deutlich besser gefallen. Jede einzelne von ihnen besitzt einen gewissen Humor und wirkt gleichzeitig so skurril, dass sie teilweise tatsächlich real sein könnte. Die einzelnen Abschnitte gehören eher selten zusammen. Meistens sind sie einzeln zu betrachten und die vorhergehenden Passagen braucht man rein theoretisch fast nie zu kennen. Sprache und Ausdruck Sprachlich konnte Tilman Rammstedt überzeugen. Wie ich schon schrieb, ist fast jede Mail von einer Hartnäckigkeit gekennzeichnet, die durch Wiederholungen, verkürzte Konstruktionen und andere sprachliche Mittel sehr gut deutlich wird. Die Worte sind treffsicher gewählt. Besonders die Passagen mit dem Bankberater sind von Witz und Humor geprägt. Sprachlich sind auch sie gut gestaltet und geprägt von indirekter Rede. Figuren Wen kann man in diesem Buch wirklich eine Figur im Sinne der Belletristik nennen? Ich hatte gehofft, der Autor würde am Ende, vielleicht in einer Art Nachwort, verraten, was von diesem Buch wirklich real und was Fiktion ist. Ist Tilmann Rammstedt wirklich der hartnäckige Mensch, der nach dem "glücklichen Ende" strebt, oder ist er jemand anderes? Hat ihn sein Bankberater zu diesem Buch inspiriert oder entsprang dieser Bankberater im Buch lediglich seiner Fantasie? Bruce Willis ist in diesem Buch, soweit er von Tilmann Rammstedt beschrieben wird, nicht der Actionheld, sondern ein schweigsamer, teilweise antriebsloser Mensch, dem scheinbar vieles egal ist. Wirklich warm geworden, bin ich mit den Figuren nicht, auch wenn ich die Figur des Bankberaters bzw. seine Gedanken recht interessant fand. Bei dem einen oder anderen Gedanken hatte ich das Gefühl, dass ich selbst manchmal so einen "melancholischen Bankberater" an meiner Seite habe, der über die größeren Zusammenhänge nachdenkt, denn in manchen seiner Äußerungen steckt bei genauerem Hinsehen und ein wenig Interpretation mehr Wahrheit, als man im ersten Moment glaubt. Cover und allgemeine Gestaltung Das Cover ist einfach genial! Das Cover ist am unteren Rand umgeschlagen. Wenn man es aufklappt, kommt noch einmal ein verändertes Cover zum Vorschein und die eine oder andere Textergänzung, die jeder selbst herausfinden sollte. Viel mehr lässt sich zu der Gestaltung ansonsten nicht sagen. Ich denke mal, jeder hat jetzt verstanden, dass der Text zweigeteilt ist, das muss ich nicht ständig wiederholen ^^ Fazit Ich bin mir nicht so sicher, was ich von dem Buch halten soll. Sprachlich finde ich es klasse, aber inhaltlich... Die Passagen mit dem Bankberater haben mir recht gut gefallen und auch die eine oder andere Mail war interessant, aber ernsthaft überzeugen konnte mich das Buch nicht, dafür war es mir dann doch zu wenig Handlung, die auf 155 Seiten gestreckt wurde. Das kann auch der Humor nicht herausreißen, der sich im gesamten Buch finden lässt.

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  • So als Kurzfazit: Das Buch war absolut nichts für mich.

    Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
    EmilyTodd

    EmilyTodd

    16. January 2017 um 10:49

    Schon seit einigen Tage versuche ich mir eine konkrete Meinung zu diesem Buch zu bilden, aber irgendwie bin ich mir immer noch etwas unschlüssig was ich dazu sagen soll. Das Konzept in diesem Buch ist eines was mir so noch nie unter die Augen gekommen ist. Und eigentlich ist etwas neues ja meistens immer was gutes aber in Bücher mag ich die Altbewährte Methode doch lieber. Die E-Mails an den Schauspieler Bruce Willis sind mit unter wirklich sehr langatmig und eben daher auch leider oft sehr langweilig. Dieses Gebettel ging mir mit unter auch wirklich sehr auf die Nerven. Die kleinen zwischen Anekdoten und Geschichten über den Bankberater fand ich widerum immer meistens sehr lustig und hätte gern noch mehr davon gelesen. Die Geschichte die Rammstedt in den E-Mails an Bruce Willis erfindet ist auch nicht sonderlich spannend oder neu. Und die Unterbrechungen in dieser Geschichte, aufgrund des Ende des jeweilige E-Mail, waren auch sehr störend.   Manchmal hab ich echt gedacht, jetzt komm doch endlich mal zum Schluss. Zum Schluss musste ich mich schon ziemlich durchquälen durch die Seiten. Ich konnte diesem Buch wirklich nicht viel abgewinnen. Auch wenn mich das Ende dann doch irgendwie interessiert hat.Also teilweise ist es schon irgendwie gelungen mich bei der Stange zu halten.Aber dann: Das Ende war auch nicht gerade toll oder überragend, sondern auch eher enttäuschend. Irgendwie war das Buch dann einfach zu Ende. Und ich dachte nur, da fehlt doch noch was. Aber es kam nichts mehr.So als Kurzfazit: Das Buch war absolut nichts für mich.Daher 1 von 5 Sternen.

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  • Bruce Willis und die Lebensweisheiten eines Bankberaters

    Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
    Farbwirbel

    Farbwirbel

    23. August 2016 um 13:25

    Der Händedruck meines ehemaligen Bankberaters war meistens etwas zu fest und immer etwas zu lang. An manchen Tagen ließ er meine Hand den ganzen Termin über nicht los, und auf dem Heimweg fühlte sie sich leer an. - S. 56 Dieses kleine Büchlein ist mit bei einer Mängelexemplaraktion im Hugendubel in die Hände gefallen. Tatsächlich hätte ich es sonst vermutlich nicht in die Hand genommen, doch dann las ich hinein und nahm es mit. Es handelt sich um eine Art Brief- und Anekdotenroman. Tilman Rammstedt selbst schreibt zum einen E-Mails an Bruce Willis und zum anderen kleine Erzählungen von seinem Bankberater. Natürlich erhält er nie Antwort von Bruce Willis. Am Anfang wurmt ihn das auch etwas, doch dann schreibt er Willis einfach trotzdem weiter. Es will eigentlich, dass der berühmte Schauspieler in seinem neuen Roman mitmacht. Dieser entsteht dann innerhalb der E-Mails. Nie legt er Willis etwas in den Mund, weshalb der Konjunktiv extrem viel genutzt wird, was ich persönlich mochte. Hat man ja selten. Es geht dann also darum, dass der Bankberater auf einmal seine eigene Bank überfällt und was danach so alles verrücktes geschieht. Sehr witzig. Irgendwann fällt Rammstedt dann auf, dass Willis ja vielleicht den Bankberater spielen könnte, dann aber revidiert er das und führt den Leser damit immer wieder auf neue Pfade der Erzählung. Besonders lieb habe ich die kleinen Anekdoten zum Bankberater gewonnen. Dieser scheint ein durch und durch phlegmatischer Nonsensefeststeller zu sein, der sich und seine Aussagen für sehr wichtig erachtet, was eine ungeahnte Menge an Humor hervorbringt. Tatsächlich war mir am Ende die eigentliche Geschichte, die in den Mails passierte sehr unwichtig und ich hätte gern mehr dieser Anekdoten gelesen, denn diese waren so vielschichtig. Ob sein Bruder ein, zwei Nächte bei mir übernachten könne, fragte mein ehemaliger Bankberater. Bei ihm selbst sei es nämlich gerade etwas schwierig. Der Bruder sei auch sehr still, versicherte er mir, er falle kaum auf. Am Abend stand dann mein ehemlaiger Bankberater vor der Tür, eine blaue Sporttasche in der rechten Hand, in der linken ein kleiner Strauß Tulpen in Cellophanpapiert. „Mein Bruder lässt sich entschuldigen“, sagte er leise. Dann kam er herein. - S. 136 Ich möchte für dieses Buch nicht zwingend eine dringende Leseempfehlung aussprechen, denn so wahnsinnig großartig ist es am Ende nicht, doch es hat meinen Humor getroffen und war eine nette Lektüre für Zwischendurch. Ich könnte mir vorstellen, davon ein Theaterstück zu sehen oder eine Lesung zu beuschen, denn vorgetragen ist das ganze vermutlich noch erheiternder.

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    • 5
  • Der Schreiber, sein Bankberater und Bruce Willis

    Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
    Duffy

    Duffy

    12. January 2016 um 08:48

    Rammstedt denkt und denkt über seinen neuen Roman nach, der nicht so recht in Fahrt kommen will. Abhilfe schaffen soll Bruce Willis, eine Rolle soll er in diesem Werk über den ehemaligen Bankberater übernehmen. Leichter gesagt als getan, denn Willis scheint sich hartnäckig den E-Mails des Autoren entziehen zu wollen. Obwohl die Story doch einiges verspricht. Tilman Rammstedt macht dem Leser einen Vorschlag: Sich mal auf was ganz anderes einzulassen und so präsentiert er seine Story in einer ungewohnten Form, die nicht nur von der Anlage her ein Schmunzeln auslöst, sondern auch ein ganz neues Lesen erfordert. Es ist ein stilistisches Spiel, das er da treibt, das die Schreiber unter seinem Publikum ganz sicher verzückt aufrufen lässt: "Das ist ja mal was ganz Tolles". Und so jongliert er sich humorvoll durch die Eskapaden seiner Hauptfigur, er selbst, und bezieht nicht nur seinen ehemaligen Bankberater mit teils irrwitzigen, kleinen Anekdoten mit ein, sondern entwickelt auch ein inniges Verhältnis zum nicht vorhandenen Bruce Willis. Das Ganze ist eine Stilspielerei, sehr konsequent durchgehalten, perfekt auf den Punkt gebracht, mit viel Humor und ein klein wenig Melancholie (ich weiß, das steht auch auf dem Klappentext, ist aber ausnahmsweise mal zutreffend), die man sich gerne bis zum Schluss durchliest und danach nicht weiß, ob man schon mal etwas ähnliches gelesen hat. Und das ist es schon mal wert.

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  • Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters

    Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
    littleowl

    littleowl

    21. June 2015 um 12:40

    Worum geht’s? Tilman Rammstedt schreibt an seinem aktuellen Roman, in dem sein Bankberater die eigene Bank überfällt. Aus der misslichen Lage, in die Rammstedt seinen Protagonisten manövriert hat, kann ihn nur noch einer retten: Bruce Willis. Deshalb schreibt der Autor immer eindringlichere E-Mails an Willis, um ihn dazu zu bewegen, die Rolle des Bankberaters zu übernehmen. Da sein Gegenüber jedoch hartnäckig schweigt, erzählt ihm Rammstedt einfach mal im Konjunktiv eine mögliche Version der Geschichte, um Willis doch noch zur Mitarbeit zu bewegen. Zwischen diesen E-Mails erzählt Rammstedt in kurzen Anekdoten von den ziemlich merkwürdigen realen Treffen mit seinem Bankberater. Meine Meinung Wenn ich diesen Roman mit einem Wort beschreiben müsste, würde ich mich für „komisch“ entscheiden. Manchmal witzig-komisch, oft aber auch merkwürdig-komisch. Der Sinn der kurzen Einschübe, in denen Tilman Rammstedts Treffen mit seinem Bankberater beschrieben werden, hat sich mir bis zum Ende nicht wirklich erschlossen. Nur mit sehr viel gutem Willen kann man darin eine Handlung erkennen, die ich mit „zwei geistig Beschränkte schließen die merkwürdigste Freundschaft aller Zeiten“ zusammenfassen würde. Im Grunde kam mir das Ganze mehr wie eine Aneinanderreihung schlechter Witze vor. Ein Beispiel: »Mein ehemaliger Bankberater glaubte, wie er mir versicherte, nur an zwei Dinge: an den lieben Gott und dass es für alles eine Lösung gebe. ›Und an Wespen‹, ergänzte er dann, an Wespen glaube er auch. « So viel dazu.   Die Idee mit den E-Mails hat mir da schon besser gefallen, originell ist sie auf jeden Fall. Außerdem bin ich hier zumindest über die Phase völliger Verwirrung hinausgekommen. Den Anfang, als sich Rammstedt einfach nur hartnäckig nach Willis‘ Befinden erkundigt, fand ich auch hier ziemlich merkwürdig. Ab dem Moment, in dem der E-Mail-Verfasser zu beschreiben beginnt, wie er und Bruce Willis seinen Bankberater retten, hat mir dann aber zumindest dieser Teil des Romans ganz gut gefallen. Rammstedts E-Mails sind teilweise wirklich herrlich zu lesen, ironisch und mit viel skurrilem Humor. Im Laufe des Romans lässt der Autor Fakten und Fiktion, Romanprojekt und Realität immer mehr verschwimmen. Das ist einerseits ziemlich verwirrend, andererseits aber auch irgendwie faszinierend. Nur das mit dem toten Hund, den Rammstedt bei der Befreiungsaktion unbedingt mitschleppen muss, hätte echt nicht sein müssen. Fazit Ein Roman, der mich ziemlich verwirrt zurückgelassen hat. Mit den eingeschobenen Anekdoten konnte ich bis zum Schluss nichts anfangen, der E-Mail-Teil hat mich dann aber doch ganz gut unterhalten.

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  • Die reine Freude

    Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
    Jujulu

    Jujulu

    29. March 2015 um 14:20

    Tilman Rammstedt hat einen eigenartigen Bankberater (gehabt). Die Beratungsgespräche (oder -unternehmungen) gehen mehr um das Leben an sich, ironisch-melancholische Beobachtungen, als um Finanzprodukte. Dieser Berater plant nun, seine ehemalige Bank zu überfallen, ist dafür allerdings wenig geeignet - Auftritt Herr Rammstedt: In unzähligen Briefen fordert er Bruce Willis auf, im Roman mitzuspielen und seinen Bankberater zu retten. Auch Briefe an den Verleger, der schließlich seinen Roman bekommen will und wissen, was auf ihn zukommt, sind untergemischt. Das Buch ist ein großartiges Lesevergnügen, soviel Scharfsinn, Ironie, Witz und Poesie in einer skurrilen Geschichte - eindeutige Empfehlung und wundervolle Betrachtung des Lebens und lauter herrliche Zitate!  ""Es gibt so viele Dinge", sagte mein ehemaliger Bankberater, als wir gemeinsam Einkaufen waren. Erdbeermarmelade gebe es, Zahnbürsten, Geschenkpapier. Es gebe Zitronen, es gebe stilles Wasser, es gebe Glühbirnen. "Wir sind nicht allein", sagte er, legte eine Packung Salzstangen in den Einkaufswagen, und man sah im an, wie gern er sich dazulegen wollte."

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  • Herrlich skurriles Spiel mit Fiktion

    Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
    Wortwelten

    Wortwelten

    Tilman Rammstedt hat einen Bankberater, oder vielmehr hatte er einen. Das ist ein irgendwie melancholischer Mensch, einer, der ein bisschen am Leben vorbeigerutscht ist, der häufig kontemplativ innehält und sowieso über alles Mögliche nachzudenken scheint, nur selten über Investments und Geldanlagen. Es ist nicht wirklich so, dass man sehr viel über ihn und sein Leben erfährt, der Leser bekommt immer nur winzige Ausschnitte vorgesetzt, Mini-Episoden, die das fiktive Rammstedt-Ich mit diesem Bankberater erlebt, während sie eigentlich über Geldanlage sprechen sollten und während sie auch mal privat etwas miteinander unternehmen. Die Briefmarkensammlung meines ehemaligen Bankberaters bestand aus einer eingerissenen 55-Cent-Marke und einem Aufklebe-Tattoo. Ihm fehle einfach die Zeit, sagte er. Und die Lust, sagte er. Und die Briefmarken, sagte er. (S. 106) So einem Menschen kann es ja mal passieren, dass er plötzlich etwas völlig Unerwartetes tut, unerwartet vor allem auch für ihn selbst, und dann befindet er sich in einer Situation, aus der er sich selbst nicht befreien kann. Zumindest hat ihn Rammstedt in so eine Situation geschrieben. Aber eben weil sein ehemaliger Bankberater da nicht allein wieder rauskommt, braucht er Hilfe. Was liegt da näher, denkt sich der Autor, als jemanden mit der Rolle seines ehemaligen Bankberaters zu besetzen, der aus jeder, und zwar wirklich JEDER, Situation wieder rauskommt? Der einfach immer davonkommt, wenn manchmal auch mit Schusswunde? Jemanden wie Bruce Willis? Zumal Rammstedt in einer Klatschzeitung gelesen hat, dass es Willis gerade nicht so gut geht, dass er wahrscheinlich Depressionen hat und dringend mal Abwechslung braucht, eine besondere Herausforderung. Also schreibt er ihm E-Mails. Erst fragt er nur höflich, wie es ihm denn geht. Irgendwann eröffnet er ihm, dass er ihn in seinem neuen Roman mit der Rolle seines ehemaligen Bankberaters besetzen will. Doch Willis antwortet nicht. Rammstedt, bzw. das fiktionale Ich des Autoren, wird ungeduldiger. Er schreibt den Bankberater selbst aus der Situation raus, er hilft ihm sogar und wird so zu einer Figur in dem fiktiven Roman innerhalb dieses Buches, doch nun befinden er und der Bankberater, oder eigentlich eher Willis, sich auf der Flucht und es wird wirklich Zeit, dass Bruce Willis auch mal etwas unternimmt. Nur antwortet er immer noch nicht. PS: Der Arbeitstitel des Romans lautet übrigens »Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters«, und es wird bestimmt ein sehr guter Roman, wenn auch bis jetzt unter anderem noch die Abenteuer fehlen. Von Abenteuern ist mein Bankberater leider schwer zu überzeugen. (S. 25) Ja, das ist alles ein bisschen abstrus, aber genau deshalb auch subtil witzig und philosophisch und irgendwie spannend, obwohl keine Geschichte in klassischer Form erzählt wird. Denn einerseits zeigt der Autor immer wieder, dass er eigentlich die Zügel in den Händen hält, dass er den Fortgang der Geschichte bestimmt oder, im Notfall, sogar zurückspringen und alles Geschriebene wieder löschen kann. Doch andererseits wünscht man sich als Autor eben auch, man müsste den Job nicht ganz allein erledigen und die Figuren würden mal selbst etwas machen. Erst recht, wenn sie Bankberater sind. Oder Schauspieler. Und ganz besonders erfolgreiche Actiondarsteller. Die einzelnen Abschnitte sind jeweils recht kurz und umfassen mal nur ein paar Zeilen, seltener auch zwei bis drei Seiten. Abwechselnd wird eine Anekdote zum ehemaligen Bankberater wiedergegeben und eine E-Mail an Bruce Willis. Die Bankberaterepisoden bleiben hierbei gleichbleibend melancholisch und irgendwie skurril, während der Ton in den E-Mails, je nach Inhalt und Stimmungslage des Autoren, wechselt. Schreiben Sie mir, dass Sie bereit sind. Oder schreiben Sie mir, dass Sie nicht bereit sind, dass es aber auf das Bereitsein nie ankommt, weil die Welt schließlich nicht immer geduldig warten kann, bis alle bereit sind, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Schreiben Sie mir das, Herr Willis, schreiben Sie mir das auf der Stelle. (S. 37) Dieser ungewöhnliche Roman ist wirklich ein Genuss. Humor ist bekanntlich Geschmackssache und diesen hier muss man schon mögen, damit einem das Buch gefällt. Mir gefiel es ganz außerordentlich gut. Sowohl Aufbau als auch Umsetzung sind fantasiereich und ein bisschen schräg, der Bankberater ist derart mit der Welt überfordert, dass er einem leid tun kann, und die Wandlung des fiktionalen Autoren-Ichs und sein Umgang mit seiner eigenen Geschichte sind einfach toll zu lesen. Außerdem gibt es einen Hund. Falls alles andere zur Überzeugung nicht reicht.

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    • 3
    Wortwelten

    Wortwelten

    16. June 2014 um 09:31
  • Buchtipps von Autoren - Lieblingsbücher empfohlen von Autoren für Leser

    Daniliesing

    Daniliesing

    Auf LovelyBooks tummeln sich ganz viele Leser mit den unterschiedlichsten Lesevorlieben. Wir teilen hier unsere Buchtipps und tauschen uns begeistert darüber aus. An dieser Stelle möchten wir einen Platz für die Literaturempfehlungen unserer Lieblingsautoren schaffen und freuen uns, wenn sie uns diese verraten. Alle Autoren sind herzlich eingeladen, uns etwas mehr über ihr persönliches Lieblingsbuch zu erzählen. Es dürfen selbstverständlich gern auch ältere Bücher oder Geheimtipps sein. Regelmäßig am Freitag werden wir einen der Autorenbuchtipps hier auswählen und diesen auf unserer Facebookseite teilen. Unter anderem waren schon Kai Meyer, Zoë Beck und Anna Koschka mit ihren Buchempfehlungen dabei. Und wir sind schon ganz gespannt, welche Bücher euch Autoren besonders am Herzen liegen! Beschreibt doch ins 2-3 kurzen Sätzen, was euren Buchtipp zum wahren Lieblingsbuch macht. Wie eure Literaturempfehlung schon bald auf unserer Facebook-Fanpage aussehen kann, seht ihr unten am Beispiel von Anna Koschkas Tipp zu "Die Mondspielerin" von Nina George. -- We would like to collect the favourite books of our favourite authors. You are an author and would like to share your book recommendation with us? Please let us know the title and author of the book that you favor the most and summarize the most enjoyable points about it in two to three short sentences.

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    • 82
  • Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters

    Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
    Medienjournal

    Medienjournal

    27. March 2013 um 20:59

    Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters ist ein einfallsreiches und witziges Werk, dem ein wenig mehr dramaturgische Substanz durchaus gut getan hätte, dass aber insbesondere durch die Ausführungen des ehemaligen Bankberaters zu überzeugen weiß, denen lediglich unter Zuhilfenahme von Bruce Willis eine skurrile Rahmengeschichte spendiert worden ist. Mehr gibt es unter: Review: Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters (Buch)

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  • BRUCE WILLIS ANTWORTET!

    Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. March 2013 um 12:20

    Sehr geehrter Herr Rammstedt, you know, I was born in Idar-Oberstein, this sleepy little town of jewels and soldiers. So I´m able zu sprechen Ihre Sprache und zu lesen Ihren Roman „Die Abenteuer meines ehemaligen Bankbera­ters“. Warum kontaktierten Sie nicht meinen Agenten? Er hätte sofort sa­gen können, wann ich Ihren ehemaligen Bankberater aus der brenz­ligen Situation retten konnte. Dumm, dass Sie meine alte e-mail-address, mein altes mobile, meine alte answering machine be­nutzt haben. Das ist alles Koks von gestern. Ich bin technisch im­mer auf neustem Stand. So konnten Sie mich nicht erreichen. Aber jetzt weiß ich ja alles aus Ihrem Buch. Der Bankberater is re­ally good for a laugh: funny, crazy, blue. Ich mag ihn sehr. Er frage sich manchmal, sagte mein ehemaliger Bankberater, als wir ge­meinsam im Zoo waren, ob er wohl ein gu­tes Zebra geworden wäre. „Wahr­scheinlich nicht“, beschloss er. „Wahrscheinlich sind noch nicht einmal Zebras gut darin, Zebras zu sein.“  That´s great! Der Bankberater ist kein Mann der vielen Worte. Das kenne ich von mir. Nicht viele Worte, aber wenn, dann die richtigen! Ansons­ten reichen Mi­mik und action. Wir wehren uns. Wir akzeptieren nicht so einfach die so called Tatsachen. Dieser Tilman Rammstedt schreibt mir in dem Buch: Nie hindert Sie Tat­sächliches daran, et­was nicht zu tun. Die Tatsa­chen sind doch stets Ihr liebster Gegner. Stellen Sie sich das vor, Herr Rammstedt, wo­her kennt der mich so gut? Wie gut kennen Sie ihn eigentlich? Kön­nen wir ihm trauen? Natürlich bin ich auch ein Bankberater. Man darf nicht vergessen: „Ich habe Hamlet gespielt“. „Ich habe Lear gespielt.“ „Jeden ein­zelnen verdammten Tschechowrussen“. Da mach ich doch auch noch einen Bankberater, der seine Bank überfällt, angeschossen flieht und den Rest der story mit Herrn Rammstedt und einem Poli­zeihund, einem richtig schönen deutschen Schäferhund, der bald schon tot ist und eigentlich eine Katze sein soll, einen Bankberater also, der mit totem Hund und eigenartigem Schriftsteller seinen Verfolgern entwischt, dann auf diese Frau trifft, die meiner Mei­nung nach Cate Blanchet sein müsste, es aber nicht ist, was aber auch egal ist, weil es dann nur noch darum geht, zu diesem Gefäng­nis zu kommen, aus dem der befreit werden soll, den alle lieben und für den man bereit ist, einen Tunnel zu graben mit der bloßen Hand und schlechten Aussichten auf Erfolg. Aber gerade deshalb versucht man es ja. Was Sie, Herr Rammstedt da geschrieben haben, ist für mich so eine Mischung aus Magrittes „Dies ist keine Pfeife“ und Flau­berts „Ich bin Madame Bovary“ mit einer Prise von Glavinics „Das bin doch ich“. Die Schirmmütze, die Sie in der Tankstelle für mich ge­kauft haben, hängt hier in meinem Schlafzimmer an einem Ehren­platz. Nice-nice, nice was the time! Ich erinnere mich gern! Dass dieser Tilman Rammstedt gerne einen Film über das Ganze drehen würde, ist klar. I see it on the book cover: Der Schlips des Bankberaters forms a Filmstreifen. Let´s do it! Let´s make a film from this marvelous book! Uma Thurman has agreed to act in it. Where are we waiting for? Beste Grüße, auch an Tilman Rammstedt Bruce Willis PS: Die Schusswunde am Oberschenkel ist inzwischen gut verheilt. 

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  • Rezension zu "Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters" von Tilman Rammstedt

    Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
    Sarlascht

    Sarlascht

    06. March 2013 um 18:38

    Inhalt: Tilman Rammstedt hat es nicht einfach: Bruce Willis, Hollywoodgröße, reagiert einfach nicht auf seine E-Mails, obwohl er ihm doch eine Rolle in seinem neuen Roman anbietet, aber es wäre nicht Tilman Rammstedt, wenn er nicht Ausdauer an den Tag legen würde und einfach weiterschreibt. Wo passt der Bankberater in die Geschichte? Ganz einfach, Bruce Willis soll dessen Rolle übernehmen. Klingt nicht sonderlich aufregend, welche Abenteuer soll ein Bankberater schon erleben, nun ja, wenn er seine eigene Bank überfällt und dann sich mit dem Autor auf die Flucht begibt, dann ist da doch viel Stoff für eine skurrile Geschichte gegeben, die man einfach mal Herrn Willis per Mail schreibt, damit er endlich eingreift, sich schließlich doch dazu entscheidet, in der Geschichte mitzuspielen. . Meine Meinung: Vermutlich hätte ich nicht zu dem Buch gegriffen, wenn ich davor nicht Tilman Rammstedts „Der Kaiser von China“ gelesen hätte, weil mal ehrlich, Bankberater und das Wort Abenteuer schließen sich eigentlich gegenseitig aus. Meine Idee war, einfach mal zu gucken, wie die Geschichte so gestaltet ist, muss man doch nicht lesen, wenn es einen dann nicht gefällt, aber Herrgott, es hat mir gefallen, besser wie ich jemals erwarten konnte. . Bruce Willis bekommt die Rolle des Bankberaters angeboten, die Rahmenbedingungen stehen schon und eigentlich würde es nur noch eine Zusage brauchen, aber der Hollywoodstar antwortet einfach nicht auf die E-Mails, so dass er einfach in die Geschichte hineingebaut wird, ob er will oder nicht. Veränderungen könnte er jederzeit anbringen, wenn er nur auf die zig Mails reagieren würde und als Leser hegt man beständig die leise Hoffnung, dass doch mal eine Reaktion kommt, zumindest nur ein kleines Wort, aber es ist eigentlich nicht für die Geschichte notwendig, die funktioniert auch als Selbstgespräch von Herrn Rammstedt einwandfrei. . Zwischen den Mails, die die Flucht und eben Abenteuer des Bankberaters thematisieren, erfährt man aber auch etwas über die spezielle Beziehung zwischen den genannt und Tilman Rammstedt. Sein Bankberater war nämlich nicht irgendein Bankberater, sonders ein spezieller Freund, berät in zwar in Anlagegeschäften, aber spielt auch in seinem Privatleben eine große Rolle. Für eine berufliche Beziehung verbringen sie schon sonderlich viel Zeit miteinander, aber es passt zum Buch, passt zu dieser seltsamen Geschichte. . „Ich begleite Sie noch ein Stück“, sagte mein ehemaliger Bankberater manchmal nach einem Termin am späten Nachmittag. Meist brachte er mich dann bis zu meiner Haustür und verabschiedete sich mit einem schüchternen Winken. „Also dann“, sagte er. Wenn ich später durch die Gardinen des Schlafzimmerfensters schaute, sah ich ihn immer noch da stehen. In der linken Hand seine Aktentasche, in der rechten Hand nichts, reglos, als wollte er mit dem Straßenbild verschmelzen, aber das Straßenbild nicht mit ihm. (Seite 32/33, E-Book Ausgabe) . Ich weiß nicht was für einen Humor man für die Geschichte braucht, aber es ist definitiv einer notwendig. Man sollte skurrile, absurde und nicht absehbare Erzählungen lieben. Wieder einmal rate ich, die Leseprobe zu lesen, damit man nicht enttäuscht es. . Suche ich einen Kritikpunkt, so finde ich ihn darin, dass das Buch zu dünn ist. Ich glaube, für mich hätte die Geschichte immer weitergehen können, so gefangen war ich in den Ausführungen. Man will diesen Mikrokosmos nicht mehr verlassen, viel zu wohl fühlte ich mich in dieser Welt, die eigentlich nicht existiert, was der Verstand auch weiß, aber doch, es fühlte sich wie die Realität an. . Fazit: Man sollte sich nicht täuschen lassen, das Leben eines Bankberaters kann schon ziemlich aufregend sein, besonders wenn Tilman Rammstedt die Finger im Spiel hat und dann auch noch Bruce Willis die Situation retten sollte, wenn auch dieser durch Abwesenheit glänzt. Eine einzigartige Note Humor vervollständigt dieses Buch und macht es zu einem Abenteuer der Sonderklasse.

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  • Rezension zu "Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters" von Tilman Rammstedt

    Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
    GeschichtenAgentin

    GeschichtenAgentin

    19. February 2013 um 18:50

    Schelmenstreich. Ein Autor namens Tilman Rammstedt schreibt Mails an einen Herrn Willis. Doch Herr Willis antwortet nicht, obwohl er der einzige ist, der die Figur namens "mein ehemaliger Bankberater" aus einer äußerst brenzligen Situation retten kann, in die der Autor namens Tilman Rammstedt sie gebracht hat. Ein köstlich verzwirbelter Schelmenstreich. Eine genauso wunderbar verzwirbelte Rezension, die dem Buch wirklich gerecht wir, findet ihr hier bei den Schönen Seiten.

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  • Rezension zu "Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters" von Tilman Rammstedt

    Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
    Gruenente

    Gruenente

    10. January 2013 um 15:09

    Skurrile Farce. Tillmann Ramstedt schreibt Mails an Bruce Willis. Und erzählt von seinem ehemaligen Bankberater. Über diesen und dessen nicht vorhandene Abenteuer will er ein Buch schreiben, kommt aber nicht weiter. Dabei soll Bruce Willis helfen, weil dieser doch schon in vielen Filmen alle rausgehauen hat. Tilmanns Leben bricht zusammen im Laufe des Buches, und nur, weil Bruce Willis nicht antwortet. Das Leben des Bankberaters ist wohl auch zusammengebrochen. Es bleibt allerdings offen, ob er wirklich eines hatte. Ein Spiel mit den Realitäten und kurzen philosophischen Ergüssen durch den Bankberater. Sehr kurzweilig Ich habe oft gekichert.

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  • Rezension zu "Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters" von Tilman Rammstedt

    Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
    HeikeG

    HeikeG

    20. December 2012 um 17:54

    "Scheiß aufs glückliche Ende" . "Man könne das Wachstum gar nicht verhindern, erklärte mir mein ehemaliger Bankberater. 'Wenn die Wirtschaft schrumpft, wachsen die Schulden. Wenn die Haare ausfallen, wächst die Glatze. Wenn die Handys kleiner werden, dann wächst halt die Fläche um die Handys herum.' Auch mein Geld sei also nicht direkt weg, ich hätte dafür etwas anderes bekommen, 'Nun müssen wir nur noch herausfinden, was das ist', sagte er und klopfte mir auf die Schulter. 'Ist das nicht aufregend?', fragte er. Ich weiß nicht mehr, ob ich nickte." . Diese Zeilen aus Tilman Rammstedts neuem, aberwitzigem Roman zeigen deutlich, dass... nein, nicht, dass eine Wirtschaftskrise gar nicht so schlimm ist wie es scheint und man sie nur aus einem anderen Blickwinkel betrachten müsste. Und nein, auch nicht, dass Männer unbedingt Mut zur Lücke haben sollten. Sondern sie offenbaren erneut den grotesk-humoristischen Schreibstil des Ingeborg-Bachmann-Preisträgers. War es im Vorgängerroman noch Opa und der Kaiser von China, der durch skurrile Buchseiten taumelte, lässt Rammstedt dieses Mal seinen - wen wundert's eigentlich - psychosomatischen Bankberater einen Überfall auf seine eigene Dienststelle verüben. Da dieser für brenzlige Situationen offensichtlich alles andere als geeignet scheint ("Als er selbst ist mein Bankberater verloren. Als wir selbst sind wir alle verloren. Wenn alle nur sie selbst bleiben, kommt es zu keinem glücklichen Ende."), scheint das ganze Unterfangen damit schon von Beginn an zum Scheitern verurteilt zu sein. Also was tun? Retter in der Not und geradezu prädestiniert dafür - der macht's doch sonst auch immer mit links - soll Aktion-Held Bruce Willis sein. Daher schreibt Rammstedt Letzterem fleißig Mails, um ihn zu etwas mehr Engagement bei der Rettung der Welt... äh seines ehemaligen Bankberaters... zu bewegen. Komischerweise (oder besser: natürlicherweise) verhält sich jener allerdings vollkommen kontraproduktiv. Wie um Himmels Willen lässt sich die (persönliche) Finanz- (und Lebens-)Krise des Autors dann noch abwenden und die Geschichte zu seinem wohlverdienten glücklichen Ende führen? "Darum geht es doch immer, nur darum geht es immer." . Das dies alles nur ein Gedankenexperiment im Kopf des "seriösen Schriftstellers mit ausreichend Berufserfahrung, besonders was Figuren angeht, denen es gerade nicht sehr gut geht (Liebe, Körper, Leben)" ist, wird schnell klar. In einem Plot, der auf der einen Seite geradezu vor rasanter Komik, irrwitzigen Lügen und einer Unmenge Absurditäten und Fantasie sprüht, offenbart Rammstedt auf der anderen Melancholie und Menschlichkeit. In einer aberwitzigen Ménage-à-trois aus ehemaligem Bankberater, Aktion-Held Bruce Willis und ihm selbst bietet die Erzählung immer wieder neue, nicht vorhersehbare Wendungen und treibt den Leser nahezu atemlos durch einen Text, der ständig zwischen Fantasie und Wirklichkeit pendelt. "Als Schriftsteller und als Leser traue ich den Geschichten mehr, die mit Humor geschrieben sind", offenbarte Rammstedt einmal in einem Interview. "In total ernster Prosa erkennt man die Effekte oft zu schnell, die Rührung oder Trauer erzeugen sollen. Hinter Humor kann man solche Effekte besser verstecken, und auf die ernsten, tiefgründigen Seiten kommt es mir genauso an." Sein jüngster Roman lebt nicht nur von ebensolchen kraftvoll-subtil gezeichneten Charakteren und einem sprühend-klugen, bizarr-komischen Humor, sondern auch durch seine ideenreiche Sprache, unter deren vordergründiger Unbeschwertheit eine unerwartete Ernsthaftigkeit und Dramatik liegt. Diese allerdings muss man sich aus all dem Klamauk erst einmal herausarbeiten. . Letztendlich nimmt das Fiasko seinen grotesken, zunehmend unglücklichen Lauf. Doch wie bekräftigt Rammstedts ehemaliger Bankberater so nett: "Man könne ja niemanden zu seinem Glück zwingen, sagte er. Schon aus rein rechtlichen Gründen, sagte er. Da habe er sich erkundigt, sagte er." Aber vielleicht gelingt es den Protagonisten doch noch, alles zu drehen und das drohende schlechte Ende behelfsweise in ein ziemlich glückliches Ende umzumünzen? Doch das "erinnert einen immer nur daran, was alles fehlt, um an einem richtig glücklichen Ende zu sein, und dann ist es im Handumdrehen ein ziemlich unglückliches Ende, also fast schon ein richtig unglückliches Ende, zumindest wenn man ganz genau hinschaut." Tilman Rammstedts ehemaliger Bankberater jedenfalls ist sich sicher, dass vielleicht "auch alles ganz anders" ist. Wahrscheinlich aber auch nicht. Also: "Scheiß aufs glückliche Ende". Ein gutes, ein außergewöhnliches Buch ist trotzdem.

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  • Rezension zu "Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters" von Tilman Rammstedt

    Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters
    goldfisch

    goldfisch

    29. November 2012 um 16:24

    Ein Lesevergnügen ! Rammstedt lässt seinen ehemaligen Bankberater über das Leben philosophieren. So ein nachdenklicher Berater, dass kann kein gutes Ende nehmen und da lässt der Herr Rammstedt Bruce Willis für den Bankberater einspringen. Buce Willis bekommt eine schwere Aufgabe und die ganze, wahnwitzige Geschichte kann nicht ohne einen toten Hund und eine Schussverletzung enden. Wer viel Phantasie hat, wird mit diesem Buch belohnt. Actionreiche Szenen wechseln sich mit nachdenklichen Gesprächen ab. Lesespaß !

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