Tilman Weysser

 3.4 Sterne bei 5 Bewertungen

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Das Mädchen mit dem weißen Schal

Das Mädchen mit dem weißen Schal

 (3)
Erschienen am 15.06.2018
Ein Bild vom alten Gringo

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 (2)
Erschienen am 19.08.2015
Subaru Romeo

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 (0)
Erschienen am 16.11.2015

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Rezension zu "Das Mädchen mit dem weißen Schal" von Tilman Weysser

Eine unerfüllte Liebe und die Schrecken der Vergangenheit
EvelynMvor 5 Monaten

Im Jahre 1985 räumen Eva, ihr Bruder Julius und zwei Freunde das Haus ihrer Großmutter in Frankfurt leer. Es soll verkauft werden und die jungen Leute hatten sich für diese Aufgabe angeboten. Im Laufe des Tages stoßen sie auf Kleidung und Gegenstände aus Zeiten der Naziherrschaft und einen Koffer, der nur Papiere zu beinhalten scheint. Allerdings finden sich darunter auch ungeöffnete Brief eines Mann namens Georg an eine Frau namens Anna. Eva lassen diese Briefe nicht los und sie beginnt zu lesen. Schnell wird ihr klar, dass eine tragische Liebesgeschichte dahinter steckt. Doch warum befanden diese sich im Besitz ihres Großvaters? Stück für Stück kommt Eva der Antwort näher, während der Leser immer wieder in Rückblenden in jene unheil- und grauenvolle Zeit zurückversetzt wird. Zudem macht sich von New York aus ein Fremder auf, um sich den Koffer zu holen. Warum ist dieser so wichtig für ihn?

Die Rahmenhandlung des Romans gestaltet sich zunächst wie die Geschichte von Jugendlichen, die vor allem mit sich selbst beschäftigt sind und mit ihrem Leben noch nicht viel anzufangen wissen. Doch das ändert sich nach und nach. Die Verwandtschafts-verhältnisse von Eva und Magnus, sowie deren „Vorfahren“ sind oft verwirrend und machen das Begreifen der Geschehnisse nicht gerade leicht. Doch das Buch ist berührend und spannend zugleich und ich wünschte mir mit jeder Seite mehr und mehr, endlich hinter die Ereignisse zu blicken. Die Liebesgeschichte von Georg und Anna zog mich schnell in ihren Bann. Das Auffinden des Koffers ist mit dem Öffnen der Büchse der Pandora gleichzusetzen. Denn es wirft nicht nur viele Fragen auf, sondern führt weit zurück in eine Vergangenheit voller Leiden, Verrat, Krieg, Machtmissbrauch und einer tragischen Liebesgeschichte. Der Leser erfährt im Rückblick nicht nur, wie sich Anna und Georg kennengelernt haben, sondern er taucht tief in die Ereignisse rund um die Machtergreifung der Nationalsozialisten ein. Die bedrückende Stimmung unter den Menschen, die einander nicht mehr vertrauen und das Unbehagen, eine Ahnung, die in der Luft liegt, hat der Autor ganz eindrücklich beschrieben. Die Überschriften passen gut zur jeweiligen Handlung und runden den bildhaften und ausdrucksstarken Schreibstil gelungen ab. Ich bewundere Annas starken Charakter und ihre Art, mit den widrigen Umständen ihres Lebens umzugehen. Dazu passt folgendes Zitat, das Annas Einstellung zu Bornwart und Hitler widerspiegelt, ganz hervorragend: „Das ist also der Altar, hier betet eine große Pfeife zu einer noch größeren Pfeife, damit dir noch mehr widerwärtige Ideen kommen.“ Ganz deutlich ist im Buch der Zeitgeist zu spüren, sowohl die des 2. Weltkrieges als auch die des getrennten Deutschland. Ich finde den Roman in sich stimmig, sehr gut gelungen, aufwühlend, berührend mit dem Blick für Details, bisweilen verwirrend, aber auch sehr spannend.

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Rezension zu "Das Mädchen mit dem weißen Schal" von Tilman Weysser

Vergangenheit gut - Gegenwart war nicht so dolle
winniehexvor 5 Monaten

Ein alter Koffer, ungeöffnete Briefe – ein unspektakulärer Zufallsfund auf einem staubigen Speicher. Aber wer sind Anna und Georg, wessen Intrige hat sie vor Jahrzehnten getrennt, warum ging Anna nach Argentinien, mit wem, und was hat Georg zurück in den Krieg geführt? Während Eva, die Urenkelin des Industriellen Wilhelm Bornwart, sich auf die Suche nach Antworten macht, steigt in New York jemand ins Flugzeug, der seit sehr langer Zeit auf der Suche nach einem ganz bestimmten alten Koffer ist.

Der Anfang fand ich persönlich etwas schwierig, dass war mir alles zu viel, wie die andere Rezensentin schon schreib ist es schwierig alles etwas auseinander zu halten. Was mir gut gefallen hat, waren die Einblicke in die Vergangenheit, da war meiner Meinung nach auch der Schreibstil deutlich ruhiger und man konnte sich von allem besser ein Bild machen. In der aktuellen Vergangenheit hatte ich eher das Gefühl man muss erstmals alle Protagonisten vorstellen bevor man die eigentliche Geschichte erzählt.

Ansonsten fand ich das Buch absolut lesenswert und auch toll geschrieben, nur halt der Anfang und die Gegenwart war für mich nicht so dolle.  Deswegen würde ich hierfür nur 3 von 5 Sternen geben wollen.

 

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Betsys avatar

Rezension zu "Das Mädchen mit dem weißen Schal" von Tilman Weysser

Ein Koffer und sein Inhalt
Betsyvor 6 Monaten

Frankfurt 1985: Als Eva mit ihrem Cousin, ihrem Bruder und ein paar Freunden im Haus ihrer Oma die restlichen Sachen für deren Auszug zusammenpacken, stoßen sie im Speicher neben Nazirelikten auf einen alten Koffer, der Briefe aus dem 2. Weltkrieg von einem Georg an eine gewisse Anna enthält, sowie einige andere alte Unterlagen. Die Briefe wurden allerdings nie geöffnet und scheinen eine tragische Liebesgeschichte zu enthüllen. Ohne es zu ahnen enthüllen diese Briefe mit ihrem Inhalt einen Teil der eigenen Familiengeschichte. Neugierig geworden und in dem Versuch die Briefe nach so langer Zeit der Empfängerin zuzustellen, machen sich Eva und ihr Cousin auf die Suche nach Antworten, ohne zu ahnen, dass auch noch jemand anderer sich auf den Weg macht als er erfährt, dass der Koffer aufgetaucht ist.          

Anfänglich muss man hier vor allem auf die Verwandtschaftsverhältnisse aufpassen, um im weiteren Verlauf den Durchblick nicht zu verlieren, was aber an und für sich kein großes Problem darstellt.

Die Geschichte selbst lässt mich allerdings innerlich mehr als nur zerrissen zurück. Anfänglich kann die Handlung in der Gegenwart, also im Jahre 1985, nicht unbedingt begeistern, da es sich anders als erwartet um ein Gruppe von jungen Erwachsenen handelt, die hier vor allem durch ihr Gefühlschaos präsent sind und so gar nicht das sind was man sich erwartet hat. Dagegen kann der Handlungsstrang rund um Anna und Georg in der Vergangenheit gleich von Anfang an begeistern. Man erfährt wie sie sich kennengelernt haben und aus welchen Verhältnissen sie stammen. Zugleich besticht das Ganze durch die Atmosphäre der damaligen Zeit als die Nazis die Macht ergreifen und wie sich alles ändert. Dieser Handlungsstrang berührt und reißt einen mit, vor allem je mehr man über die tragische Liebesgeschichte erfährt. Dabei spielt der erfolgreiche Industrielle Wilhelm Bornwart, der Urgroßvater von Eva, auch eine Rolle.

Mit der Zeit erwärmt man sich auch mehr für Eva und Co, in die man  ebenfalls tiefere Einblicke erhält und die auch für einige süße und unterhaltsame Momente sorgen, selbst wenn es dann wieder recht hormongesteuert zugeht und alles ein wenig übertrieben wirkt. Zum Glück wird es aber recht schnell unerwartet spannender, da scheinbar mehr als nur eine Person hier hinter etwas oder jemanden her ist und dies ebenfalls mit dem Inhalt des Koffer zusammenzuhängen scheint. Alsbald spekuliert man selbst wie wild mit wer hier im Hintergrund noch mitspielt und warum, wobei es einige Überraschende Wendungen gibt, auch wenn  nicht alles wirklich überzeugen kann, sondern stellenweise doch recht konstruiert oder klischeehaft wirkt. Im Nachhinein geht leider vieles was im weiteren Verlauf hier passiert zulasten der lange zurückliegenden Liebesgeschichte. Georg verschwindet leider immer mehr aus der Geschichte, während Anna überpräsent ist und eine Richtung einschlägt, die vielleicht einfach schon den Rahmen der Handlung etwas sprengt, da der Platz dafür nicht wirklich reicht. Trotzdem gibt es im Laufe der Erzählung in Hinblick auf Annas und Georgs bewegten Lebensweg durchaus sehr gefühlvolle, wunderschöne und ausdrucksstarke Stellen, weshalb man einfach auf ein Happy End für die Beiden hofft, auch wenn das Schicksal etwas dagegen zu haben scheint.

Obwohl anfänglich vieles vorhersehbar zu sein scheint, kann das Buch in dieser Hinsicht wirklich positiv überraschen, da manches sich im weiteren Verlauf viel komplexer und undurchsichtiger darstellt als gedacht und vieles anders als erwartet verläuft, auch wenn einem dies nicht unbedingt gefallen muss. Vor allem das Ende ist hier so ein Fall. Ich finde es leider in mehr als einer Hinsicht enttäuschend und teilweise fehlt mir einfach jegliches Verständnis zu den Dingen die da passieren. Zwar gibt es durchaus ein akzeptables Ende, aber so ganz anders als erwartet und in mehr als nur einer Hinsicht absolut unbefriedigend, da alles sehr schnell, wenn überhaupt, abgehandelt wird und vieles auf der Strecke bleibt, vor allem in Hinblick auf die Figuren selbst.

Gut gelungen ist es neben der durchaus vorhandenen spannenden und emotionalen Komponenten, auch für einige unterhaltsame Momente zu sorgen, wobei unter anderem die damals noch unausgereiften technologischen Entwicklungen ein wenig auf die Schippe genommen werden, die heute nicht mehr wegzudenken sind. Dazu wird einem auch klar, dass es damals eine ganz andere Zeit war, eine Zeit in der Deutschland noch durch eine Mauer geteilt ist, die Nazivergangenheit immer noch sehr präsent ist und man sich für die eigene Familie schämt, die mitgemacht und sogar Profit daraus geschlagen hat.

Fazit: Eine Geschichte die einen am Ende recht gespalten zurücklässt. Immer wieder gibt es berührende und ausdrucksstarke Momente, fühlt man sich mitgerissen und unterhalten, wird der damalige Zeitgeist (in beiden Zeitebenen) anschaulich dargestellt und man fiebert mit, allerdings gibt es auch unnötig viel teeniemäßiges Drama, überschlagen sich teilweise die Ereignisse, fällt manches zu oberflächlich aus oder bleibt zu eindimensional und der Schluss kann durchaus zu Enttäuschungen und Unverständnis beim Leser führen. Im Endeffekt hätte man auf die Geschichte rund um den restlichen Inhalt des Koffers gut verzichten können, da dies zwar für zusätzliche Spannung sorgt, aber zulasten der eigentlichen Geschichte rund um Anna und Georg geht und alles etwas knapper ausfällt als erwartet.

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Edel_Elementss avatar

Tilman Weysser - Das Mädchen mit dem weißen Schal


Über das Buch:
Autoren oder Titel-CoverEin alter Koffer, ungeöffnete Briefe – ein unspektakulärer Zufallsfund auf einem staubigen Speicher. Aber wer sind Anna und Georg, wessen Intrige hat sie vor Jahrzehnten getrennt, warum ging Anna nach Argentinien, mit wem, und was hat Georg zurück in den Krieg geführt? Während Eva, die Urenkelin des Industriellen Wilhelm Bornwart, sich auf die Suche nach Antworten macht, steigt in New York jemand ins Flugzeug, der seit sehr langer Zeit auf der Suche nach einem ganz bestimmten alten Koffer ist.

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