Tim Bonyhady

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Autor von Wohllebengasse, Wohllebengasse und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Tim Bonyhady

Wohllebengasse

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 (4)
Erschienen am 26.08.2013
Wohllebengasse

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 (1)
Erschienen am 02.09.2013
Good Living Street

Good Living Street

 (0)
Erschienen am 01.07.2012

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Rezension zu "Wohllebengasse" von Tim Bonyhady

Die Biographie einer vertriebenen Familie ...
Bellis-Perennisvor 3 Jahren

Der australische Kunsthistoriker Tim Bonyhady ist der Nachfahre der reichen jüdischen Familie Gallia, die während der Nazizeit aus Wien fliehen musste.

In vielen Einzelheiten, die anhand von verschiednen Quellen wie Briefen und Kunstschätzen, belegbar sind, schildert er das Leben seiner mütterlichen Familie.

Zum Inhalt:

Dia Familie Gallia ist eine sehr vermögende Wiener Familie. Ihr Reichtum stammt aus der Fabrikation von Glühstrümpfen für die Gasbeleuchtung. Die Familie lebt in der Wohllebengasse, einer nach wie vor elitären Wohnadresse im Botschaftsviertel, des Bezirks Wieden.

Bonyhadys Urgroßeltern, Moriz und Hermine Gallia, zählen zu den größten Förderern der Künstler der Secession zu Beginn des 20. Jahrhunderts. So wird ihre rund 700m² große Wohnung mit Maßmöbeln aus der Wiener Werkstätte eingerichtet. Stararchitekt Josef Hofmann und Maler Gustav Klimt statten das Domizil, das zu einem „Gesamtkunstwerk“ wird, aus.

Obwohl die einzelnen Familienmitglieder ihrem Judentum längst den Rückengekehrt haben und entweder katholisch oder evangelisch getauft wurden, wird ihnen, nach der Machtergreifung Hitlers, ihre jüdische Herkunft zum Verhängnis.

Hermine, ihre Töchter Gretl und Käthe und Enkelin Annelore können rechtzeitig Österreich verlassen. Ja, es gelingt ihnen sogar (zum Unterschied von anderen jüdischen Familien) den größten Teil ihrer riesigen Kunstschätze mitzunehmen. Ziel der Frauen ist ein Neuanfang in Australien.


Erzählstil:

Das Buch gliedert sich in drei Teile, die jeweils eine Generation der Frauen im Vordergrund steht.

Beginnend mit Matriarchin Hermine, die resolut und beinahe diktatorisch bestimmt, was zu geschehen hat. Dieser Teil zeichnet sich durch eine Fülle von Details über die Lebensweise der Gallias aus, der schon fast ein wenig zu viel des Guten bietet.

Der zweite Teil erzählt die Flucht und die unrühmliche Rollen, die Behörden und gierige Mitmenschen während der Nazizeit spielten.


Im dritten, nicht minder interessanten Teil, erzählt der Autor die Jahre des Neuanfangs in Australien.

Sehr aufschlussreich finde ich, wie sich diese "Ur- Wiener Juden" in Australien zurechtfanden. Sie richteten sich in ihrer neuen Heimat (?) ohne zu klagen ein und verdienten aufs Neue ihren Lebensunterhalt.


Berührend ist die Szene, wo Anna (=Annelore, Tims Mutter) das erste Mal wieder ihr (ehemaliges) Haus in Altaussee betritt. Kein Klagen und/oder, kein Hadern mit dem Schicksal.

Tim Bonyhady schreibt in schön gesetzten Worten

Durch die Fülle von Quellen, Briefen und Sekundärquellen verliert sich der Autor öfters im Detail. Der Leser muss manchmal über die weitschweifigen Schilderungen von Speisenfolgen „drüberlesen“ um das Wesentliche zu erfassen.

Fazit:

Eine tolle Biographie einer Familie, die zudem noch mit zahlreichen Familienfotos toll aufgewertet ist.


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