Tim Cooke Wie man mit einem Bindfaden die Welt verändert

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Inhaltsangabe zu „Wie man mit einem Bindfaden die Welt verändert“ von Tim Cooke

Mit Bindfäden haben die Inkas ihre Steuereinnahmen gezählt, ein Teekessel brachte James Watt auf die Idee zu seiner Dampfmaschine, ein paar kleine Vögel inspirierten Charles Darwin zu seiner Evolutionstheorie - Wie man mit einem Bindfaden die Welt verändert erzählt von den scheinbar unwichtigen Dingen, von den Zufällen und Nebensächlichkeiten, die den Gang der Geschichte beeinflussten. Auf jeder Doppelseite greift dieses Buch einen besonderen Gegenstand heraus und weckt die Neugier auf Hintergründe und Zusammenhänge. Vom ersten Backstein der Sumerer bis zur Computermaus - dieses Buch macht Geschichte greifbar.

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  • Rezension zu "Wie man mit einem Bindfaden die Welt verändert" von Tim Cooke

    Wie man mit einem Bindfaden die Welt verändert

    HeikeG

    03. June 2012 um 16:14

    Errichte eine Zivilisation aus Matsch . Mit Geschichte ist das so eine Sache. Sie stellt unsere Vergangenheit dar, bestimmt unsere Gegenwart und wirkt zugleich als Wegweiser für die Zukunft. Und trotzdem haftet ihr aus dem eigenen Schulunterricht der Nimbus des Langweiligen, Trockenen und Verstaubten an. Chronologisch wurden den Schülern damals Daten und Fakten von Kriegen oder "großen Männern" eingebläut. Derweil kommt Geschichte alles andere als fad und geordnet daher, sondern war zuweilen sogar ziemlich chaotisch. Tim Cooke, Autor zahlreicher Sachbücher für Erwachsene und Kinder zu historischen Themen, versucht in das gigantische Durcheinander der Ereignisse der Vergangenheit etwas Ordnung zu bringen. Dies gelingt ihm mit seinen 39 witzig-spritzigen, unkonventionellen Erzählungen, in denen meist solche Menschen vorkommen, die die Welt in gewissem Maße verändert haben, aufs Vortrefflichste. Cooke lässt seine "Helden" gern auch einmal unvernünftig erscheinen und nicht so, als hätten sie immer genau gewusst, was sie taten. Denn zuweilen passierte alles Mögliche versehentlich oder führte zum genauen Gegenteil von dem, was eigentlich beabsichtigt gewesen war. Genau davon handelt dieses Buch, "von Zeiten, in denen Geschichte ziemlich unvernünftig war", so der Autor. . Heiter und zugleich nachdenklich stellen sich die chronologisch geordneten fünf Kapitel (Antike, Mittelalter, Neuzeit, Industriezeitalter, Moderne) dar. Der junge Leser kann gespannt sein auf Naturwissenschaft, Krieg, Religion, Kunst, Entdeckungen, noch mehr Krieg, Wirtschaft, Politik, Erfindungen, Tiere und Revolutionen und noch mehr Krieg. Es beginnt mit den ersten großen Zivilisationen im Mittleren Osten - in Mesopotamien -, die wahrlich ihre Wiege im Schlamm hatten. Die Bauanleitung für ein Zikkurat, wie der Tempel für die Götter der Sumerer genannt wurde, liefert der Autor gleich mit. Nach ungefähr 10 Millionen selbstgeformten Backsteinen kann der kleine Baumeister nun seinen eigenen Götter im Vorgarten huldigen oder dort wie einst Pythagoras über kniffligen Mathematikaufgaben brüten. Die Anleitung zur Erschaffung einer anbetungswürdigen Gottheit in Form des eigenen Haustieres liefert Cooke in seiner Abhandlung über den römischen Kaiser Caligula gleich mit. Will man dieses dann noch mumifizieren, hilft vielleicht der Abschnitt über die Ägypter weiter. . Kurz und knapp wird auf jeder Doppelseite ein Thema dargebracht. Ein paar wenige Jahreszahlen sowie eine kleine Biografie des jeweiligen "Helden" in "Wer war Wer?" ergänzen den kindgerechten spritzig und ideenvoll gehaltenen Text, der zudem farbig, originell und pfiffig illustriert wurde. Ob allerdings die "männerverschleißende" Eleonore von Aquitanien, der rückwärtsschießende Dschingis Khan, die französische Nationalheilige Jeanne d'Arc oder aber der aus Versehen falsch abgebogene Christopher Kolumbus der heimliche Held des Lesers wird, bleibt wohl allein dem persönlichen Geschmack geschuldet. Auf jeden Fall ist ein überaus lesenswertes Geschichtskompendium für Kinder ab 8 Jahren entstanden, das sich wohltuend aus dem Reigen der Klitzerbücher hervorhebt und auch dem Alter ab 18 noch so manches nette Detail verrät. Und vielleicht trägt der kleine Filou nach der Lektüre sogar noch etwas zur Aufbesserung der Haushaltskasse bei. In den Kapiteln über die Moderne erfährt man nämlich, dass die von Jackson Pollock gemalten Gemälde von Kritikern zudem derart benörgelt wurden, dass die Tropfenbildung auf selbigen aussähe, als hätten sie Kinder gemalt. Allerdings zählt sein "No. 5, 1948" zu den teuersten Kunstwerken der Welt und wurde 2006 für 140 Millionen Dollar versteigert. Damit hätten sich die Anschaffungskosten für dieses Buch bereits um ein Vielfaches amortisiert...

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