Tim Glencross Barbaren

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Inhaltsangabe zu „Barbaren“ von Tim Glencross

Die Ära Blair neigt sich dem Ende zu, aber seine Londoner Clique feiert sich ungerührt weiter. Mittelpunkt der Salonlöwen und Kabinettsmitglieder auf der Party des linken Intellektuellenpaars Howe-Depree ist deren schöne Adoptivtochter Afua. Neben diesem aufgehenden Stern am Labour-Himmel wirkt nicht nur ihr Bruder Henry reichlich unbedeutend, sondern auch dessen Schwarm, die Nachwuchslyrikerin Buzzy. Die Ärmste schwitzt Blut und Wasser, denn sie hat gerade ein sehr teures Kunstwerk für eine banale Dose Bier gehalten und leergetrunken. Was für ein Fauxpas. Sie wird hinauskomplimentiert und nicht wieder eingeladen. Aber im Laufe der nächsten Jahre wird nicht nur das politische Blatt sich wenden. Ist es symptomatisch, dass der sanfte Henry nun für den politischen Gegner arbeitet? Und Buzzy sich auf eine Beziehung mit einem viel älteren Staranwalt einlässt? Nur Afua verfolgt ungerührt ihre Karriere, auch wenn Mann und Kind dabei auf der Strecke bleiben. Ein kluger, bissiger Gesellschaftsroman, dessen Helden vor allem eines gemeinsam haben: Sie stolpern über ihre eigene Menschlichkeit.

„Barbaren“ ist eine Satire des Grotesken bevölkert von schrecklichen Menschen (mit Ausnahme von Henry und Buzzy).

— JulesBarrois
JulesBarrois

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  • Buchverlosung zu "Barbaren" von Tim Glencross

    Barbaren
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. April 2016 um 01:21

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  • Mit Längen

    Barbaren
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    21. August 2015 um 12:45

    Mit Längen Nur zu Anfang, in der „ersten Runde“, wird der teure Champagner ausgeschenkt, im Nachgang werden natürlich billigere Marken den Gästen offeriert. So ist das bei den Partys und Empfängen der Howe-Deprees. Er Kabinettsmitglied (noch), sie links-intellektuelle Feministin (was man privat am Frühstückstisch nicht immer merkt). Eine Art des Umgangs mit dem teuren Getränk, dass sich wie ein roter Faden auch für das Leben und feiern und „sich um sich selbst kümmern“ der Protagonisten als bezeichnend wertend kann. Und was auch viele der Persönlichkeiten im Buch durchaus treffend charakterisiert. Dass nicht gehalten wird, was der erste, teure und gebildete Eindruck zu versprechen scheint. Die Fassade, der erste Eindruck, das wirkt souverän, verantwortungsvoll, mit einer festen Meinung ausgestattet. Doch der „Nachgeschmack“ verliert sich in einer Form moderner Dekadenz, die sich Seite um Seite durch die „höhere Gesellschaft“ der Zeit am Ende der Regierung Tony Blairs und dem Übergang zur neuen Regierung hindurch zieht. Glencross verfolgt diese Lebensweise in ihren verschiedenen Ausprägungen anhand von zunächst vier Personen, die unterschiedliche Persönlichkeiten, einen unterschiedlichen Umgang mit den Herausforderungen der Zeit und eine überquer liegende Beziehung zueinander pflegen. Afua, farbige Adoptivtochter der Howe-Duprees ist die Schönheit der Gesellschaft. Klug, gebildet, nicht sonderlich eingebildet und dennoch ein Rädchen im Getriebe, das ihr Vater geschickt in Gang setzt, um ihr eine politische Karriere zu ebnen. Henry, ihr Stiefbruder, wirkt demgegenüber farblos (im wahrsten Sinne des Wortes), nimmt aber ebenso die Verbindungen seiner Familie für erste berufliche Schritte an, wie seine Stiefschwester. Während er für Elizabeth (Buzzy) still schwärmt. Die wiederum als Literatin versucht, zu reüssieren, äußerlich fremd wirkt in der illustren Gesellschaft, heimlich für jenen jungen Mann schwärmt, der Afua im Lauf der Ereignisse ehelichen wird und ebenfalls, im Inneren, eigentlich nur dazugehören möchte (und dementsprechend einen tiefen Stachel der Eifersucht Afua gegenüber doppelt in sich trägt). Aber wirklich bedeutsam, spannend oder wichtig zu wissen ist das Meiste eher nicht, was diese Hauptpersonen mit den auftretenden Nebenpersonen in ihrem Leben so dringend gestalten. Neben diesen vier Protagonisten führt Glencross mit erkennbar differenziertem Sprachschatz und Sprachstil von Beginn an, auf der „Eröffnungsparty“ des Buches, vielfache weitere Personen ein, die immer wieder im Lauf der Erzählung auftauchen (und zu denen weiterhin andere , neue Figuren hinzutreten) und deren verbindendes Element letztendlich die jeweilige Egozentrik und eine gewisse Langeweile am und im Leben darstellt. Eine Art „gepflegter Langeweile“, die auch den Leser überkommt (und in die Glencross den Leser emotional gut mit hineinnimmt), ebenfalls bereits im Verlauf des ersten Empfanges auf den ersten Seiten des Buches. Ausufernd, von immer wieder andern Seiten her, mit prägnanter Bildsprache und vielen Worten beschreibt Glencross den Ablauf dieses Empfanges, der sich letztendlich einfach in Belanglosigkeit und Desinteresse aneinander erschöpft (die Bierflasche, die Buzzy dort öffnet und die eigentliche ein Kunstwerk darstellt, ist da schon der Höhepunkt der Spannung). Sicherlich liefert Glencross sprachlich einen sehr treffenden, modernen, inhaltlich bissigen Gesellschaftsroman eines Englands der „liberalen Moderne“ ab, innerlich aber packt es den Leser nicht unbedingt, immer die gleichen Abläufe, Kunstgespräche, kleinen Karriereplanungen und internen Verflechtungen dieser politischen „High Society“ zu verfolgen. Zudem verwirrt späterhin die schiere Anzahl an Personen, Nebenpersonen und kleinen Ereignissen. Dabei ist zu befürchten, dass Glencross die entsprechende Lebensweise und die mangelnde Tiefe des Denkens und der alltäglichen Gestaltung durchaus realistisch trifft. Spannend ist das nicht und nach einer Weile, trotz der Schwemme an gut gesetzten Worten, auch nicht durchgehend unterhaltsam. Wohl aber bietet Glencross einen sehr präzisen Blick in das Innere jener Klassengesellschaft, die in England grundlegende Tradition besitzt und sich, egal in welcher „offiziellen Gesinnung“ von politisch links bis rechts in gleicher Weise sin den immer gleichen Haltungen selber am Leben hält.

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  • Intelligenz, Humor und komplexe Charaktere

    Barbaren
    JulesBarrois

    JulesBarrois

    Barbaren – Tim Glencross (Autor), Tanja Handels (Übersetzerin) - 416 Seiten, Berlin Verlag (10. August 2015), 22,00 €, ISBN-13: 978-3827011664 „Barbaren“ ist ein hervorragendes Debüt: ein seltsames, manchmal unangenehmes, oft sehr lustiges Buch über Status, Macht und Sein, über Liebe, Politik und Verrat im London der Jahre 2008 bis 2011. „Barbaren“ das Schicksal von vier jungen Leuten, wie sie die ersten Schritte auf der Karriereleiter hochsteigen. Da ist zunächst die Familie Howe: der Patriarch Sherard Howe, Kunstliebhaber, Magazin-Verleger und gut vernetzt. Seine Frau Daphne ist im Begriff, ihr zweites Buch zu veröffentlichen. Ihr erstes, feministische Buch aus den 1960er Jahren, ist noch in Erinnerung. Ihr Sohn Henry ist im Begriff, einen gut bezahlten Job als Privatlehrer zu erhalten. Afua, die atemberaubend schöne angenommene schwarzafrikanische Tochter hat politischen Ambitionen. Marcel ist ihr Freund, ein Firmenanwalt und Sohn eines belgischen Ex-Ministers. Afuas angebliche "beste Freundin", Buzzy, ist ebenso in ihn vernarrt. Buzzy (Elizabeth Price), eine Möchtegern-Dichterin mit einem Minderwertigkeitskomplex. Sie ist die Hauptperson Zahlreiche Nebenfiguren tauchen in der und aus der langwierigen Handlung auf: Anwalt Philip, der Chef von Marcel; Alec und seine Frau Fiona und viel andere: Tim Glencross zeichnet ganz großartig diese komplexen Porträts, basierend auf: was denken alle anderen von ihnen und was sie von sich selbst denken, ein weites Feld der Verwirrungen, Täuschungen, Ängste und Hoffnungen. Und vor allem, wie sie sich im Laufe der Geschichte entwickeln. Wie in den Klassikern des sozialen Realismus, werden einige vom Glücksrad erfasst, andere zusammenbrechen. Der Roman gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil lernen wir die Familie, Freunde und deren Aufstieg kennen. Und dann, ein paar Jahre später, sehen wir, dass das Leben es nicht gut mit ihnen gemeint hat. Diese Komplexen Porträts und auch der sehr brillante, fast aufwendige, sehr ausführliche Schreibstil, machen es zu einem Buch, dass man stückweise und nicht in einem Zug lesen sollte. „Barbaren“ ist eine Satire des Grotesken bevölkert von schrecklichen Menschen (mit Ausnahme von Henry und Buzzy). Sie sind im im Großen und Ganzen protzige Sucher egoistischer Ziele und Freuden. Unerwiderte Liebe ist die treibende Kraft der Glencross Geschichte. Es ist ein aufrichtiger, gut zusammengestellter, angenehm altmodischer Roman, der uns etwas Reales über die Art, wie wir heute leben begreifen lässt. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Berlin Verlages http://www.berlinverlag.de/buecher/barbaren-isbn-978-3-8270-1166-4 Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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