Tim Hamilton

 3.7 Sterne bei 7 Bewertungen

Alle Bücher von Tim Hamilton

Identification : Friend or Foe

Identification : Friend or Foe

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Erschienen am 01.09.1996
The Big Fib

The Big Fib

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Erschienen am 01.01.2015

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Rezension zu "Ray Bradbury's Fahrenheit 451" von Tim Hamilton

Salamander und mechanische Hunde…
buchwanderervor 3 Jahren

„Not everyone born free and equal, as the Constitution says, but everyone made equal.“ (S.58)

Zum Inhalt: Guy Montag ist Feuerwehrmann. Soweit wäre dies nichts besonderes, wäre da nicht die Besonderheit, dass in der Gesellschaft in der er diesen Beruf ausübt Feuerwehrmännern die Aufgabe obliegt Feuer zu verursachen; ein spezielles Feuer. Jenes, das als Lieblingsnahrung Bücher verzehrt. Der Grund für diese Tätigkeit liegt in der Annahme, dass Bücher Menschen zum Denken animieren indem sie ihnen unnützes Wissen vermitteln; dieses wiederum macht die Menschen zu Individuen und somit unterschiedlich. In diesen Unterschieden liegt laut Staatsmeinung der Grund dafür, dass sich manche Bürger oder Minderheiten als etwas „Besseres“ betrachten, auf andere herabsehen würden und somit dem Ziel einer friedvollen, glücklichen Gesellschaft entgegenarbeiten. Dies wiederum kann nicht geduldet werden. Subversive Elemente, welche sich abweichlerisch verhalten, werden ausgemerzt – im wahrsten Sinne des Wortes.
Um eben dies effizient zu gestalten braucht es eine omnipräsente Feuerwehr, sowie die Kultur eines Spitzelwesens in der jeder jeden Verrät, der diese heile Welt gefährden könnte. In dieser Welt, diesem gesellschaftlichen Umfeld lebt und arbeitet Montag zusammen mit seiner Frau, einer Vorzeigebürgerin, deren Leben sich in einer virtuellen Fernsehwelt abspielt. Kommt doch einmal ein melancholischer Anflug von Selbstreflexion durch, wird dieser mit Drogen und weiterer Dauerbespaßung im Keim erstickt.
In Montags Geist steckt jedoch ein Dorn, nicht zuletzt noch verstärkt durch sein Zusammentreffen mit einem 16jähriges Nachbarmädchen, Clarisse, welches ihm ein Universum an Fragen und Worten eröffnet, dessen Zugang er nicht mehr zu schließen vermag. Montag gerät zusehends auf die schiefe Bahn, unterschlägt Bücher, genießt widerwillig die lebensbejahende Gesellschaft Clarisse´ bei seinen Wegen von und zur Arbeit. Ein endgültiger Bruch, zuerst in seinem Inneren, findet statt, als er vom Verschwinden Clarisse´ im Zusammenhang mit den Razzien gegen Bücherbesitzer erfährt, sowie den Freitod einer Frau, welche zusammen mit ihrer Bibliothek verbrannt wird, mit ansehen muss. Als er versucht auch seiner Frau das geschriebene Wort näher zu bringen, steht diese dem Unterfangen ablehnend gegenüber und flieht sich stattdessen lieber wieder in die virtuelle Welt ihrer Fernsehfamilie. Der Affront den Montag begeht als er bei einem Besuch ihrer Freundinnen vorzulesen beginnt, ist ihr dann jedoch zu viel. Sie denunziert ihn bei seinem Vorgesetzten Beatty.
Nunmehr wird Guy Montag zu einem Vogelfreien, dessen einzige Rettung die abenteuerliche Flucht aus der Stadt ist. Sein ehemaliger Mentor, der Literaturprofessor Faber, hatte ihm von Vertriebenen jenseits der Stadtgrenzen erzählt. Als Montag sie jedoch leibhaftig trifft traut er zuerst seinen Augen nicht; er findet Menschen, die sich nur einem Ziel verschrieben haben: Bücher in ihrem Geist zu bewahren, um sie zu gegebener Zeit der Gesellschaft wieder zurückgeben zu können.
Um all diese Geschehnisse schließt sich die Klammer eines drohenden Krieges, der von den Medien, verharmlos, totgeschweigen und durch Unterhaltung übertönt wird. Die Zerstörung von Montags Heimatstadt durch einen Bomberangriff am Ende der Geschichte stellt dabei nur die logische Gipfelung der Entwicklung dar, die sich schon seit langem abzeichnet.

Fazit: Unabhängig davon, dass die Geschichte nichts an Aktualität eingebüßt, sondern eher noch gewonnen, hat, liegt mit diesem Jubiläumsband viel Zündstoff v.a. auch im Nachwort und dem Interview mit Ray Bradburry,  abgedruckt am Schluss des Buches. Bradburry nimmt dabei auch Bezug auf den Film „Fahrenheit 451“ von François Truffaut mit Oskar Werner, der allein durch die schauspielerische Leistung Werners schon sehenswert ist, wenn auch die Umsetzung der Geschichte inhaltlich nicht wirklich gelungen ist. Dazu fehlen zu viele erzähltechnisch wichtige Charaktere (z.B. Faber, der mechanische Hund).

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