Tim Herden

 4.4 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Schwarzer Peter, Toter Kerl und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Tim Herden

Schwarzer Peter

Schwarzer Peter

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Erschienen am 01.03.2018
Gellengold

Gellengold

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Erschienen am 01.02.2010
Toter Kerl

Toter Kerl

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Erschienen am 01.02.2012
Norderende

Norderende

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Erschienen am 01.03.2014
Harter Ort

Harter Ort

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Erschienen am 01.01.2016
Toter Kerl: Insel-Krimi

Toter Kerl: Insel-Krimi

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Erschienen am 28.04.2013

Neue Rezensionen zu Tim Herden

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AndreaKoesters avatar

Rezension zu "Schwarzer Peter" von Tim Herden

Schwarzer Peter
AndreaKoestervor 3 Monaten

Damp kam auf der Gegenseite mit dem Streifenwagen angefahren. Kein Blaulicht. Es konnte also nicht dringend sein. Damp hatte wieder die alte grüne Uniform an. Er ließ die Seitenscheibe herunter, winkte kurz Claasen zu, doch der erwiderte nicht seinen Gruß, sondern fuhr einfach los. Dann wandte sich Damp an Rieder: „Ein Toter liegt am Schwarzen Peter.“ (Auszug Seite 48)

 

Bei der Beerdigung des Unternehmers Werner Gilde in Kloster auf Hiddensee kommt es zum Streit zwischen Sohn und Witwe. Beide beschuldigen sich, für den Tod von Gilde verantwortlich zu sein. Die beiden Inselpolizisten Ole Damp und Stefan Rieder nehmen sich der Sache an und beginnen zu ermitteln. Dann kommt es zu einem weiteren Todesfall. Handelt es sich in beiden Fällen um Mord?

 

Rieder

Stefan Rieder ist vor einem Jahr von Berlin nach Hiddensee gekommen, um eine „Auszeit“ zu nehmen. In diesem Jahr ist schon ziemlich viel passiert: diverse Mordfälle wurden aufgeklärt, Rieder war in eine Undercover-Ermittlung involviert und hat einige Frauen kennen und lieben gelernt. Seine letzte Freundin, die ein Café in Neuendorf betrieben hat, ist vor kurzem nach Mallorca geflüchtet. Rieder wohnt in einem kleinen Kapitänshaus mit Außentoilette in Vitte.

 

Hiddenseer Künstlerinnenbund

„Schwarzer Peter“ von Tim Herden ist der fünfte Insel-Krimi um Damp und Rieder. Ich muss zugeben, dass ich mich wahnsinnig auf dieses Buch gefreut habe, da der letzte Teil („Harter Ort“) bereits vor zwei Jahren erschienen ist. Besonders gelungen finde ich die detaillierten und wahren Schauplätze der Ermittler, immer auch verbunden mit ein bisschen Wahrheit von der Insel. In diesem Buch geht es um die Gemälde des Hiddenseer Künstlerinnenbundes, also um die Werke von Frauen, die sich Anfang des 19. Jahrhunderts auf der Insel niedergelassen und gemalt haben.

 

Gegensätzliche Ermittler

Die Protagonisten Damp und Rieder sind ein sehr unterschiedliches Gespann. Ole Damp ist der große, übergewichtige Polizist, der die Arbeit nicht gerade erfunden hat und sich am meisten freut, wenn er ein Radfahrer ohne Licht oder mit Handy am Ohr mit einem Bußgeldbescheid ausstatten kann. Rieder ist das genaue Gegenteil: Er stürzt sich in die Arbeit, gerade bei Mordfällen, behält den Überblick und ist auf „Zack“. Rieder wird bei den Insulanern auch besser aufgenommen und akzeptiert, er bekommt schon mal ein Geheimnis aus den eher verschlossenen Bewohnern raus.

 

 

Wahre Schauplätze

Besonders toll an diesen Krimis finde ich, dass das Leben auf der Insel wirklich so beschrieben wird, wie es auch ist. Also abgesehen von den vielen Morden. Mein Mann und ich haben uns in einem Sommer auch schon mal den Spaß gemacht und sind mit dem Rad auf der Insel alle Schauplätze aus den Geschichten abgefahren und sind tatsächlich immer fündig geworden. J Die Ermittler gefallen mir, weil sie oft „frei Schnauze“ reden, also ziemlich locker und sich nicht so gewählt ausdrücken, und es oft auch witzig ist. Dieses Buch bekommt Spannung, weil immer wieder eine Spur verfolgt wird, die sich dann doch in Luft auflöst und die Recherchen von vorn beginnen müssen. Für den Fall wird eine SOKO gebildet und Rieder und Damp bekommen Unterstützung, allerdings geht eine Ermittlerin gern auch unkonventionelle Wege und bringt damit teilweise alle in Schwierigkeiten.

 

Letzter Teil?

Das Buch lässt die Vorfreude auf meinen Sommerurlaub auf Hiddensee ansteigen. Leider habe ich die Seiten verschlungen und hatte nur zwei Tage Lesevergnügen… Normalerweise habe ich mich sonst immer damit getröstet, dass es in zwei Jahren ein neues Buch gibt, aber das Cover lässt erahnen, dass das diesmal nicht der Fall sein wird. In einem Interview mit dem MDR hat der Autor auch sowas durchblicken lassen… 

 

Tim Herden wurde 1965 in Halle (Saale) geboren, ist seit 1991 Fernsehredakteur beim Mitteldeutschen Rundfunk und Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin, er leitet seit 2016 das MDR-Fernsehstudio dort. 2010 veröffentlichte er seinen ersten Hiddensee-Krimi „Gellengold“.


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Annejas avatar

Rezension zu "Schwarzer Peter" von Tim Herden

Das Ende vom Anfang
Annejavor 6 Monaten

Dieser Insel-Krimi zog auf der Leipziger Buchmesse bei mir ein. Für mich war es ein besonderes Buch, da es nicht nur mein erstes Buch vom Autor war, sondern weil es von einem Verlag veröffentlicht wurde, der bei mir die Straße runter seinen Sitz hat. Diesen Umstand finde ich immer noch total schön. 

Ja dies ist der 5. Teil der Reihe und ich habe keinen der Vorgänger gelesen. Was daran so toll ist? Ich fand trotzdem sehr schnell einen Zugang zur Geschichte und den Personen. Natürlich gab es hin und wieder Stellen wo auf die Vorgänger hingewiesen wurde. Diese waren aber sehr kurz und man spürte, das es sich diesmal um diesen Fall drehen sollte und nicht um vergangene. 

Als ich das Buch begann, informierte ich mich wo die Insel Hiddensee liegt, da diese der Schauplatz der Reihe ist. Dies und die nähere Umgebung waren schnell gefunden und ermöglichten es mir, den gegangen Wegen im Buch zu folgen. Dabei legte der Autor sehr viel Wert auf Authentizität und schaffte es, mir die Insel gerade zu bildlich wieder zu geben. Die Dünen, die Lebensweise, die Umgebung, die architektonischen Bauweisen usw., alles fand seinen Weg ins Buch und blieb trotzdem im Hintergrund, da der Fall oberste Priorität hatte.

Der Fall selbst beginnt Jahre vor dem eigentlichen Fall. Denn Anfang erlebte ich den Schlüsselmoment, welcher der Geschichte erst so richtig den Anstoss gab. Im Laufe der Geschichte erfährt man dann wie alle Personen zusammen hingen und warum es überhaupt zu Morden kommen musste. Hier spielen Bilder eine große Rolle. Aber nicht irgendwelche, denn es geht um Malerinnen die auf Hiddensee lebten und dort auch malten. Und auch wenn ich mit Kunst nicht viel anfangen kann, war es doch spannend zu lesen, wie wertvoll Bilder für einen Schätzer dieser Kunst waren. Die Geschichten der Malerinnen machte das ganze dann nur noch fesselnder.

Emotional war ich vom Buch ebenso gebannt. Die Geschichte nahm in leichten Zügen immer mehr an Spannung an und schaffte es trotzdem ein paar humorvolle Szenen einzubauen. 

Ein besonderes Highlight für mich war die Eingliederung meiner Heimatstadt in das Buch. Der Autor selbst ist in Halle geboren und entschied sich dafür das sein Hauptcharakter eben diese Stadt auch als Geburtsort zu geben. Des Weiteren findet man im Buch hin und wieder bekannte Örtlichkeiten von Halle, wie die Kunsthochschule Burg Giebichenstein. 

Die meisten Charaktere im Buch haben einen gewissen Dorf-Charme. Dies ist jedoch nicht böse gemeint, sondern mit leichten Grinsen. Die Leute kennen sich untereinander und der neuste Tratsch wird von keinem der Inselbewohner verschmäht. Teilweise wissen die Bewohner sogar mal als unser Hauptprotagonist Stefan Rieder und sein Kollege Ole Damp. 

Da ich die Vorgänger nicht kenne kam mir jedoch die Frage auf, ob nicht eigentlich Ole Damp die Hauptperson sein sollte, da er stets als Revierleiter der Insel benannt wird, aber diesen Posten nicht wirklich wahrnehmen kann. 

Die Ermittlungsarbeit von Rieder und seinem Team könnte man schon als chaotisch bezeichnen, da einige Charaktere dabei sind, die auch nicht vor Eigenermittlungen zurück schrecken und dabei nicht unbedingt auf dem legalen Weg bleiben. Die Fassung des Mörders ist am Ende übrigens ein Zufall, was mich etwas enttäuschte.

Die Personen rund um den Fall waren ausgefallen, leicht klischeehaft und voller krimineller Energie. Aber wie man so schön sagt, der Mix machts und der ist definitiv vorhanden. Es gibt traurige Geschichten zu einigen Personen, aber auch welche bei denen man am liebsten denjenigen anschreien möchte. 

Auch wenn alle Personen, außer der Malerinnen, erfunden sind, so fühlte ich mich mit Ihnen wohl. Es war ein so ganz anderes Leben als wie ich es in der Stadt kenne und die Überlegung diese Insel einmal zu buchen ist stark gewachsen. Ob dann die Personen trotzdem wie im Buch wären? Immerhin waren hier Touristen das ein und alles und der Saisonstart wird heiß erwartet. 

Das Cover selbst gefällt mir sehr gut, wobei ich sagen muss, das die Namen von Autor und Buchtitel bei diesem Hintergrund schon sehr weggedrückt werden. Sie sind einfach zu klein, da half auch die lila Farbe des Buchtitels nicht.

Den Strandkorb finde ich sehr schön, wobei er nix mit dem Buch zutun hat. Für dieses Buch wäre vielleicht ein Bild der Dünen schön gewesen oder eben der Hafen in Vitte. 

Auch wenn ich mit dem letzten Band der Reihe begann, fühlte ich mich sofort im Buch wohl. Die vorherigen Fälle wurden nur in einen Mindestmaß erwähnt, so das man sich sehr gut auf den aktuellen Fall beziehen konnte. Des Weiteren lernte ich eine Insel kennen, die soviel mehr zu bieten hat, als nur einfachen Küsten-Flair.

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kellermaeuses avatar

Rezension zu "Norderende" von Tim Herden

Inselmord und andere Erpressungen
kellermaeusevor 5 Jahren

Endlich gibt es den dritten Band aus der Hiddensee-Rieder-Reihe. Und ich muss schon sagen das ich sehr überrascht war.
Im Kinowäldchen wird ein Toter gefunden. Schnell stellt sich heraus das es sich um einen bekannten Hiddenseeer Bauunternehmer handelt. Und genauso schnell ist eine Tatverdächtige gefunden. Die Kinobetreiberin. Doch nicht nur sie hat ein Motiv. Denn es gibt da ja auch noch die Noch-Ehefrau, den Bürgermeister, Nachbarn, Bruder des Opfers usw.
Für die Polizei liegt der Fall klar wär der Täter ist. Doch dann geschieht auf der Nachbarinsel Rügen ein weitere Mord. Eine Hiddenseeerin, die in den Fall verwickelt ist wird halbtot aufgefunden. Und Rieder ist gezwungen die Insel zu wechseln und weiter zu ermitteln.

Dieses Buch ist wirklich spannend schrieben und ich würde wohl sagen es wäre mit Abstand das beste Buch was ich seit langer Zeit gelesen habe, wenn ja wenn es nicht ein aber geben würde.
Die Story ist wirklich gut. Man trifft alte Bekannte und neue Gesichter in dem Buch. Hiddensee ist eine recht kleine Insel. Aber leider kennt dort auch jeder jeden. Und Rieder hat natürlich inzwischen auch eine Beziehung mit Charlotte. Im Grunde genommen nicht schlimm, weil Charlotte bis jetzt eine Randerscheinung war. Doch in diesem Buch geht die alte Beziehungsleier los. Sie will, er aber nicht zusammenziehen. Und sofort ist der Zoff vorprogrammiert. Hinzukommt, das musste ja am Ende doch noch sein, das Rieder seine Freundin betrügt.
Ich mag es einfach nicht wenn in einem Buch das Privatleben der Ermittler immer mehr in den Vordergrund gestellt wird. Früher ging das in Krimis doch auch ohne diesen Schnickschnack. Da war die Ehefrau/ Familie nur eine Randnotiz. Heute werden ganze Kapitel damit gefüllt.

Aber eines muss ich noch los werden. Dieses Buch birgt am Ende eine ziemliche Überraschung mit der ich nicht gerechnet habe. Und es stellen sich mir so einige Fragen. Gibt es zu Norderende eine Fortsetzung oder ist hier aber Schluss? Denn das Ende ist doch ziemlich verrückt.
 Worin es besteht? Verrate ich nicht.
Mein Fazit:
Eines der besten Krimis die ich dieses Jahr gelesen habe, wenn man mal Rieders Beziehung außen vor lässt.
5 von 5 Stern.

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