Mein Beitrag zum heutigen #indiebookday ist Tim Hollands "wir zaudern, wir brennen".
„nachts ist immer universum“
Im letzten Sommer habe ich an einem Workshop zum Thema politisches Gedicht teilgenommen, seitdem halte ich Ausschau 🤓. Hier habe ich meines Erachtens eins gefunden.
Das wundervoll poetische Langgedicht
„Wir zaudern, wir brennen“
von Tim Holland , das sich sprachlich experimentell und auch im Äußeren mit der Form spielend, mit dem Klimawandel auseinandersetzt:
es regnete.
wasser stieg, war gestiegen, stieg weiter.
überall polsterte sich moos auf, niedergeschlagene
wolken
beinahe wind
und hier gerade noch eis.
die leichte decke schnee schmolz, bedeckte nichts mehr.
wir verloren die übersicht. wir verloren.
Manche Textstellen habe ich als dystopische empfunden, andere wieder als hoffnungsfroh.
Verschiedene Ordner und Manifeste hängen dem Gedicht an, zum Beispiel das manifest der jäger des diamantenregens, das fand ich großartig und die Notizen zu neuen Wesen, z. B. dem sanften Wechseltierchen „mutans sentiens“ oder dem „id immortale“ das unsterbliche, das schlafwarm unter der Erde lebt.
Was für eine Zukunft malt uns Tim Holland da aus, was erwartet die Menschheit?
„… ein archiv für mögliche zukünfte wurde eingerichtet.
nebenan hatten sich neue wesen installiert.“
#leseempfehlung für #lyrik fans 🖤💛




