Tim Krohn Herr Brechbühl sucht eine Katze

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Inhaltsangabe zu „Herr Brechbühl sucht eine Katze“ von Tim Krohn

Ein Roman wie eine gute Fernsehserie: Wer anliest, wird süchtig. 1 Haus, 11 Menschen, 65 Gefühle: Tim Krohn schreibt mit leichter Hand einen realitätsgesättigten, sinnlichen und bisweilen hochkomischen Serienroman. Das Jahrtausend beginnt für den pensionierten Tramfahrer Hubert Brechbühl mit großen Plänen und ohne Katze. Für das junge Paar Pit und Petzi mit viel Sex. Für Julia Sommer ohne Sex. Für Selina May ohne Arbeit. Für Efgenia Costa mit Drogen. Für Erich und Gerda Wyss mit Überlegungen, wer von beiden zuerst sterben sollte. Vieles davon wird sich ändern, anderes nicht. Elf Bewohnerinnen und Bewohner eines Züricher Mietshauses geraten im Jahr 2001 in einen Strudel der Gefühle. Der Schweizer Bestsellerautor Tim Krohn eröffnet mit diesem Band eine groß angelegte literarische Erkundung aller Gefühle, Charakterzüge und Abgründe des Menschen. So steht jedes der 65 Kapitel in diesem Roman für eine »menschliche Regung«. Mit unbändiger Erzähllust und ebenso viel Witz wie Sensibilität zeichnet der Autor etwa die zärtliche Beziehung des alten Ehepaars Wyss, das durch »Wagemut« unversehens an den Rand der Kriminalität gerät; er erzählt von »Ödnis« und »Begeisterung« bei Pit und Petzi, denen über allerlei Liebesexperimenten fast ihre Liebe abhandenkommt, und von den fatalen Folgen der »Barmherzigkeit« des Rettungsfahrers Adamo Costa. Auch »Glück« wird erkundet – und da kommt die Katze ins Spiel … Dabei gelingt Tim Krohn der wunderbar kunstreiche Spagat zwischen intellektuellem Experiment und großer Erzählkunst. Der Leser staunt, lacht und leidet mit, und am Ende dieses Bandes geht es ihm wie nach jeder einzelnen Erzählung darin: Er möchte gleich weiterlesen!

Ich habe mich sehr amüsiert und freue mich auf die Nachfolgebücher!

— Miamou

Dieses Buch ist einfach herzerfrischend und -erwärmend. Ich schwanke zw 4 und 5 ⭐️! Ich freue mich auf die Fortsetzung.

— naninka

Ein wunderbarer erster Band über 11 Menschen, 65 Gefühle und eine Wohnsiedlung. Der Alltag der Menschen bietet alles, was man sich wünscht!

— sar89

Tragikomischer Roman über die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Zürich. Für Fans von Herrn Lehmann empfehlenswert!

— TanyBee

Der gelungene Versuch eines " Serienromans "..wie die schweizerische Version der Lindenstraße..Sehr lesenswert..

— orchidee25

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    Herr Brechbühl sucht eine Katze

    walli007

    28. August 2017 um 07:08

    Ein Mehrfamilienhaus in der Schweiz - elf unterschiedlichste Menschen leben hier. Vom Rentnerehepaar bis zur fünfjährigen Tochter einer alleinerziehenden Mutter. Und natürlich Herr Brechbühl, der eine Katze sucht, um der kleinen Mona eine Freude machen zu können. Die nachbarschaftlichen Kontakte sind nicht immer sehr eng, manchmal sind sie auch problembehaftet, wenn es zum Beispiel um die Waschzeiten geht, an die sich nicht immer jeder genau hält. Und doch wird manchmal auch gefeiert und geliebt. Bei Letzterem tut sich ein junges Paar besonders hervor, das gerade seine erste Wohnung bezogen hat. Nicht zu vergessen ist auch die Schauspielerin Selina, die, obwohl sie manchmal auf ein Engagement warten muss, auch nicht alles annehmen will. Ein Buch aus Wortwünschen, eine coole und ungewöhnliche Idee, die neugierig macht. Eigentlich aus einer Crowdfunding-Idee entstanden, haben sich die kleinen Wortgeschichten über menschliche Regungen zu diesem ersten Roman einer Reihe entwickelt. Über https://www.menschliche-regungen.ch/ kann man einiges über das Projekt nachlesen. Aus einer Liste von Bezeichnungen für Gefühle, Stimmungen, Charaktereigenschaften kann sich ein Unterstützer ein Wort auswählen, um das der Autor für seine Romanfiguren ein Kapitel aus deren Leben kreiert. Und so entwickelt sich die Suche nach der Katze über etliche Umwege zu einer stimmigen Beschreibung einer Schweizer Wohnwelt. Ein buntes Gemisch aus unterschiedlichen Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen, die trotz kleiner Streitereien zu einem Miteinander finden. Menschliche Regungen sind nicht immer positiv und beim Lesen denkt man hin und wieder, wie sind die denn drauf. Erinnert man sich dann wieder an das Zustandekommen des Buches, schmunzelt man, denn wie es ist mit dem Leben und auch mit den Menschen - nicht immer ist alles eitel Sonnenschein. Doch häufig sind die kleinen Geschichten humorvoll und lebensnah. Teilweise fühlt man sich eingehüllt in eine gewisse Gemütlichkeit und Fröhlichkeit, die einem die Personen wahrhaft nahebringt.  Ein warmer Roman über die Regungen im Zwischenmenschlichen, sehr menschlich und lesenswert. Mit Freude hat man diese Hausgemeinschaft kennengelernt und mit Freude sieht man der Lektüre des zweiten Bandes entgegen.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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    • 1787
  • 65 Gefühle in einem Haus...

    Herr Brechbühl sucht eine Katze

    Miamou

    27. June 2017 um 15:21

    Der Schweizer Schriftsteller Tim Krohn wagt sich mit seinem Roman gleich zweifach auf Neuland: Das Buch wurde durch Crowdfunding finanziert, die Spender bekamen von Krohn eine Geschichte zu einem ausgesuchten Begriff geliefert. Und so legt der Autor mit „Herr Brechbühl sucht eine Katze“ den ersten Teil einer Romanreihe über menschliche Regungen vor. Laut seinen Angaben möchte er eine Enzyklopädie von menschlichen Gefühlen erschaffen und plant insgesamt 15 Bücher für diese Reihe. Man darf gespannt sein, den der erste Teil weckte für mich persönlich Lust auf mehr. 1 Haus, 11 Menschen, 65 Gefühle. Tim Krohn entführt seine Leser in eine Züricher Genossenschaft. Das Jahrtausend beginnt für den pensionierten Tramfahrer Hubert Brechbühl mit großen Plänen und ohne Katze. Für das junge Paar Pit und Petzi mit viel Sex. Für Julia Sommer ohne Sex, dafür mit einer entzückenden Tochter im Trotzalter und Moritz. Für Selina May ohne Arbeit. Für Efgenia Costa mit Drogen. Für Erich und Gerda Wyss mit Überlegungen, wer von beiden zuerst sterben sollte. Vieles davon wird sich ändern, anderes nicht.Anfangs leben sie alle noch ein wenig nebeneinander her, aber im Laufe der Handlung kommen sie sich näher, es entstehen Freundschaften und mehr. Dabei ist interessant, dass die Charaktere so menscheln und man denkt, man sei ebenfalls Bewohner dieses Hauses bzw. kann man sich mit einigen über Strecken identifizieren (bei manchen funktioniert das aber auch gar nicht). Sie haben alle ihre Fehler und ihre Talente, mal sind sie sympathisch, dann wieder nicht unbedingt aber zum Ende muss man doch feststellen, dass sie , trotz ihrer Überspitztheit, das Herz am rechten Fleck haben. Den Reiz des Buches machen zum einen die vielen, oft skurrilen und witzigen Einzelereignisse (bspw. wenn Selina Totenwache bei Monas Theaterrate hält, Moritz ein „Julia“ – Gedicht schreibt oder Herr Brechbühl herausfindet, dass Blattläuse asexuell sind), die aber zum zweiten von von Generalthemen wie Liebe, Tod oder Freundschaft zusammengehalten werden. Der Autor steigt dabei wirklich in die menschlichen Gefühle hinein mit all deren Aufs und Abs. Er macht dies bisweilen mit einem sehr sarkastischen und skurrilen Unterton, bleibt aber dann doch so ernst, dass er die Probleme der Protagonisten nicht ins Lächerliche zieht. Mehr und mehr entwickelt sich beim Lesen eine Sogwirkung, so wie man sie vielleicht aus Fernsehsendungen kennt. Irgendwie bleibt nämlich immer so viel offen, dass man weiterlesen will. Auch am Ende bleibt sehr viel noch offen, was aber klar scheint, weil es eben noch Folgebänder geben wird. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich, dass es im Herbst bereits weitergehen wird.

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    • 3
  • 1 Haus - 11 Menschen - 65 Gefühle

    Herr Brechbühl sucht eine Katze

    naninka

    1 Haus, 11 Menschen, 65 Gefühle - das beschreibt es schon gut. Was als leiser und langatmiger Roman beginnt, entwickelt sich in eine tiefgründige und sehr unterhaltsame Erkundung unserer Gefühlswelt, unseres Lebens und Alltags. Ein Roman über 11 Hausgenossen, Nachbarn, die zunächst kaum Berührungspunkte miteinander haben. Anfangs kommt die oberflächliche Wahrnehmung der Protagonisten zur Geltung, respektive werden die verschiedenen Menschen und ihre Leben dargestellt, nebenher und sehr subtil wird eingeflochten, wie sie ihre Nachbarn wahrnehmen und einschätzen. Man lernt die Protagonisten, ihr Leben und ihre Gefühlswelt immer besser kennen und lebt ihr Leben mit. Jeder hat seinen Rucksack zu tragen und je mehr man davon erfährt, desto achtsamer und interessanter werden die Interaktionen. Und dies obschon es so einige skurrile Gegebenheiten gibt und auch Momente, die hart an der Grenze des guten Geschmacks vorbeigehen. Die Heterogenität der Charaktere und die Vielseitigkeit der Lebensmodelle haben mich sehr fasziniert. Von einem superjungen Pärchen, das sich anfangs dauernd vernascht; über den alleinstehenden, pensionierten Herrn Brechtbühl, der als legendärer Tramchauffeur nun von der Gesellschaft nicht mehr gebraucht wird; über die alleinerziehende Mutter, die im Job geschätzt wurde, nun aber gemobbt wird, da Job & Kind in den Augen ihrer Kollegen nicht miteinander vereinbar sind (wie typisch für Zürich, wo Präsenzzeiten über alles gehen, obwohl sich vieles auch notfalls locker von zu Hause aus erledigen liesse); über einer arbeitslosen Schauspielerin, die zwar sehr talentiert zu sein scheint, ihre erfüllendste Tätigkeit rein zufällig findet und nicht über ihre Agentin; bis hin zu einem rührendem alten Pärchen, das sich nach all den Jahrzehnten immer noch so sehr liebt und sich Sorgen um den anderen macht im Falle eines Ablebens. Und so weiter....  Und so kommt man zum Schluss: ja, das Leben ist kompliziert, für uns alle, aber doch so schön.... Herzerfrischend und -erwärmend. Ein Buch wie aus dem Leben gegriffen... Für Zürcher ein Must-read und auch sonst. Ein Buch, das leise und langsam beginnt und immer besser wird... Man lebt mit und würde sich wünschen, dass sich die Anonymität von Nachbaren auf diese Art in ein achtsames, schräges, originelles und spannendes Miteinander wird.  Fazit: Dieses Buch macht glücklich und süchtig. Die anfänglichen Längen, vergisst man schnell... 4+ Sterne  P.S. Anmerkung für die Themenchallenge: Das Haustier kommt erst in den letzten Kapiteln vor, gehört aber definitiv zu einem der 11 Protagonisten

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    • 3
  • 1 Haus, 11 Menschen, 65 Gefühle

    Herr Brechbühl sucht eine Katze

    sar89

    29. May 2017 um 22:16

    Tim Krohns erster Band aus dem Crowdfunding-Projekt Menschliche Regungen (www.menschliche-regungen.ch) finde ich ein sehr gelungener Auftakt in die hoffentlich lange Serie. Der Alltag der 11 Menschen bietet alles, was sich der Leser so wünscht. Drama, Freude, Liebe, Hass, Mitgefühl etc. Die Bewohner sind an völlig unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben, was dafür sorgt, dass man sich sicher mit mindestens einer Figur identifizieren kann und die anderen aus den eigenen Alltagsbeobachtung in abgeschwächter Form auch schon kennt. Die Geschichten der Bewohner nehmen langsam Fahrt auf und entwickeln sich dann immer schneller voran, je besser sich die Figuren kennenlernen und je besser der Leser die einzelnen Bewohner kennenlernt. Das schöne ist, dass sich jede Figur weiterentwickelt. Hubert Brechbühl wird vom Einzelgänger langsam zum geselligen Herrn, Petzi von der hilflosen Freundin zur selbsticheren Frau oder Julia von der sich an ihren Lektorenjob klammernden alleinerziehenden Frau zur freieren, abenteuerlustigen Frau. Sehr schön gezeigt wird vor allem auch der Alltag des Ehepaars Wyss, dass schon seit 50 Jahren verheiratet ist und eine liebevolle Routine im Umgang miteinander entwickelt hat und wo vor allem Gerda immer noch Veränderungen in der gemeinsamen Beziehung registriert und fördert. Ich hoffe persönlich dass die Serie genauso gut und lange weitergehen möge! Es gibt immer noch viele freie menschliche Regungen, die man für das Buch spenden kann.

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  • 65 Gefühle

    Herr Brechbühl sucht eine Katze

    michael_lehmann-pape

    27. April 2017 um 15:28

    65 GefühleDen ganzen Tag nimmt der Todeskampf in Anspruch, der sich bereits am Tag zuvor mit leichten Lähmungserscheinungen angekündigt hatte.So sind alle vorbereitet, eine der Beteiligten gar eher erleichtert und doch fließen, natürlich, Tränen am Ende des Tages, als der kleine Körper dem Fluss in einem Puppenkoffer übergeben wird.Eine große Leichtigkeit tut sich auf, als der Mann das erste Mal seit Jahren wieder so lebhaft träumt. Und sich am nächsten Morgen sogar detailliert daran erinnern kann.Doch wird es ein Aufbruch in eine Leichtigkeit, in diesem Haus, in dem alle Personen leben, von denen Tim Krohn im Buch in 65 Kurzgeschichten alltäglich erzählt?Denn auf der anderen Seite findet sich natürlich auch himmelschreiende Dumpfheit im Haus.Die nicht ausbleiben darf, wenn man sich, wie Tim Krohn, vornimmt, in einem „work in progress“ „jede erdenkliche Gefühlsregung und jeden erdenklichen Charakterzug eines heutigen Menschen zu beschreiben“.Was einerseits hoch gegriffen ist, was aber bei einer doch überschaubaren Anzahl von menschlichen „Grundthemen“ (und deren Gegenteil“ sich doch im Buch leicht, manchmal luftig locker, hier und da langweilig, hier und da mit Spannung versehen, was aus manchen „Anfängen“ werden kann, hier und da sehr lustig beschrieben und, auf der anderen Seite, auch den Leser tieftraurig zurücklassend (wenn ein altes Paar am Ende seiner Tage auf den Tod wartet).Vielfältig also wie das Leben, vom „lösungsorientierten Pragmatiker“ bis zum Wirken des „Eros“, von Desinteresse an sich bis zur Asexualität lässt Krohn seinen Kosmos an Personen von der Leine.In dem Herr Brechbühl, einer der Bewohner, tatsächlich eine Katze finden wird und tatsächlich, mit einem schlechten Gewissen natürlich, ebenso erleichtert ist, das Tier zwischendurch „quitt zu sein“.„Sie sind sich dessen vielleicht nicht bewusst, aber sie haben ein Händchen für Katzen. Oder überhaupt für Lebewesen. Ihnen möchte man sich gerne anvertrauen!“.Was der Mann wenige Zeilen später beim Blick auf manche Kosten auch wieder konterkariert.Was sich alles sehr gesellig und flüssig liest, aber im Gesamten doch in Teilen einfach auch lapidar im Raume steht und wenig wirkliche Überraschungen auf Dauer bietet.„Und was müssen wir tun, um es nicht zu verschludern?“.„Miteinander in Kontakt sein!“.Binsenweisheiten, mit leichtem Pathos in dieser Szene von Petzi in den Raum geworfen, die mit „ihrem“ Pit nun wirklich „etwas daraus machen will“.Andererseits wachsen einem im Lauf der Lektüre die Charaktere durchaus, gerade in ihren alltäglichen Ereignissen, ans Herz, Was an Krohns Fähigkeit liegt, langsam, ruhig, aber sehr stetig, diese Personen zu entwickeln, ihnen Leben einzuhauchen und sie miteinander Schritt für Schritt in diesem Mikrokosmos der Röntgenstraße in Zürich zu verbinden.Durchaus also gelingt, was Krohn sich vorgenommen hat, den Alltag in seinen Emotionen, seinen Charakterzügen und der modernen Lebensweise vielfach zu spiegeln. Was nicht immer wie ein Page Turner daher kommt, aber durchaus über weite Strecken anregend zu lesen ist.

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  • Skurrile und liebenswerte Charaktere

    Herr Brechbühl sucht eine Katze

    TanyBee

    18. April 2017 um 12:56

    Ein Mehrfamilienhaus in Zürich. Die Bewohner kennen sich vom Sehen im Treppenhaus und durch die Geräusche, die durch die Wände dringen. Im Laufe der Zeit kreuzen sich ihre Wege öfter. Auch der Leser lernt die Bewohner immer besser kennen. Sie sind ganz unterschiedlich: alt, jung, Single, verheiratet, es ist alles dabei. Und sie sind herrlich skurril und liebenswert, jeder auf seine Art. Herr Brechbühl aus dem Titel ist dabei einer meiner Lieblinge. Alleinstehend, pensioniert, er hat es sich in seinem Leben eigentlich gut eingerichtet. Aber dann passieren Dinge, die er so nicht geplant hatte: Die Welt geht zum Jahrtausendwechsel nicht unter, ein kleines Mädchen fragt ihn, ob er mit ihr die Wohnung tauscht oder sich eine Katze anschafft, und vielleicht verliebt er sich sogar ein kleines bisschen in die Nachbarin seiner esoterischen Buchhändlerin.Es ist schön zu beobachten, wie in dem anonymen Mehrfamilienhaus Bindungen entstehen, die unwahrscheinlich wirken, und doch alle glücklich machen. Die Handlung ist eigentlich ganz unspektakulär, und trotzdem habe ich mich nicht gelangweilt. Die Charaktere sind einfach so wunderbar beschrieben. An einigen Stellen lag der mir der Fokus etwas zu sehr auf dem Geschlechtsleben der Bewohner, aber das hat sich zum Glück nicht durch das ganze Buch gezogen.Der Humor in diesem Buch hat mich an die Werke von Sven Regner erinnert. Die Protagnisten kämpfen mit ihrem Alltag und um ihren Platz in der Welt, was manchmal traurig und oft sehr witzig ist. Der Roman ist entstanden aus einem interessanten Internet-Projekt, zu finden unter www.menschliche-regungen.ch. Allerdings muss ich sagen, dass mir dieser rote Faden beim Lesen gar nicht aufgefallen ist. Ich bin aber auf jeden Fall gespannt auf die Fortsetzung!

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  • Wünsch dir eine Geschichte

    Herr Brechbühl sucht eine Katze

    YukBook

    16. April 2017 um 10:03

    Liebe Leser, wie fühlt Ihr Euch heute? Aufgewühlt? Ermattet? Tollkühn oder streitsüchtig? Wer Interesse hat, kann sich zu jeder Regung eine Kurzgeschichte wünschen, und zwar von Tim Krohn, der an einem ungewöhnlichen Projekt-in-Progress arbeitet. Der Schweizer Schriftsteller spielte schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken, eine Enzyklopädie der menschlichen Gefühle und Charakterzüge zu schreiben. Als für seine betagte Mutter der Umbau seines Hauses im Val Müstair nötig war, kam er auf die Idee, via Crowdfunding Geschichten auf Bestellung zu schreiben. Er erstellte eine Liste von etwa 1000 Gefühlen und schreibt für jeden Unterstützer, der sich eine Gefühlslage aussucht, die passende Kurzgeschichte. 65 Geschichten nun sind in einem Auftaktband erschienen. Schauplatz ist ein Zürcher Genossenschaftsbau in der Röntgenstrasse mit 11 Bewohnern, darunter ein pensionierter Straßenbahnschaffner, ein Student, eine allein erziehende Lektorin, eine Schauspielerin und ein Rettungsfahrer. Das Konzept erinnert ein wenig an die Comédie Humaine, in der Balzac alle Menschentypen abbilden wollte. Die Geschichten haben mir unterschiedlich gut gefallen. Manche haben mich sehr gerührt wie die Geschichte „Zartheit“, in der achtzigjähriges Paar in ihrer kleinen Zweizimmerwohnung auf den Tod wartet. Andere konnte ich gut nachfühlen wie „Gerechtigkeitsliebe“, in der eine blockierte Waschmaschine für viel Unmut sorgt. Da sich die Wege der Hausbewohner in den Geschichten immer wieder kreuzen, lernt man die Figuren in neuen Situationen und Konstellationen kennen. Ich habe mich auch schon hin und wieder gefragt, welche Szenen sich in den oberen Etagen unseres Hauses abspielen. Man trifft die Nachbarn im Treppenhaus, hört Kindergeschrei, ein Scheppern oder einen Jubelschrei und setzt aus diesen Bruchstücken ein Gesamtbild zusammen, wenn auch recht vage und unvollständig. Stoff für fantasievolle Geschichten wie die von Tim Krohn liefern unsere Nachbarn allemal.

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