Tim Parks

 3,9 Sterne bei 273 Bewertungen
Autor von Stille, Die Kunst stillzusitzen und weiteren Büchern.
Autorenbild von Tim Parks (© Basso Cannarsa)

Lebenslauf von Tim Parks

In das Land, wo die Zitronen blühn: Tim Parks, geboren 1954 in Manchester, lebt heute mit seiner Familie in Verona und lehrt an der Universität Mailand. Er schreibt regelmäßig für den New Yorker und die New York Times. Er ist ein profunder Kenner Italiens und hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Sein Roman »Stille« von 2006 beispielsweise war ein großer Publikumserfolg und steigerte den internationalen Erfolg des Autors. Parks gewann zahlreiche Literaturpreise, darunter den Somerset-Maugham-Award.

Alle Bücher von Tim Parks

Cover des Buches Stille (ISBN: 9783888978364)

Stille

 (51)
Erschienen am 15.12.2012
Cover des Buches Die Kunst stillzusitzen (ISBN: 9783442476404)

Die Kunst stillzusitzen

 (22)
Erschienen am 17.09.2012
Cover des Buches Eine Saison mit Verona (ISBN: 9783442453740)

Eine Saison mit Verona

 (20)
Erschienen am 16.03.2005
Cover des Buches Thomas & Mary (ISBN: 9783442487813)

Thomas & Mary

 (18)
Erschienen am 17.12.2018
Cover des Buches Träume von Flüssen und Meeren (ISBN: 9783888976070)

Träume von Flüssen und Meeren

 (17)
Erschienen am 15.11.2012
Cover des Buches Der ehrgeizige Mr. Duckworth (ISBN: 9783442484911)

Der ehrgeizige Mr. Duckworth

 (18)
Erschienen am 17.04.2017
Cover des Buches Mr. Duckworth wird verfolgt (ISBN: 9783442484928)

Mr. Duckworth wird verfolgt

 (11)
Erschienen am 15.05.2017

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Tim Parks

Cover des Buches Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen (ISBN: 9783956141300)
GAIAs avatar

Rezension zu "Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen" von Tim Parks

„Woher ich lese“
GAIAvor 14 Tagen

Schon die Übertragung des Originaltitels dieses Buches ins Deutsche ist ein Problem, was thematisch super ins Buch gepasst hätte. So lautet dieser „Where I‘m Reading From“, wenn man es direkt übersetzen wollte etwa: „Woher ich lese“. Viel kraftvoller und verständlicher wirkt da der unübersetzte Titel. Die Übersetzerinnen Ulrike Becker und Ruth Keen haben sich mit dem Verlag für „Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen“ entschieden. Inhaltlich bekommt das Ganze damit einen ganz neuen Kontext.

Warum ist die eben geführte Diskussion so relevant? Weil unter anderem auch genau dieses Thema der literarischen Übersetzung in Tim Parks Essays behandelt wird. Tim Parks ist selbst Übersetzer, Autor, Essayist und Kritiker. So beleuchtet er in seiner Essaysammlung verschiedene Themen des globalisierten Literaturwelt. In den vier Teilen des Buches verfolgt er folgende Bereiche: „Die Welt des Buches“ (1) mit Fragen um Copyright, den langweiligen neuen globalen Roman, das Beenden von Lektüren oder der unterschiedlichen Einschätzung ein und desselben Buches durch unterschiedliche Leser:innen. „Das Buch in der Welt“ (2) behandelt sehr aufschlussreich die Vergabe des Literaturnobelpreises und seine Sinnhaftigkeit, die bevorzugten Nationen auf dem Buchmarkt, oder die Glorifizierung von Schriftstellern. „Die Welt des Schriftstellers“ (3) taucht in die Tätigkeit des Bücherverfassens und -veröffentlichens ein. Und zuletzt „Schreiben rund um die Welt“ (4) über die Übermacht des amerikanischen Buchmarktes, die Vereinheitlichung von Übersetzungen und das nachträgliche Ausbügeln von Texten nach den Wünschen des Buchmarktes. 

Viel lernte ich in diesem Buch über die Zusammenhänge des globalen Literaturmarktes. Es geht grundsätzlich sowohl um das Lesen als Kritiker, Wissenschaftler, Übersetzer oder auch „einfacher“ Leser als auch um das Schreiben als Romanautor, Essayist und Wissenschaftler. Über weite Strecken verpackt Parks seine Thesen, denen ich nicht immer pauschal folgen würde, äußerst unterhaltsam und kurzweilig. Weniger aufregend erschien mir der Mittelteil des Buches, welcher sich stark um die sog. „Klassiker“ dreht. Hier überwiegend männliche und britisch-englische oder amerikanisch-englische Autoren, die man dem „Kanon“ zuordnen würde (Dickens, Beckett, Hardy). Es wird ausschweifend über deren Autorenpersönlichkeit und die fließenden Übergänge zu ihren Werken gesprochen. Da mein persönliches Interesse an deren Literatur und Persönlichkeiten eher gering ist, war dies ein etwas zäher Abschnitt. Viel besser gefielen mir die übergreifenden Betrachtungen zur Welt der Literatur. Vor allem die dargestellten Ungenauigkeiten, die bei literarischen Übersetzungen entstehen können, waren für mich augenöffnend und verstärkten den Wunsch, viel mehr Originalliteratur zu lesen. Auch werde ich nach dieser Lektüre die Vergabe des Literaturnobelpreises viel kritischer hinterfragen, wenn nicht gar nur noch nebenher wahrnehmen. Manche Einsichten aus der Lektüre können die Wahrnehmung schärfen und die Wachsamkeit als Leser:in positiv beeinflussen.

Insgesamt handelt es sich also meines Erachtens um eine äußerst lesenswerte Essaysammlung. Ich hatte viel Freude damit, sie war aufschlussreich und erhellend. Wer also die „alten weißen Männer“-Klassiker besser tolerieren kann als ich oder sogar besonderes Interesse an den englischsprachigen Klassikern hat, wird hier sicherlich ein Lesehighlight für sich entdecken können. Es wird auf jeden Fall allen gefallen, die selbst gern hinter die Kulissen der Literaturwelt blicken und sich nicht nur von den Endergebnissen in Form von Romanen berieseln lassen wollen.

4/5 Sterne

Kommentare: 6
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Cover des Buches Der Weg des Helden (ISBN: 9783956144851)
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Der Weg des Helden" von Tim Parks

Italienische Reise
aus-erlesenvor 10 Monaten

In großen Fußstapfen wandeln, ist ein gewagtes Unterfangen. So manche ist dabei schon in ein großes Loch gefallen. Man kann auf den Spuren Goethes Italien erkunden, wie in der Nachwendekomödie „Go Trabi Go“. Oder den Weg gen Westen erkunden wie einst Lewis und Clark. 

Tim Parks hat vor Jahrzehnten die Liebe entdeckt, zu einer Italienerin und zu Italien. Zuvor schon zur Geschichte des Landes. Speziell zu Giuseppe Garibaldi, dem Einiger des Stiefels. Der beschäftigte ihn schon während des Studiums der Geschichte.

Italien war bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts ein Flickenteppich aus größeren, aber vor allem vielen kleinen Reichen. Manche waren so klein, dass man sie mühelos mit einem Blick erfassen konnte. Europas Machthaber tummelten sich hier, stritten sich um Handelswege und somit um die Macht. Dem machten Mazzini, Cavour, König Emanuel II. und ebendieser Garibaldi ein Ende. Jede auf seine Art. Nicht immer geeint, doch schlussendlich siegreich. Um Rom vor der totalen Zerstörung zu bewahren, Frankreich war wild entschlossen, die Besatzer der Ewigen Stadt mit allem, was ihnen zur Verfügung stand den Garaus zu machen, entschloss sich Garibaldi zu kapitulieren. Und den Weg ans Meer anzutreten. Dazwischen lag jedoch der Appennin. So weit der grobe geschichtliche Abriss – Tim Parks kann das viel besser erklären. 

Und das tut er auch. In diesem Buch. Aber auf seine eigene Art und Weise. Im Jahr 2019, also mehr als anderthalb Jahrhunderte nach Garibaldi, schnürte er seinen Tornister und die Wanderschuhe, und er wanderte mit seiner italienischen Liebe auf dem Weg des Helden. Von Rom bis an die Adria. 

Jedes Kapitel ist mit zwei Daten versehen. Dem von Garibaldi, und dem von Parks. So entsteht auf beeindruckende Art eine leicht nachvollziehbare Kopie eines einzigartigen Marsches. Durch seine Recherchen ist Tim Parks in der Lage genau die Leiden, die Hoffnungen, die Orte, die Wege nachzuvollziehen, die einst der große Freiheitskämpfer ging. 

Oft fragt man sich im Urlaub, wer der Namensgeber der Straße oder des Platzes ist, den man mit großen Augen und offenem Mund bestaunt. In Italien stößt man pausenlos auf eine Via Cavour oder eine Via Garibaldi. Das ist bei den meisten der Anstoß mal nachzuhaken. So konsequent hat aber nur Tim Parks nachgeforscht. Nun ist er auf dem Weg quer durch Italien. Es geht ihm nicht darum als Extremsportler in die Annalen einzugehen. Einmal einen historischen Weg nachzuvollziehen, nicht einfach nur abzuschreiten, um anschließend ein „Bravo!“ einzuheimsen. Als Historiker weiß er um die nachhallende Bedeutung Garibaldis. Da macht ihm kaum noch jemand etwas vor. Er will selbst erfahren, wie man sich fühlt, wenn man Großes vollbringt. Und wie es sich heute anfühlt. Die Zeiten haben sich geändert. Navigationsgeräte erleichtern die Suche enorm. Die Hinterlassenschaften aufzuspüren, Ausblicke von damals mit denen von heute zu vergleichen – darin liegt die Einzigartigkeit des Unterfangens Garibaldi erlebbar zu machen. Es gelingt Tim Parks auf jeder der fast fünfhundert Seiten. Bravo!

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Cover des Buches Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen (ISBN: 9783442159857)
Reading_far_aways avatar

Rezension zu "Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen" von Tim Parks

Ein irreführender Titel und leider wenig lebensnah
Reading_far_awayvor 3 Jahren

Wisst ihr, mit Buchtiteln und Klappentexten ist das ja so eine Sache. Sie führen dazu, dass der Leser mit einer gewissen Erwartung an das Buch herangeht. Wenn man Glückt hat, entspricht das, was man liest, den Erwartungen, die man (mehr oder weniger) bewusst hatte. Doch manchmal hat man einfach Pech und die Erwartungen decken sich nicht mit dem, was einem das Buch dann bietet (natürlich kann auch das gut sein, ich wurde schon von so manchem Buch positiv überrascht). Leider war das bei mir auch mit Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen der Fall. Ein besserer Titel wäre vielleicht Worüber wir Literaturkritiker sprechen, wenn wir über Bücher sprechen oder Worüber wir Literaturkenner sprechen, wenn wir über Bücher sprechen gewesen. Das einfache „wir“ ohne weitere Spezifikationen im Titel suggeriert (mir), dass es um Menschen geht, die in ihrem Alltag oder in ihrer Freizeit über Bücher, Autoren und das Lesen an sich sprechen, also Menschen wie du und ich. Menschen, die sich mit ihren Geschwistern, ihren Eltern, ihren Freunden, Arbeitskollegen oder Bekannten über Bücher austauschen. Tim Parks bezieht sich in seinem Buch aber auf Bücher, bei denen ich von den meisten den Namen noch nicht einmal in meinem Leben gehört habe, ganz zu schweigen vom Autor. Den Schreibstil fand ich persönlich äußerst anstrengend, es fiel mir an vielen Stellen schwer, den Gedanken des Autors zu folgen und ich würde seine Beobachtungen alles andere als lebensnah bezeichnen. Oder anders ausgedrückt, er hat seine Beobachtungen meiner Meinung nach nicht lebensnah dargestellt. Ich konnte mich darin jedenfalls nicht wiederfinden. Um ehrlich zu sein, hatte ich nach knapp 80 Seiten keine Lust mehr, das Buch weiterzulesen und so habe ich mich dazu entschieden, das Buch abzubrechen.


Fazit

Schreibstil: 3 Sterne
Nachvollziehbarkeit: 2 Sterne
Inhalt: 2 Sterne
Lebensnähe: 1 Stern
 Gesamtwertung: 2 Sterne

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Gespräche aus der Community

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Zusätzliche Informationen

Tim Parks wurde am 18. Dezember 1954 in Manchester (Großbritannien) geboren.

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