Tim Parks

 3.9 Sterne bei 240 Bewertungen
Autor von Stille, Die Kunst stillzusitzen und weiteren Büchern.
Tim Parks

Lebenslauf von Tim Parks

In das Land, wo die Zitronen blühn: Tim Parks, geboren 1954 in Manchester, lebt heute mit seiner Familie in Verona und lehrt an der Universität Mailand. Er schreibt regelmäßig für den New Yorker und die New York Times. Er ist ein profunder Kenner Italiens und hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Sein Roman »Stille« von 2006 beispielsweise war ein großer Publikumserfolg und steigerte den internationalen Erfolg des Autors. Parks gewann zahlreiche Literaturpreise, darunter den Somerset-Maugham-Award.

Neue Bücher

Thomas & Mary

 (13)
Neu erschienen am 17.12.2018 als Taschenbuch bei Goldmann.

In Extremis

 (2)
Neu erschienen am 26.09.2018 als Hardcover bei Kunstmann, A.

Alle Bücher von Tim Parks

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Stille

Stille

 (37)
Erschienen am 08.09.2008
Die Kunst stillzusitzen

Die Kunst stillzusitzen

 (22)
Erschienen am 17.09.2012
Eine Saison mit Verona

Eine Saison mit Verona

 (20)
Erschienen am 16.03.2005
Träume von Flüssen und Meeren

Träume von Flüssen und Meeren

 (16)
Erschienen am 14.07.2011
Der ehrgeizige Mr. Duckworth

Der ehrgeizige Mr. Duckworth

 (16)
Erschienen am 27.05.2015
Thomas & Mary

Thomas & Mary

 (13)
Erschienen am 17.12.2018
Doppelleben

Doppelleben

 (14)
Erschienen am 01.11.2004

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Neue Rezensionen zu Tim Parks

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Claris avatar

Rezension zu "In Extremis" von Tim Parks

Liebe, Trennung, neues Glück
Clarivor 3 Monaten

Thomas Sanders befindet sich auf einem Physiotherapeutenkongress in Holland. Er ist emeritierter Professor für Linguistik, hält Vorträge, schreibt und ist in Madrid glücklich mit einer sehr viel jüngeren Frau liiert, denn von seiner Frau ist er geschieden. Seine vier Kinder aus der Ehe sind erwachsen.
In Holland erreicht ihn die Nachricht, dass seine Mutter im Sterben liegt.

Der Kongress löst einige unangenehme körperliche Beschwerden bei ihm aus, denn es handelt sich beim Thema um Beckenbodenschwäche des Mannes, die mit einer besonderen Methode zu behandeln ist. Er muss nun eilends nach London, wo seine Mutter in einem Hospiz liegt.

Zwischen den Zeilen liest man weit ausholend intime Gedanken zu seinem bisherigen Leben.
Seine Eltern waren fromme Leute, der Vater war Pfarrer. Thomas zählt sich zu den
68 zigern, die sich aufmüpfig gegen ihre Eltern verhalten haben.

Mit der Zeit kommt man dem Protagonisten näher, indem man immer tiefere Einblicke in sein Innenleben erhält. Das ist nicht nur angenehm, denn Thomas wirkt gelegentlich weinerlich, selbstzweifelnd und zeigt sich seiner selbst nicht gewiss. So vieles gibt es zu bereuen in seinem Leben! Man fragt sich, ob er auf seinem Wege trotz beruflicher Anerkennung jemals zufrieden werden könnte.
Z.Zt. unterzieht er sich gerade einer Psychoanalyse.

Nicht nur seine eigene Familienmisere beschäftigt ihn, sondern auch die von seinem Freund David. Dieser hat sich nach langjähriger Beziehung zu Deborah mit zahlreichen gemeinsamen Kindern endlich zu ihrem sechzigsten Geburtstag zur Heirat mit ihr entschlossen Es gibt auch hier Konflikte ganz eigener Art

Wie immer geht es bei Tim Parks um Ehe, Familie und Beziehungen, die vielfach Ursache und Bindeglied für Kummer, Sorgen, Missempfindungen und Störungen sind. Familiäre Bindungen bieten einerseits Zusammenhalt und Sicherheit, geben aber auch in zahlreichen Fällen Anlass für Fehlentwicklungen und Missverstehen. Tim Parks ist empathisch interessiert an seinen Protagonisten. Man glaubt, die Personen mit ihren Malaisen selbst intensiv kennen zu lernen. Ein bigottes Familienklima hat die Mitglieder unterschiedlich beeinflusst und zu auseinanderstrebenden Entwicklungen geführt.
In Parks Detailgenauigkeit liegt seine Stärke und zuweilen auch Schwäche. Besonders die lange Trauerfeier für Thomas’ Mutter mit all’ ihren christlichen Traditionen, den Texten und Liedern sind zunächst nicht ganz überzeugend. Bis man begreift, dass hier ein letzter Überzeugungsversuch seitens der Mutter gegenüber ihren Söhnen stattfindet, die beide ungläubig sind.
Alles in Allem zeigt die Geschichte, wie tief Tim Parks sich mit seinen Figuren befasst, wie philosophisch-religiöse Sinnfragen die Erzählung mitbestimmen.

Familie, Nähe, Trennung und Zugehörigkeit sind die Pfeiler der Gesellschaft. Hier haben sie in Form eines Romans Gestalt angenommen.

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aus-erlesens avatar

Rezension zu "In Extremis" von Tim Parks

Bewusstseinserweiterung
aus-erlesenvor 3 Monaten

Thomas Sanders ist siebenundfünfzig Jahre alt, Physiotherapeut, und in drei Jahren erreicht er das Alter, in dem sein Vater starb. In absehbarer Zeit wird auch seine Mutter nicht mehr da sein. Und in ein paar Minuten muss er einen Vortrag halten. Die Blase drückt, er kann nicht Wasser lassen, seine Schwester simst ihm, dass es mit Mutter rapide bergab geht – es gab schon besser Zeiten im Leben von Thomas Sanders. Und dass ihm ein Physiotherapeut auch noch mit dem Finger am bzw. im verlängerten Rücken rumstochert, um die Schmerzen zu lösen (was allerdings das Gegenteil bewirkt), macht die ganze Situation nicht besser.
Den Vortrag hat er gut über die Bühne gebracht, an die Schmerzen hat er sich gewöhnt. Der Flug in die alte Heimat ist das nächste große Ziel. Freundin Elsa im mittlerweile heimischen Madrid fehlt ihm, und er fehlt ihr. Die Reise, um sich von seiner Mutter verabschieden zu können, wird eine Reise in sein Innerstes. Kaum in England gelandet, melden sich alle, die seine englische Telefonnummer noch haben. Deborah. Ihr Sohn hat Dave, ihren baldigen Mann ordentlich verprügelt. Ob Thomas nicht mal mit ihm reden könne? Die beiden hatten doch immer einen so guten Draht zueinander. Seine Schwester. Thomas solle sich beeilen. Mutter spuckt Blut. Als er schon unterwegs zum Hospiz ist, fällt seiner Schwester ein, dass Mutter verlegt wurde. Während eines Arzttermins wurde einfach ihr Zimmer weitervermietet. Ob Thomas noch rechtzeitig kommt? Es ist nicht der Abschied an sich, der ihn ins Schwitzen bringt. Auch nicht die Hetzerei, schließlich ist er nicht mehr der Jüngste. Es ist eine Sache, die ihm schon länger auf der Seele brennt. Er muss vor dem letzten Good bye noch einmal mit Mutter reden. Sich ihre Absolution holen. 
Als er vor seiner Mutter steht, fällt ihm die Entscheidung plötzlich ganz einfach. Er wird schweigen. Die Absolution ist im Angesicht des verfallenden Körpers seiner Mutter obsolet. Nur er allein muss und kann mit den ihm umtreibenden Zweifeln umgehen. Etwas Entspannung wurde jetzt gut tun. Im Kopf als auch in der Blase. Doch es kommt anders. Charlie, Deborahs Sohn ist verschwunden. Und Dave, ihr Mann, der gern mal „auswärts isst“, liegt mittlerweile im Krankenhaus. Tablettenvergiftung.
Thomas und Dave verbindet ein Geheimnis. Eines, das Charlie vielleicht sogar kennt, zumindest hat er eine Ahnung seitdem er den Email-Account von Dave gehackt hat. Thomas, frisch getrennt und noch frischer verliebt, gerade Vollwaise geworden mit einem schmerzhaften Problem in der Mitte seines Körpers sitzt gleich zwischen mehreren Stühlen. Unbequemer kann ein Leben nicht sein. 
Tim Parks komprimiert die Geschehnisse eines überschaubaren Zeitraums (es sind nur ein paar Tage) in einen über vierhundert Seiten langen Roman. Man braucht Geduld, um sich über die Ziele des Autors klar zu werden. Ist man aber einmal in der Geschichte drin, lässt sie einen nicht mehr los. Intelligent, voll bissigem Humor, der besonders in hintersinnigen und derben Vergleichen zum Vorschein kommt, wird man auf eine Reise geschickt, die gar nicht so abwegig erscheint. Alle Personen sind zwar Fiktion, doch aus dem Leben gegriffen. Eine Anleitung zum Handeln in besonderen Situationen. Die Familie ist der Ort, an dem Lösungen gefunden werden. So unterschiedlich alle sind, so stark ist ihr Gemeinsinn füreinander ausgeprägt. Jedes reden darüber stärkt dieses Gemeinschaftsgefühl. Komme, was da wolle. Mag die Situation auch noch so extrem, oder gar in extremis sein.

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Callsos avatar

Rezension zu "Der ehrgeizige Mr. Duckworth" von Tim Parks

Die unglaubliche Geschichte eine abgebrannten Englischlehrers
Callsovor 10 Monaten

Ein subtiles Buch, das manchmal nicht ganz ernst genommen werden darf. Wie sich der dauepleite und abgebrannte Englischlehrer Morris Dickworth im sonnigen Italien vom jugendlichen Lover, vom Kidnapper bis zum eiskalten Mörder entwickelt, ist schon eine Mordsgeschichte. Wie sehr der Autor übertreibt, wie realistisch das alles ist, das darf jeder Leser gerne selber entscheiden.

Manchmal war mit die Handlungs zu wild, zu konfus und zu konstruiert.

Tim Parks hält aber auch in diesem Buch wunderbare Szenen und Passagen bereit, die toll und unterhaltsam lesenswert sind.

So liest man in derm Werk zwischen Genie und Wahnsinn - ähnlich ist es mir schon bei "Thomas & Mary" ebenfalls von Autor Tim Parks ergangen.

Ich war mir sehr unsicher, ob ich dem Roman denn nun drei oder vier Sterne geben soll. Ich habe mich schlußendlich für drei Sterne entschieden.

Die Geschichten des Morris Duckworth gehen weiter, indes ohne mich. Die Geschichte ist für mich erzählt und ich brauche da keine Verlängerung, keine weiteren Espkaden - auch aus diesem Grund gab es die eher durchwachsene Beurteilung.

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Zusätzliche Informationen

Tim Parks wurde am 18. Dezember 1954 in Manchester (Großbritannien) geboren.

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