Tim Parks

 3,9 Sterne bei 280 Bewertungen
Autor von Stille, Die Kunst stillzusitzen und weiteren Büchern.
Autorenbild von Tim Parks (© Basso Cannarsa)

Lebenslauf

In das Land, wo die Zitronen blühn: Tim Parks, geboren 1954 in Manchester, lebt heute mit seiner Familie in Verona und lehrt an der Universität Mailand. Er schreibt regelmäßig für den New Yorker und die New York Times. Er ist ein profunder Kenner Italiens und hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Sein Roman »Stille« von 2006 beispielsweise war ein großer Publikumserfolg und steigerte den internationalen Erfolg des Autors. Parks gewann zahlreiche Literaturpreise, darunter den Somerset-Maugham-Award.

Alle Bücher von Tim Parks

Cover des Buches Stille (ISBN: 9783888978364)

Stille

 (51)
Erschienen am 15.12.2012
Cover des Buches Eine Saison mit Verona (ISBN: 9783442453740)

Eine Saison mit Verona

 (22)
Erschienen am 16.03.2005
Cover des Buches Die Kunst stillzusitzen (ISBN: 9783442476404)

Die Kunst stillzusitzen

 (23)
Erschienen am 17.09.2012
Cover des Buches Thomas & Mary (ISBN: 9783442487813)

Thomas & Mary

 (19)
Erschienen am 17.12.2018
Cover des Buches Träume von Flüssen und Meeren (ISBN: 9783888976070)

Träume von Flüssen und Meeren

 (17)
Erschienen am 15.11.2012
Cover des Buches Der ehrgeizige Mr. Duckworth (ISBN: 9783442484911)

Der ehrgeizige Mr. Duckworth

 (18)
Erschienen am 17.04.2017
Cover des Buches Mr. Duckworth wird verfolgt (ISBN: 9783442484928)

Mr. Duckworth wird verfolgt

 (11)
Erschienen am 15.05.2017

Videos

Neue Rezensionen zu Tim Parks

Cover des Buches Der Weg des Helden (ISBN: 9783956144851)
IB1960s avatar

Rezension zu "Der Weg des Helden" von Tim Parks

Heldenreise, Liebesgeschichte und große italienische Geschichte in einem Buch
IB1960vor 2 Monaten

Da Buch handelt von einem der großen Architekten der italienischen Vereinigung, des Risorgimentos. Garibaldi! Der Autor wandert mit seiner Frau auf den Spuren Garibaldis, auf dessen Rückzug von Rom nach Ravenna. Gejagt von den Papsttreuen, den Franzosen, den Österreichern gelingt es Garibaldi durch List und Tapferkeit, sich und seine Getreuen immer wieder aus der sich immer enger werdenden Schlinge der Verfolger zu entziehen. Was mich besonders an diesem Buch gefesselt hat ist auch dem Umstand geschuldet, dass seine erste Frau Anita in der Handlung dabei nicht zu kurz kommt. Sie starb kurz vor Ravenna in sienen Armen. Erschöpft, krank und erneut schwanger.  Die Abenteuer des Helden Garibaldi und seiner Getreuen,  wie auch die Liebesgeschichte mit seiner ersten Frau Anita, begleiten die Abenteuer des Autors auf dem Weg, den er mit seiner Frau nachgewandert ist.  Das Buch gewährt einen tiefen Einblick in die italiensche Seele von damals wie auch von heute. Dieses Buch hat mich so gefesselt, dass ich es in einem Zug über 3 Tage (knapp  500 Seiten) gelesen habe.  

Cover des Buches Hotel Milano (ISBN: 9783956145636)
Dr_Ms avatar

Rezension zu "Hotel Milano" von Tim Parks

Kann man dieses Buch wirklich missverstehen?
Dr_Mvor 8 Monaten

Offensichtlich habe ich das gekonnt. Denn wenn ich mir andere Rezensionen ansehe oder Pressebeiträge, dann frage ich mich, ob ich nicht etwa ein anderes Buch gelesen habe. Auch der Autor, den ich schätze, hat sich zu Wort gemeldet. Er hatte die Idee zu diesem Buch tatsächlich während der Corona-Hysterie. Parks legt also die Handlung in den März 2020. Nach seinen Worten geht es in dem Buch um "das lebensverändernde Aufeinandertreffen zweier Wirklichkeiten". Er hätte auch "lebensbedrohendes" oder "lebensbeendendes" schreiben können. Hat er aber nicht. Und so findet es statt:

Frank Marriot wird gefragt, ob er nicht zur Beerdigung seines Ex-Chefs, der ihm einst die Frau ausspannte, nach Mailand reisen würde. Aus verschiedenen Gründen sagt Frank zu. Der Sarg des Verstorbenen fliegt schon über den Atlantik gen Italien. Es muss also schnell gehen. In Mailand checkt Marriot ins Hotel Milano ein, absolviert die Beerdigungsfeier und beschließt, noch ein paar Tage in der Stadt zu bleiben. Dabei bricht die Lockdown-Hysterie über ihn herein. Er kann das Hotel kaum noch verlassen und auch nicht nach London zurückfliegen, denn alles hat dichtgemacht.

Über seinem Zimmer unterm Dach des Hotels klopft es ständig. Als er endlich nachsieht, findet er dort einen alten Mann und ein herumlaufendes Kind, die beide von einer Frau dort versteckt werden. Sie hatte vorher im Hotel gearbeitet hatte und stammt aus Ägypten. Frank entdeckt daraufhin den unreflektierten Helferinstinkt gegenüber Fremden in sich, was allerdings nur schwer zu dem Charakter passt, den uns der Autor vorher vermittelt hat. Denn Frank lebt weltabgewandt und eigenbrötlerisch alleine in London, hat zu seiner Familie kaum Kontakt und gehört zu den Menschen, die die Welt so sehen wie sie nun mal ist. Ein distanzierter, sehr intelligenter und eigenwilliger Mensch. Sicher, er hatte seine zweite Frau unter Selbstaufgabe bis zum Tod gepflegt. Aber das ist eine ganz andere Nummer.

Dem alten Mann auf dem kalten Dachboden geht es schlecht, er ist krank, hat Fieber und hustet. Da wir alle diese Seuche nicht so schnell vergessen werden, ruft eine innere Stimme in uns: Halte dich fern. Doch Frank macht genau das Gegenteil. Erst versorgt er den Alten und das Kind mit Nahrung, dann holt er beide in sein Luxuszimmer und lässt den Mann in seinem Bett schlafen. Es kommt, wie es kommen muss: Frank infiziert sich. Immerhin ist er fast 76, was ihm bekanntlich nicht gerade hilft. Der Ausgang der Geschichte wird dem Leser vorenthalten, aber man denkt sich seinen Teil.

Frank handelt also unvernünftig und dumm und versucht unter Selbstaufgabe einen Fremden zu retten. Im Kleinen agiert er also genau wie Europa im Großen schon seit Jahren. Und zwar unabhängig von dieser Seuche. Natürlich muss man diese Parallele nicht ziehen, aber liegt sie nicht auf der Hand?

Ich finde Parks Erklärungen zu seinem Buch sehr merkwürdig. Bei ihm heißt es, dass er erst während dieser Zeit begriffen hat, dass die europäischen und nicht europäischen Bewohner Mailands die gleiche Luft atmen, sich aber sonst aus dem Weg gehen. Und ausgerechnet, wenn man sich wirklich aus dem Weg gehen sollte, so mein Gedanke, macht Parks Held genau das Gegenteil? Was ist denn das für eine seltsame Geschichte?

Bis sie anfing, also bis zum Klopfen auf dem Dach, hat mich dieser Roman fasziniert. Frank Marriot ist eine Figur, die in ihrer Konstruktion stimmig ist und viel Weisheit in sich trägt. Seine Selbstreflexionen und seine Beobachtungen werden bei einigen, aber sicher nicht bei allen Menschen, auf einen willigen Resonanzboden fallen.

Dann aber kippt die ganze Geschichte. Und irgendwie passt sie in der Folge nicht mehr mit dem Mann zusammen, den man vorher kennengelernt hat. Es sei denn man interpretiert sie als Analogie.

Cover des Buches Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen (ISBN: 9783956141300)
GAIAs avatar

Rezension zu "Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen" von Tim Parks

„Woher ich lese“
GAIAvor 2 Jahren

Schon die Übertragung des Originaltitels dieses Buches ins Deutsche ist ein Problem, was thematisch super ins Buch gepasst hätte. So lautet dieser „Where I‘m Reading From“, wenn man es direkt übersetzen wollte etwa: „Woher ich lese“. Viel kraftvoller und verständlicher wirkt da der unübersetzte Titel. Die Übersetzerinnen Ulrike Becker und Ruth Keen haben sich mit dem Verlag für „Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen“ entschieden. Inhaltlich bekommt das Ganze damit einen ganz neuen Kontext.

Warum ist die eben geführte Diskussion so relevant? Weil unter anderem auch genau dieses Thema der literarischen Übersetzung in Tim Parks Essays behandelt wird. Tim Parks ist selbst Übersetzer, Autor, Essayist und Kritiker. So beleuchtet er in seiner Essaysammlung verschiedene Themen des globalisierten Literaturwelt. In den vier Teilen des Buches verfolgt er folgende Bereiche: „Die Welt des Buches“ (1) mit Fragen um Copyright, den langweiligen neuen globalen Roman, das Beenden von Lektüren oder der unterschiedlichen Einschätzung ein und desselben Buches durch unterschiedliche Leser:innen. „Das Buch in der Welt“ (2) behandelt sehr aufschlussreich die Vergabe des Literaturnobelpreises und seine Sinnhaftigkeit, die bevorzugten Nationen auf dem Buchmarkt, oder die Glorifizierung von Schriftstellern. „Die Welt des Schriftstellers“ (3) taucht in die Tätigkeit des Bücherverfassens und -veröffentlichens ein. Und zuletzt „Schreiben rund um die Welt“ (4) über die Übermacht des amerikanischen Buchmarktes, die Vereinheitlichung von Übersetzungen und das nachträgliche Ausbügeln von Texten nach den Wünschen des Buchmarktes. 

Viel lernte ich in diesem Buch über die Zusammenhänge des globalen Literaturmarktes. Es geht grundsätzlich sowohl um das Lesen als Kritiker, Wissenschaftler, Übersetzer oder auch „einfacher“ Leser als auch um das Schreiben als Romanautor, Essayist und Wissenschaftler. Über weite Strecken verpackt Parks seine Thesen, denen ich nicht immer pauschal folgen würde, äußerst unterhaltsam und kurzweilig. Weniger aufregend erschien mir der Mittelteil des Buches, welcher sich stark um die sog. „Klassiker“ dreht. Hier überwiegend männliche und britisch-englische oder amerikanisch-englische Autoren, die man dem „Kanon“ zuordnen würde (Dickens, Beckett, Hardy). Es wird ausschweifend über deren Autorenpersönlichkeit und die fließenden Übergänge zu ihren Werken gesprochen. Da mein persönliches Interesse an deren Literatur und Persönlichkeiten eher gering ist, war dies ein etwas zäher Abschnitt. Viel besser gefielen mir die übergreifenden Betrachtungen zur Welt der Literatur. Vor allem die dargestellten Ungenauigkeiten, die bei literarischen Übersetzungen entstehen können, waren für mich augenöffnend und verstärkten den Wunsch, viel mehr Originalliteratur zu lesen. Auch werde ich nach dieser Lektüre die Vergabe des Literaturnobelpreises viel kritischer hinterfragen, wenn nicht gar nur noch nebenher wahrnehmen. Manche Einsichten aus der Lektüre können die Wahrnehmung schärfen und die Wachsamkeit als Leser:in positiv beeinflussen.

Insgesamt handelt es sich also meines Erachtens um eine äußerst lesenswerte Essaysammlung. Ich hatte viel Freude damit, sie war aufschlussreich und erhellend. Wer also die „alten weißen Männer“-Klassiker besser tolerieren kann als ich oder sogar besonderes Interesse an den englischsprachigen Klassikern hat, wird hier sicherlich ein Lesehighlight für sich entdecken können. Es wird auf jeden Fall allen gefallen, die selbst gern hinter die Kulissen der Literaturwelt blicken und sich nicht nur von den Endergebnissen in Form von Romanen berieseln lassen wollen.

4/5 Sterne

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Zusätzliche Informationen

Tim Parks wurde am 18. Dezember 1954 in Manchester (Großbritannien) geboren.

Tim Parks im Netz:

Community-Statistik

in 371 Bibliotheken

auf 50 Merkzettel

von 4 Leser*innen aktuell gelesen

von 4 Leser*innen gefolgt

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