Tim Parks Stille

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Inhaltsangabe zu „Stille“ von Tim Parks

Harold Cleaver ist ein erfolgreicher Journalist. Gerade erst hat sein Interview mit dem amerikanischen Präsidenten Schlagzeilen gemacht. Doch leider nicht nur das: Sein Sohn hat ein Buch mit dem vielsagenden Titel „Im Schatten des Allmächtigen“ veröffentlicht – mit vernichtenden Enthüllungen über den Vater. Grund genug für Harold, von seinem bisherigen Leben Abschied zu nehmen. Er flieht in ein entlegenes Dorf in Südtirol, in eine Hütte „über der Lärmgrenze“, in die Stille. Aber reicht die äußere Stille, um die innere Unruhe zu besänftigen?

Ein wenig Vater-Sohn-Konflikt, eine Portion Zivilisationsmüdigkeit. Midlifecrisis, Aussteigerträume. Das alles vor der Kulisse Südtirols.

— Norbert_Krueger
Norbert_Krueger

Ein Mann der englischen upper class versucht, sein verlorengegangenes Ich in den Südtiroler Bergen wiederzufinden. Lesenswert!

— barabook
barabook

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  • Rezension zu "Stille" von Tim Parks

    Stille
    Martin_Keune

    Martin_Keune

    13. March 2013 um 11:12

    Kann man ein Buch lesen, dessen Protagonisten man alle paar Minuten wegen seiner Verbohrtheit, Ignoranz, Arroganz in den Arsch treten möchte? Ja, man kann – wenn ein Balancekünstler wie Tim Parks die Feder führt. Das Arschtreten besorgt hier eine ungebändigte winterliche Alpenlandschaft, eine (im englischen original urkomisch zu lesende) unverständliche Eingeborenen-Sprache … und ein Hauptdarsteller selbst, der eben noch in seiner populären Talkshow den amerikanischen Präsidenten als Deppen vorführte und jetzt schnell merkt, wo seine Macht endet: An der Studiotür. Tim Parks gelingt in seinem wohl besten Buch eine meisterliche Abrechnung mit der selbstreferenziellen TV-Parallelwelt … und eine demütige, rührende und kein bisschen peinliche Verbeugung vor den wahren Werten des Daseins.

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  • Rezension zu "Stille" von Tim Parks

    Stille
    Nele

    Nele

    05. June 2010 um 21:05

    Der erfolgreiche und medienwirksame Journalist Harold Cleaver zieht sich nach erscheinen eines von seinem Sohn geschriebenen vernichtenden Buch in die Abgeschiedenheit zurück. Er ist zwar auf dem Höhepunkt seiner Karriere und könnte noch einige Jahre so weiter machen, doch hat Cleaver mit seinen 55 Jahren und seinen Kilos Übergewicht das Gefühl sich von allem zu verabschieden. Es treibt ihn in die Abgeschiedenheit Südtirols wo er nach einem Pensionsaufenthalt auf den Rosenkranzhof zieht. Dort muss er erstmal lernen mit der Stille und der Einsamkeit umzugehen. ... Ich fand das Buch nicht besonders prickelnd. Es las sich gut weg, hatte auch unterschwelligen Humor und eine begleitende Story, doch fehlte mir irgendwie das große Ganze. Das Cleaver sich aus seinem Medienleben zurückziehen will, nachdem sein Sohn ihm sozusagen die Augen geöffnet hat ist gut und nachvollziehbar, und auch die Geschichte um den Tod seiner Tochter wird gut geschildert. Aber insgesamt war es einfach nicht mein Buch.

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  • Rezension zu "Stille" von Tim Parks

    Stille
    fredgoetzis

    fredgoetzis

    11. March 2009 um 18:09

    Südtirol als teilweise alptraumhafte Umwelt bei der Suche nach dem eigenen Sein. Fantastisch

  • Rezension zu "Stille" von Tim Parks

    Stille
    hannemas

    hannemas

    03. December 2008 um 21:31

    weiterer höhepunkt in tim parks schaffen: spannender mix aus zivilisationskritik, psychologie und selbstironischen eigenbeobachtungen.

  • Rezension zu "Stille" von Tim Parks

    Stille
    Lyanna

    Lyanna

    09. November 2008 um 02:07

    Harold Cleaver ist ein bekannter Journalist, der gerade erst den amerikanischen Präsidenten in einem Interview bloßgestellt hat. Eine Karriere, die sich eigentlich recht zufriedenstellend anhört, nur leider sieht für Cleaver nicht alles so rosig aus. Sein Sohn hat nämlich ein Buch über ihn veröffentlicht - eines, in dem der bekannte Vater gar nicht gut wegkommt. Cleaver beschließt spontan, seinem alten Leben auf unbestimmte Dauer den Rücken zu kehren und reist nach Südtirol, wo er sich einen entlegenen Platz suchen will, fernab von allem Stress und Hektik und Lärms des Alltags. Obwohl er sich mit den deutschen Leuten in Südtirol nur schlecht verständigen kann, findet er sich doch in seinem neuen Leben zurecht und schließlich auch eine einsame Berghütte für sich. Dort will er endlich allein sein und in aller Stille leben, nur wie so oft, gestaltet sich dieses Vorhaben als schwierig, denn vor allem Cleavers Gedanken wollen alles andere als schweigen. Tim Parks hat mit "Stille" ein wirklich interessantes Buch geschrieben, das ich normalerweise nicht unbedingt zur Hand genommen hätte. Nach dem Lesen des Klappentextes habe ich ein melancholisch angehauchtes und so möglicherweise auch leicht langweiliges Buch mit einer Menge Pathos erwartet. Erwartungen, die sich zum Glück nicht ganz erfüllt haben - obwohl, oder gerade weil, das Buch größtenteils von Cleavers Gedanken und Erinnerungen lebt, empfand ich die Handlung doch als sehr spannend: Wer ist Harold Cleaver? War es wirklich nur das Enthüllungsbuch seins Sohnes, das ihn dazu gebracht hat, seinem Leben in London zu entfliehen? Wie wird er sich sein neues, ruhiges Leben einrichten? Und wie reagiert er auf die Anschuldigungen seines Sohnes? All diese Fragen stellen sich dem Leser - und genau diese sind es, die zum Weiterlesen anregen. Man möchte unbedingt wissen, was aus Cleaver wird und ob das isolierte Leben in den Bergen ihn verändern wird. Harold Cleaver selbst ist ein sehr interessanter Charakter, der zudem ausreichend authentisch wirkt: Tim Parks porträtiert mit ihm einen typischen Vertreter der Medienbranche, der zudem offensichtlich leicht oberflächlich und egoistisch ist (er soll u.a. für seine zahlreichen Affären bekannt sein). Eigentlich jemand wie aus dem Leben gegriffen - und gerade das macht ihn interessant, denn wer liest schon gern etwas über übermenschliche Superhelden, denen quasi nicht schief geht. Cleavers Leben in der vermeintlichen Einsamkeit wird ausgehend beschrieben, nur kann von Stille nicht die Rede sein, Cleavers innere Monologe stellen eigentlich das Gegenteil dar und zeigen uns, wie schwer es einem Menschen fallen kann, seinem hektischen Alltag endgültig zu entfliehen. Ansonsten hatte ich auch an seinen Gesprächen mit den deutschsprachigen, Tiroler Einwohnern meinen Spaß, deren Lebensweise so völlig im Gegensatz zu der Cleavers steht. Während Handlung und Charaktere des Buchs überzeugen, hatte ich leider meine Probleme mit Parks stilistischer Umsetzung des Ganzen: Beim Erzählen wechselt er oft zwischen Praesens und Präteritum und auch seine Themen wechseln von einem Satz zum anderen: Während Cleaver in einem Satz noch über das Buch seines Sohnes sinnierte, denkt er im anderen übergangslos über das Leben der Tiroler nach oder darüber, dass die Treppen in seiner Berghütte knarren. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass Parks überhaupt keine Anführungsstriche benutzt, um Cleavers Gedanken oder zumindest die stattfindenden Gespräche kenntlich zu machen. Das verwirrt teilweise sehr und ich musste nicht selten einen Satz zweimal lesen, bis mir sein Sinn klar wurde. Das ist schade - denn so trübt der gewöhnungsbedürftige und gelegentlich schwächelnde Stil doch manchmal die Freude an der Erzählung. Nichtsdestotrotz hatte ich meinen Spaß an diesem Buch - wenn man über die stilistischen Ungereimtheiten hinwegsehen kann, erwarten einen viele Stunden interessanten Lesevergnügens mit einem interessanten Protagonisten.

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  • Rezension zu "Stille" von Tim Parks

    Stille
    Matze

    Matze

    03. April 2007 um 13:38

    Das Buch begleitet Harold Cleaver, einen erfolgreichen und berühmten Journalisten aus England, auf seiner Flucht vor seiner Realität aus Medienalltag, Ruhm, Affären und Familienproblemen. Die Stille in den Südtiroler Bergen soll ihm dabei helfen Abstand zu gewinnen. Doch die Stimmen im Kopf gewinnen im Kampf gegen die äußerliche Ruhe und er arbeitet Stück für Stück seine eigene und die Geschichte seiner Familie auf. Tim Parks gelingt es dabei die Sätze so zu verstricken, dass Gedanken und Geschehen glaubhaft verwischen und man sich in den Kopf des abtrünnigen Medienstars versetzt fühlt. Ein Buch voll kluger Passagen und Gedankenanstöße. Sehr zu empfehlen. Nicht nur für Leute in der Midlife Crisis.

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  • Rezension zu "Stille" von Tim Parks

    Stille
    yofresh

    yofresh

    06. March 2007 um 21:08

    Harold Cleaver ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Er hat ein starkes Interview mit dem US-PRäsidenten geführt und doch verkriecht er sich in der Einsamkeit der Berge. Man könnte meinen, der Mittfünfziger stürzt in eine Sinneskrise, die Midlifecrisis, obwohl ihm die Frauen reihenweise zu Füßen liegen (was schon fragwürdig ist bei seinem starken Übergewicht und seiner permanenten Gesundheitsgefährdung - aber der Erfolg zählt eben oft mehr ;-)) Je weiter man liest, um so mehr erfährt man, dass Harold Cleavers Probleme eigentlich sehr tief sitzen: Als Weiberheld hat er sich von seiner Frau distanziert, führt nur noch eine Ehe auf Papier. Seine Kinder haben sich ihm entfremdet. Der Tod seiner Tochter steht zwischen ihm und seinem Sohn, der ein Buch "ein fiktiver Roman" über Harold Cleaver geschrieben hat. Wie kann Harold seinem Sohn begegnen, die "falschen" Tatsachen richtigstellen, ohne dass sein Sohn antwortet, dass es sich nur um einen Roman handle und doch nichts mit der Wirklichkeit zu tun habe. Das Buch, das in den Bergen Tirols spielt (dort, wo endlich STILLE herrscht), führt den Leser direkt "in den Kopf" von Harold Cleaver. Wie ein kleiner Mann im Kopf sitzt man da und liest gespannt Seite für Seite, was Harold Cleaver denkt. Das ist aber auch das herausfordernde und schwierige an diesem Buch. Tim Parks schreibt wirklich so, wie die Gedanken kommen. Das kann stellenweise verwirrend sein, dem konzentrierten Leser öffnen sich aber die Gedanken des erfolgreichen Mannes. Dabei wird Harold Cleaver aber nicht nur durch seine Gedanken beschrieben, sondern auch durch das Buch seines Sohnes ("Im Schatten des Allmächtigen" - wie passend), über dessen Zeile Harold Cleaver nachdenkt. So entstehen Zwiegespräche, wie Sie nur ein absoluter Einsamkeit stattfinden können und Harold Cleaver sitzt da und sucht sich selbst.

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  • Rezension zu "Stille" von Tim Parks

    Stille
    Rosalind

    Rosalind

    15. December 2006 um 16:39

    Ein beeindruckender, stilistisch brillanter Roman um einen Medienstar (eine Art englischer Ulrich Wickert), der abrupt alles hinwirft und in den Südtiroler Bergen über sein Leben nachdenkt. Überhaupt nicht larmoyant, sondern witzig, ironisch, skurril, bewegend und mit absurder Situationskomik. Ein kluger Roman.