Tim Parks Träume von Flüssen und Meeren

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Inhaltsangabe zu „Träume von Flüssen und Meeren“ von Tim Parks

Vom menschlichen Streben nach Glückseligkeit „Seit einiger Zeit bin ich nun geplagt, vielleicht auch gesegnet, durch Träume von Flüssen und Meeren.“ Als John in London diesen merkwürdigen Brief seines Vaters erhält, ist Albert James, der berühmte Anthropologe, bereits tot. John eilt nach Indien, die Wahlheimat der Eltern, sucht nach Erklärungen: Warum ist der Vater so plötzlich gestorben? Weshalb empfängt ihn seine Mutter so kühl, und welche Rolle spielt der amerikanische Journalist, der die erste Biografie über seinen Vater schreiben will?

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  • Rezension zu "Träume von Flüssen und Meeren" von Tim Parks

    Träume von Flüssen und Meeren
    tomassvevo

    tomassvevo

    02. April 2012 um 12:51

    Die Figuren bleiben haften. Voller Wunder und ganz SCHÖN krank. Und klar: gekonnt geschrieben. Sehr.

  • Rezension zu "Träume von Flüssen und Meeren" von Tim Parks

    Träume von Flüssen und Meeren
    Zebrafink

    Zebrafink

    26. April 2011 um 09:24

    Ja, wie schon auf der Rückseite steht ist es ein doppelbödiger Roman, in den man sehr viel Zeit investieren sollte, um ihn zu verstehen. Meine Zeit war glaube ich nicht ausreichend genug,, obwohl ich an ihm 2 Monate gelesen habe. Aber ein wenig zum Inhalt: John James reist zur Beerdigung seines Vaters Albert James nach Dehli. John erhofft sich seinen toten Vater noch einmal zu Gesicht zu bekommen, aber seine Mutter verhindert dies aus Johns nicht nachvollzuziehenen Gründen. Alberts Frau Helen James hat mit ihrem Mann eine nahezu perfekte Ehe gelebt, in die kein Kind passte. Sie sind gereist und Albert ist seinen Forschungen als Anthrophologe und Helen als Entwicklungshelferin (Ärztin) nachgegangen. John wurde sehr früh in ein Internat geschickt. Helen will und wird die Asche ihres gelibten Ehemanns alleine in den Fluss verstreuen. John empfindet sie als Störung. Als kurz nach Alberts Tod auch noch Paul auftaucht, um über Albert eine Biographie zu schreiben, beginnt die Fassade der perfekten Ehe zu brökeln. Helen ist das egal, für sie ist mit dem Tod von Albert ihr Leben zerbrochen. Auch John versteht seine Eltern nicht, bricht seine eigene Karriere ab und reist spontan nach Dehli, um den Grund für die Abweisung seiner Mutter zu finden. Auch er stösst dabei auf eine Geliebte seines Vaters. John eigene Beziehung mit Elaine steht dabei ebenso auf der Kippe, wie sein bisheriges Leben. John beginnt zu zweifeln.

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  • Rezension zu "Träume von Flüssen und Meeren" von Tim Parks

    Träume von Flüssen und Meeren
    mehrsonntag

    mehrsonntag

    29. November 2009 um 19:32

    Wie tief wird ein Mensch verletzt, wenn er nie die Liebe, Anerkennung und Nähe seiner Eltern spürt? So verletzt, dass sich dieses Gefühl durch sein Leben zieht, ein roter Faden der Gefühlskälte, der vielleicht unbewußten Vernachlässigung, der Gleichgültigkeit, so verletzt, dass man nie je ein Wort verliert, gebannt und gefangen im Wirrwarr der Gefühle. Das Gefühl, ein Kind zu sein, dass nicht wirklich etwas von seinen Eltern weiß, weder sie als Person und erst recht nicht als liebende Ratgeber kennt, im Gegenteil: Sprachlosigkeit ob des Gleichmuts, der ungelenken Verachtung, von tiefem Desinteresse übermannt, reglos. Da ist er nun, gegenwärtig, der Tod. Ohne Gefühl, ohne jedes Zeichen von Trauer und Anteilnahme sitzt John bei der Beerdigung seiner Mutter, schaut nicht auf, als der Sarg per Knopfdruck ins Krematorium rollt und die Beziehung, die von Seiten seiner Eltern nie gewünscht war und nie gelebt wurde, beendet ist. Die Ehe seiner Eltern war lang, glücklich, harmonisch, die Menschen eine gegenpolige Verschmelzung, einer kann nicht ohne den anderen, Verstehen ohne Worte. Sein Vater hat Großes geschaffen ohne wirklich etwas erschaffen zu haben. Worte, in jedes Buch, das John in den Regalen findet, hat sein Vater Bemerkungen gekritzelt, zusammenhangslos wie er findet, Sätze, die er liest und nicht versteht. Seine Mutter sieht er das erste Mal nackt, als er sie tot in den Armen eines todkranken Kindes an ihrer Wirkungsstätte im Krankenhaus von Delhi auffindet. Er versteht nicht, was er sieht, möchte begreifen, doch wieder einmal hat sie sich entzogen - dieses Mal für immer. Eindringliche Schilderungen von Personen, von Land, Menschen und Gerüchen, man fühlt sich hineingezogen in den Rausch des indischen Alltags. Als John nach dem Tod seines Vaters überstürzt nach Indien zurückkehrt, dorthin, wo seine Eltern die letzten Jahre verbracht haben, zurück in eine unbekannte, abstoßende und faszinierende Welt, auf der Flucht vor seiner Freundin Elaine, die seine Frage, ob sie seine Frau werden will, ignoriert und für überhastet hält und am gleichen Tag ein Verhältnis mit dem Regisseur ihres ersten Theaterstückes beginnt, muss er entdecken, dass er weniger von seinen Eltern weiß, als er sich vorstellen konnte. Er weiß nichts. Sein Leben zieht in Gedanken vorbei und der Leser fühlt mit, alles ist in Frage gestellt, nichts ist sicher. Man versucht sich zu erinnern und stellt fest, es gibt nichts, was man sicher kennt und einordnen kann. Auf dem Weg in seine unbekannte Vergangenheit wird John gewahr, dass nichts wirklich so ist, wie er denkt. Spannend und eindringlich ohne aufdringlich zu wirken, sprachlich unglaublich vielschichtig, ein Werk, an welches man sich erinnern wird mit dem Gefühl, dass das Leben einfach.. unglaublich ist. Träume von Flüssen und Meeren sind es, an die man sich erinnern wird.

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  • Rezension zu "Träume von Flüssen und Meeren" von Tim Parks

    Träume von Flüssen und Meeren
    stadtmenschkoeln

    stadtmenschkoeln

    25. August 2009 um 22:43

    Als John nach Delhi kommt, um der Bestattung seines scheinbar plötzlich verstorbenen Vaters, dem Anthropologen Dr. Albert James beizuwohnen, ist er irritiert ob des kühlen Verhaltens seiner Mutter Helen und einer belanglosen und raschen Beerdigung. Er beginnt sich neu mit dem Leben seines bekannten Vaters auseinander zusetzen, der sich mit exzentrischen Projekten beschäftigt hatte und als einer der intelligentesten Menschen angesehen war. Die zunehmende Beschäftigung mit der verwirrenden Person des Vaters wird zu einer Verirrung in das geheimnisvollen, hektische Delhi, während seine Mutter auf den Journalisten Paul trifft der eine Biografie über den Anthropologen verfassen will. Die „Träume von Flüssen und Meeren“ lassen nicht mehr los; sie zeigen nicht nur die zersplitterten Charaktere dreier Menschen auf der Suche nach der Wahrheit, sondern die Mysterien einer Gesellschaft wie sie widersprüchlicher nicht erscheinen mag. Tim Parks gelingt in seinem bemerkenswerten klaren Roman den Leser bis zum Ende zu fesseln.

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  • Rezension zu "Träume von Flüssen und Meeren" von Tim Parks

    Träume von Flüssen und Meeren
    UteSeiberth

    UteSeiberth

    20. August 2009 um 21:22

    Ich bin wirklich faszieniert von diesem Buch,weil Parks es wirklich versteht,die Versuc he eines jungen Engländers, seinen berühmten Vater und seine Mutter,die kostenlose ärztliche Dienste an den Ärmsten der Armen in Indien macht,besser zu vrstehen.Der Vater,ein berühmter Anthropologe, und die energische,eigenwillige Mutter, haben eigentlich keinen Wert auf Familie gelegt,daher wurde der junge Mann frühzeitig in Internate abgeschoben.Als er plötzlich erfährt, dass sein Vater in seiner Wahlheimat Indien verstorben ist,versucht er intensiv seinem Vater und seiner Mutter menschlich näher zu kommen,doch dass heiße, flirrende In dien scheint ihn total aus seinem Lebenkonzept zu bringen.Beide Eltern schaffen es, sich ihm sehr gekonnt durch den Tod zu erziehen und lassen sämtliche Fragen offen.Das wird so packend erzählt, dass ich das Buch manchmal fast nicht aus den Händen legen konnte weil ich die Wünsche des jungen Mannes so gut nachvollziehen konnte.Dieses Buch hat mich wirklich sehr beeindruckt wie schon lange kein Roman mehr!

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  • Rezension zu "Träume von Flüssen und Meeren" von Tim Parks

    Träume von Flüssen und Meeren
    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    06. August 2009 um 10:42

    Als John James vom Tod seines Vaters im fernen Indien erfährt, macht er sich sofort auf den Weg zum Londoner Flughafen, um zur Beerdigung nach Delhi zu reisen. Sein Vater Albert James war ein berühmter Anthropologe, dessen Theorien nicht immer unumstritten waren und der seit Jahren in Indien lebte. Er starb an Prostata- krebs. John versucht im Trubel Delhis Erklärungen zu finden; Erklärungen über das seltsame und gefühlskalte Verhalten der Mutter Helen, die den Tod Alberts nicht wirklich an sich ranlässt. Als er nach London zurückkehrt, erreicht ihn ein verspäteter und unvollendeter Brief seines Vaters. Obendrein beginnt Johns Freundin, eine angehende Schauspielerin in London eine Affäre mit einem japanischen Regisseur und so flieht John erneut nach Delhi. Diesmal lässt er sich in einem billigen Hotel nieder, um mehr über das Leben seines Vaters zu erfahren: Warum schrieb sein Vater ihm kurz vor seinen Tod diesen mysteriösen Brief, in dem er über seine immer wiederkehrenden Träume von Flüssen und Meeren erzählt? Warum war die dreißigjährige Ehe zwischen Helen und Albert gar nicht so glücklich wie sie nach außen schien? Und warum lässt sich seine Mutter, eben erst verwitwet, mit einem Journalisten ein, der eine Biografie über den Vater Albert James schreiben will? Somit entsteht auf der Suche nach dem Leben eines Mannes, der viel mehr verkörperte, als alle Beteiligten zu wissen glaubten, ein Sog, dem man sich als Leser nicht entziehen kann. Plötzlich findet man sich in der Gluthitze Indiens, in dem Gefühlschaos, der Orientierungslosigkeit und den brodelnden Beziehungen aller Mitwirkenden wieder. John aber kann Indien immer weniger abgewinnen, für ihn ist Indien ein Land des Schmutzes und des Todes. Auch wenn der Titel Idylle suggeriert und das Buch sich wie ein langsamer Fluss ausbreitet, wird einem im Verlauf der einzelnen Handlungsstränge deutlich, dass es hier um die Geheimnisse des Lebens geht und die wahren Beweggründe der Menschen, die dahinter stehen. Schicht für Schicht legt der Autor alles offen, die „neuralgischen Punkte“ im Beziehungsgeflecht der Figuren werden immer deutlicher und der Text wird immer rasanter. Tim Parks zeigt meisterhaft, dass sich die Gewissheiten des Lebens und der Liebe von einem Moment auf den nächsten in Luft auflösen können, im Nichts verschwinden können. Dabei vermeidet er bewusst alle Klischees um Indien und die so häufig verwendete Indienkulissenexotik. „Träume von Flüssen und Meeren“ ist ein gradlinig erzählter und dennoch fulminanter Roman, der einem ein fesselndes und bewegendes Leseerlebnis bereitet. Am Ende ist man sich als Leser ziemlich sicher, dass dieses Buch seine Zeit überdauern und in die Literaturgeschichte eingehen wird.

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  • Rezension zu "Träume von Flüssen und Meeren" von Tim Parks

    Träume von Flüssen und Meeren
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    13. July 2009 um 11:02

    Mit einem wunderbar präzise formulierten Eröffnungssatz; in dem der Leser in wenigen Worten vom Tod des Vaters des Protagonisten John James, dessen Weg nach Heathrow, dem darauf folgenden Flug nach Delhi, den Namen von John James’ Freundin und der Beziehung zwischen Mutter und Sohn erfährt, nimmt Tim Parks seinen Leser fest bei der Hand und katapultiert ihn ins Innere seines Romans. In Delhi angekommen, beginnt er sich für die Umstände des raschen Todes seines Vaters zu interessieren. Irritiert von der vermeintlich emotionellen Distanz seiner Mutter Helen, beginnt sich der etwas weltfremd und verträumt lebende John mit dem Leben seiner Eltern zu beschäftigen. Ein weiterer Protagonist ist ein amerikanischer Autor, der statt der beabsichtigten Gespräche mit dem berühmten Anthropologen Albert James nun die Recherche zu seinem Buch über Albert James in erster Linie über die Witwe in die Wege leitet. Meisterhaft, wie Tim Parks hier langsam und sicher die Fäden spinnt, die Schicksale seiner Protagonisten kontrapunktisch verbindet, die Entwicklungen behutsam steuert und den Leser immer tiefer in diese „Träume von Flüssen und Meeren“ hineinzieht. Nach London zurückgekehrt erreicht John mit einiger Verspätung ein posthum aufgegebener unvollendeter Brief seines Vaters, der dahin deutet, dass albert James vor seinem Tod die Nähe seines Sohnes gesucht hat. Ein Fremdgehen seiner Freundin vermutend, flieht John einige Zeit später wieder nach Delhi, nicht jedoch zu seiner Mutter, sondern in ein billiges Hotel. Eine symbolische endgültige Loslösung von seinen Eltern. Diese zweite Entwicklungswelle, sowie die immer zahlreicher werdenden Mitwirkenden und die sich konsequent weiterentwickelnden und brodelnden Beziehungen zwischen den Protagonisten erlauben eine sukzessive Enthüllung von immer wieder neuen Schichten, die in einem furiosen Finale gipfeln. Beeindruckend ist auch, wie realistisch und natürlich sich Delhi als Mittelpunkt dieses Romans mit dem Geschehen eins wird und nicht als quasi Kulisse zu einem Fremdkörper verkommt, vielleicht auch weil sich Tim Parks bewusst allen Klischees um Indien und jeglicher Indienexotik verweigert. Schnörkellose Prosa, glasklare Sätze, treffende und präzise Dialoge und die Fähigkeit, Wichtiges auch durch Aussparung zu sagen machen diesen Roman zu einem beeindruckenden, spannenden und fesselnden Leseerlebnis, dem man schon nach dem ersten Satz nicht mehr entziehen kann. „Träume von Flüssen und Meeren“ ist ein großer Roman eines großen und originellen Schriftstellers, absolute Empfehlung.

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