Tim Parks Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen

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Inhaltsangabe zu „Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen“ von Tim Parks

Als Autor, Übersetzer und Kritiker ist Tim Parks geradezu prädestiniert dafür, alle Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem Buch stellen – sei es als Leser, Autor, Kritiker, Juror –, zu untersuchen: Muss man jedes Buch, das man angefangen hat, auch auslesen? Was prägte mein Lesen? Was ist literarischer Stil? Brauchen wir Geschichten? Ist Copyright wichtig? Warum sind Leser unterschiedlicher Meinung? Was bedeuten literarische Preise? Für Tim Parks gibt es keine Gewissheiten. Die Neugier und die Skepsis, mit der er den Literaturbetrieb und seine Protagonisten betrachtet, sind so provozierend wie amüsant. Was Leser von Büchern wollen und welche Bedeutung Literatur heute hat, leuchtet Tim Parks neu aus. Seine Essays sind voller literarischer Anspielungen und Anekdoten, so klug wie witzig und lebensnah. Wie wollen wir lesen? So, wie Tim Parks es vorschlägt.

gut

— leserin

herrlich sachlich-ironische Essays über die Eigentümlichkeiten der literarischen Welt - ganz ohne Elfenbeiturm!

— blauerklaus

ein sehr poetisches Buch mit einer super tollen Geschichte zum Nachdenken

— seiten_gefluester

Eine Anleitung zum kritischen Lesen

— JulesBarrois

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  • Was man schon immer alles über Bücher denken wollte!

    Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen

    Duffy

    14. August 2017 um 10:22

    Es gibt so viele Bücher über Bücher, das Schreiben, und auch das Lesen wurde schon in einigen Werken mit mehr oder weniger sinnvollen Essays bedacht. Man sollte meinen, nun ist es genug. Doch im Prinzip reicht es nun, ein einziges Buch über das ganze Thema zu lesen, denn Tim Parks, selbst Autor, Übersetzer und Dozent, ein Engländer in Mailand, hat auf 230 Seiten eine Essenz über diese Themen zusammengestellt, die nich nur spannend zu lesen ist, sondern auch eine Menge an Impulsen und Sichtweisen zum Thema Buch liefert. Das betrifft sowohl Beiträge zum Lesen und Schreiben, aber auch zum Sprachgefühl bei Übersetzungen wie auch zur Frage, ob es eine Weltliteratur gibt. Dabei beschränkt sich Parks auf das Wesentliche, findet für jeden Themenbereich den Kern und weiß alles spannend und total verständlich umzusetzen. Selten findet man ein Sachbuch, dessen Dichte und Stil einen so großen Lesegenuss bereitet.Dieses Buch ist allen literaturtheoretischen Ergüssen der "Fachleute" vorzuziehen, die es schaffen, auf Hunderten von Seiten nichts oder nur sehr wenig zu sagen. Wer sich dieses Werk in aller Ruhe durchliest, der wird viele neue Denkansätze, egal ob beim Schreiben oder beim Lesen, im täglichen Umgang mit der Literatur anwenden können. Für den leidenschaftlichen Leser, aber auch für manchen Autoren, kann dieses Buch einen echten Mehrwert im Umgang mit  Literatur bringen.Hat das Zeug zu einem Standardwerk. Global. Großartig!

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  • Schreiben rund um die Welt

    Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen

    YukBook

    10. March 2017 um 14:59

    Brauchen wir wirklich Geschichten? Mit dieser provokanten Frage weckt Tim Parks gleich zu Beginn die Neugier des Lesers. Der Engländer, der seit über dreißig Jahren in Italien lebt und an der Universität Mailand 'Literarisches Übersetzen' lehrt, weiß, wovon er spricht.  Er ist preisgekrönter Romancier, Autor von zahlreichen Sachbüchern und Essays, Rezensent und Übersetzer. In 37 Essays reflektiert er über das Schreiben und Geschriebenes und welche Faktoren uns in der Auswahl unserer Lektüre beeinflussen. Er nimmt auch den Literaturbetrieb unter die Lupe und fragt sich, was Literatur zu guter Literatur macht. Wie autobiografisch darf ein Roman sein und inwieweit ist man bereit, Nahestehende durch die Veröffentlichung persönlicher Details zu verletzen? Wie wichtig ist Schriftstellern die Anerkennung des Publikums? Parks’ Augenmerk gilt aber vor allem der Welt, in der wir leben und die sowohl das Schreiben als auch das Lesen prägt. Als Übersetzer beschäftigt ihn zum Beispiel, dass globale Romane, die sich leichter übersetzen und international vermarkten lassen, regional gefärbte Literatur immer mehr verdrängen.  Das Buch enthält nicht nur anregende und kritische Betrachtungen, sondern auch interessante literarische Beispiele und unterhaltsame Anekdoten. So amüsiert sich Parks über dumme Fragen, die häufig in Signierstunden gestellt werden, wenn Leser versuchen, einen Zusammenhang zwischen dem Gelesenen und dem Autor als Mensch herzustellen. Für alle Literaturliebhaber eine intellektuell fordernde Lektüre, die zu Diskussionen anregt.

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  • Ein kritischer und lehrreicher Blick in den Literaturbetrieb

    Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen

    blauerklaus

    „Es ist schließlich nicht so, dass wir uns um das Überleben der Literatur sorgen müssten. Nie hat es so viele Bücher gegeben wie heute. Aber vielleicht wird es Zeit, dass die Bestie mit einem Warnhinweis über mögliche Gesundheitsgefährdungen versehen wird.“ (Tim Parks in seinem Vorwort) Mit diesem Buch gibt uns der britische Autor Tim Parks einen tiefen Einblick in den Literaturbetrieb der heutigen Zeit, räumt mit einigen Vorurteilen auf, hinterfragt unser Leseverhalten und beleuchtet einige Mythen, die sich um Bücher, Autoren und das Schreiben ranken. Tim Parks, Jahrgang 1954, ist ein britischer Schriftsteller und Übersetzer, der seit vielen Jahren in Italien lebt und an der Universität in Mailand literarisches Übersetzen lehrt. Auch als Kritiker hat er sich einen Namen gemacht, für die New York Review of Books schreibt er häufig Kritiken und Essays. Er kennt daher die zahlreichen Facetten des Literaturbetriebes und kann mit seinem trockenen, britischen Humor äußerst unterhaltsam und lehrreich darüber berichten. Das vorliegende Buch enthält eine Sammlung einiger seiner Essays, die Parks grob in die folgenden Teile des Buches sortiert: Die Welt des BuchesDas Buch in der Welt Die Welt der Schriftsteller Schreiben rund um die WeltEr gelangt, zumindest für mich, zu überraschenden Einsichten und Erkenntnissen. Beispielsweise wenn er sich fragt, ob man wirklich jedes Buch zu Ende lesen muss. Zur Beantwortung dieser Frage orientiert er sich an der Vorgehensweise eines Autors beim Schreibprozess. Die überwiegende Anzahl der Autoren geht beim Verfassen eines Romanstoffes chronologisch vor, mit zunehmender Dauer der Handlung sind die handelnden Personen und die wesentlichen Konflikte der Geschichte erzählt, die Variationsmöglichkeiten der Handlung werden gegen Ende des Romans immer weniger. Wie und wann der Roman endet ist, laut Parks, oft eine fast willkürliche Entscheidung des Autors. „Indem all diese Autoren, wie mir scheint, uns zu verstehen geben, dass ein Buch von einem bestimmten Punkt an jederzeit enden kann, billigen sie, dass ein Leser selber entscheiden darf, wo er sich verabschieden will (von Prousts Suche zum Beispiel, oder vom Zauberberg), ohne sich in seiner Leseerfahrung beeinträchtigt zu fühlen.“ (Seite 23) Diese Ansichten mögen vielen Lesern radikal erscheinen, aber gerade die Deutschen scheinen wohl immer mit etwas zu viel Ernst an die Literatur heranzugehen. Auch zur Lesedauer hat er eine ganz eigene Meinung: „Wer den Ulysses in zwei Wochen liest, hat ihn nicht besser oder schlechter gelesen als jemand, der ihn in drei Monaten liest oder drei Jahren.“ (Seite 29) Einen besonderen Schwerpunkt legt Parks auf die Betrachtung der weltweiten Entwicklungen auf dem Buchmarkt und setzt sich durchaus kritisch mit der Vorherrschaft amerikanischer Autoren auf den Bestsellerlisten auseinander. Durch die zunehmende Globalisierung sind immer mehr Autoren gezwungen ihre Romane so zu schreiben, dass sie einem möglichst großen Publikum zugänglich gemacht werden können. Am Beispiel von Peter Stamm erläutert Parks sehr gut nachvollziebar, wie dieser eine Romanhandlung praktisch von allen lokalen Eigenheiten befreien muss, damit diese überall auf der Welt vorstellbar wäre. Ein amerikanischer Autor wie Jonathan Franzen hingegen kann mit Markennamen, amerikanischen Ortsbeschreibungen etc. um sich werfen, da diese durch Literatur, Fernsehen und Kino beinahe schon Allgemeingut sind. Dass sich da immer nur Qualität durchsetzt hält Parks für fraglich. „ ‚Wenn ein Buch wirklich gut ist, dann erreicht es jeden, überall auf der Welt‘…'Es ist interessant', sagte ich zu ihr, 'dass dieser Glaube an den universellen Reiz guter Literatur so wunderbar mit den Bedürfnissen der Wirtschaft harmoniert.‘ “ (Seite 88) Auch viele weitere Themen des Buches sind interessant (z.b. welche Bedeutung muss man dem Literatur-Nobelpreis beimessen?) oder lassen einen über das eigene Leseverhalten nachdenken (liest man um sein Weltbild zu bestätigen oder es zu hinterfragen?).Ein Buch, bei dem man einzelne Kapitel immer wieder lesen kann und das zum Nachdenken und zur Diskussion anregt. Eine große Leseempfehlung für alle Buch- und Literaturliebhaber.

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  • Ein super tolles Buch für Lesejunkies, die viele Fragen haben und Antworten suchen ...

    Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen

    seiten_gefluester

    01. November 2016 um 23:03

    Dieses Buch hat zwar nur 235 Seiten zum Lesen, dennoch ist der Inhalt viel mehr, als es den Anschein hat. Das musste ich jetzt erst einmal loswerden. Als ich das Buch im Internet des Verlags gesehen habe, hat mich der Titel des Buches schon sehr angesprochen. Denn worüber sprechen wir denn, wenn wir über Bücher sprechen? Was ist uns wichtig an Büchern? Was diskutieren wie über Bücher? Sind Bücher überhaupt wichtig und was spornt uns an, dass wir lesen? Besonders, warum wir als Bücherjunkies soviel lesen? All diese Fragen haben mich schon sehr lange beschäftigt und ich wollte darauf eine Antwort haben. Und die habe ich jetzt durch dieses Buch bekommen. Tim Parks geht in seinem Buch genau auf diese Fragen ein. Dazu hat er sein Buch in vier Teile unterteilt:1. Die Welt des Buches2. Das Buch in der Welt3. Die Welt des Schriftstellers4. Schreiben rund im die WeltIch fand das Buch einfach echt Klasse. Man hat so viele Eindrücke gewonnen, die man erst einmal verarbeiten muss. Deshalb habe ich mir mit dem Buch auch etwas Zeit gelassen. (Was ich jedem auch empfehle, der es liest.) Tim Parks ist in der Lage, in den kurzen Kapiteln viele wichtige Fakten aufzugreifen und diese auch kritisch zu hinterfragen. ("Sollen wir ein Buch zu Ende lesen?" (S.5; S.21)) Dabei muss man auch an sich selber denken, welche Meinung man denn selber vertritt. Da man auch die Meinung des Autors selber erfährt, bekommt man einen sehr viel näheren Bezug zum Buch. Allerdings kann man seine eigene Meinung dadurch nicht mehr so richtig formulieren.Zu seinen Informationen, die er an die Leser weitergibt, zitiert er hin und wieder aus verschiedenen Büchern, Mit diesen Beispielen wird das Buch sehr viel klarer. Zudem kann man noch sehr viele Autoren kennen lernen (so wie ich) und auch sein Allgemeinwissen über nennenswerte Autoren verbessern und erweitern. Zudem erfährt man auch viele Eindrücke aus dem Leben als Schriftsteller von Tim Parks. Er schreibt in einem Kapitel, wie es ihn als Autor am Anfang ergangen ist, als ein Verlag nach dem anderen seine Bücher abgelehnt haben. Deshalb musste er sich Alternativen suchen, die dem Schriftsteller Dasein aber in gewisser Weise ähneln. Herr Parks hat sích aber nicht entmutigen lassen, sondern hat später mit dem Schreiben wieder weitergemacht, sodass wir nun dieses super schöne Werk in den Händen halten können. Bis jetzt ist es durchweg positive Resonanz. Ein Makel, was das Buch leider hat ist, dass die Sätzte manchmal ziemlich lang sind, sodass man sie nicht gleich  sofort versteht. Zudem ist der Text auch mit vielen Fachwörtern bzw. schwierigen Wörtern gespickt, was das Lesen nicht gerade erleichtert hat. Von daher würde ich das Buch eher Erwachsenen empfehlen, als Jugendlichen. Die Aufmachung des Buches ist sehr schön. Das Cover ist einfach bezaubernt und passt sehr gut zum Inhalt. Auch unter dem Schutzumschlag sieht es super aus. Schlicht und schön. Genauso, wenn man das Buch aufschlägt. Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat. Mir wurden sehr viele Fragen beantwortet, die ich mich in meinem Leben über das Lesen und auch über Bücher gestellt habe. Ich habe viele Eindrücke eines Autors bekommen und habe dabei gelernt, dass man nie aufgeben sollte, wenn es ums Schreiben geht.

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  • DAS Buch über Bücher!

    Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen

    skywatcher

    20. October 2016 um 15:12

    Es ist schon lustig, eine Rezension über ein Buch zu schreiben, das in einem Kapitel die Buchrezension behandelt und beschreibt, was eine (Amazon)-Rezension mit einem Buch macht. "Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen" von dem englischen Autor, Übersetzer und Kritiker Tim Parks behandelt in kurzen Kapiteln alle Facetten des Buches, von Seiten der Schriftsteller, der Leser, der Verlage und weiterer Akteure.Obwohl die Diskussion zB um das E-Book und die Frage, ob das gedruckte Buch ausstirbt, schon zu genüge stattgefunden hat, schafft es Parks, neue Aspekte hinzuzufügen und zum Nachdenken anzuregen, auch in den anderen Kapiteln.Außerdem behandelt er wohl essentielle Fragen von Buchliebhabern: Müssen wir Bücher zu Ende lesen? Dieses auf jeden Fall!Wer Bücher liebt, wird dieses Buch lieben! Die schöne Gestaltung macht es auch zu einer tollen Geschenkidee für alle Buchliebhaber.

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  • Reden, Denken und gedanklicher Austausch über Bücher.......

    Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen

    Clari

    24. August 2016 um 11:33

    Tim Parks ist ein sensibler, feinsinniger Autor, dessen Bücher mich immer sehr angesprochen haben.Hier unternimmt der Autor u.a. den Versuch, einmal über die Beweggründe nachzudenken, die uns zum leidenschaftlichen Leser machen.Seine Abhandlungen sind in einem verständlichen und ansprechenden Duktus geschrieben.So führt er aus, wie weit unsere Herkunft, unsere Interessen, unsere Lebensphasen und unsere Erfahrungen über die Vorlieben für bestimmte Bücher bestimmen. Für Tim Parks gibt es in diesem Sinn nicht das „gute“ Buch.Selber aus einem frommen Pastorenhaushalt stammend gab es in seiner Kindheit „gute“ und „böse“ Bücher. Er wurde in ein System gezwungen, das der moralischen und ethischen Vorstellungswelt seiner Eltern nicht aber der seinen entsprach.Er begann früh, sich aus diesem System abzusetzen und seinen eigenen Weg in der Auswahl seiner Lektüre zu treffen.In seinen Ausführungen spricht er von der inneren Verfasstheit des Lesers, die ihn zu diesem oder jenem Zeitpunkt seine Bücher wählen lässt. Rezensionen sind nach seiner Vorstellung immer subjektiv und haben keinen Absolutheitsanspruch. Aus seiner Sicht gesehen haben wir alle das Recht, uns die Bücher zu wählen, die unserem inneren Wesen entsprechen und uns nicht vom allgemeinen Mainstream einfangen zu lassen. Immer einmal wieder heißt es, man müsse dieses oder jenes Werk gelesen haben, um überhaupt mitreden zu dürfen. Das aber stimmt so nicht!In Literaturforen von einiger Offenheit erlebt man Fraktionen, die für das eine oder andere Buch in die Bresche springen, andere, die das gleiche Buch ablehnen. Interessant sind die Foren für alle jene, die gerne andere Meinungen hören durch die man Aspekte in der Handlung kennen lernt, die man selber vielleicht noch nicht entdeckt hat. Kontroversen gibt es auch in den so genannten Literaturclubs im Fernsehen, bei denen sich die Diskutanten zuweilen regelrecht feindselig gegenüberstehen. Toleranz stünde den Teilnehmern dieser Sendungen besser an!In einzelnen Kapiteln befasst sich Tim Parks z.B. mit der Vergabe der Literaturnobelpreise und der Unmöglichkeit, aus der Vielzahl der Bücher zu einer richtigen Wahl zu kommen.Die Vorschläge für diesen Preis kommen ja aus einer Vielzahl von Ländern mit unterschiedlichen Sprachen. Er weist nach, dass niemand die Menge der Bücher lesen könne, aus denen eine gerechte Wahl zu treffen sein soll.Dieses Buch über Bücher ist eingängig und leicht zu lesen. Man lernt den Literaturbetrieb auf verschiedenen Ebenen kennen: seien es Überlegungen, die Schriftsteller selber betreffen, die Bürokratie rund um das Buch oder die Vermarktung im Buchhandel, ihrer Verlage und ihrer Kalkulationen etc. Ein rundum lesenswertes Buch ist Tim Parks wieder einmal gelungen. Man könnte es als Sachbuch einordnen, doch dazu ist es zu handfest und lebensnah geschrieben.Auf jeden Fall ist das Buch für den interessierten Leser rund um den Literaturbetrieb sehr empfehlenswert.

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  • So viele Bücher, so wenig Zeit

    Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen

    JulesBarrois

    24. August 2016 um 07:06

    Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen - Tim Parks (Autor), 240 Seiten, Verlag Antje Kunstmann GmbH (24. August 2016), 20,00 €, ISBN-13: 978-3956141300 Wer wäre berufener als Tim Parks über das Reden über Bücher zu sprechen? Er, ein Engländer, der seit über dreißig Jahren in Italien lebt, hat einen ziemlich beeindruckenden und vielfältigen Lebenslauf: mehrfach preisgekrönter Romancier, Autor von Romanen und erzählenden Sachbüchern, Essayist, Rezensent bei der New York Review of Books und anderswo, und ein Übersetzer, der Bücher aus dem Italienischen ins Englische wie z.B. Calvino, Moravia und Machiavelli und er lebt als Professor für Literarisches Übersetzen in Mailand. Wie man aus diesem breit angelegten Hintergrund erwarten könnte, hat er viele interessante Dinge über die Welt der Bücher zu sagen. Obwohl es schon viele Bücher zu diesen Themen gibt, Bücher über Bücher, Bücher über Autoren, Bücher über das Schreiben, Bücher über das Lesen: die Buchlisten sind voll davon. Diese Sammlung von Aufsätzen verbindet alle vier Bereiche. In 33 Essays und Aufsätzen berührt er so gut wie alle Themen aus dem Bereich Literatur: Über die Bücher selber. Über die Bedeutung des Buches in der Welt. Über die Arbeit und Denkwelt von Schriftstellern. Über das Schreiben rund um die Welt. Warum brauchen wir Fiktion? Warum müssen Bücher auf Papier gedruckt sein? Warum sollten sie urheberrechtlich geschützt sein? Sollen wir Bücher bis zum Ende lesen? Lesen wir um unsere Vision von der Welt herausfordern oder sie zu bestätigen? Ist das Schreiben von Romanen zu einem Job wie jeder andere geworden? Verändern die Bücher, die sie schreiben auch die Autoren? Warum wollen Menschen Schriftsteller werden? Gibt es Bücher, die gut sind, aber nicht gut für alle in jedem Augenblick? Gibt es den globalen Roman? Verschwinden literarische Stile? Sein lebenslanges, kritisches Lesen von Leopardi, Dickens, und Tschechow, Woolf, Lawrence, und Bernhard, Gide, Beckett, oder Nietzsche und auf die zeitgenössische Arbeit von James Joyce, Jonathan Franzen, Peter Stamm, Stieg Larsson und viele andere sind die Basis seiner Erläuterungen. Seine Antworten sind faszinierend, obwohl sie nicht unbedingt für alles und jeden gelten, was das Wort „Wir“ im Titel impliziert. Mir scheint der Leser im Vordergrund zu stehen: wer liest was und warum? Wie verstehen die unterschiedlichen Leser einander? Wie sehen wir die Dinge und können darüber reden, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind, wenn wir das Gleiche lesen? Diese feine Sammlung von Essay sind seine persönlichen Erfahrungsberichte, die zeigen, wie wir mit Büchern umgehen und welche Bedeutung unsere Erziehung hat. So gelingt ihm, vielleicht etwas Licht auf die unterschiedlichen Meinungen zu werfen. Tim Parks schreibt in einer fröhlichen Respektlosigkeit, trocken, mit messerscharfer Beweisführung, oft selbstironisch, in einem skeptischen Ton, in dem manch einer auch einen gewissen Zynismus entdecken kann. Er hat einen ganz erstaunlichen Geist, der Fragen aufwirft, die viele von uns wahrscheinlich nie denken würden. Auf jeden Fall lesenswert, in einer sich ständig verändernden Welt der Bücher. Vielleicht werden Sie ihre lang gehegten Annahmen über Literatur und ihre Zwecke umkippen. All jene werden dies Buch genießen, die lesen und sich vor allem darum Gedanken machen, was sie lesen. Es ist eine Herausforderung. Nicht umsonst heißt sein erster Satz. „Es wird Zeit, alles zu überdenken.“ (Seite 7) Gönnen Sie sich das Vergnügen, sie anzunehmen. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Antje Kunstmann Verlages http://www.kunstmann.de/titel-0-0/worueber_wir_sprechen_wenn_wir_ueber_buecher_sprechen-1174/ Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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