Tim Pieper Mord unter den Linden

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Inhaltsangabe zu „Mord unter den Linden“ von Tim Pieper

Berlin, im Sommer 1890. Der Kriminologe Dr. Otto Sanftleben erforscht die Körpersprache von Straftätern. Als eine junge Handschuhnäherin gekreuzigt und mehrere anarchistische Attentate verübt werden, erklärt er sich bereit, den ermittelnden Commissarius zu unterstützen und zur schnellen Aufklärung beizutragen. Eine geheimnisvolle Revueschauspielerin gibt den entscheidenden Fingerzeig und weckt tot geglaubte Gefühle in ihm. Zu spät begreift er, dass er in Lebensgefahr schwebt …

Ein tolles Buch über Mord anno 1890

— MrsFoxx

Fazit: Wer Krimis mag, die sich nicht nur auf die reine Mordermittlung konzentrieren, sondern dem Protagonisten wie auch seinem Umfeld und den geschichtlichen Hintergründen genug Platz einräumt und eine vielschichtige, spannende Story erwartet mit Charakteren, die äußerst ausgefeilt und authentisch beschrieben sind, wird von Tim Piepers „Mord unter den Linden“ begeistert sein.

— Bellexr

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  • Ein Kriminologe im 19. Jahrhundert

    Mord unter den Linden

    _Sahara_

    29. December 2015 um 14:47

    Berlin im Sommer 1890. Der Kriminologe Dr. Otto Sanftleben erforscht die Körpersprache von Straftätern. Als eine junge Handschuhnäherin gekreuzigt und mehrere anarchistische Attentate verübt werden, erklärt er sich bereit, den ermittelnden Commissarius zu unterstützen und zur schnellen Aufklärung beizutragen. Eine geheimnisvolle Revueschauspielerin gibt den entscheidenden Fingerzeig und weckt tot geglaubte Gefühle in ihm. Zu spät begreift er, dass er in Lebensgefahr schwebt…   Ein toller historischer Kriminalroman, der mich überzeugt hat. Mit Dr. Otto Sanftleben hat Tim Pieper einen höchst interessanten und auch humorvollen Charakter geschaffen. Er liebt das Radfahren und lässt es sich nicht nehmen „Unter den Linden“ auf seinem Fahrrad entlang zu sausen, auch wenn er schon oft deswegen verhaftet wurde. Das hat mir fast mit am besten am Buch gefallen und mich öfters zum Schmunzeln gebracht. Das Buch lässt sich nicht einfach schnell weg oder nebenher lesen. Die Sprache hat es bei mir einfach nicht zugelassen, es schneller zu lesen. Aber ich finde es hat sich gelohnt. Immer wieder werden politische Themen aufgegriffen, mit denen ich nicht so viel anfangen konnte. Das hat mir trotzdem nicht den Lesespaß genommen. Man wird zwischendurch immer wieder auf die falsche Fährte geführt. Doch hatte ich einen leisen Verdacht, der sich doch zum Teil bestätigt hat. Am Ende werden alle Fragen geklärt und man kann mit einem guten Gefühl das Buch zuklappen, weil man interessante Lesestunden mit ihm verbracht hat.   Ein Tipp für Fans von Krimis wie auch von Historischen Romanen. ©_Sahara_ (Rezi aus 2013)

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  • Mord anno 1890 - Dr. Sanftlebens erster Fall

    Mord unter den Linden

    MrsFoxx

    Berlin 1890: Kriminologe Dr. Otto Sanftleben erforscht die Körpersprache von Menschen. Daher wird er gebeten, zur Aufdeckung des Mordes an einer jungen Näherin beizutragen. Revueschauspielerin Friederike Dürr gibt dem Ermittlerpaar Sanftleben/Comissarius Funke einen wichtigen Hinweis, und weckt unversehens längst totgeglaubte Gefühle in Otto Sanftleben, und schneller als ihm bewusst wird dieser mitten in eine weitreichende Intrige hineingezogen... Tim Pieper erzählt die Anfangszeiten deutscher Kriminalarbeit in damals zeitgemäßer Sprache und Stil. Glücklicherweise wirkt das aber zu keiner Zeit angestaubt oder behindert gar im Lesefluss. Im Gegenteil. Der Kriminalfall, Ottos Ermittlungen und die Schwierigkeiten die man zur damaligen Zeit bei der Aufdeckung solcher Ereignisse hatte werden spannend, abwechslungsreich und flüssig erzählt. Daher hat man das Buch trotz seiner recht kleinen Schrift sehr schnell gelesen. Die Spannung bleibt konstant auf einem hohen Level, da der Leser mit vielen Wendungen und eigen Sackgassen konfrontiert wird. Immer wieder erheiternd und zu einem schmunzeln anregend waren neben seinem aufmüpfigen Diener die Auseinandersetzungen, die Otto aufgrund seiner Radsporttätigkeit mit Kriminaldirigent Grabow hatte. Fazit: Für mich sicher nicht das letzte Buch über Dr. Otto Sanftleben. Absolute Leseempfehlung von mir!

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    • 3

    Sabine17

    04. January 2015 um 21:46
    parden schreibt Das Buch durfte ich mit dem Autor im Rahmen einer Leserunde lesen. War klasse!

    Ich ebenfalls :-) Das war aber noch bei BG. Ich hoffe, der Autor veranstaltet hier auch bald mal eine Leserunde.

  • Das Lockmittel

    Mord unter den Linden

    Lerchie

    20. August 2014 um 19:08

    Es geschah im Krieg 1970/71 in Courcelles, Frankreich. Er war nackt und an eine Wand in einem Kerker  gefesselt. Er schrie, wollte hier raus, wollte nicht sterben. Da kam ein Soldat zu ihm, fragte ihn aus. Doch das war noch nicht das Ende. Er erinnerte sich an eine Frau die ihn erregt hatte. Lange hatte er sich dagegen gesträubt, sich anders Befriedigung zu verschaffen versucht. Doch es gelang ihm nicht. Also nahm er sie, als er sie wiedersah, mit Gewalt. Und nun war er hier in diesem Kerker, und eine Frau kam die Treppe herab. Der Soldat sagte nur noch zu ihm er hätte es ihr nicht ausreden können, und er könne das nicht mit ansehen…. Zwanzig Jahre später. Karl Vitell zog Otto als Berater zu dem Kreuzigungsfall hinzu. Eine Frau war gekreuzigt und verbrannt worden. Doch Grabow war dagegen, denn Otto war ihm ein Dorn im Auge. Ein Dorn auf zwei Rädern, denn Otto war Radfahrer und hatte es gewagt, die Straße Unter den Linden als Rennstrecke zu benutzen. Bisher war er immer noch gut aus der Sache herausgekommen. Doch von Grabow drohte Otto. Ein Mann ging zu einem Arzt. Er konnte nur durch Kokain seine Befriedigung finden, seit er kastriert worden war. Der Arzt befragte ihn. Er musste sich ausziehen, seine Brüste waren gewachsen, so fest wie bei einem erblühenden Mädchen.  Der Arzt hatte ihm Kokain verschrieben um ihn von seiner Morphiumsucht zu heilen. Aber Kokain führt mit der Zeit zu Wahnvorstellungen, wie man jetzt festgestellt hatte. Der Arzt wollte ihm kein Kokain mehr geben, aber er hatte ein Druckmittel. Und doch sagte er, es sei das letzte Mal. Wieder konnte Otto der Versuchung, die Straße Unter den Linden mit dem Fahrrad als Rennstrecke zu benutzen, nicht widerstehen. Fast hätte er es bis zum Brandenburger Tor geschafft. Doch ein Hindernis kurz davor ließ ihn stürzen und er fand sich in einer Gefängniszelle wieder. Dabei wollte er nach München zur Meisterschaft. Er brauchte jemanden, der ihm half, aus dem Gefängnis zu kommen. Doch er selbst konnte nichts dafür tun. Aber Moses, sein Leibdiener, hatte die Erleuchtung, Vitell um Hilfe zu bitten und so konnte er doch an der Meisterschaft teilnehmen. Durch den Kreuzigungsfall,  lernte Otto Friedericke Dürr kennen. Lange hatte er sich nicht um Frauen gekümmert, da seine große Liebe ihm seinen Freund vorgezogen hatte. Aber in Friedericke hatte er sich verliebt, obwohl sie eine Zeugin war… Wer war der Mann, der im Prolog misshandelt worden war, war der der Kastrierte? Und wer war der Kastrierte? Warum wurden Frauen gekreuzigt? Hing es mit der Apostolischen Gemeinde zusammen, wie Otto vermutete? Oder war alles ganz anders? Wer dies wissen will, sollte das Buch lesen. Ich habe das Buch bereits zum zweiten Mal gelesen, und es geschah in einem Rutsch. Es ließ sich leicht und flüssig lesen. Der Schreibstil ist unkompliziert, keine Fragen was der Autor damit wohl gerade meint. Auch wenn ab und zu französische Worte einfließen, die am Ende des Buches erläutert werden. Das Buch war von Anfang an spannend und die Spannung hielt sich bis zum Ende.  Es ist das zweite Buch das ich von Tim Pieper gelesen habe und es hat mir, wie der historische Roman ‚Der Minnesänger‘ sehr gut gefallen. Eine klare Kaufempfehlung von mir.

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  • Ein früher Profiler

    Mord unter den Linden

    Igelmanu66

    „Unter der Verbrecherphänomenologie verstehen wir die Untersuchung kriminalistisch relevanter Erscheinungen, die uns Aufschluss über seelische Vorgänge des Täters geben und so die Hintergründe der Tat aufdecken können. Untersuchungsgegenstände sind unter anderem Körperhaltung, Mimik, Gestik und Kleidung…“ Dr. Otto Sanftleben ist so etwas wie ein früher Profiler. Nach dem großen Erfolg seines Buches „Phänomenologisches. Ein Beitrag zur Kriminalpsychologie“ wird er von der Berliner Polizei um Unterstützung bei der Aufklärung eines besonders grausamen Verbrechens gebeten. Eine junge Frau ist ermordet, an ein Holzkreuz genagelt und in Brand gesteckt worden. Zudem sorgt eine Reihe von scheinbar politisch motivierten Anschlägen für Unruhe. Zufall? Oder gibt es möglicherweise Zusammenhänge? Meine Güte, wo soll ich anfangen? In diesem Buch steckt so viel drin! Zunächst mal ist es ein spannender Krimi, und zwar einer von der Sorte, bei der es immer wieder neue Entwicklungen gibt und – so ging es jedenfalls mir – man wirklich von der Auflösung überrascht wird. Toll geschrieben und flüssig zu lesen wird es keinen Moment langweilig. Im Gegenteil, zusätzlich zu der Krimihandlung erfährt man noch sehr viel! Es gibt reichlich historischen Hintergrund, besonders intensiv geht es um das Thema Sozialistengesetze. Die politische Lage wird geschickt mit der Handlung verknüpft und liefert dadurch immer neue Ansatzpunkte für die Klärung des Falls. Aber den Täter nur auf der politischen Bühne zu suchen, wäre zu einfach! Schließlich gibt es auch reichlich Indizien, die für einen religiös motivierten Mord sprechen könnten. Und so muss Otto sich beispielsweise auch ein Bild von einem obskuren Sektenführer machen. Arbeit gibt es für ihn also mehr als genug. Aber er hat auch noch andere Dinge im Kopf! Neben einer Herzensangelegenheit, die ihn beschäftigt, ist er leidenschaftlicher Radfahrer. Und als solcher auch immer gerne bereit, sich mit der Obrigkeit anzulegen, wenn er Unter den Linden Rad fährt. Das ist nämlich polizeilich untersagt, stören die Radfahrer doch noch in vielen Augen „das sittliche Empfinden jedes anständigen Christenmenschen.“ Ich habe schon zuvor einiges zum Thema Radfahren in dieser Zeit gelesen und finde es immer wieder faszinierend! Otto ist mir rundum sympathisch. Dabei ist er weit davon entfernt, fehlerfrei zu arbeiten. Er ist manchmal unbedacht, nicht selten zu spontan oder voreingenommen – er ist absolut menschlich und das mag ich sehr. Ferner schlich sich sehr schnell der Commissarius Funke, mit dem er zusammenarbeitet, in mein Herz. Auch er ein toller Charakter und ich hoffe, dass sich die Freundschaft zwischen den beiden, die sich im Buch anbahnte, fortsetzen wird. Übrigens gibt es noch einen tollen Folgeband. Rezi gleich im Anschluss ;-)

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    • 2

    Arun

    04. March 2014 um 23:21
  • Der verräterische Nebeneffekt

    Mord unter den Linden

    dicketilla

    02. March 2014 um 19:05

    Im Prolog wir von einem Soldaten berichtet, der seine Lust nicht unter Kontrolle halten konnte, und von der gepeinigten Frau einer Bestrafung unterzogen wird, die sein weiteres Leben körperlich und seelisch beeinträchtigen wird. 1890, zwanzig Jahre später hält Dr. Sanftleben, einen Vortrag über sein Fachgebiet die Verbrecherphänomenologie, worüber er auch in seinem Buch ausführlich schrieb. Dort begegnet ihm der Kommerzienrat Karl Vitell, einem der zwanzig vermögendsten Männer des Kaiserreiches. Und dieser widersetzt sich dem Kriminaldirigenten von Grabow, und bindet Otto im Fall der gekreuzigten Handschuhnäherin ein. Ein Fall , der für viel Unruhe unter der Bevölkerung sorgt. Commissarius Funke, der nicht nur von den fachlichen Vorzügen Ottos begeistert ist , aber in seiner Arbeit sehr erfahren und einen klaren Verstand aufweist, steht den Fähigkeiten ,der Erforschung von Körpersprache, sehr aufgeschlossen gegenüber. Und schon taucht eine weitere gekreuzigte Leiche auf, die die Frage aufwirft, ob sich religiöse Hintergründe dahinter verbergen. Bei der Befragung der Zeugen, fällt Otto die Schauspielerin Rieke Dürr besonders auf, wobei ihre züchtige Art, zu ihrer Tätigkeit am Belle-Alliance-Theater nicht so recht passend erscheint, aber da sollte er noch einige Überraschungen erleben. Hinzu kommt die Leidenschaft Ottos zum Radfahren, die er mit seinem Bruder teilt, wobei dieser eher für technischen Neuerungen zuständig ist. Ein Sportsgeist, der ihn auch bei der Auflösung des Falles zu Gute kommt. Mord unter den Linden ist auch gleichzeitig ein Zeugnis seiner Zeit. Unterschiedliche Strukturen im Machtapparat des Kaiserreiches, werden ebenso, wie die vielschichtigen Bevölkerungsschichten dem Leser nahe gebracht. Die Festhaltung am Sozialgesetz , um den Sozialisten keine Handhabe zu bieten, ist geschickt in die Handlungsweise eingebaut worden , und unterstreicht den Charakter des historischen Romans. Das Berlin des 19. Jahrhunderts bekommt durch die detailgetreue Wiedergabe, ein bildhaftes Gesicht. Tolle Charaktere, die die Handlung zu bereichern wissen. Und eine Dramaturgie, die so oft in die Irre führt, dennoch den Kriminalisten im Leser anspornt. Gute Unterhaltung, aber auch viel Wissen, nach Beendigung des Buches , geht an uns Leser über. Ich bin dankbar, diese Buch zusammen mit dem Autor lesen zu dürfen, und auf die ein oder andere Frage Antwort erhalten zu haben. Und ich habe so meine Vermutung, dass Otto von Sanftleben noch so manchen Fall zu klären weiß, oder ? 

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  • Berlin 1890

    Mord unter den Linden

    Sabine17

    01. March 2014 um 22:16

    Als im Sommer 1890 in Berlin eine junge Frau gekreuzigt und verbrannt wird, zieht die Polizei den Kriminologen Dr. Otto Sanftleben zu Rate. Dieser erforscht die Körpersprache von Straftätern. Schon bald gibt es ein zweites Opfer, so dass Otto und der kauzige Commissarius Funke auf Hochtouren nach einem Hinweis suchen. Die Revueschauspielerin Rieke, die Otto an seine ehemalige Verlobte erinnert, scheint etwas zu wissen. Otto verliebt sich in Rieke und gerät ins Visier des Mörders. Dieser historische Krimi nimmt seine Leser mit auf die Reise durch das Berlin der Kaiserzeit. Man erfährt viel über die politischen Machtkämpfe und das Leben der unterschiedlichen Bevölkerungsschichten. Mit einem Schmunzeln erfährt man, dass Radfahren nicht überall erlaubt war und Menschen mit einer spitzen Nase ganz bestimmte Charaktereigenschaften haben. Ich danke Tim Pieper für diesen tollen historischen Krimi und die interessante Leserunde mit seinen lebhaften Livechats! Gespannt warte ich auf eine Fortsetzung.

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  • Spannend

    Mord unter den Linden

    chatterbox-joshi

    11. November 2013 um 09:06

    Sehr schön geschrieben.

  • Berliner Luft

    Mord unter den Linden

    walli007

    18. October 2013 um 20:19

    Im Jahr 1890 wird der radsportbegeisterte Kriminologe Dr. Otto Sanftleben gebeten bei den Ermittlungen in einem Mordfall zu helfen. Eine junge Frau wurde gekreuzigt und verbrannt. Wer nur kann eine so grausame Tat vollbracht haben? Die Ermittler hoffen, dass Dr. Sanftleben aufgrund seines Wissens über die Kriminalpsychologie einen Hinweis auf den Täter geben kann. Doch schon bei der Vernehmung der ersten Zeugin Friederike Dürr kommt Dr. Sanftleben aus dem Tritt. Wie kann sich Dr. Sanftleben so durcheinander bringen lassen? Eigentlich kein Wunder - die Zeugin erinnert ihn stark an seine ehemalige Verlobte, die ihn vor einigen Jahren wegen eines anderen verlassen hatte. Sanftleben verheimlicht diesen Umstand und gibt nicht alle Informationen weiter, was den Ermittlungen nicht unbedingt dienlich ist. Das Berlin der 1890er Jahre erfährt hier eine interessante Beschreibung. Das beginnende moderne Leben wie man es heute kennt begegnet der noch altertümlichen Zeit. Dennoch ist Dr. Sanftleben ein Vorreiter der Kriminalpsychologen, die den Ermittlern heute zur Verfügung stehen. Ein spannender Fall, der mit einigen Überraschungen aufwartet. Ebenso wie Dr. Sanftleben wird der Leser durch den Täter genarrt und immer wieder auf falsche Fährten gelockt. Auf seinem Weg, den Täter zu ermitteln, bleibt Dr. Sanftleben menschlich mit seinen Fehlern, aber immer sympathisch. Sein Pech bei den Frauen scheint fast schon sprichwörtlich. Sein Wissen der frühen Psychologie lässt den Leser einen Eindruck über diese Thematik gewinnen. Da hier die Anfänge einer neuen Wissenschaft beschrieben werden, ist ein Vergleich mit dem heutigen Stand der Dinge sehr interessant. Und sein Sieg bei dem Radrennen ist dem Doktor uneingeschränkt zu gönnen.  Es ist eine Freude, diesen neuen Ermittler mit seinen Stärken und Schwächen kennenzulernen. Dieser historische Kriminalroman lässt die alte Zeit lebendig werden und macht Lust auf mehr.

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  • Rezension zu "Mord unter den Linden" von Tim Pieper

    Mord unter den Linden

    Bücherwahnsinn

    24. September 2012 um 14:01

    Zum Buch -------------- Mein Name ist Otto, Otto Sanftleben. Dr. Sanftleben. Ich hab mich auf das Gebiet der Psychologie und Morphologie spezialisiert. Eigentlich wurde ich nur an einen Vortrag eingeladen, den ich interessierten Menschen halten soll, doch jetzt wurde ich gebeten an einem Fall mit zu ermitteln. Hier in Berlin geht ein grausiger Mörder um, welcher eine junge Frau gekreuzigt hat. Dank meines Wissens werde ich versuchen den Fall zu lösen, doch es ist alles viel komplizierter als ich es erst gedacht habe... . Erster Satz: --------------- ......Sie hatten ihn ausgezogen, Eisenringe um die Hand- und Fussgelenke geschlagen und nackt an die Mauer gekettet. . . Meine Meinung -------------------- Titel und Cover: Der Titel passt und das Cover ist sehr speziell. Auf den ersten Blick scheint es ein colleriertes Foto aus dem Jahre 1880 zu sein aber bei genauerem hinsehen ist es eine Zeichnung. Aber ich find es eben speziel, mal was anderes. . Schreibstil:. Dieses ist gewohnt flüssig und locker wie schon beim Debüt-Roman von Tim Pieper. Die Sprache enthält zwar einige französische Sätze, welche aber am Schluss des Buches übersetzt werden. Für das die Geschichte im Jahre 1890 spielt ist die Sprache auch etwas steif gehalten, aber nicht so sehr das es anstrengend wirkt. . Geschichte: Als erstes ist mir aufgefallen das Tim Pieper wirklich gut recherchiert hat. Bis in kleinste Detail, wie Haaröl oder das Eau de Cologne gab es zu der Zeit und war auch rege im Gebrauch. Das macht das Buch gleich viel interessanter. Auch die wirtschaftlichen Probleme sind gut aufgenommen worden. . Doch hat mit das Buch nur "ganz gut" gefallen. Da war ich vom Debüt, Der Minnesänger, schon sehr viel mehr begeistert. Doch die Geschichte um den Mord und die Gedanken von Dr. Sanftleben haben mich dennoch gut unterhalten. Wenn man bedenkt wie man vor noch nicht mal all zu langer Zeit über den Menschen dachte. Z.B. das man anhand der Gesichtszüge schliessen kann was für ein Mensch das der andere ist. Gut haben wir heute dazu gelernt ;) . Ich weiss nicht genau woran es lag das ich dem Buch "nur" ein GUT vergeben kann, denn die Kritiken waren ja durchwegs super, doch richtig gepackt hat es mich nie, und das braucht ein Buch einfach um 4 oder gar 5 Sterne zu bekommen. Es ist halt schon ganz was anderes, das Buch spielt dieses mal vor etwas mehr als 100 Jahren, der Minnesänger aber im Mittelalter. Ihr merkt schon, es fällt mir schwer denn wirklich was negatives kann ich über den Roman nicht sagen, denn die Geschichte ist schlüssig, auch nicht vorhersehbar, wie ich finde und das wichtigste, sie geht zum Schluss auf. Und doch fehlte mir etwas. . Den 4. Stern bekommt das Buch weils so gut recherchiert wurde. . Personen: Dr. Sanftleben, der Protagonist scheint erst mal eher ein unscheinbarer und zurückhaltender Mann zu sein, doch entwickelt er sich in der Geschichte zu einem selbstbewussten Mann der die Sache auch mal in die eigenen Hände nehmen kann und sich durchzusetzen weiss. . Frederike, sie ist mir besonders ans Herz gewachsen. Sie hatte es nie leicht und doch lernt sie irgendwann den Mut zusammen zu nehmen und sich gegen Obrigkeit zur Wehr zu setzen. Dazu verholfen hat ihr sicher die Liebe, die sie das wohl das erste mal so richtig empfunden hat. . Aber im Allgemeinen sind die Personen wirklich gut gezeichnet, man kann sich schnell ein Bild von ihnen machen und vor allem, sie sind glaubhaft. . Meine Lieblingsstelle: ---------------------------- .....Ich bin diesem Vehikel verfallen. Es sind" ....er erinnerte sich an die Formulierung des Kriminaldirigenten im Club von Berlin," ... Ungetüme aus Stahl und Blech, die die Sittlichkeit untergraben. Erst jetzt begreife ich wie gefährlich sie sind. Die Haft ist mir eine Lehre. Sie hat mir die Augengeöffnet."

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  • Rezension zu "Mord unter den Linden" von Tim Pieper

    Mord unter den Linden

    Gurke

    20. May 2012 um 19:49

    „Ich bin vielmehr der Einzige, der die Gefahr erkennt. Diese Fahrräder sind Ungetüme aus Stahl und Blech, die die Sittlichkeit untergraben.“ (S.20) * Es ist kaum zu glauben, aber im Berlin des 19.Jahrhunderts war diese Ansicht noch normal und Fahrradfahrer kämpften um Recht und Ansehen, um ihren Sport legal auf der Straße wie z.B. Unter den Linden ausführen zu dürfen, wobei sie bei den angesehenen Bürgern der Stadt allerdings auf taube Ohren stießen. * Dr. Otto Sanftleben gehört den Anhängern der neuen Zweiradkultur an und ist gleichzeitig sehr bewandert auf dem Gebiet der Erforschung von Körpersprache, mit dem Ziel Lügen zu entlarven, und damit eine wahre Bereicherung für die Polizei. Diese hat es gerade mit einem skrupellosen Mörder zu tun, der seine weiblichen Opfer nicht nur kreuzigt, sondern auch noch verbrennt. Gleichzeitig sorgen verschiedene politisch motivierte Anschläge für einigen Trubel im Deutschen Kaiserreich; da ist ein kühler Kopf gefragt, um den Durchblick zu behalten. Als Otto aber die Zeugin Rieke trifft, verliert er sein Herz an die geheimnisvolle Revueschauspielerin – kann er trotzdem noch erfolgreich die Ermittlungen unterstützen? Und welche Geheimnisse bergen die sittsamen Bürger von Berlin hinter verschlossenen Türen? * Als Berlinerin war es für mich sehr interessant, einen kleinen Einblick in die Hauptstadt zur Kaiserzeit zu bekommen und das Cover sorgt in Verbindung mit den bildlichen Beschreibungen des Autors für eine gute Möglichkeit, das Flanieren am Brandenburger Tor lebendig zu machen. Die Protagonisten überzeugen mit ihrem eigenen Charme und sind gleichsam in ihrer bewegenden und zum Teil sogar verstörenden Vergangenheit jeder ein Unikat, die auch nicht so einfach zu durchschauen sind. * Lediglich die politischen Hintergründe hätten für mich gerne nicht so viel Platz in dem historischen Krimi einnehmen müssen, doch irgendwie sind diese auch wieder eng verbunden mit dem eigentlichen Handeln, was eine klare Abgrenzung schwierig gemacht hätte, doch diese Informationen langweilten mich, was sie allerdings auch im Geschichtsunterricht schon taten, deswegen will ich dem Autor da mal keine Vorwürfe machen. ;-) * Rund 120 Jahre sind Ottos Abenteuer her, doch Tim Pieper hat uns ohne Mühe einen abwechslungsreichen Roman vorgesetzt und veranschaulicht, dass diese Zeit auch über einigen Unterhaltungswert verfügt. * Die Titelseite aus der Berliner Gerichtszeitung, die im vorderen Teil abgedruckt ist, möchte ich noch gerne erwähnen, da diese kleinen Details ein Buch immer zu etwas Besonderem machen und erst so richtig auf die jeweilige Epoche einstimmen. Allerdings würde ich mir vom emons Verlag wünschen, dass die Lücken zwischen den einzelnen Kapiteln etwas größer wären, da ich gleich darauf folgende Kapitel als störend empfinde.

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  • Rezension zu "Mord unter den Linden" von Tim Pieper

    Mord unter den Linden

    Engelsgesicht77

    01. May 2012 um 11:47

    Eine junge Handschuhnäherin wird gekreuzigt aufgefunden. Die Polizei zieht Dr. Otto Sanftleben, dieser erforscht die Körpersprache von Kriminellen, zu Rate, um den Mord und die anarchistischen Attentate aufzuklären. Commissarius Funke und Otte merken, dass die Revueschauspielerin Friederike "Rike" mehr weiß, als sie zugibt. Er verliebt sich in die Zeugin und schwebt bald in Lebensgefahr. Dies ist mein zweiter Roman von Tim Pieper und dank Fortuna habe ich das Buch bei der Verlosung gewonnen. Ich war so happy. Besonders über die Widmung von Tim Pieper, denn das ist mein erstes Buch mit einer persönlichen Widmung vom Autor bzw. Autorin. Smiley1 Es handelt sich um einen historischen Krimi, was genau nach meinem Geschmack ist, denn ich liebe Krimis/Thriller und an zweiter Stelle kommen bei mir die historischen Romane, daher war das Buch die perfekte Lösung. Der Schreibstil war super, dann man ist schon mit dem Prolog im Bann und man mag kaum das Buch aus der Hand zu legen. Deswegen hätte ich auch bald vergessen aus der S-Bahn auszusteigen. Auch werden bestimmte Dinge in dem Roman, z. B. warum Radfahren früher verpönt war, näher erläutert. Durch die gemeinsame Leserunde konnte man dem Autor seine Fragen stellen, des weiteren hat man noch mehr über die Hintergründe der Gesichte erfahren und warum wie was war. Leider konnte ich nicht immer dabei sein. Hoffe beim nächsten Buch ist es besser und ich freue mich schon auf eine Fortsetzung mit Otto.

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  • Rezension zu "Mord unter den Linden" von Tim Pieper

    Mord unter den Linden

    Carriecat

    25. April 2012 um 22:31

    Inhalt: Dr Otto Sanftleben ist kein Gelehrter im klassischen Sinne. Er ist noch jung und vital, misst der geistigen Betätigung genau so viel Wert bei wie der körperlichen. Deshalb ist er Radfahrer aus Passion. Im alten Berlin fällt er damit unangenehm auf, besonders unter den Linden.... Doch nicht nur das, er legt sich auch mit Staatsdienern an und mischt sich auch noch in ihre Arbeit ein. Diesmal allerdings auf Bitte von oben. Otto soll Commissarius Funke bei der Aufklärung bestialischer Frauenmorde behilflich sein. Stil: Der Autor schreibt aus wechselnder Perspektive. Mal steht Otto, mal Funke, mal der Täter im Mittelpunkt eines kurzen Kapitels und lässt den Leser an seinen Gedanken teil haben. Die Figuren sind mit Ecken und Kanten beschrieben, nicht immer sympathisch, aber immer authentisch für den Leser. Umfeld und soziales Gefüge der damaligen Zeit wird so dargestellt, dass man sich problemlos in diesem Denkmuster zurechtfindet und auch noch was lernt dabei. Wörter wie "Langbinder" wurden so geschickt eingeflochten, so dass man fast den Eindruck gewinnen kann ein Buch aus den 1890er Jahren zu lesen. Fazit: Nicht nur ein spannender Krimi mit gut ausgedachter Geschichte, sondern eine kleine Zeitreise. Ich habe mich wirklich in das Berlin 1890 hinein versetzt gefühlt!

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  • Rezension zu "Mord unter den Linden" von Tim Pieper

    Mord unter den Linden

    Bellexr

    16. April 2012 um 10:25

    Kreuzigungen in Berlin . Ein grausamer Mord erschüttert Berlin im Sommer 1890. Eine Frau wurde gekreuzigt und dann verbrannt. Commissarius Funke ist mit den Ermittlungen betraut und erhält tatkräftige Unterstützung von Dr. Otto Sanftleben, der die Körpersprache von Kriminellen erforscht. Einen entscheidenden Hinweis erhalten die Beiden von der jungen Schauspielerin Friederike Dürr, die in Otto Gefühle weckt, die er lange verdrängt hatte. Dann passiert ein weiterer Mord und zu spät muss Otto feststellen, dass er selbst in den Focus des Mörders geraten ist. . Ein Kerker, ein Mann mit Ketten an die Wand gefesselt, eine schwer misshandelte Frau betritt humpelnd das Verlies, in ihrer Hand ein Folterwerkzeug. So düster, rätselhaft und spannend gestaltet sich der Prolog des historischen Krimis von Tim Pieper, um danach in die eigentliche Geschichte einzusteigen, welche rund 20 Jahre später in Berlin spielt. . Diese beginnt mit einem Vortrag, den Dr. Otto Sanftleben in einem elitären Club in Berlin zu seinem neuesten Buch hält. Hier trifft er auch den Kommerzienrat Karl Vitell. Der erfolgreiche Geschäftsmann bittet Otto, Commissarius Funke bei den Ermittlungen im Mordfall um die gekreuzigte Handschuhnäherin zu unterstützen. Bei seinem kriminalistischen Spürsinn und Ehrgeiz gepackt, sagt Otto nur zu gern zu, zumal er auch genau weiß, dass dies für Kriminaldirigenten von Grabow ein Dorn im Auge ist. Denn Otto ist begeisterter Radfahrer und widersetzt sich regelmäßig dem Fahrradverbot in der Innenstadt. Dies hat ihm nicht nur eine Menge Strafzettel eingebracht, sondern auch von Grabow zum Feind gemacht. . Tim Pieper nimmt sich anfangs etwas Zeit, einem das Leben in Berlin Ende des 19. Jahrhunderts näher zu bringen und so dauert es auch nicht lange bis man dank seinem bildgewaltigen, einnehmenden Sprachstil die Flaniermeile Unter den Linden mit seinen Landauer und Droschken, Gaslichtern, eleganten Damen und fein gekleideten Herrn vor Augen hat. Aber auch die andere Seite von Berlin zeigt er einem, wo Wäscherinnen in stinkenden Hinterhöfen leben, Prostituierte mühsam versuchen, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen und Arbeiter oftmals von der Hand in den Mund leben. Zusätzlich erfährt man viel über die politisch angespannte Lage im Kaiserreich, lernt Menschen unterschiedlichster Herkunft kennen und selbst Kaiser Wilhelm II. findet kurz Erwähnung. Diese Details und Informationen lässt der Autor immer wieder in seinen Krimi wie nebenbei mit einfließen und so wirkt der Krimi atmosphärisch sehr dicht umgesetzt und zeigt, dass sich Tim Pieper intensiv mit den geschichtlichen Hintergründen befasst hat. . Die reine Krimihandlung beginnt nach dem düsteren Prolog etwas langsam, jedoch durchweg interessant und unterhaltsam. Kontinuierlich baut Tim Pieper seine Story auf, die sich äußerst komplex entwickelt und stetig an Dramatik zunimmt. Weiter Morde geschehen, politische Attentate werden verübt und immer wieder wechselt der Autor die Handlungsstränge. So dauert es auch nicht lange bis er einem den Mörder mit seinem krankhaften Verhalten präsentiert, doch um wen es sich handelt oder gar, warum er diese Morde begeht, bleibt einem bis zum Schluss ein Rätsel. So gestaltet sich der Krimi nicht nur fesselnd und im Laufe der Story immer spannender, sondern man rätselt selbst gebannt bis zum Schluss mit und die Auflösung ist wirklich gelungen und überzeugend. . Das Hauptaugenmerk liegt bei den Ermittlungen von Otto wie auch auf dessen Privatleben, was im Verlauf immer mehr ineinanderfließt, je mehr Otto in die Mordermittlung einsteigt. Dabei bedient er sich natürlich hauptsächlich seinem Fachwissen als Kriminologe, allerdings handelt er oftmals auch ziemlich impulsiv, was aber auch zu seiner Mentalität passt. Der begeisterte Fahrradfahrer, der sogar an den Deutschen Meisterschaften in München teilnimmt, lebt zusammen mit seinem Leibdiener Moses, einem farbigen 17-jährigen jungen Mann, in der Familienvilla „Klein Sanssouci“ im Grünen. Otto hatte den Waisenjungen einige Jahre zuvor von einer seiner Reisen aus Südwest-Afrika mitgebracht. Untypisch für die damalige Zeit duzen die Beiden sich und Moses ist in seinem Verhalten Otto gegenüber oftmals ziemlich frech und fast schon respektlos, was regelmäßig bei ihren Wortgefechten für einige Schmunzler sorgt. Fazit: Wer Krimis mag, die sich nicht nur auf die reine Mordermittlung konzentrieren, sondern dem Protagonisten wie auch seinem Umfeld und den geschichtlichen Hintergründen genug Platz einräumt und eine vielschichtige, spannende Story erwartet mit Charakteren, die äußerst ausgefeilt und authentisch beschrieben sind, wird von Tim Piepers „Mord unter den Linden“ begeistert sein.

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  • Rezension zu "Mord unter den Linden" von Tim Pieper

    Mord unter den Linden

    Klusi

    Nach einem düsteren Prolog, der ein brutales Ereignis schildert, welches zwanzig Jahre zuvor geschah, beginnt der Roman mit einem Ausschnitt aus der Berliner Gerichtszeitung, datiert vom 22. Juli 1890. Das Blatt, in alter deutscher Schrift gedruckt, informiert über den Mord an einer jungen Handschuhnäherin, die zwei Tage zuvor gekreuzigt und anschließend bis zur Unkenntlichkeit verbrannt wurde. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, und die Polizei zieht den Kriminalpsychologen Dr. Otto Sanftleben zu den Verhören hinzu, denn dieser hat sich ausgiebig mit der Körpersprache von Straftätern befasst. In der Zwischenzeit geschieht ein weiterer Mord, ebenfalls an einer jungen Frau. Daneben werden auch mehrere anarchistische Anschläge verübt, die man, aufgrund der Beweislage, den Sozialdemokraten anlastet. Als sich Sanftleben in eine Zeugin verliebt, kann er sich seines eigenen Urteils nicht mehr sicher sein. Für ihn und den mit dem Fall betrauten Commissarius beginnt eine nervenaufreibende Suche nach dem Motiv und nach dem Mörder. Im Lauf der Ermittlungen trifft Dr. Otto Sanftleben mit einigen interessanten, vielschichtigen, auch zum Teil undurchsichtigen Charakteren zusammen. Besonders von der jungen Revueschauspielerin Friederike Dürr ist er fasziniert, denn sie erinnert ihn stark an seine verflossene Liebe. Dass die schöne Rike mit ihren Annäherungsversuchen bei Otto offene Türen einrennt, kann man gut nachempfinden. Die Zusammenarbeit mit dem zuständigen Commissarius Funke gestaltet sich größtenteils harmonisch, aber Ottos Engagement und besonders seine liebste Freizeitbeschäftigung bringen ihm nicht nur Freunde bei der Polizei ein, denn Sanftleben ist leidenschaftlicher Radsportler, und bei seinen Übungsfahrten in der Berliner Innenstadt, wo striktes Zweiradverbot herrscht, kommt er häufig selbst mit dem Gesetz in Konflikt. In der Rahmenhandlung lernt man auch sein privates Umfeld kennen, seinen Bruder Ferdinand, den Tüftler, der sich um die technischen Belange von Ottos Fahrrad kümmert, den farbigen Leibdiener Moses, einen rebellischen jungen Mann, den Otto bei sich aufgenommen hat und sein Elternhaus „Klein-Sanssouci“, wie er es liebevoll nennt,. Otto Sanftleben, nach außen hin der korrekte, erfolgreiche Wissenschaftler und Schriftsteller, hat auch durchaus seine menschlichen Macken und Schwächen. Besonders wenn bei seinem Sport etwas nicht nach Plan läuft, kann er ganz schön unangenehm und auch ungerecht werden. Davon können sein Bruder und der Leibdiener ein Lied singen. Die persönlichen Dialoge des Dreiergespanns, die sich aus diesen kleinen Konflikten entwickeln, lassen jede Menge Sympathie für Otto, Ferdinand und Moses aufkommen. Ein Großteil der Handlung spielt in Berlin. Das Flair jener Zeit ist ganz wunderbar getroffen und farbig beschrieben. Die Lebensart, die soziale Lage und politische Spannungen in der Hauptstadt des Deutschen Kaiserreichs, das alles ist lebendig und wirklichkeitsnah geschildert. Die Geschichte ist übersichtlich strukturiert, den jeweils wechselnden Schauplätzen gemäß in kleine Kapitel unterteilt, die immer gerade dann enden, wenn etwas Wichtiges passiert. Dazwischen gibt es einige düstere, rätselhafte Passagen, die das Geschehen aus der Sicht des Mörders beleuchten, wobei man mehr über dessen beängstigenden Geisteszustand, seine Beweggründe, seine Vergangenheit und seine Situation erfährt, aber fast bis zuletzt tappt man im Dunkeln, wer er wirklich ist. Einige Spuren führen in die Irre oder verlaufen wieder im Sand, man grübelt beim Lesen und kann bis zum Schluss eigene Spekulationen und Vermutungen anstellen. Alles in allem ist Tim Piepers zweites Buch ein rundum gelungener historischer Krimi, der beste Unterhaltung und viel Spannung zu bieten hat.

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  • Rezension zu "Mord unter den Linden" von Tim Pieper

    Mord unter den Linden

    MathiasRekasch

    01. April 2012 um 22:35

    Inhalt: Dr. Otto Sanftleben, Kriminologe und Autor eines Buches über Mimik und Körpersprache von Straftätern, wird als außenstehender Fachmann zu einem Fall hinzugezogen bei dem eine Frau gekreuzigt und verbrannt wurde. Fast gleichzeitig werden Straftäten an Denkmälern und Attentate auf Staatspersonen ausgeübt. Doch sind hier wirklich Sozialisten am Werk? Der Staat und die Arbeiter werden immer mehr versucht gegeneinander ausgespielt zu werden und im Verlauf seiner Ermittlungen gerät auch Otto selbst in Gefahr. Fazit: Tim Pieper ist ein beeindruckender Historischer Kriminalroman gelungen, der einen Fall mit der Lebensweise und den Eigenarten des damligen Berlins perfekt verknüpft. Dabei wirkt der Roman nie belehrend, sondern immer spannend und auf eine packende Art lehrreich. Ich mag gerne Krimis aus Berlin, da ich die Stadt einiger Maßen kenne und mich so noch besser in die Geschichte hinein versetzen kann. Und gerade diese nicht selbst erlebte Vergangenheit hat mich sehr interessiert. Damals war noch vieles anders, seien es die Rechte der Frauen, das Fahrradverbot in der Innenstadt oder die Vorbehalte gegen die Sozialdemokratie. Auch der Kriminalfall selbst ist immer spannend und man kann sich gut in die Protagonisten, vor allem Otto, hineinversetzen. Immer wieder gibt es überraschende Wendungen, wenn man meint den Fall im Kopf schon gelöst zu haben. Die Tatsache, dass ich das Buch quasi unter Aufsicht des Autors lesen konnte, machte alles noch greifbarer. Ich kann dieses Buch absolut empfehlen und hoffe persönlich insgeheim auf eine Fortsetzung des Romans.

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