Tim Townsend Letzte Begegnungen unter dem Galgen

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Inhaltsangabe zu „Letzte Begegnungen unter dem Galgen“ von Tim Townsend

"Vergebt denen, die euch Böses tun." Aber was ist, wenn das Böse millionenfacher Mord ist? Nürnberg 1946. Die Hauptkriegsverbrecher werden angeklagt und erwarten ihren Tod. Der Militärseelsorger Henry Gerecke führt mit vielen von ihnen Gespräche, darunter Hermann Göring, Albert Speer, Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel und Rudolf Hess. Manche der Angeklagten reagieren mit Ablehnung auf die christliche Botschaft, andere gleichgültig, doch manche scheinen echte Reue zu zeigen. Das bringt Gerecke in ein Dilemma: Gilt Gottes Gnade auch den Menschen, die sich schwerster Verbrechen schuldig gemacht haben? Oder verharmlost Vergebung ihre Sünden? Keine leichte Bettlektüre, aber sehr bewegend und hoch spannend.

ein Sachbuch, das dem LEser viele Fakten rund um die Nürnberger Prozeße liefert und die menschliche Seite dabei nicht vergißt

— gusaca

Zeitzeugnis zum Nürnberger Prozeß, der Fragen zu Vergebung und Reue aufwirft

— MiniBonsai

Ein wichtiges und gut recherchiertes Sachbuch das man lesen sollte.

— claudi-1963

Hochinteressantes Thema aus einem neuen Blickwinkel beleuchtet. Ein Buch, das nachdenklich macht.

— Igelmanu66

Ein Buch, was es verdient, gelesen zu werden!

— Traeumerin109

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  • "Vergebt denen, die euch Böses tun"

    Letzte Begegnungen unter dem Galgen

    gusaca

    17. November 2016 um 07:56

    Der amerikanische Militärseelsorger Henry Gerecke begleitet führende Nazigrößen seelsorgerisch während der Nürnberger Gerichtstage zwischen 1945 und 1946 . Dieses Sachbuch schildert das LEben dieses Henry Gereckes von 1918 bis 1946. Dabei erfährt der LEser einiges über GEreckes Vorgeschichte und die GEschehnisse des zweiten Weltkrieges aus amerikanischer Sicht. Dabei springt der Autor häufig in der ZEitebene hin und her, so das man beim LEsen sehr aufpaßen muß den Faden nicht zu verlieren. Außerdem kommt es sehr oft zu einer Art Aufzählung von historischen Fakten und persönlichen Erlebnissen , die sich schlagauf Schlag aneinanderreihen, so das das LEsen oft sehr anstrengend ist. Erst in der Mitte des Buches gelangt man zu den Nürnberger Prozessen, die ja eigentlich das zentrale Thema dieses Buches darstellen. Von der sachlichen Seite her , liefert das Buch eine Unmenge an Informationen, die sicherlich zum Verständnis des Prozeßverlaufes wichtig sind, aber für den LEser nicht immer gut lesbar aufbereitet werden. Auch kommt mir persönlich der KOnflikt der VErgebung viel zu kurz. Einige der Nazigrößen nähern sich scheinbar durch Gereckes Bemühungen dem christlichen Glauben wieder an und nehmen vor ihrer VErurteilung das Abendmahl entgegen. Der MEnsch kann ihnen ihre Taten nicht verzeihen, Gott schon. Es ist natürlich interessant die persönliche und emotionale Seite der führenden Naziköpfe kennenzulernen. Aber geben sie wirklich ein wahres BIld ihrer eigenen Meinung wieder? Manche lügen ganz bewußt während des Prozeßes, warum sollten sie GErecke die Wahrheit sagen? Aber Gott können sie ja schließlich nicht belügen und sich selber auch nicht. DAs Buch ist durch die große Informationsmenge ersteinmal erschlagend, durch die Gräueltaten der NAzis bedrückend und fürchterlich, aber durch die BErichterstattung GEreckes auch sehr gefühlvoll und menschlich. Der Punktabzug kommt in erster LInie durch den Schreibstil, der mir persönlich zu sprunghaft und aufzählend ist. Der persönliche Vorgeschichte GEreckes wird am Anfang zuviel Raum gegeben. Gut finde ich ,das GErecke sich nicht anmaßt selber zu urteilen. Seine eigenen BEweggründe werden verständlich erklärt. Am Ende wird nochmal der Aspekt der VErgebung von verschiedenen Seiten beleuchtet. Ein tiefbewegendes Buch, das die Nürnberger Prozesse von der menschlichen Seite her angeht.

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  • Leserunde zu "Letzte Begegnungen unter dem Galgen" von Tim Townsend

    Letzte Begegnungen unter dem Galgen

    Arwen10

    Hier nun ein sehr interessantes Zeitzeugnis. Ich danke dem SCM Verlag für die Unterstützung der Leserunde. Letzte Begegnungen unter dem Galgen von Tim Townsend Zum Inhalt: "Vergebt denen, die euch Böses tun." Aber was ist, wenn das Böse millionenfacher Mord ist? Nürnberg 1946. Die Hauptkriegsverbrecher werden angeklagt und erwarten ihren Tod. Der Militärseelsorger Henry Gerecke führt mit vielen von ihnen Gespräche, darunter Hermann Göring, Albert Speer, Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel und Rudolf Hess. Manche der Angeklagten reagieren mit Ablehnung auf die christliche Botschaft, andere gleichgültig, doch manche scheinen echte Reue zu zeigen. Das bringt Gerecke in ein Dilemma: Gilt Gottes Gnade auch den Menschen, die sich schwerster Verbrechen schuldig gemacht haben? Oder verharmlost Vergebung ihre Sünden? Zur Leseprobe: https://www.scm-verlag.de/media/import/mediafiles/PDF/395634000_Leseprobe.pdf Infos zum Autor: Tim Townsend hat an der Columbia Universität und an der Yale Divinity School Journalismus studiert, für das Wall Street Journal, die New York Times, den Rolling Stone und andere Publikationen geschrieben und wurde mehrfach als "Religion Reporter of the Year" ausgezeichnet. Er ist Autor und Herausgeber beim Pew Research Center, einem Meinungsforschungsinstitut in Washington, D.C. Falls ihr eines der 5 Exemplare gewinnen wollt, bewerbt euch bis zum 30. September 2016, 24 Uhr hier im Thread mit einer Antwort auf die Frage: Warum möchtet ihr mitlesen  ? Wichtige Hinweise zu eurer Bewerbung: Ein Gewinn verpflichtet innerhalb von ca 4 Wochen nach Erhalt des Buches zum Austausch in der LR mit den anderen Teilnehmern über alle Leseabschnitte sowie zur Veröffentlichung einer Rezension, die möglichst breit gestreut werden soll.Bewerber mit privatem Profil , erwiesene Nichtleser , sowie jene ohne Rezensionen werden nicht berücksichtigt. Bitte beachtet, dass es sich hierbei um eine CHRISTLICHE LESERUNDE handelt, das Buch ist in einem christlichen Verlag erschienen und so spielen christliche Werte eine wichtige Rolle. Ich freue mich auf eure Bewerbungen. Wer mit einem eigenen Exemplar bei dieser Leserunde mitlesen möchte, ist natürlich herzlich willkommen. ACHTUNG : ES GIBT EIN NEUES BEWERBUNGSVERFAHREN VON LOVELYBOOKS. NUR WER SICH UNTER BEWERBUNG EINTRÄGT KANN NACHHER AUSGEWÄHLT WERDEN !!! BEI MIR FUNKTIONIERT DAS MIT DEN ADRESSEN NICHT: ICH BRAUCHE VON DAHER DIE ADRESSEN NACH DER AUSLOSUNG !! Bitte beachtet, dass wir Gewinne  nur einmal pro Haushalt vergeben und dass ich innerhalb von 3 Tagen eure Rückmeldung brauche, wenn ihr mitlesen möchtet. Start der Leserunde: 10.Oktober 2016

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    • 94
  • [Rezension] Letzte Begegnungen unter dem Galgen

    Letzte Begegnungen unter dem Galgen

    Mone80

    07. November 2016 um 11:06

    >"Vergebt denen, die euch Böses tun." Aber was ist, wenn das Böse millionenfacher Mord ist?Nürnberg 1946. Die Hauptkriegsverbrecher werden angeklagt und erwarten ihren Tod. Der Militärseelsorger Henry Gerecke führt mit vielen von ihnen Gespräche, darunter Hermann Göring, Albert Speer, Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel und Rudolf Hess. Manche der Angeklagten reagieren mit Ablehnung auf die christliche Botschaft, andere gleichgültig, doch manche scheinen echte Reue zu zeigen. Das bringt Gerecke in ein Dilemma: Gilt Gottes Gnade auch den Menschen, die sich schwerster Verbrechen schuldig gemacht haben? Oder verharmlost Vergebung ihre Sünden?< (Artikelbeschreibung zum Buch "Letzte Begegnungen unter dem Galgen" von Tim Townsend, SCM Verlag )Es ist schon einige Tage her, dass ich dieses Buch beendet habe. Ein Buch über den amerikanischen Militärseelsorger und Pastor Henry Gerecke, der 1946 bei den Nürnberger Prozessen dabei war und für die Gefangenen ein offenes Ohr hatte.Doch was bewegte ihn dazu, sich dieser Aufgabe zu widmen?"Die Vergebung durch Christus, sie bewegte Gerecke tief, als er dort auf der Parkbank saß und Gott um Weisung bat. [...] Wann sollte er je die Sünde hassen, aber den Sünder lieben wie nie zuvor, wenn nicht jetzt? Er ging zurück in Sullivans Büro und sagte: >>Ich mach´s.<<" (Seite 113, Letzte Begegnungen unter dem Galgen)Gerecke war sich seiner Aufgabe bewusst und er war sich der Gräueltaten der Menschen bewusst, die er zu betreuen hatte. Einige Tage zuvor hat er das KZ Dachau besucht und es nahm ihm schier den Atem, zu was ein Mensch fähig war. Doch er war auch ehrgeizig und wollte, dass die Nazi-Größen sich ihrem Glauben wieder zu wendeten, den Glauben, den sie für die Ideologie aufgegeben hatten. Durch Tim Townsend Buch wird eine andere Sichtweise auf die Nürnberger Prozesse gezeigt, die sich von den anderen Büchern weit abhebt. Durch seine sehr gute Recherchearbeit gelang es dem Autor ein Buch zu schreiben, dass den Leser an Gereckes Seite stellt und mit Gerecke zusammen, die Nürnberger Prozesse verfolgt.Gerecke leistete dabei nicht nur die seelsorgerische Arbeit im Gefängnis, sondern besuchte jeden Prozesstag, weil er beide Seiten der Geschichte hören wollte. Und er kümmerte sich auch um die Frauen und Kinder der Männer, die ihm nach und nach Vertrauen schenkten.Es ist schwer die richtigen Worte zu finden, weil mich beim Lesen dieses Buches so viel durch den Kopf ging. Auf einmal sieht man nicht mehr nur die Taten, die diese Monster in der Schreckensherrschaft von Hitler begangen haben, sondern aus den Monstern werden Menschen. "Obwohl die Nazi-Kriegsverbrecher andere Taten begangen hatten als >>normale<< Sünder, kann Gerecke sie nicht als Kinder der Finsternis gesehen haben, und erst recht sah er ihre Frauen und Kinder nicht so." (Seite 317, Letzte Begegnungen unter dem Galgen) Tim Townsend hat ein hervorragendes Buch über Henry Gerecke geschrieben, über seine Zeit in Nürnberg, aber auch über sein Leben davor und nach den Prozessen. Er beleuchtet aber nicht nur das Leben von Gerecke, auch O Connor, der für die katholischen Häftlinge als Seelsorger in Nürnberg gearbeitet hat, bekommt Raum in diesem Buch. Während Gerecke nach seiner Zeit in Nürnberg über seine Arbeit gesprochen hat, hat O Connor nie ein Wort über diese Zeit verloren.Den einzigen Kritikpunkt den ich an diesem Buch habe, ist die, besonders im ersten drittel, Sprunghaftigkeit des Autors. Als er Gereckes Werdegang, der an manchen Stellen sehr interessant war, wiedergibt, wird er zum Teil sehr ausschweifend und auch im Zeitgeschehen springt er oft vor und zurück und es war für mich keine klare Linie zu erkennen. Henry Gerecke hat nach seiner Zeit in Nürnberg weiterhin als Gefängnisseelsorger und Pastor einer Gemeinde gearbeitet. Bis er 1961 mit 68 Jahren verstarb. Aber sein Wirken, sowohl bei den Nürnberger Prozessen als auch danach, als Pastor und Seelsorger haben deutliche Spuren hinterlassen. Sie tragen dazu bei, dass Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.

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  • Letzte Begegnungen unter dem Galgen (Tim Townsend) - Seelsorge bei den Nürnberger Prozessen

    Letzte Begegnungen unter dem Galgen

    MiniBonsai

    06. November 2016 um 17:31

    Zum InhaltDer Autor nimmt die Begegnungen und Begleitungen der hochrangigen Nazi-Verbrecher beim Nürnberger Prozeß durch den amerikanischen Militärseelsorgers Henry Gerecke in den Blick. Doch warum wurden diese Verbrecher, die so menschenverachtende Vernichtungsmaschinerien in Gang setzten überhaupt seelsorgerlich begleitet? Auch das hat der Autor recherchiert:S. 14 " Aufgrund der Genfer Konvention haben Kriegsgefangene Anspruch auf seelsorgerliche Begleitung. Oberst Andrus, Kommandant des Nürnberger Gefängnisses, legte großen Wert darauf, für diesen Dienst zu sorgen. Während die Nationalsozialisten ihren Gegnern (fast) jegliche geistliche Begleitung auf dem letzten Weg verweigerten, war es für die Amerkikaner keine Frage, dafür Seelsorger bereitzustellen." Wichtig ist dem Autor aber auch die Motivation Gereckes zu beleuchten indem er von dessen Herkunft und bisherigem Berufsweg erzählt. Neben Gerecke gab es auch noch einen katholischen Seelsorger. Und auch Andrus, der Gefängnisleiter, wird in den Blick genommen. Gerecke und sein Kollege O Connor begleiten die Nazis während der Gefangenschaft bis zur Urteilsverkündung. Es gibt 11 Todesurteile, 7 Gefängnisstrafen und einige Freisprüche. Sie begleiten die Nazis mit Todesurteil dann auch bis an den Galgen und deren Familien teilweise auch darüber hinaus. Ganz wichtiger Aspekt: Gerecke will beide Seiten kennenlernen: das was die Nazis ihm erzählen, aber auch das was das Gericht ihnen vorwirft und an Beweisen vorlegt. Dass er deshalb neben den regelmäßigen Besuchen bei den Gefangenen auch im Gericht sitzt, das finde ich großartig. Und er findet Zugang zu einigen von ihnen, kann sie zu Andacht und Bibelarbeit bringen Dabei werden die Begleitumstände des Prozesses, bspw. die monatelange Dauer und die damit verbundenen organisatorischen Herausforderungen ebenso nahegebracht wie die Lebensumstände im Nachkriegsdeutschland. Die Greueltaten werden teilweise sehr detailliert beschrieben. Die Funktionen der Nazis und die Entscheidungsstrukturen erläutert. Und auch von den Familien der Nazis wird erzählt - von ihrer Herkunkft biografisch aber auch von dem Umgang ihrer Frauen und Kinder mit dem Prozeß. Im Zusammenhang mit den Hinrichtungen sind einige Ausführungen zu Vergebung und Versöhnung, hergeleitet aus dem Judentum und Christentum, eingefügt worden. Das Buch endet schließlich mit dem weiteren Lebensweg Gereckes nach dem Prozeß bis zu seinem eigenen Tod. Persönlicher EindruckGereckes Motivation und Einschätzung der Nazi-Größen, der Wandel der dargestellt wird, die Nähe des Erzählens - das alles macht das Buch aus meiner Sicht zu einem sehr wichtigen Instrument, die Nazi-Verbrechen nicht zu vergessen - und daneben auch einen Bogen zu spannen zu dem "Mensch hinter dem Verbrecher".S. 25 "Dies war der eigentliche Grund, warum Gerecke den Auftrag in Nürnberg angenommen hatte. Hier waren Männer, die dem christlichen Glauben den Rücken gekehrt hatten in dem Wahn, dass am von den Nazis gereinigten deutschen Wesen die Welt genesen würde. Sie hatten den in den Zehn Geboten formulierten Bund mit Gott gebrochen, und Gerecke glaubte, dass es seine Pflicht als Pastor und Seelsorger war, diesen Seelen Erlösung zu bringen und so viele dieser Nazi-Größen, wie er konnte, vor ihrer Hinrichtung zum Glauben zu bringen."Ein steiles Argument, das mich als Leserin herausfordert - Gedanken, die auch Gerecke hatte, nämlich ob es wirklich Vergebung für solche Greueltaten gibt, ob Menschen durch ihr Tun den Anspruch auf Vergebung verlieren können, ob und wie man nach solchen Taten wirklich aufrichtig zum Glauben und einem Christsein zurück kehren kann. Ob die Nazis wirklich reumütig zum Glauben zurückkehrten oder Gerecke etwas vorspielten, das kann der Leser nicht einschätzen. Gerecke prüft die Gläubigkeit aus seiner Sicht sehr akribisch bevor er das Abendmahl mit demjeinigen feiert. Die Beschreibungen sind detailliert und nachvollziehbar. Teilweise fühlte ich mich in die Zeit zurück versetzt.Aber manchmal springt die Erzählung zu sehr, was (so vermute ich) wohl daran liegt, dass der Autor die Erzählungen wiedererzählt: ihm wurde alles von Gereckes Kindern und Enkeln erzählt. Die Durchführung der Erhängungen - mit den wohl absichtlich herbei geführten Gesichtsverletzungen bei den Nazis durch das Aufschlagen an den Fall-Luken. Einerseits kann ich ein wenig verstehen, dass dem einen oder anderen der "normale" Erhängungstod nicht qualvoll genug erschien für diese Männer - andererseits frage ich mich, womit Menschen solche Quälerei verdient haben. Ich bin da ehrlich etwas zwiegespalten. Die Männer habe ich nicht so sehr bedauert um das Urteil - wohl aber um die Durchführung der Erhängung, die eben absichtlich brutal durchgeführt wurde. Wertvoll fand ich die Ausführungenn zu Vergebung und Versöhnung, hergeleitet aus dem Judentum und Christentum. Das Cover und AufmachungHochwertiges Hardcover mit Schutzumschlag ohne Lesebändchen.Die Gestaltung ist sachlich, trist - und das ist absolut passend zum Thema des Buches. Zum Autor (laut Amazon)Tim Townsend: Tim Townsend hat an der Columbia Universität und an der Yale Divinity School Journalismus studiert, für das Wall Street Journal, die New York Times, den Rolling Stone und andere Publikationen geschrieben und wurde mehrfach als "Religion Reporter of the Year" ausgezeichnet. Er ist Autor und Herausgeber beim Pew Research Center, einem Meinungsforschungsinstitut in Washington, D.C. Gebundene Ausgabe: 400 Seiten 29,95€, E-Book 17,99€, Verlag: SCM Hänssler; Auflage: 1 (17. August 2016), Sprache: Deutsch, ISBN-10: 3775156348, ISBN-13: 978-3775156349

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  • Ein Stück menschlicher…

    Letzte Begegnungen unter dem Galgen

    Igelmanu66

    »Es waren die siegreichen Alliierten, die in Nürnberg über die Verbrechen der führenden Nazis urteilten. Aber es war ein Pastor der amerikanischen Lutherischen Kirche …, der diesen Männern zu zeigen versuchte, dass das, was sie eigentlich fürchten sollten, das Gericht Gottes war.« In den ersten Stunden des 16. Oktober 1946 wurden in Nürnberg elf Menschen hingerichtet, deren Namen sich durch unzählige begangene Gräueltaten einen festen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert und sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hatten. Henry Gerecke, ein amerikanischer Militärgeistlicher, betreute die Hauptverantwortlichen des Dritten Reichs während der Dauer der Nürnberger Prozesse seelsorgerlich – bis zu ihrer Hinrichtung. Dieses Buch verhalf mir zu einigen neuen und interessanten Denkansätzen. Natürlich kannte ich die zugrundeliegenden Verbrechen (wer nicht?), aber die Hauptverantwortlichen dafür waren für mich schlichtweg Monster, die sich teils selber töteten, teils – zum Beispiel in den Nürnberger Prozessen – für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen wurden. Und nun begegnet mir hier ein Geistlicher, der auch um all die furchtbaren Verbrechen weiß. Der vor Antritt seiner Aufgabe das Lager in Dachau besucht hatte, sich fassungslos gefragt hatte, wie Menschen zu so etwas in der Lage sein konnten. Und der trotzdem bereit war, den Menschen in Göring, Hess, Keitel usw. zu suchen, weil er es als seine Aufgabe ansah, ihnen ihre Schuld bewusst zu machen, Reue zu erwecken. Weil er hoffte, dass sie zu Gott fänden, ihre Seelen vielleicht gerettet werden könnten. Vergebung der Sünden ist ein wesentlicher Punkt des christlichen Glaubens. Aber kann es auch Vergebung geben für Menschen, die eine solch große Schuld auf sich geladen haben? Kann millionenfacher Mord vergeben werden? Mit dieser Frage im Hinterkopf begann ich die Lektüre des Buchs. Der Autor widmet sich recht neutral dem Thema. Er stellt zunächst die Person des Henry Gerecke näher vor, berichtet über seine Herkunft, seinen Werdegang. Dabei wird deutlich, dass Gerecke die Mission als seine spezielle Aufgabe ansah. Dass er ein Mensch war, der – obwohl er Familie hatte – seinem Glauben und seiner Berufung folgend eine sichere Pfarrstelle aufgab zugunsten einer unsicheren und schlecht bezahlten Missionstätigkeit. Gerecke nahm daher auch seinen Auftrag als Seelsorger von Göring, Hess usw. sehr ernst. Ich habe mich gefragt, ob er wohl ernsthaft an einen Erfolg seiner Mission geglaubt hat, schließlich wusste er genau um die begangenen Verbrechen seiner „Schäfchen“. Auch dem Leser werden diese in einigen Rückblicken noch mal vor Augen geführt, wobei speziell auf die Beteiligungen der jeweiligen Angeklagten eingegangen wird. Nichts wird beschönigt oder versuchsweise entschuldigt und wenn eine Nazigröße zum Gebet niedersinkt, wird das zwar sachlich beschrieben, wie ehrlich dieses Gebet aber gemeint war, kann lediglich der beurteilen, an den es gerichtet war. Für dieses Sachbuch hat der Autor umfangreiche Recherchen betrieben, vielfältige historische Aufzeichnungen zugrunde gelegt, unter anderem solche von Gerecke selbst und Interviews geführt, beispielsweise mit Gereckes Sohn. Er wollte ein umfassendes Bild von Gerecke und von dem ebenfalls in Nürnberg aktiven katholischen Geistlichen zeigen, die bekannten Sachverhalte um eine neue menschliche Dimension erweitern. Das ist absolut gelungen. Ich war fasziniert von dem, was ich las und habe wirklich sehr viel nachgedacht. Ob es göttliche Vergebung für einige der Verurteilten geben kann, weiß ich allerdings nicht. Und ich bin auch froh, dass ich es nicht entscheiden muss ;-) Einen Kritikpunkt habe ich vorzubringen, der mich zum Punktabzug veranlasst hat. Meines Erachtens neigt der Autor zu Ausschweifungen, zum Beispiel, wenn es um Gereckes Herkunft geht. Da hätte man einiges kürzen können, ohne dass Inhalt oder Zusammenhänge gelitten hätten. Fazit: Hochinteressantes Thema aus einem neuen Blickwinkel beleuchtet. Ein Buch, das nachdenklich macht. »Die Gefängnisseelsorger von Nürnberg machten sich nicht zu Richtern über die Glieder ihrer »Gemeinde«, sie vergaben auch nicht ihre Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Sie versuchten schlicht, diejenigen Nazis, die dafür offen waren, zu einer vertieften Erkenntnis des Bösen, das sie getan hatten, zu führen. Sie versuchten, Hitlers Handlanger vor ihrer Hinrichtung ein Stück menschlicher zu machen.«

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    • 11
  • Haben diese Mörder Gottes Gnade verdient?

    Letzte Begegnungen unter dem Galgen

    claudi-1963

    31. October 2016 um 11:01

    Tim Townsend recherchiert in einem der schwersten Zeiten die es in Deutschland gegeben hat. Die Nazizeit, die Ermordung von Millionen von Juden und Menschen, die daraus resultierenden Verhaftungen und Verurteilen sind die Konsequenz. Das Hauptaugenmerk dieses Buches gilt dem Nürnberger Prozess und dem Seelsorger Henry Gerecke. Gerecke ein amerikanischer Militärgeistlicher der sich mit den größten Verbrechern unserer Menschheit beschäftigte. Er betreute sie seelsorgerisch vor ihrem Urteil bis zu ihrer Hinrichtung. Dieses Buch nimmt uns aber mit diese Täter aus einer ganz anderen Sichtweise zu sehen. Heißt es nicht im Vater unser: "Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern." Aber wie soll man Menschen vergeben, die den Befehl gaben Millionen Menschen zu vergasen, vergiften, zu erschießen? Was für uns Menschen unvorstellbar ist, das ist für Gott ganz einfach. Den die Bibel sagt: "Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben." Matt.6:14 oder "So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden getilgt werden." Apg.3:19. Dietrich Bonhoeffer selbst von den Nazis getötet, sagte mal: "Wie überwinden wir das Böse? Indem wir es vergeben ohne Ende. Wie geschieht das? Indem wir den Feind sehen als den, der er in Wahrheit ist, als den, für den Christus starb, den Christus liebt." Gerecke schafft es, trotzdem er die Gräuel in Dachau gesehen hat, mit diesen Verbrechern zu reden und zu beten, meine Hochachtung für diesen Seelsorger. Fazit: Für mich mag es auch unvorstellbar sein das man diese Täter später im Paradies wiedersehen soll, aber Glaube heißt Vergebung und wenn Gott ihnen vergeben kann dann müssen das wir Menschen auch. Tim Townsend hat hier ein Buch geschrieben, das sich wirklich zu lesen lohnt. Lediglich der etwas ausgedehnte Biografie Henry Gereckes am Anfang des Buches, war mit definitiv zu viel. Ich hätte mir gewünscht, das er diesen Teil etwas kürzer gefasst hätte. Ab und zu hatte ich auch das Gefühl, das er den roten Faden verliert, aber ansonsten ein Buch das ich bisher so noch nicht gelesen habe. Für mich eines der besten Bücher die aufzeigt was Vergebung heißen kann. Aufgeteilt in 10 Kapitel mit einem Vorwort von Günther Beckstein und den Bilddokumenten in der Mitte des Buches. Vielleicht kann dieses Buch ein bisschen mehr Versöhnung an die Nationen weitergeben, den das ist auch heute noch wichtig und notwendig. Von mir 4 von 5 Sterne für diese Buch.

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    • 3
  • Kann man Massenmördern vergeben?

    Letzte Begegnungen unter dem Galgen

    heaven4u

    20. October 2016 um 10:30

    Dieses Buch ist ein besonderes. Es ist keine leichte Kost, man braucht gute Nerven. Zugegeben, zum Holocaust, zur Judenverfolgung und auch zu den Nürnbergern Prozessen gibt es bereits viel Literatur. Doch oft ist diese Berichterstattung einseitig und die Täter werden durchweg verurteilt. Doch dieses Buch ist einfach anders, denn es beleuchtet die menschliche Seite der Massenmörder. Der amerikanische Militärseelsorger und Pastor Henry Gerecke begegnet den Hauptkriegsverbrechern auf einer menschlichen Ebene ohne sie selbst zu verurteilen. Er weiß um die Schuld dieser Männer, doch er begegnet ihnen mit der Liebe Jesu und versucht diese auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Bis zuletzt ringt er um ihre Seelen. Beim lesen dieses Buches durchläuft man viele Emotionen. Man ist entsetzt über die Taten der hohen Nazimänner, deren Ausmaß man sicher nur erahnen kann, weil sie nur angerissen werden. Doch man hat auch Mitleid mit den Männern, die in den letzten Tagen ihres Lebens entweder daran festhalten, dass alles richtig war, was sie getan haben oder die sehr wohl wissen, dass es falsch war was sie taten. Die meisten der Männer wissen ja, dass es für sie nur die Todesstrafe geben kann. Auch über die Frauen und Kinder erfährt man einiges. Was wird mit ihnen, wenn ihre Männer nicht mehr sind? Natürlich kommen wir auch Henry Gerecke etwas näher und erfahren, was er vor dieser Arbeit getan hat und wie seine Familie darauf reagiert, als er diesen Job annimmt. Zugegeben, der Autor schweift so manches mal ab und man muss erstmal überlegen, wo er jetzt hinwill. Auch gibt es immer erst mal ein paar biografische Daten, wenn eine neue Person auftaucht. Dennoch hat mich das Buch sehr berührt und mich zum nachdenken gebracht. Auch wenn man die Taten der Nazis verabscheut und verurteilt, waren es doch auch Menschen, die sich von einer Ideologie haben mitreißen lassen. Etwas, was jedem passieren kann. Die größte Frage, die schon einige Theologen beschäftigt hat ist: kann man Massenmördern, die Millionen Menschen auf dem Gewissen haben, Vergebung zusprechen und damit umgesehen, dass sie sich Gott zuwenden? Dass Gott jede Sünde vergibt ist ja bekannt, doch wir als Menschen begreifen das nicht, können das mit unserem Verstand nicht fassen. In gewisser Weise ist es auch ungerecht – kann das ein guter Gott sein, der so viele Morde vergibt? Am Ende muss man das für sich selbst beantworten. Das Buch fordert dazu heraus, sich selbst darüber Gedanken zu machen. Ein wirklich wichtiges Buch, dass so manche Meinung gerade rücken kann.

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    • 3
  • Vielschichtig und fesselnd

    Letzte Begegnungen unter dem Galgen

    Traeumerin109

    20. September 2016 um 21:52

    „Wann sollte er je die Sünde hassen, aber den Sünder lieben wie noch nie zuvor, wenn nicht jetzt?“ In diesem Buch nimmt der Autor Tim Townsend uns auf eine Reise in die Vergangenheit mit. Er lässt einen evangelischen Militärseelsorger aus den Vereinigten Staaten zu Wort kommen, welcher nach Ende des zweiten Weltkrieges für das seelische Heil der gefangenen Nazi-Größen, darunter unter anderem Hermann Göring, verantwortlich war. Die Nürnberger Prozesse, darunter besonders der Hauptkriegsverbrecherprozess 1946/47, sind wohl den meisten Lesern ein Begriff. Auch einige der zugehörigen Fakten wurden in bereits sehr vielfältig vorhandener Literatur zu diesem Thema zur Genüge durchleuchtet. Vorgeschichte, Ablauf, Bedingungen, beteiligte Personen und Ausgang des Ganzen sind hinreichend bekannt. Aber auch all diese Dinge werden hier nochmal präzise zusammengefasst, mit interessanten Hintergründen versehen und um viele Details erweitert. Viele Ausschnitte aus Originaldokumenten untermauern diese Fakten. Allein in dieser Hinsicht war die Lektüre sehr lehrreich. Dazu bekamen die Nazi-Kriegsverbrecher für mich zum ersten mal ein menschliches Gesicht. Denn Henry Gerecke, besagter Seelsorger, nahm seine Aufgabe sehr ernst und bemühte sich, die vor ihm stehenden Verbrecher mit den Augen Gottes zu sehen. So lernen wir als Leser anhand seiner Schilderungen die Schicksale jedes einzelnen kennen und können eine teilweise erstaunliche Verwandlung beobachten. Während des gesamten Prozesses begleitet er die Gefangenen. Wenn der Tod am Galgen unausweichlich scheint, dann besinnt sich der eine oder andere wieder zurück auf das, was wirklich zählt, und bereut was er getan hat. Auch die persönlichen Hintergründe von Gerecke werden beleuchtet, sodass der Leser besser verstehen kann, was ihn in die Lage versetzt hat, diese Aufgabe anzunehmen. Dem Autor ist hier gelungen, was wohl gerade bei diesem Thema ganz und gar nicht einfach ist: eine vorurteilsfreie Schilderung unter Berücksichtigung vieler unterschiedlicher Facetten, obwohl es um grauenhafte Verbrechen gegen die Menschlichkeit ging. Dabei kann und will er nicht die Taten jener Männer verstehen, sondern sie trotz allem als Menschen und Kinder Gottes anerkennen, denen trotz allem vergeben werden kann. Auch Henry Gerecke bemüht sich von Anfang an darum, diesen Blickwinkel einzunehmen und leistet eine aus meiner Sicht unglaubliche Arbeit, die allerhöchsten Respekt verdient hat. Zwischendurch erfolgen immer wieder theologische Ausflüge, wenn es beispielsweise um Vergebung geht, ein wichtiges und hochinteressantes Thema. Hierbei handelt es sich um ein wirklich großartiges Buch, das Aufmerksamkeit verdient. Tim Townsend scheut sich nicht, schwierige Themen anzusprechen und unbequeme Aspekte ans Licht zu zerren, die vielleicht unsere eingefahrene Sicht um eine sehr menschliche Dimension erweitern. Ich kann nur sagen: Lest dieses Buch!!!

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