Tim Winton

 4.2 Sterne bei 63 Bewertungen
Autor von Atem, Schwindel und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Tim Winton

Timothy John Winton wurde 1960 in Australien, Perth geboren. Er lebt als freier Schriftsteller mit seiner Familie in Westaustralien und schreibt v.a. Romane, Kinder- und Sachbücher. Sein aktueller Roman "Schwindel" erschien im August 2015 bei Luchterhand. Er ist einer der erfolgreichsten Autoren Australiens.

Alle Bücher von Tim Winton

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Tim WintonAtem
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Atem
Atem
 (25)
Erschienen am 03.05.2010
Tim WintonSchwindel
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Schwindel
Schwindel
 (8)
Erschienen am 10.04.2017
Tim WintonDer singende Baum
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Der singende Baum
Der singende Baum
 (7)
Erschienen am 05.02.2007
Tim WintonWeite Welt
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Weite Welt
Weite Welt
 (5)
Erschienen am 02.02.2009
Tim WintonGetrieben
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Getrieben
Tim WintonInselleben
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Inselleben
Inselleben
 (1)
Erschienen am 24.07.2017
Tim WintonCloudstreet
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Cloudstreet
Cloudstreet
 (5)
Erschienen am 30.04.2002
Tim WintonDirt Music
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Dirt Music
Dirt Music
 (4)
Erschienen am 30.05.2008

Neue Rezensionen zu Tim Winton

Neu
Jaris avatar

Rezension zu "Schwindel" von Tim Winton

Tim Winton - Schwindel
Jarivor einem Jahr

Dieses Buch las ich für zwei Challenges und zwar nur aufgrund der Tatsache, dass es in Australien spielt. Fremantle, die Stadt, in der die Handlung angesiedelt ist, sticht auch sehr aus der Handlung heraus. Winton nimmt sich die Zeit, uns die Stadt mit ihren Schönheiten und ihren düsteren Ecken näher zu bringen. Dafür alleine hat sich die Lektüre gelohnt.

Auch zu Anfang liest sich das Buch sehr emotional und faszinierend. Winton hat das richtige Gespür dafür, den emotionalen Zusammenbruch Keelys zu beschreiben, doch dabei hält er respektvollen Abstand. So zeigt sich auch im Verlaufe der Handlung, wie Tom an sich arbeitet und versucht, angespornt durch Kai und Gemma, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Vor allem aber die zarte Beziehung zwischen Tom und Kai ist wundervoll dargestellt. In groben Zügen erinnerte mich das Buch an "About a Boy", aber weniger kitschig und romantisch. Der Junge hegt eine seltsame Faszination für den kaputten Keely, der sich im Gegenzug mehr und mehr in Verantwortung für den Kleinen sieht. Manchmal sitzen sie einfach zusammen auf dem Bett und blättern in dem Vogelbuch, das Kai so gerne hat. Diese Szenen sind mir wirklich sehr zu Herzen gegangen und diese werde ich bestimmt im Kopf behalten.

Dennoch ging der Lesegenuss immer weiter hinunter, sodass ich mich schlussendlich dabei ertappte, quer zu lesen. Dies lag (leider!) an Gemmas Figur. Auch sie ist eine Symbolfigur für viele Frauen und auch Männer, die in der Unterschicht aufwächst und sich nicht davon befreien kann. Sie hat viel Schlimmes erlebt und deshalb konnte ich zu Beginn ihre Handlungen gut verstehen. Natürlich ist sie geprägt und deshalb skeptisch.

Doch nachdem Tom Keely sich mehr und mehr als zuverlässig erweist, könnte sie ihm doch etwas Dankbarkeit entgegenbringen. Ihm ein wenig vertrauen und ihm nicht ständig Vorhaltungen machen. Denn es ist tatsächlich so: was auch immer Keely macht, es reicht Gemma nicht. Egal was er sagt, es ist nicht das Richtige. Er versucht ihr zu helfen so gut es geht, doch kommt etwas zurück? Nein.

Dieses Verhalten ging mir nach 370 Seiten ziemlich auf den Keks. Verhalten sich Frauen tatsächlich so? Auf jeden Fall konnte ich über Gemma nur den Kopf schütteln und mich fragen, wieso es eine einzige Figur schafft, ein ganzes Buch zu verderben. Ich auf jeden Fall hätte nicht so viel Geduld mit Gemma gehabt, wie Tom Keely es hatte. Keine Ahnung, ob ihr überhaupt bewusst ist, was für einen guten und treuen Mann sie da nun an ihrer Seite hat.

Wäre Gemma mehr im Hintergrund geblieben oder hätte sie sich von ihrer Zickigkeit gelöst, wäre es ein wirklich gutes Buch geworden. Aber leider hat sie es mir ziemlich verdorben, was wirklich schade ist.

Ansonsten war "Schwindel" für mich eine gut geschriebene und eindrückliche Lektüre, die uns vor Augen führt, dass man sich aus jedem Loch wieder hervorarbeiten kann, wenn man die nötige Motivation findet. Das Buch ist eine kritische Studie über das Leben der australischen Unterschicht, die aber so oder ähnlich auch hierzulande zu finden ist. Es sind Leben, aus denen etwas hätte werden können, wenn nicht irgendetwas schief gegangen wäre. Aber dann sind da Tom und Kai, die uns die Hoffnung wieder zurückgeben, dass trotzdem noch immer alles gut werden kann.

Und uns zeigen, dass es immer etwas gibt, wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Kommentare: 1
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thenights avatar

Rezension zu "Schwindel" von Tim Winton

Schwindel
thenightvor 2 Jahren

Inhalt: Tim Winton erzählt in seinem Buch von Tom, einem gescheiterten Umweltaktivist, der sein Leben fast komplett an die Wand gefahren hat, nachdem eines seiner Projekte scheiterte. Er lebt in einer kleinen heruntergekommenen Wohnung in einem ebenso heruntergekommen Wohnblock, seine sozialen Kontakte beschränken sich auf das Notwendigste, das ändert sich, als er Gemma und ihren Enkel trifft.
Gemma ist eine Freundin aus Kindertagen, die zeitweise bei seiner Familie lebte und die er irgendwann aus den Augen verlor. Gemmas Leben wurde geprägt von Misshandlung und Gewalt und doch opfert sie sich auf um ihrem Enkel,dessen Mutter im Gefängnis sitzt, ein geregeltes Leben zu ermöglichen.

Meine Meinung:
Schwindel zu lesen, war ein Erlebnis, ich habe lange kein Buch mehr in der Hand gehabt, das so wortgewaltig war, ein anderes Wort fällt mir dazu gerade nicht ein. Tim Winton spielt mit Worten und er spielt gut, er lässt den Leser die Hitze Australiens genauso spüren, wie er ihm den Geruch, der in der Sonne gärenden Hundekotbeutel, unter die Nase reibt.Es hat zugegeben etwas gedauert bis ich mich eingefunden hatte in den Schreibstil des Autors, einige Passagen passiert gefühlt nichts und doch sind auch diese Handlungsarmen Seiten wichtig für den Gesamteindruck, für das Gefühl das man nach der letzten Seite hat, das Gefühl dort gewesen zu sein, Toms Weg ein Stück weit begleiten zu dürfen.
Ich gebe für das Buch eine absolute Leseempfehlung für Leser die sich Zeit lassen wollen, die das Lesen ein bisschen entschleunigen wollen, für mich war das Buch eine gelungene Abwechslung zu den möglichst atemlosen Thrillern die ich ja bekannter weise, sonst lese.
Ein besonderes Lob gebührt sicherlich auch dem Übersetzer, Klaus Berr, der so weit ich das beurteilen kann, einen hervorragenden Job gemacht hat.

Kommentare: 1
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Daniel_Allertseders avatar

Rezension zu "Schwindel" von Tim Winton

Sehr schwieriger Schreibstil, aber guter Roman
Daniel_Allertsedervor 2 Jahren

Meine Meinung

 

Tim Winton’s „Schwindel“ erzählt die Geschichte eines Mannes Namens Tom Keely, der „bereits in den Scherben seines Lebens liegt und kurz vor die Hunde geht“[1]. Tom lebt in einer schäbigen Gegend in der Nähe von Perth in Australien. Er besitzt einige Neurosen, wie zum Beispiel unter Menschen gehen. Der Autor erzählt in seinem Buch, wie Keelys alte Freundin Gemma auf Tom stößt; mitunter ihr Enkel, der bei Tom einiges aufwühlt. Ein Wendepunkt in seinem Leben. Er übernimmt wieder Verantwortung und sein Beschützerinstinkt tritt wieder aus dem Dunkel seines Lebens hervor.

 

Tim Winton besitzt einen beachtlichen und sehr ausführlichen Schreibstil. Mit Synonymen und Metaphern bepackt er seine Szenen, vermittelt die Pointe seines Buches durch raffiniert gesetzte Sätze. Einiges war unverständlich; zum Beispiel als Winton zu viele Fremdwörter hintereinander gesetzt hat. Auch muss man darauf Acht geben, dass man beim Lesen nie den roten Faden verliert, ansonsten kennt man sich nicht mehr aus und hat keinen blassen Schimmer, was Winton uns im Moment sagen möchte. Tom Keely war ein sehr guter Charakter, der mit seinem Leben kämpft und seiner Vergangenheit nachtrauert. Der authentische Schreibstil vereinfacht – sofern man dabei ist – die Vermittlung der Gefühle und Emotionen auf Grund der richtigen Ausdrucksweise. Perth als Handlungsort fand ich wirklich sehr schön. Besonders wenn man bedenkt, dass Winton selbst aus der Nähe von Perth kommt und somit die Stadt getreu wiedergeben konnte. Sehr irritierend, und was ich als negativ im Lesefluss empfunden habe, waren die nicht vorhandenen Anführungszeichen bei den Dialogen. Dies war für mich eine fatale Blockade des – wie schon gesagt – des Leseflusses, weil man selten unterscheiden konnte, ob das Geschriebene nun ein Dialog war oder nicht.

 

Das Cover ist sehr schlicht gehalten, wobei ich die Setzung der Schriften etwas wahllos und durcheinander fand. Das Buch war sehr dick, die Kapitel nicht zu kurz und nicht zu lang und besonders angenehm fand ich das Material des Umschlags.

 

 

Fazit

 

Ein interessanter und bewegender Roman, den ich gerne weiterempfehlen möchte. Der Schreibstil war eine kleine Herausforderung, der Plot aber sehr toll gestaltet und wieder mit der Moral, dass man das Leben genießen sollte, wie es ist.

 

[1] Zitat einer Amazon-Kundin

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Zusätzliche Informationen

Tim Winton wurde am 04. August 1960 in Perth (Australien) geboren.

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