Tim Winton

 4.2 Sterne bei 74 Bewertungen
Autor von Atem, Die Hütte des Schäfers und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Tim Winton

Ausgezeichnete Bücher aus Australien: Timothy John Winton wird 1960 in der Nähe von Perth in Australien geboren. Noch heute lebt er mit seiner Frau und drei Kindern in Westaustralien.

Nach dem Schulabschluss belegt er an der Curtin University einen Kurs in kreativem Schreiben. Nachdem er mit 21 Jahren seinen ersten Literaturpreis gewinnt, arbeitet er fortan als selbstständiger Schriftsteller. Sein erstes Buch »An Open Swimmer« veröffentlicht er 1982.

Bis heute sind mehr als zwei Dutzend Bücher aus der Feder Wintons veröffentlicht worden, viele davon erscheinen auch in deutscher Übersetzung. Das erste, ins Deutsche übertragene Buch Wintons ist »Cloudstreet« von 1991, das unter dem Titel »Das Haus an der Cloudstreet« 1998 in Deutschland erscheint. Beliebt sind aber beispielsweise auch »Atem« von 2008 oder »Die Hütte des Schäfers« von 2019.

Für seine Arbeit wird Winton mehrfach ausgezeichnet, unter anderem gewinnt er mehrmals den Miles Franklin Award und steht sogar auf der Shortlist zum Booker Prize. Damit zählt Winton zu den erfolgreichsten Autoren Australiens.

Alle Bücher von Tim Winton

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Buchformat:
Cover des Buches Atem (ISBN: 9783442718627)

Atem

 (26)
Erschienen am 14.10.2019
Cover des Buches Die Hütte des Schäfers (ISBN: 9783630875828)

Die Hütte des Schäfers

 (9)
Erschienen am 08.07.2019
Cover des Buches Schwindel (ISBN: 9783442715183)

Schwindel

 (8)
Erschienen am 10.04.2017
Cover des Buches Der singende Baum (ISBN: 9783442736072)

Der singende Baum

 (8)
Erschienen am 05.02.2007
Cover des Buches Weite Welt (ISBN: 9783442738731)

Weite Welt

 (5)
Erschienen am 02.02.2009
Cover des Buches Inselleben (ISBN: 9783630875477)

Inselleben

 (1)
Erschienen am 24.07.2017
Cover des Buches Cloudstreet (ISBN: 0743234413)

Cloudstreet

 (5)
Erschienen am 30.04.2002

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Neue Rezensionen zu Tim Winton

Neu

Rezension zu "Die Hütte des Schäfers" von Tim Winton

Ein eindringlicher, bewegender Roman
chumavor 6 Monaten

Gleich dem jugendlichen Jackson »Jaxie« Clackton stolperte ich buchstäblich in dieses ganz besondere Abenteuer, das Tim Winton in seinem Roman »Die Hütte des Schäfers« (OT: The Shepherd's Hut) zeichnet. Und eben dieser überraschende, unerwartete Effekt hatte eine immense Wirkung auf mich, die auch nach der Lektüre noch lange nachhallte. Zugegeben, ich brauchte einen Moment, um mich an die teils rotzige Sprache, die mit Kraftausdrücken durchsetzt ist, zu gewöhnen aber je weiter die Handlung fortschreitet, desto stimmiger ist das Gesamtbild.

Doch der Reihe nach … worum geht es eigentlich in diesem Buch? Eine Frage, die gar nicht so einfach zu beantworten ist, wenngleich die Ausgangssituation schnell beschrieben ist. Jaxie Clackton ist fünfzehn als er seinen Vater (»Captain Drecksack«) tot vorfindet. Seine Mutter verstarb bereits ein Jahr zuvor und die Angst, der plötzliche Tod des verhassten Vaters könne ihm zur Last gelegt werden, treibt ihn zur überhasteten Flucht. Nur weg ist das klare Ziel des Jungen und so schlägt er sich durch ein mir bislang völlig unbekanntes Australien. Unwirtlich und karg präsentiert sich das Land, das Jaxie durchwandert. Abseits des Highways will er nach Norden, weg von allem. Eine Flucht vor der Vergangenheit, ein Neubeginn. Doch unterwegs muss er sich seinen Dämonen stellen und wir begleiten ihn dabei. Es ist ein schmerzhafter Weg ins Erwachsenenleben, den Jaxie durchleiden muss, und umso beeindruckender ist es, seinen Mut, seine Stärke und nie versiegende Hoffnung mitzuerleben. Konnte ich anfangs nicht viel mit dem fluchenden Teenager anfangen, so wuchs er mir mehr und mehr ans Herz.

»Früher dachte ich, das ist die Hölle selbst. (…) Ein Ort, der so leer ist, dass die Gedanken wie Echos zurückkommen.«

Winton zeichnet seine Figuren vielschichtig – es ist als schäle man eine Zwiebel, Stück für Stück entblättert sich der eigentliche Mensch, der Charakter, die Seele. Harte Kontraste beherrscht der Autor. Sie offenbaren sich sowohl in den Landschaftsbeschreibungen, als auch in der Sprache und den Figuren. Ausgetrocknete Salzseen, Ödland, verlassene Goldgräberlager wechseln sich mit dicht bewachsenem Buschland voller Wurakbäume ab. Und mitten im Nichts trifft Jaxie auf den alten Fintan, der ein Geheimnis hütet. Vorsichtig beäugen sich die beiden. Der eine misstrauisch und zum Sprung bereit, der andere froh über die unerwartete Gesellschaft, die durchbrochene Isolation. Die beiden erkennen sich, es ist als schauten sie in einen Spiegel. Zwei Seelen, die sich ähneln und doch grundverschieden sind.

»Schon komisch, dass Fintan so alt und verloren und erbärmlich und verkorkst sein und doch so klar und so weit sehen konnte. Irgendwie hat er mich kapiert, das ist mal sicher.«

Getrieben von Durst, ist es zunächst nur das Wasser des Alten, das Jaxie braucht, doch aus der anfänglichen Abhängigkeit, die dem Jungen zuwider ist, entwickelt sich eine Art nutzbringendes Arrangement. Und so bleibt Jaxie. Sein neuer Gastgeber war ein Mann Gottes und stammt aus Irland. Weil er seine Vergangenheit in den Mantel des Schweigens hüllt, bleibt Jaxie argwöhnisch aber da auch er so gut wie nichts preisgibt, scheint es ein fairer Deal für beide zu sein. Und dann macht der Junge eine Entdeckung, die alles verändern wird.

Abgeklärt, nüchtern, reduziert – so kann man Wintons jungen Protagonist und gleichermaßen seinen Schreibstil zusammenfassen. Und doch berührt diese besondere Geschichte und hallt auch noch lange nach, wenn man sich auf die Lektüre einzulassen vermag, bereit dazu ist, tief im Dreck zu wühlen, um den verborgenen Schatz zu heben. Es ist viel Symbolik im Spiel, viele Mutmaßungen, Gedanken und Gefühle, einiges bleibt ungesagt. Letzteres ist wohl ein klares Stilmittel des Autors und doch habe ich mir an einigen Stellen verzweifelt gewünscht, mehr zu erfahren.

Fazit

Ein spezieller Coming-of-Age-Roman, der mit harten Kontrasten, einer derben Sprache und doch mit so viel Gefühl besticht. Eine Empfehlung für alle die, die gern zwischen den Zeilen lesen, sich die Seele einer Geschichte erarbeiten und verdienen möchten.

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Rezension zu "Die Hütte des Schäfers" von Tim Winton

Outbacks und Outsider
People-abroadvor einem Jahr

Ein junger Mann reist aus von seiner kaputten Familie  und trifft im Outback einen abgeschieden lebenden alten Mann.

Die Beschreibungen von Außenwelt und Innenwelt beeindrucken. Roh und abweisend. 

Wie auch der Junge und der alte Mann, die sich beide ebenfalls mit ihrer Geschichte und ihren Verletzungen auseinandersetzen müssen. Die sich annähern, zögerlich zuerst, und damit einen Heilungsprozess einleiten. Auf der Suche nach Erlösung.

 Außenseiter, beide zerbrechlich. Mit mehr Fragen als Antworten. Eine Geschichte, die den Leser über das Ende hinaus beschäftigt.

Wie immer packend spannend !

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Rezension zu "Die Hütte des Schäfers" von Tim Winton

Authentisch verfasster Coming-of-Age-Roman und bildgewaltiger Roadtrip!
Ro_Kevor einem Jahr

Klappentext (Lovelybooks):

Ein aufwühlender, so brutaler wie zärtlicher Roman über einen jungen Mann auf der Suche nach seinem Leben. Jaxie Clackton hat Angst, nach Hause zu gehen, seit seine Mutter gestorben ist. Sein Vater bedeutet für ihn nur Ärger und Gewalt, und am liebsten wäre es ihm, wenn er auch tot wäre – dummerweise hat dem Jungen noch keiner gesagt, dass man mit seinen Wünschen vorsichtig sein soll. Mit 15 Jahren ist Jaxie nun allein auf der Welt, in einem öden Kaff in Westaustralien, und wahrscheinlich glaubt ihm keiner, dass er seinen Vater nicht selbst umgebracht hat. Also läuft er davon, weg von den Menschen, immer Richtung Norden, direkt hinein in die heiße, wasserlose Salzwüste, eine tödliche Gefahr für jeden, der sich dort nicht auskennt. Eine Tour, die nur Träumer und Gejagte wagen. Mitten im Nirgendwo, am Ende seiner Kräfte stößt Jaxie auf einen einsamen alten Mann in einer verlassenen Schäferhütte, und obwohl sein Leben von ihm abhängt, weiß er nicht, ob er ihm trauen kann …


Meine Meinung:

„Ich sagte mir, das ist der beste Tag meines Lebens. Und dachte, dass ich es bis morgen früh vielleicht sogar glauben würde.“

Mit seinem Roman „Die Hütte des Schäfers“ hat mich der australische Bestsellerautor Tim Winton dazu eingeladen, den fünfzehnjährigen Protagonisten Jaxie Clackton auf dessen nicht ganz freiwilligen Road-Trip durch die australische Steppe zu begleiten, der es an Wasser und möglichen Zufluchtsorten mangelt. 

Tim Winton hat sich hervorragend in die aussichts- bzw. hoffnungslose Situation Jaxies hinein gefühlt und lässt diesen mit einer durchdringenden authentischen Stimme seine Geschichte erzählen. 

Der darin aufgestaute Schmerz und die Wut spiegeln sich im „rotzigen“ Klang sehr passend wider und dennoch lässt der Autor auch eine spürbare Hoffnungswolke mit wandern, die in mir die begleitende Erwartungshaltung ausgelöst hat, mit Jaxie an einen „glücklichen“ Wendepunkt gelangen zu dürfen. 

Dieser scheint mit Erreichen der titelgebenden Hütte zunächst gefunden zu sein, allerdings weiß man auch als Leser nicht, inwieweit dessen Bewohner Fintan, ein älterer Priester, vertrauenswürdig erscheint. 

Im Laufe ihrer Beziehung wird der oft unbewusste/stille Wunsch nach dem Gefühl von Zuflucht/Familie aber auch das Verlangen nach Buße/Vergebung großartig dargestellt bzw. transportiert.

Lebt die Handlung lange Zeit durch eine eher ruhigere und sehr bildliche Sprache, entsteht im letzten Drittel ein mit Gewalt dosierter und sehr fesselnder Spannungsbogen, der in ein Ende mündet, das für Nachklang und Interpretationsspielraum sorgt. 


Fazit:

Ein sehr authentisch verfasster Coming-of-Age-Roman und bildgewaltiger Roadtrip! Ganz klare Leseempfehlung!


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Tim Winton wurde am 04. August 1960 in Perth (Australien) geboren.

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