Timo Ameruoso

 3.9 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Zum Aufgeben ist es zu spät!, Seitenblicke und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Timo Ameruoso

Timo AmeruosoZum Aufgeben ist es zu spät!
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Zum Aufgeben ist es zu spät!
Zum Aufgeben ist es zu spät!
 (7)
Erschienen am 17.11.2017
Timo AmeruosoSeitenblicke
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Seitenblicke
Seitenblicke
 (2)
Erschienen am 24.04.2018
Timo AmeruosoZweierlei Leben
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Zweierlei Leben
Zweierlei Leben
 (0)
Erschienen am 01.06.2006

Neue Rezensionen zu Timo Ameruoso

Neu
S

Rezension zu "Seitenblicke" von Timo Ameruoso

Enttäuschend und wirr
Sajavor 4 Monaten

Timo Ameruoso scheint einer dieser Trainer zu sein, die schlechtes Reiten und lieblosen Umgang mit Pferden kennengelernt haben und glauben, dies repräsentiere die „konventionelle Reitweise” per se. Dabei hat er sich, dem Buch nach zu schliessen, nicht eingehender damit befasst und hält deswegen seine Trainingsmethode für neu, einzigartig und pferdegerechter. Selten habe ich so viel Unfug gelesen. Zum Beispiel: In der konventionellen Reitweise müsse der Reiter die Absätze nach unten drücken (falsch) und stattdessen solle man die Steigbügel so lang einstellen, dass man sie nur mit der Fussspitze erreichen kann; das Pferd werde über die Zügelhilfen gebogen (NEIN!) und zuletzt werden dem Leser noch zwei Bilder vom galoppierenden Pferd des Autors präsentiert, die ALLE Phasen des Galopps zeigen sollen - Herr Ameruoso, wollen Sie mich veräppeln?

Es wird ständige Wortklauberei betrieben, um bekannten Dingen den Anstrich des Neuen zu geben. Schon vor Ameruoso haben Pferdemenschen die Wichtigkeit von Pausen und vom Bestimmen von Tempo und Richtung erkannt sowie Pferde an ihnen unheimliche Dinge herangeführt, indem sie sich diesen wiederholt angenähert und sich jeweils wieder davon entfernt haben, bevor das Pferd diese Entscheidung traf. Neu heissen diese Vorgehensweisen bei Ameruoso aber nun „autodynamisches Reflexionsprinzip” und „Reduktive Konvergenz”.
Dabei werden im Buch oft Fachbegriffe mit völlig anderer Bedeutung verwendet, was sehr verwirrend ist. So behauptet der Autor beispielsweise, Pferde könnten nicht über Belohnung und Strafe lernen, sondern nur über "positive Verstärkung". Nun ist „positive Verstärkung” aber ein Fachbegriff aus der Lerntheorie und bedeutet eben genau, dass ein erwünschtes Verhalten belohnt wird, indem der Lernende (das Pferd) etwas Angenehmes erhält, was es zuvor nicht hatte. Ameruoso meint mit positiver Verstärkung aber die schrittweise Intensivierung von Hilfen, bis das Pferd reagiert - was gemeinhin als „negative Verstärkung” bezeichnet wird (ein Reiz fällt weg, wenn das gewünschte Verhalten gezeigt wird), aber in der Form nichts Neues ist. Wie der Autor dann auf die Aussage kommt, seine Methode funktioniere ohne Konditionierung, ist mir ebenfalls schleierhaft. Denn einem Pferd ein Signal für ein bestimmtes Verhalten beizubringen ist Konditionierung und nichts anderes beschreibt der Autor. Nur hält er es scheinbar für einen Beweis, dass das Pferd ihn als Ranghöheren anerkennt.

So schwächelt das Buch an vielen Stellen in der Theorie. Es wird behauptet, er beziehe sich im Unterschied zu anderen Methoden auf die Gehirnmechanismen des Pferdes, aber immer wieder wird eine Aussage zitiert, die sich auf die Funktion des menschlichen Gehirns bezieht, und viel mehr Theorie zu den Hirnmechanismen des Pferdes präsentiert er nicht. An anderer Stelle heisst es, er fordere vom Pferd keinen klassischen Mitteltrab und versammelten Trab, dafür einen „sehr kraftvollen” bis „sehr gesetzten” Trab. Wo der Unterschied zur klassischen Ausführung liegen soll, erschliesst sich dem Leser aber nicht.

Weiter ist der Autor inkonsistent in seiner Argumentation. An einer Stelle gilt es als Beweis für die Sanftheit seiner Methode, dass er zwei Jahre brauchte, um seinem Pferd das Hinlegen beizubringen. Umgekehrt ist es ein Beweis für die Richtigkeit seiner Methode, dass er einem Pferd innerhalb von weniger als einer Minute das Seitwärtsgehen auf Kommando beibringen kann und alle, die dafür länger brauchen, machen etwas falsch.

Nur ein Tropfen auf den heissen Stein sind dann noch die Verweise auf erklärende Videos in seinem Youtube-Kanal, die es dort gar nicht gibt.

Ich habe erwartet, dass mir ein Pferdetrainer im Rollstuhl wirklich etwas Neues über den Umgang mit Pferden erzählen kann. Meine Erkenntnis nach dem Lesen des Buches ist aber, dass er auch nur mit Wasser kocht und seine Kritik an anderen Methoden weitgehend Quark mit Sosse ist, weil sie auf Unkenntnis beruht. Um es mit dem von ihm vielzitierten „Fokus” zu sagen: Herr Ameruoso, hätten Sie sich beim Schreiben des Buches mehr darauf fokussiert, was Ihre Beziehung zu Pferden ausmacht und wie Sie die notwendige innere Stärke entwickelt haben, statt auf die anderen zu schauen und zu versuchen, Ihre Herangehensweise mit schleierhaften Theorien zu untermauern und ihre Exklusivität herauszustreichen, hätte vielleicht etwas daraus werden können. Aber so ist an diesem Buch gar nichts Neues.

P.S.: Ich frage mich, ob es nur Zufall ist, dass der Grossteil der (wenig ausführlichen) 5-Sterne-Bewertungen bei Amazon alle um das gleiche Datum herum geschrieben wurden und von Benutzern stammen, die nur diese eine Rezension geschrieben haben ...

Kommentieren0
0
Teilen
Wedmas avatar

Rezension zu "Seitenblicke" von Timo Ameruoso

Viele spannende und nützliche Dinge für Pferdeliebhaber.
Wedmavor 6 Monaten

In diesem Buch werden viele spannende und nützliche Dinge erzählt, die ein Pferdebesitzer oder einer, der mit Pferden oft zu tun hat, wissen sollte, um einen adäquaten Umgang mit Pferden an den Tag legen zu können.


Das Buch ist eher für Einsteiger geschrieben, aber auch Fortgeschrittene werden hier paar gute Tipps finden können.


Rund 160 Seiten des Textes sind in 3 Teile geordnet: 1. Grundlagen, 2. Die korrekte Arbeit im Ring, 3. Reiten; die in mehrere Unterkapitel aufgeteilt sind, plus Service – Equipment Vorwort und Nachwort.


Bei Grundlagen erklärt Timo Ameruoso u.a., wie Pferde denken, was für sie wichtig ist, wie man ihr Verhalten richtig deutet und das Beste daraus macht. Sehr schön fand ich, dass Timo nicht nur das Wissen über die Psyche des Pferdes vermittelt, er sagt auch gleich, wie man diese Erkenntnisse im Umgang mit Pferden einsetzt, was so ein Verhalten auf Dauer bringen wird, alles schön mit vielen Beispielen aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz illustriert. Manches mutet schon fast philosophisch an, z.B. wenn er über Unterordnung und Unterwerfung, Wertesystem usw. spricht. Gleich am Anfang stellt er klar: „Das Training beginnt bei dir“.


Es gibt viele Farbfotos, insb. im Teil 2, die die Ausführungen, wie man nun mit dem Pferd arbeitet, vom Abstreichen bis zum Trainingsaufbau, noch stärker verdeutlichen. Ums Verladen, Satteln, Angurten, Anreiten usw. geht es im Teil 3. Alles klar und zugänglich beschrieben. Wenn man doch Fragen hat, gibt es die Möglichkeit, mit Timo persönlich Kontakt aufzunehmen oder sich auch die Videos auf der bekannten Plattform anschauen.


Das Buch ist hochwertig ausgestattet: mit vielen Farbfotos, die übrigens toll und professionell gemacht worden sind, auf schönem, glatten, weißen Paper. Es ist zwar eine TB Ausgabe, aber die überarbeitete und ergänzte von 2018. Das Buch ist leicht, zudem hat es ein praktisches Format, passt in jede Tasche.


Im Vergleich zu Timos Buch von 2017 „Zum Aufgeben ist es zu spät“ liegt hier der Schwerpunkt deutlich auf der Arbeit mit den Pferden und ihren Besitzern. Das erstere Buch ist eher darüber, was Menschen aus dem Umgang mit Pferden lernen können, plus seine eigene Lebensgeschichte. Habe ich auch gelesen, fand ich auch sehr gut.


Fazit: Ein sehr lesenswertes Buch, das Pferdeliebhabern viele nützliche Dinge über Pferde und ihre Psyche verrät, und Tipps gibt, wie man zum Pferd ein vernünftiges Verhältnis aufbauen kann.

 

Kommentieren0
42
Teilen
herrzetts avatar

Rezension zu "Zum Aufgeben ist es zu spät!" von Timo Ameruoso

Wenn Aufgeben keine Option ist...
herrzettvor 8 Monaten

"Ich sterbe. Ich liege auf der Straße und weiß, dass etwas Unverstellbares geschehen ist. Das Blut in meinem Mund schmeckt ekelhaft metallisch, ich spüre, wie es mir aus dem Mundwinkel rinnt, immer weiter, ohne Unterlass. Meine Brust schmerzt, ich bekomme kaum Luft. Mein Oberkörper krümmt sich vor Schmerzen, ich kann nichts dagegen tun. Meine Beine bewegen sich nicht, sosehr ich mich auch bemühe. Denn ich will weg hier, weg von diesem Ort der Katastrophe. Wenn ich es schaffe, von hier wegzukommen, wird alles gut."

Am 19.Mai 1995 baut der 16 jährige Timo Ameruoso mit seiner Vespa einen Unfall, aus Leichtsinnigkeit um ein Mädchen zu beeindrucken. Dieser Tag soll nun sein ganzes Leben verändern und zunächst eine wahnsinnige Herausforderung darstellen. Seine Geschichte, die Liebe zu Pferden und was er aus der Arbeit mit ihnen gelernt hat, verpackt Ameruoso nun in dem Buch "Zum Aufgeben ist es zu spät - Fünf Dinge, die Pferde uns über das Leben lehren"

"Er unterdrückt diesen Groll natürlich, weil er in zivilisierter Mensch ist, aber man merkt ihm an, dass er nicht entspannt ist, sondern unter strom steht. Wut ist jedoch ein Krafträuber, sie schluckt viel Energie, und zwar ohne Nutzen. Sie verpufft einfach irgendwohin, und man ist nicht mehr geerdet, verliert die Bodenhaftung."

Ich bin nun weder Reiter noch habe in irgend einer Weise mit Pferden zu tun, dennoch hat mich dieses Buch sehr fasziniert. Nicht nur visuell, sondern auch inhaltlich ist dies eine sehr schöne Biografie und Ratgeber zugleich. Ameruoso ist ein anerkannter Experte, wenn es um Pferde geht und Meister in seinem 'Handwerk', dass er nun auch noch im Rollstuhl sitzt, für seinen Traum gekämpft hat und trotz harter Rückschläge immer weiter gemacht hat, imponiert mir sehr. Man kann dieses Buch einfach nicht mit anderen Vergleichen, es ist eine einzigartige Geschichte und noch interessantere Blickweisen, auf ein Tier, dass nicht wie der Mensch 'Jäger' und soziales Wesen ist, sondern ein eigenes, in der Herde lebendes Beutetier. Unter den "fünf Dingen" hatte ich mir leider etwas mehr vorgestellt oder generell einfach mehr erwartet, aber den Biografie- und Pferdeliebhaber unter euch möchte ich dieses Buch schon sehr nahe legen.

"Was ich von den Pferden gelernt habe, habe ich in meinem Leben erkannt. Und deshalb sind meine Geschichte und mein Pferdewissen untrennbar miteinander verbunden. Ich erzähle sie daher parallel - meistens folge ich der Chronologie, manchmal gibt es Rückblicke, ab und zu kleine Umwege, hin und wieder unerwartete Zwischenspiele. So, wie das Leben, wie mein Leben ist und wie es sich entwickelt hat. Also auf geht's!"

Kommentieren0
2
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 11 Bibliotheken

auf 2 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks