Timo Ameruoso

 3.8 Sterne bei 11 Bewertungen

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Zum Aufgeben ist es zu spät!

Zum Aufgeben ist es zu spät!

 (9)
Erschienen am 17.11.2017
Seitenblicke

Seitenblicke

 (2)
Erschienen am 24.04.2018

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Rezension zu "Zum Aufgeben ist es zu spät!" von Timo Ameruoso

Grenzen gibt es nur im Kopf
Bosnivor 19 Tagen

Der Autor sitzt seit einem Unfall mit 16 Jahren im Rollstuhl und hat nach schweren Depressionen mit Hilfe der Pferde zurück ins Leben gefunden.

Da mein Studium auf die Arbeit mit behinderten Menschen abzielt, interessieren mich die Erfahrungen Einzelner natürlich immer sehr. Daher habe ich das Buch auch nicht mit dem Fokus auf die Pferde gelesen, sondern um zu erfahren, wie der Autor mit seinem Schicksalsschlag umgeht.

„Wie kann ich es hinbekommen, dass ich niemanden brauche?“ (S. 34) Hilfe zur Selbsthilfe ist die wahrscheinlich schwierigste Aufgabe aller Angehörigen/Betreuungspersonen, denn man gerät schnell in Versuchung etwas einfach selber zu machen. Es geht womöglich unkomplizierter und schneller. Ganz ohne böse Absicht. Im Gegenteil. Man möchte ja nur helfen.

Timo Ameruoso beschreibt sehr eingehend, wie sehr es ihn belastet, von anderen Menschen abhängig zu sein. Doch nach und nach entwickelt er Methoden und Ideen, um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Sehr offen und ehrlich schildert der Autor die guten, aber vor allem die schlechten Tage seines Lebens. Gezeichnet von Depressionen und tiefer Düsternis.

Wie wichtig seine Pferde Pascal, Anton und Paolo für ihn sind, wird auf jeder einzelnen Seite deutlich, unter den fünf Dingen, die er von Pferden gelernt hat, habe ich mir aber trotzdem etwas anderes vorgestellt. Ich vermute aber, dass das Buch nicht wirklich mit dem Fokus auf Pferdemenschen geschrieben wurde. Für „normale“ Menschen mag es vielleicht verwunderlich sein, dass Pferde einem so etwas wie Fokus oder Timing lehren können, aber mir persönlich war das einfach zu allgemein gehalten.

Generell bin ich von der „Pferdeseite“ des Buches, im Gegensatz zur biografischen, absolut nicht überzeugt. Hätte ich vorher gewusst, wie Herr Ameruoso arbeitet (der im Buch beschriebene Hype um seine Person scheint an mir vorbei gegangen zu sein), hätte ich das Buch vermutlich eher nicht gelesen.

Er arbeitet meines Erachtens nach klassischem Natural Horsemanship, nur, dass er für alles neue Begriffe erfindet bzw. wissenschaftliche Definitionen einfach „umdeutet“.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich die Coachingseite bzw. den biografischen Teil von „Zum Aufgeben ist es zu spät!“ durchaus sehr inspirierend und hoffentlich hilfreich für Menschen mit ähnlichem Schicksal finde. Denn der sehr persönliche Schreibstil wirkt äußerst authentisch und nah am Leser.

Der Pferdeteil konnte mich dagegen überhaupt nicht überzeugen.
Klar, ich ziehe meinen Hut vor dem, was Timo Ameruoso im Rollstuhl sitzend geschafft hat, sehe darin aber keinerlei neue oder besondere Erkenntnisse. Teilweise finde seine Aussagen gegenüber seinen Kunden und deren Pferden sehr abwertend.

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L

Rezension zu "Zum Aufgeben ist es zu spät!" von Timo Ameruoso

...Für Pferdefans ein MUSS....
Lesebegeistertevor 3 Monaten

Der Autor war ein sehr erfolgreicher Springreiter, als es zu einem sehr tragischen Unfall kam und er seither im Rollstuhl sitzt. Das einzige was ihn Mut macht sind seine Pferde. Er arbeitet sehr intensiv mit Pferden und wird zum Mediator. Ein sehr einfühlsames Buch das Mut macht. Fand es toll geschrieben man lernt auch viel zum Thema Pferd. Erzählt werden auch viele Beispiele aus seiner Arbeit mit Pferden. Ideal für jeden Reiter oder Pferdeliebhaber. Auch das Buch "Seitenblicke" kann ich nur empfehlen.

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S

Rezension zu "Seitenblicke" von Timo Ameruoso

Enttäuschend und wirr
Sajavor 7 Monaten

Timo Ameruoso scheint einer dieser Trainer zu sein, die schlechtes Reiten und lieblosen Umgang mit Pferden kennengelernt haben und glauben, dies repräsentiere die „konventionelle Reitweise” per se. Dabei hat er sich, dem Buch nach zu schliessen, nicht eingehender damit befasst und hält deswegen seine Trainingsmethode für neu, einzigartig und pferdegerechter. Selten habe ich so viel Unfug gelesen. Zum Beispiel: In der konventionellen Reitweise müsse der Reiter die Absätze nach unten drücken (falsch) und stattdessen solle man die Steigbügel so lang einstellen, dass man sie nur mit der Fussspitze erreichen kann; das Pferd werde über die Zügelhilfen gebogen (NEIN!) und zuletzt werden dem Leser noch zwei Bilder vom galoppierenden Pferd des Autors präsentiert, die ALLE Phasen des Galopps zeigen sollen - Herr Ameruoso, wollen Sie mich veräppeln?

Es wird ständige Wortklauberei betrieben, um bekannten Dingen den Anstrich des Neuen zu geben. Schon vor Ameruoso haben Pferdemenschen die Wichtigkeit von Pausen und vom Bestimmen von Tempo und Richtung erkannt sowie Pferde an ihnen unheimliche Dinge herangeführt, indem sie sich diesen wiederholt angenähert und sich jeweils wieder davon entfernt haben, bevor das Pferd diese Entscheidung traf. Neu heissen diese Vorgehensweisen bei Ameruoso aber nun „autodynamisches Reflexionsprinzip” und „Reduktive Konvergenz”.
Dabei werden im Buch oft Fachbegriffe mit völlig anderer Bedeutung verwendet, was sehr verwirrend ist. So behauptet der Autor beispielsweise, Pferde könnten nicht über Belohnung und Strafe lernen, sondern nur über "positive Verstärkung". Nun ist „positive Verstärkung” aber ein Fachbegriff aus der Lerntheorie und bedeutet eben genau, dass ein erwünschtes Verhalten belohnt wird, indem der Lernende (das Pferd) etwas Angenehmes erhält, was es zuvor nicht hatte. Ameruoso meint mit positiver Verstärkung aber die schrittweise Intensivierung von Hilfen, bis das Pferd reagiert - was gemeinhin als „negative Verstärkung” bezeichnet wird (ein Reiz fällt weg, wenn das gewünschte Verhalten gezeigt wird), aber in der Form nichts Neues ist. Wie der Autor dann auf die Aussage kommt, seine Methode funktioniere ohne Konditionierung, ist mir ebenfalls schleierhaft. Denn einem Pferd ein Signal für ein bestimmtes Verhalten beizubringen ist Konditionierung und nichts anderes beschreibt der Autor. Nur hält er es scheinbar für einen Beweis, dass das Pferd ihn als Ranghöheren anerkennt.

So schwächelt das Buch an vielen Stellen in der Theorie. Es wird behauptet, er beziehe sich im Unterschied zu anderen Methoden auf die Gehirnmechanismen des Pferdes, aber immer wieder wird eine Aussage zitiert, die sich auf die Funktion des menschlichen Gehirns bezieht, und viel mehr Theorie zu den Hirnmechanismen des Pferdes präsentiert er nicht. An anderer Stelle heisst es, er fordere vom Pferd keinen klassischen Mitteltrab und versammelten Trab, dafür einen „sehr kraftvollen” bis „sehr gesetzten” Trab. Wo der Unterschied zur klassischen Ausführung liegen soll, erschliesst sich dem Leser aber nicht.

Weiter ist der Autor inkonsistent in seiner Argumentation. An einer Stelle gilt es als Beweis für die Sanftheit seiner Methode, dass er zwei Jahre brauchte, um seinem Pferd das Hinlegen beizubringen. Umgekehrt ist es ein Beweis für die Richtigkeit seiner Methode, dass er einem Pferd innerhalb von weniger als einer Minute das Seitwärtsgehen auf Kommando beibringen kann und alle, die dafür länger brauchen, machen etwas falsch.

Nur ein Tropfen auf den heissen Stein sind dann noch die Verweise auf erklärende Videos in seinem Youtube-Kanal, die es dort gar nicht gibt.

Ich habe erwartet, dass mir ein Pferdetrainer im Rollstuhl wirklich etwas Neues über den Umgang mit Pferden erzählen kann. Meine Erkenntnis nach dem Lesen des Buches ist aber, dass er auch nur mit Wasser kocht und seine Kritik an anderen Methoden weitgehend Quark mit Sosse ist, weil sie auf Unkenntnis beruht. Um es mit dem von ihm vielzitierten „Fokus” zu sagen: Herr Ameruoso, hätten Sie sich beim Schreiben des Buches mehr darauf fokussiert, was Ihre Beziehung zu Pferden ausmacht und wie Sie die notwendige innere Stärke entwickelt haben, statt auf die anderen zu schauen und zu versuchen, Ihre Herangehensweise mit schleierhaften Theorien zu untermauern und ihre Exklusivität herauszustreichen, hätte vielleicht etwas daraus werden können. Aber so ist an diesem Buch gar nichts Neues.

P.S.: Ich frage mich, ob es nur Zufall ist, dass der Grossteil der (wenig ausführlichen) 5-Sterne-Bewertungen bei Amazon alle um das gleiche Datum herum geschrieben wurden und von Benutzern stammen, die nur diese eine Rezension geschrieben haben ...

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