Timo Berger Asado verbal

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Inhaltsangabe zu „Asado verbal“ von Timo Berger

Die jungen argentinischen Autoren
weinen nicht um Argentinien – vielmehr
legen sie den Finger auf die Wunde:
Geschichten über eine Gesellschaft, die
ihre Wirtschaftskrise schon lange vor uns
zu bewältigen hatte und die einiges
gewohnt ist:
Wie werden in Argentinien Supermarktregale aufgefüllt? Was ist am Tag des
Begräbnisses von Evita Perón so überaus lustig, dass man vor Lachen erstickt?
Und was tun, wenn sich bei der Umbettung nach dreißig Jahren herausstellt,
dass der Leichnam der Frau Mama gar nicht verwest ist?
Nebst der Beantwortung solcher Fragen wird bei der Lektüre schnell auch
klar, dass die Nachwuchsautoren vom Río de la Plata sich einmischen: ganz nebenbei
geben sie Einblicke in die Lebenswelten der kleinen Leute Argentiniens.
Bei nahezu allen Beiträgen handelt es sich um deutsche Erstveröffentlichungen,
von denen mehrere selbst in Argentinien bisher noch nicht erschienen
sind!
Mit Texten von Lucía Puenzo, Pedro Mairal, Washington Cucurto, Fabián Casas,
Mariana Enríquez, Cecilia Pavón, Juan Diego Incardona, Ariel Magnus, Julia
Coria, Félix Bruzzone, Romina Paula, Edgardo González Amer, Oliverio Coelho,
Carlos Blasco und Andi Nachon.
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  • Rezension zu "Asado verbal" von Timo Berger

    Asado verbal

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. June 2010 um 12:46

    Asado verbal stellt 15 argentinische Autoren mit je einer Kurzgeschichte vor, mit zwei Ausnahmen sind alle Autoren in den 1970er Jahren geboren. Daher fällt es schwer, eine Gesamtwertung abzugeben, da die Geschichten verständlicherweise sehr unterschiedlich ausfallen - während die eine Erinnerungen eines Autofahrer aufleben lässt, kommt die nächste mit phantastischen Elementen daher und wieder eine andere schildert Jugensfantasien. Insgesamt aber finde ich, dass die Auswahl der Geschichten gut gemacht ist, eben gerade wegen des breiten Spektrums. Alle Kurzgeschichten übrigens sind deutsche Erstveröffentlichungen. In manche Geschichten kam ich gut rein, wie z. B. Das Fest von Julia Coria oder Heute früh von Pedro Mairal. Coria schildert, wie eine Fünfzehnjährige die halbe Verwandtschaft tyrannisiert, um eine gigantische Geburtstagsparty aufzuziehen. Gedruckte Einladungskarten, langes Kleid, eine ganz bestimmte Torte - nur, damit die Party dann dummerweise Ziel von vermummten Gestalten wird. Mairal lässt seinen Erzähler von Kindheits- und Jugenderinnerungen berichten, die alle mit der Fahrt zu einem Wochenendhaus verbunden sind und mit all den Autos, die die Familie seither gefahren hat. Weniger nach meinem Geschmack war Boa von Oliveiro Coelho, der ein surreales Liebesritual beschreibt und auch Fabián Casas lässt seine Geschichte Die profane Strafe auf eine Weise enden, die ich eher verwirrend finde. Cecilia Pavón entwirft in Postmarxistische Theorie des Unglücklichseinseine Zukunftsversion, in der alle möglichen Werte von heute Kopf stehen. Dazwischen gibt es Geschichten, die den Alltag Argentiniens schildern, mal kritisch, mal schnörkellos, mal verklärt. Ariel Magnus zum Beispiel stellt uns zwei Chinesen vor, die ihr argentinisches Zuhause auf sehr konträre Weise erleben. Für Kurzgeschichten-Liebhaber ist das Buch auf alle Fälle die Lektüre wert und auch, wer ein bisschen argentinische Literatur schnuppern möchte, könnte hier auf den Geschmack kommen. Ich jedenfalls hoffe, dass ich dem einen oder anderen Autoren eines Tages wieder begegne.

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