Timo Heiny Mein Afrika

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Inhaltsangabe zu „Mein Afrika“ von Timo Heiny

Der Ostafrikanische Graben ist eine der schönsten und vielfältigsten Regionen des Kontinents. Entlang des Omo-Flusses in Äthiopien, über den Turkana-See und den Tsavo-Nationalpark in Kenia bis an die Küste des Indischen Ozeans ist der Fotograf Timo Heiny über Jahre unterwegs gewesen und hat die dort ansässigen, teilweise isoliert lebenden Stämme besucht. Es sind Dokumente verschiedenartiger und individueller Lebensformen, von stolzen Menschen, die über Jahrhunderte Ihre Tradition bewahrt haben und im Einklang mit der urwüchsigen Natur leben. Seine Fotografien zeigen nicht die touristisch inszenierte Exotik des Fremden - es sind unaufdringliche, sensible Porträts und das persönliche Zeugnis einer Leidenschaft für das Land und seine Menschen. Zugleich ist sein Buch eine stille Mahnung, denn durch die geopolitischen Entwicklungen in Ostafrika droht dieses einzigartige kulturelle Erbe zu verschwinden.
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  • Porträtfotografie "ursprünglicher" Bewohner Ostafrikas

    Mein Afrika
    R_Manthey

    R_Manthey

    16. October 2015 um 17:05

    Timo Heiny nennt dieses Buch "Mein Afrika". Das verwirrt ein wenig, denn seine Bilder zeigen vor allem Porträts von Menschen, welche zu Stämmen in Ostafrika gehören, die noch "ursprünglich" leben. Das ist die Bezeichnung, die die Autorin des Vorwortes gerne wählt. Vielleicht weil sie ein wenig romantisch klingt und in ein bestimmtes, leicht verklärtes Weltbild passt. Tatsächlich leben diese Menschen unter Bedingungen, wie sie im Europa der Steinzeit herrschten. Ob man diese Zeit wirklich verklären sollte, mag man bezweifeln. Glaubt man jedoch dem Vorwort, dann müssen diese Menschen völlig glücklich gewesen sein, denn der "Konsumismus" hatte sie schließlich noch nicht erreicht. Mir würden noch einige sarkastische Bemerkungen zu solchem Unfug einfallen, doch das würde dem wirklichen Inhalt des Buches - den Fotografien - nicht gerecht werden. Dass in und zwischen diesen Stämmem für Romantik kein Platz zu sein scheint, sieht man alleine daran, dass zum Stolz der fotografierten Krieger auch gelegentlich eine AK 47 gehört, die man als Kalaschnikow kennt. Vergisst man das Vorwort und betrachtet man die wirklich hervorragenden Porträts, dann erzeugt dieses Buch eine ganz andere Wirkung. Es bietet einen gewissen Einblick in eine Kultur, die wir vergessen haben, obwohl einst auch unsere Vorfahren wohl so ähnlich gelebt haben müssen. Man kommt beim Betrachten dieser Menschen auf die verschiedensten Gedanken, zum Beispiel auf die Frage, warum es ausgerechnet in der Wiege der Menschheit an bestimmten Stellen zu keiner wesentlichen Entwicklung gekommen ist. Wären nicht die Europäer in Afrika eingefallen, stände wohl fast der gesamte Kontinent noch auf der Entwicklungsstufe dieser Stämme. Es war die Intention des Fotografen diese Menschen so zu fotografieren, solange sie noch ihre "Ursprünglichkeit" besitzen. Sieht man die Bilder unter einem rein technischen Blickwinkel, dann erweisen sie sich als ungemein eindrucksvoll. Hier macht es auch nichts aus, dass sie sich nur in Schwarz-Weiß-Tönen zeigen. Dem Anliegen des Autors und wohl auch den Interessen von Völkerkundlern kämen Farbfotografien sicher näher. Aber an dieser Stelle haben sich offenbar der Künstler und seine Erfahrungen durchgesetzt. Für Ethnologen, Liebhaber von Porträtfotografien und Afrika-Enthusiasten wird sich dieser Bildband gewiss als eine Fundgrube erweisen.

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